Richtiges Löten
Zunächst ist das richtige Werkzeug wichtig. Ein 300W Kolben, mit dem man Regenrinnen oder
Wasserrohre zusammenlötet, ist denkbar ungeeignet. Auch das dabei verwendete Lot eignet sich
nicht für den Aufbau elektronischer Schaltungen. Für die Elektronik gibt es spezielles Lot,
welches eine Flußmittel-Seele hat. Es hat einen Durchmesser von 1mm oder weniger. Der
Lötkolben sollte etwa 20 bis 30 Watt haben und temperaturgeregelt sein, damit er nicht zu
heiß wird. Es muß keine Lötstation mit einstellbarer Temperatur sein. Die
Lötspitze sollte spitz zulaufen, wie ein Bleistift. Daher auch die Bezeichnung für
diese Form "bleistiftspitz". Derartiges findet man normalerweise nicht im Baumarkt, daher ist das
örtliche Elektronikgeschäft vorzuziehen. Der Versandhandel bietet ebenfalls die entsprechende
Auswahl (siehe Bezugsquellen). Weitere nützliche Utensilien sind der
Lötkolbenständer und ein Reinigungsschwamm. Zum Entlöten, also zum Entfernen von
Lötzinn, gibt es Entlötlitze oder eine Entlötpumpe.
Zum Löten selbst. Mit Hilfe des Lötkolbens wird die Lötstelle zuerst
kurz erwärmt, bevor dann etwas Lötzinn zugegeben wird. Weniger ist mehr. Wenn das Zinn
richtig verlaufen ist, wird der Kolben wieder weggenommen. Das Ganze sollte etwa zwei bis drei
Sekunden dauern. Zugegeben, damit das reibungslos klappt, ist etwas Übung nötig.
Überschüssiges Zinn an der Lötspitze streift man am Reinigungsschwamm ab. Dieser
wird dazu angefeuchtet. Wenn die Lötspitze dann irgentwann zu sehr vom Zinn zerfressen ist,
sollte sie ausgetauscht werden. Ein sicheres Indiz hierfü ist ein zerflückter Schwamm.
Jetzt zahlt es sich aus, wenn man einen Marken-Kolben hat. Die Beschaffung von Ersatzspitzen ist
dann kein Thema. Auch gibt es Lötspitzen in verschiedenen Formen. Für jeden Zweck die
passende Lötspitze.
Eine gute Lötstelle sollte leicht matt bis glänzend sein. Ist sie zu matt, dann war die
Erwärmung zu gering. Daher auch die Bezeichnung "kalte Lötstelle". Eine zu lange
Erwärmung läßt das Flußmittel verdampfen und führt ebenfalls zu einer
matten Lötstelle. Das unangenehme an kalten Lötstellen ist, daß sie ihren Geist
nach einiger Zeit aufgeben. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, daß man sie
vermeiden sollte.
Gutes Gelingen!
Noch ein paar Tipps zum Thema SMD
Mit konventionellen Lötgerät kommt man bei der SMD-Technik allerdings nicht weit. Hierfür gibt es diverse verschiedene Geräte. Als universelles Allzweckgerät hat sich Heißluft bewährt. Im Profi-Bereich sogar mit Stickstoff betrieben, damit die Lötstellen nicht so schnell oxidieren. Leider sind Heißluftlötstationen nicht gerade billig. Der Heißluftfön aus dem Baumarkt ist etwas unhandlich und oversized. Ich verwende neudings einen gasbetriebenen Lötkolben mit Heißgasdüse anstelle der Lötspitze.
Vorm Löten ist darauf zu achten, daß der Print nicht zuviel Feuchtigkeit gezogen hat. Diese dehnt sich bei der Erwärmung aus und zerstört dadurch das Board. Um der Oxidation entgegen zu wirken, ist der Einsatz von Flux empfehlenswert. Praktisch sind solche Stifte mit Flux. Beim Positionieren der Bauteile ist etwas Fingerspitzengefühl angesagt. Dies kommt mit der Zeit und viel übung. Perfekt muß die Platzierung nicht sein, die Bauteile schwimmen sich etwas ein. Wer sich an die Reparatur von Geräten wagt, sollte vielleicht vorher etwas üben. SMD-Bausätze bieten hierfür eine gute Gelegenheit.
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