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Das Projekt GAZ66 entstand im Oktober 2002 durch eine Spende eines russischen GAZ66 mit nahezu vollständig ausgestattetem Funkkofferaufbau. Das Fahrzeug wurde 1997 nach der Ausmusterung durch die Bundeswehr von Fahrzeugen aus ehemaligen Beständen der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA) nach Rotenkamp bei Königslutter überführt und stand dort unter freiem Himmel. Nach erster
Inaugenscheinnahme in der Vorwoche trafen sich Michael (DG9OBK) und Ewald
(DJ1AM) am 19.10. um mit den ersten Maßnahmen zur Inbetriebnahme des Fahrzeugs
zu beginnen. Am darauf folgenden Samstag dem 26.10. trafen wir uns wieder um 9 Uhr in Rotenkamp. Nun ging es darum, den Motor zum Laufen zu bringen. Nachdem wir 20l gutes Super aufgefüllt hatten, mussten wir den Sprit erstmal überreden, den Weg zum Vergaser zu finden. Als wir nun den Umschalter zwischen rechtem und linken Tank überbrückt hatten, sowie die komplette Benzinleitung befüllt und entlüftet wurde, startete der Motor trotz der langen Standzeit sofort. Lediglich zwei Schläuche in der Benzinleitung waren so porös, dass sie nach kurzer Zeit leckten. Aber da war mit zwei neuen Schläuchen schnell Abhilfe geschaffen. Am Sonntag dem 10.11. war für Ewald und Michael ab 13 Uhr wieder Bastelnachmittag angesagt. Heute ging es darum, den GAZ mit der nötigen Druckluft zu versorgen. Nachdem wir die defekten Druckschläuche zu den Messinstrumenten erneuert hatten, stellten wir unter dem Fahrzeug ein Ventil fest, das sich durch Kondenswasser in den Jahren der Standzeit zugesetzt hatte. Die nächste Aufgabe wird nun sein, die Luft auch weiter zu den reifen zu befördern, um diese aufzupumpen.
Sonntag der 17.11. um 9 Uhr in
Rotenkamp, und Ewald und Michael machen sich wieder an den GAZ. Später haben wir
noch tatkräftige Unterstützung von Stefan bekommen. Heute gelang es uns, drei
Reifen mit der fahrzeugeigenen Befülleinrichtung aufzupumpen. An einem Rad haben
wir noch Druckverlust, der vermutlich aufgrund eines verrosteten Ventils
auftritt. Nachdem wir am Freitag Nachmittag vergeblich nach einer Topfmanschette für den Kupplungsnehmerzylinder gesucht haben, trafen wir (Ewald und Michael) uns am 23.11. um 13 Uhr wieder in Rotenkamp, um das defekte Rad zu wechseln. Dies klappte problemlos. Nun sind alle 4 Reifen entsprechend laufrichtungsgebunden und halten auch ihren Druck. Des Weiteren haben wir die Elektrik soweit instand gesetzt, dass nun schon mal die Blinker funktionieren.
Es ist geschafft. Nachdem wir (Ewald und
Michael) uns am 27.11. um 8.30 Uhr in der Frühe bei 1°C und dickem Nebel in
Rotenkamp getroffen haben, sind wir mittags um 12 Uhr schon mit unserem GAZ den
ersten Kilometer durch die Feldmark gefahren. Am 01.12. trafen wir uns wieder um 10 Uhr, um die letzten Arbeiten an unserem GAZ vorzunehmen. Die Scheiben und Beleuchtungseinrichtungen wurden vom Moos befreit und das Führerhaus grundlegend gereinigt. Die Verkleidung des Getriebes was auch schnell montiert. Was sich etwas schwieriger gestaltete, war das provisorische Zuschneiden der fehlenden Windschutzscheibe. Aber nachdem diese nun auch eingebaut ist, muss nur noch ein Scheibenwischer instand gesetzt werden und dann kann es losgehen. Am Dienstag dem 03.12. war es nun so weit, dass wir unseren GAZ 66 von Rotenkamp nach Marienborn in die Gedenkstätte überführen konnten. Als wir eintrafen wartete Rüdiger schon mit den roten Kennzeichen auf uns. Diese wurden kurzer Hand am Fahrzeug angebracht, noch der Scheibenwischer montiert und auf ging es gen Osten. Nun ging es von Rotenkamp aus über die Dörfer nach Helmstedt, wo die Passanten beim Anblick und des nicht zu überhörenden Sound unseres GAZ schon mal am Fahrbahnrand stehen blieben und das Fahrzeug im Vorbeifahren bestaunten. Die maximale Reisegeschwindigkeit lag bei etwa 60 km/h. Mehr wollte ich dem GAZ nach 5 Jahren Standzeit aber auch nicht zumuten. Alles in allem legten wir die Strecke von ca. 31 km in etwa 40 Minuten zurück. Somit lautet unser heutiger Kilometerendstand 1256. Die Wolfsburger Nachrichten berichteten am 04.12.2002 im Niedersachsenteil wie folgt über diese Aktion:
Nachdem wir in der vergangenen Zeit leider nicht ganz so viel Zeit mit dem Aufbau unserer GAZ verbracht haben, er mittlerweile aber immerhin grundgereinigt ist, haben wir uns heute um den Einbau der Batterien in den Kofferaufbau gekümmert. Anstelle der alten Originale befinden sich nun 2 normale Autobatterien unter der Sitzbank. Ein kleiner Erfolg war der, dass Innenbeleuchtung, Tarnbeleuchtung, sowie die Ventilatoren auf Anhieb funktionierten. Unsere nächste Aufgabe ist es also die Funktechnik, sowie die Verbindung vom Generator zu den Akkus instand zu setzen. Im Rahmen des Elm-Treffens am 07. September 2003 wurde unser GAZ auf dem Gelände der Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn der Öffentlichkeit vorgestellt und mit der Hilfe von Jörg und Uwe, die mit dem GAZ 66 und der R-142 noch aus aktiven NVA-Zeiten vertraut sind, eine detaillierte Bestandsaufnahme zur Instandsetzung der Funkausrüstung gemacht. Fortsetzung folgt...
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© by Michael Duda (DG9OBK)