Mich treibt die Sonne an!
Ein Maßnahmen- und Erfahrungsbericht zu Biodiesel und Pflanzenöl






Seiten und Foren zu diesem Thema gibt es schon in großer Anzahl. Ich möchte hier also keine Grundsatzdiskussion neu beginnen, sondern nur Fahrzeugspezifisch meine Maßnahmen zum Betrieb des W50 mit Biodiesel und Pflanzenöl zeigen.

Auch wer nicht Biodiesel tanken möchte sollte sich dennoch mit dem Thema "Kraftstoffsystem" einmal ausführlich auseinander setzen.
Viele der IFAs haben noch die alten "Panzerschläuche" eingebaut. Hier ist es ohnehin längst an der Zeit einmal neue Schläuche einzubauen. Ich verwende diese Drahtummantelten Schläuche nicht, weil die innen porös werden ohne daß man es äußerlich erkennt. Die beste Wahl sind Schläuche, die das Verstärkungsgewebe einvulkanisiert haben. Diese Schläuche lässt man sich am besten bei einem "Hydraulik-Menschen" nach meiner Zeichnung anfertigen.

Die Zeichnung kommt noch

Die Schläuche sind aber nicht die einzige kritische Stelle. Es beginnt mit der Dichtung im Tankdeckel, die Dichtung des Tankgebers und hört bei den Dichtungen der Spritfiltergehäuse auf. Diese Dichtungen hatte ich einige Zeit in Biodiesel eingelegt, und konnte keine Quellung feststellen.
Nach meinen recherchen bei Mann und Hummel sind heutzutage alle Filter Biodieselfest.

Mann und Hummel verschickt auf Anfrage folgendes Dokument:
Download (21 KB)



Pumpenelement






In der Original IFA Ersatzteilliste konnte ich keine Elastomere innerhalb der Einspritzpumpe finden, die kritisch sein könnten. Die einzige nicht metallische Dichtung, die direkt mit dem Kraftstoff in Berührung kommt befindet sich zwischen dem Druckhalteventil und dem Pumpenelement. Diese Dichtung habe ich in Ludwigsfelde bestellt und festgestellt, daß sie aus PVC und somit unkritisch ist.
Dadurch, daß in der Einspritzpumpe immer eine gewisse "Leckmenge" am Pumpenkolben vorbeidrückt, findet sich mit der Zeit auch Biodiesel im Motorenöl wieder. Dies gelangt über den Ölkreislauf in den Motor und Kompressor. Somit kommen alle Motordichtungen langfristig mit mehr oder weniger Biodiesel in Kontakt.
Man kann Abhilfe schaffen, indem man die Einspritzpumpe vom Ölkreislauf abtrennt. Dann hat man aber immer die Arbeit zusätzlich den Ölstand in der Einspritzpumpe zu prüfen. Ob das nötig ist oder nicht könnte schon wieder ganze Internet-Foren füllen, ich habe es nicht getan!
Meine Umrüstmaßname beschränkt sich also vorerst auf die neuen Schläuche.






Nach ca. 500 Litern Biodiesel konnte ich weder Undichtigkeiten, Leistungsverlust oder Mehrverbrauch feststellen. Das sind zwar nicht viel mehr mehr als drei Tankfüllungen gewesen, aber ich bin mutig in den Osterurlaub 2001 mit 50% Pflanzenöl (in Biodiesel) gestartet. Der IFA ist auch damit einwandfrei gefahren. Schon am nächsten Morgen (es war kühl) hat die ganze Sache aber mehr Anlasser verbraucht, als mir die Ersparnis wert war. Ich habe gleich Biodiesel zum verdünnen nachgetankt.

Seit über einem Jahr tanke ich nun Biodiesel wenn ich es bekommen kann. Da das Tankstellennetz leider nicht besonders dicht ist klappt das nicht immer. Wenn sich die Temperaturen in Richtung Nullpunkt bewegen, sollte man die Flammstartanlage zum Anlassen verwenden.

Da der IFA mit Pöl gut gefahren ist, ermuntert mich das Versuche mit einem Zweitanksystem zu starten.
---> Starten mit Diesel, weiterfahren mit Pöl oder einem Gemisch.













Wird fortgesetzt!!