Mit dem Einbau einer Blizzard 603e steigt der Strombedarf etwas dramtischer. Hier reichen die Amiga-Netzteile in keinem Fall. Ich habe eine Stromaufnahme von ca. 4,1A gemessen im
Normalbetrieb, PPC gammelt mangels Software vor sich hin. Hinzu kommt noch der pulsartige
Strombedarf des PPC, sodaß etwas mehr einplanen sollte (mangels
Meßmöglichkeiten konnte ich leider keine genauen Werte ermitteln).
Eine zusätzliche Problematik liegt im Motherboard selbst. Der Spannungsverlust, auch
Spannungsabfall genannt, ist auf dem Weg vom Powersteckker zum CPU-Slot zu groß. Wer
also kein Busboard hat, über dem seperat eingespeißt wird, muß ein zweiter
Stelle Energie zuführen. Hier hat sich der ehemalige Floppy-Power-Anschluß als
sinnvoll erwiesen. Das Bild rechts zeigt zum einen den zusätzlichen Anschluß,
zum anderen einen 1000uF Elko, der die Spannungseinbrüche mindern soll. Aus
Platzgründen ist dieser auf der Oberseite mit etwas Heißkleber fixiert und mit
zwei Drähten auf der Unterseite mit 5V und GND verbunden. (Das ist zwar nicht ideal,
aber besser als nichts. Nach dem Zusammenbau stellte ich fest, daß die Drähte
auch etwas dicker hätten sein können, ohne eingeklemmt zu werden.) Links ist
ein 100nF Kondensator auf der Unterseite zu sehen, der hochfrequente Störungen
unterdrücken soll. Der zusätzliche Anschluß ist direkt mit dem Netzteil
verbunden. das ist wichtig, weil hierüber hauptsächlich der Strom der
Blizzard603e fließt.
Um den Faktor Mainboard völlig auszuschließen, habe ich mich dann dazu entschlossen, so nah wie möglich an der Turbokarte die Versorgungsspannung einzuspeisen. Was liegt näher, als der CPU-Slot selbst. Leider gibt es keinen Punkt in der unmittelbaren Nähe, wo man eine Leitung hätte anlöten können. Außerdem verteilt sich +5V und GND über jeweils elf Kontakte und der gesammten Breite. So kam mir der Gedanke der Stromschienen. Problematisch war aber die Verbindung dieser mit den einzelnen Kontakten. Zum Glück liegen +5V und GND jeweils auf einer Seite der Platine, sodaß die Schiene für 5V auf der einen Seite liegt und für GND auf der anderen. Dieser Umstand erleichtert das Ganze erheblich. Um einen Lötpunkt zu bekommen, habe ich bei den Kontakten die Lötstopmaske vollständig
entfernt. So bleibt eine ca. 1qmm größe Fläche pro Kontakt zum Anlöten eines Drahtes. Damit das Lötzinn nicht die Goldkontakte benetzt, habe ich diese, soweit wie nötig, mit Klebeband abgeklebt. Lötfestes Klebeband wäre ideal gewesen, handelsübliches Klebeband doppelt genommen hat seinen Dienst aber auch getan. Als Verbindungsdraht von der Stromschiene zum Kontakt habe ich 1mm starken Cu-Ag-Draht verwendet. Das war etwas knifflig, weil der Draht eigentlich zu dick war. 0.6mm wäre einfacher gewesen. Ich wollte aber unbedingt einen "fetten" Anschluß. Als Zuleitung vom Netzteil habe ich 4qmm starke Litze verwendet. Diese ist lediglich durch eine Flachsteckverbindung unterbrechbar. Siehe dazu auch die beiden Bilder rechts.
BVision: Seit einiger Zeit habe ich nun meine BVision drin. Damit hat der Rechner wohl seine endgültige Ausbaustufe erreicht. An den Kaltstartproblemen hat sich nichts geändert. Ich habe mir nochmal kurz die Zeit genommen und die Stromaufnahme auf den 5V des Motherboards zusammen mit der Blizzard, BVision und Netzwerkkarte gemessen. Laufwerke (Floppy, Festplatte und CD-ROM) sind nicht dabei.
| normaler Workbenchbetrieb: | 5,7 - 5,8A |
| LinuxPPC surfend mit Netscape: | 5,5 - 5,8A |
| Heretic2 Demo im Tutorial: | 6,06A |
| Wipeout 2097 im Vollbildmodus: | 6,11A |
Fazit:
Nachdem dem ich schon mit einigen anderen BlizzardPPC-Usern Erfahrungen austauschen konnte, zeichnet sich folgendes Bild ab: eine eindeutige Ursache kann nicht gefunden werden. Es scheint so, daß es ein Zusammenwirken mehrer Ursachen ist. Das Initialisieren des Boards beim Einschalten klappt nicht. Bei mir nützt selbst ein Reset nichts, ich muß einen neuen Kaltstart ausführen.
Meine letzte Theorie mit dem XC-Typen des 68040er scheint sich nicht zu bestätigen. Folgende Faktoren haben sich herausgestellt: das Kaltstartproblem tritt am häufigsten (fast ausschließlich) in Verbindung mit dem 68040er auf, aber nur auf Blizzards mit 603e. Reine 040er-Karten sind nicht davon betroffen. Die Cyberstorm mit 604 auch nicht.
Weil genaueres über die Funktion, speziell was beim Booten passiert, der BlizzardPPC mir nicht bekannt ist, kann ich über die genauen Ursachen auch nur spekulieren.