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DIE KOMMENDEN TAGE (AN 232) (Regie: Lars Kraume, D 2010, Universal) Laura Kuper möchte studieren und eine Familie gründen. Ihre
Schwester Cecilia beginnt eine Liebesbeziehung mit Konstantin, der sie in
terroristische Kreise einführt. Ihr jüngerer Bruder Philip geht zur Bundeswehr
und zieht in den 4. Golfkrieg, um die letzten Ölreserven zu sichern. Der Vater
ist Rechtsanwalt in einer großer Berliner Kanzlei und die Mutter versucht, die
Familie zusammenzuhalten. Laura lernt Hans kennen und lieben, aber sie können
gemeinsam keine Kinder haben und so verlässt sie ihn und lässt sich mit
Konstantin ein. Der schwängert sie zwar, aber nutzt sie auch als bürgerliche
Tarnung für seine terroristischen Aktivitäten aus. Während auf der Welt der
Krieg eskaliert, versucht Laura, für sich und ihren Sohn einen sicheren
Zufluchtsort zu finden. Die Familie Kuper dient als Spiegel der Gesellschaft, zeigt im Kleinen die Konflikte der Welt. Im Hintergrund sieht der Zuschauer die Veränderungen der Jahre 2010 bis 2020 ablaufen. Fernsehnachrichten vom Krieg in Asien, die sich ändernde Skyline von Berlin oder die Menschen, die obdachlos auf der Straße leben und Handel treiben, weil die Supermärkte leergekauft sind. Inzwischen müssen sich die Reichen in ihren Wohnungen und Restaurants verbarrikadieren. Auch die Technik, Autos und Computer ändern sich und so werden mögliche Weiterentwicklungen in die Zukunft projiziert. Das alles wird nur angedeutet, nicht bis ins Detail ausgearbeitet, der Zuschauer muss oder soll sich sein eigenes Bild ergänzen. Zehn Jahre möglicher Entwicklungen in zwei Filmstunden zu packen ist kaum möglich, da neben technologischen und sozialen Hintergründen auch die Familiengeschichte und die Politik in Form von Weltkrieg und Bevölkerungswanderungen mit einbezogen werden. So zeigt der Film neben einer Mauer durch die zerbrochene Europäische Union gegen afrikanische Flüchtlinge auch Straßenschlachten mit der Polizei in Berlin. Das Große und das Kleine, alles kommt zusammen in diesem Film. Wie selbstverständlich zeigt Kraume auch eine Geburt und den Tod von Menschen und Tieren, ganz nah und in Großaufnahme. Ob für den Film Tiere sterben mussten oder ob Kraume einfach nur schockieren wollte, wie vor 30 Jahren die italienischen Kannibalenfilme, ist nicht bekannt. Zumindest hat er alles und noch mehr in den Film hineingepackt und der Zuschauer kann sich nun herauspicken, was ihm gefällt an der möglichen Zukunftsvision oder halt nicht. Was davon tatsächlich eintritt, das werden wir in 10 Jahren selbst erfahren haben. |