KÜSS DEN FROSCH (AN 228)

(The Princess and the Frog, Regie: John Musker, Ron Clements, USA 2009, Walt Disney)

 

New Orleans vor etwa einem Jahrhundert: Tiana arbeitet hart als Kellnerin und spart eisern für ein eigenes Restaurant. Ihre Kinderfreundin Charlotte hat es dank ihres reichen Vaters viel leichter. Als Charlotte erfährt, dass Prinz Naveen die Stadt besuchen wird, rechnet sie sich Chancen aus, demnächst Prinzessin zu werden. Charlottes Vater richtet ein Kostümfest für den Prinzen aus und Tiana liefert die Krapfen für die Party. Der Voodoo-Priester Dr. Facilier hat mitbekommen, dass Naveen außer seinem Titel über kein Geld verfügt und eine vermögende Braut sucht. Er bietet dem Prinzen an, ihm ein reiches Mädchen zu beschaffen, führt aber insgeheim seine eigenen, boshaften Pläne aus und verwandelt den Prinzen in einen Frosch. Seinem Diener gibt er die Gestalt Naveens und setzt diesen auf Charlotte an. Naveen bittet Tiana, ihn zu küssen und wieder in einen Prinzen zu verwandeln. Als sich Tiana dazu überwinden kann, einen Frosch zu küssen, wird sie selbst auch in einen solchen verwandelt. Gemeinsam fliehen sie vor den aufgeschreckten Partygästen in die Sümpfe. Doch wie kann der Zauber wieder rückgängig gemacht werden?

„Küss den Frosch“ markiert die Rückkehr der Disney Studios weg von der Computeranimation zum klassischen Zeichentrickfilm. Das ebenso klassische Märchen vom Froschkönig wurde in die Gegend um New Orleans versetzt, wo traditionell die verschiedensten Kulturen aufeinanderprallen. Die Stimmung des Films wandelt sich denn auch vom Drama zum Lustspiel und die menschlichen und tierischen Darsteller dürfen ihre Stimmungen durch zahlreiche Lieder ausdrücken. Die Musik und die Songs sind dabei wunderbar in die Handlung und die Handlungsorte integriert worden. Die Filmbilder orientieren sich ebenfalls an den Klassikern Walt Disneys und wecken Erinnerungen an Meilensteine wie „Bambi“, „Das Dschungelbuch“ oder „Susi und Strolch“. Erstmals bekommt eine Afroamerikanerin die Hauptrolle, was aber nicht allzu aufdringlich betont wird. Die Charaktere sind zumeist überspitzt gezeichnet, geraten aber nicht zu bloßen Karikaturen, sondern wurden liebevoll zum Leben erweckt. Auch wurde ein überzeugender Bösewicht geschaffen, der kleinere Kinobesucher durchaus erschrecken dürfte. Die komplexe Geschichte voller versteckter Botschaften, die mitreißende Musik und die phantastisch komponierten Bilder machen den Film schon jetzt zu einem neuen Klassiker und zu einem heißen Anwärter auf die Academy Awards.