PaddPaddel(tor)tour auf der Naab am 27. + 28.07.02
Oder auch "War das Eva?"
Nach einem Versuch mit Eva und Jörgs neuem Kanu, Entschuldigung, Kanadier auf dem
Schottener Stausee, einem etwas mißglücktem Versuch auf der Kinzig zu paddeln (es war mehr
ein Spazierentragen des Kanadiers) war es endlich soweit. Die Feuer-bzw Wassertaufe auf
einem fließenden Gewässer stand bevor. Am Wochenende des 27.und 28.7. sollte es auf die
Naab gehen.
Ich selber als (noch) nicht Bootsbesitzer, brauchte natürlich auch einen paddelbaren Untersatz
und so sind wir in aller Herrgottsfrühe um halb neun morgens in Freising los Richtung
Naabtal. Jawohl, genau dahin, wo das mehr oder weniger berühmte Duo herkommt. Ein Boot
war schnell gefunden, ein Einerkajak sollte es sein.
Die Tour war von vorneherein als Zweitagestour geplant. Dank Internet hatten wir auch
mehrere Campingangebote und nach studieren der Land, bzw Flußkarte hatten wir uns recht
bald für eine Übernachtung in Kallmünz entschlossen. Richtig, wenn man das Gepäck in einem
der beiden Autos läßt, das am Übernachtungsort verbleibt muß man sich beim paddeln eben
vorher überlegen, wo man übernachtet. Wir hatten den Besten Platz überhaupt .....
Nun, nachdem wir dann Kanu und Kajak vereint auf Jörgs Auto gebunden hatten gings weiter
Richtung Einsetzstelle.Auf dem Weg dorthin noch schnell paar Lebensmittel
einkaufen,natürlich Samstags kurz vor Ladenschluß,wann sonst. Eigentlich ein durchaus
gebräuchlichlicher Supermarkt- aber nirgendwo Büchsenbier. Nach mehreren Runden durch
den Markt und weiteren eigentlich unnützen Einkäufen, wie z.B. Japanhäppchen (Nippon
Puffreis und Kittkatt Chunky) endlich das ersehnte Dosenbier, direkt bei den Zeitschriften (wo
Jörg den Artikel über Evas Herkunft fand).
Da wir nun das nötigste hatten,waren wir nun auf der Suche nach einer geeigneten Stelle zum
einsetzten. Die fanden wir hinter einer Wiese in Mönchshofen, für uns als Sportler war es
wichtig, daß wir dabei fast direkt bis ans Wasser fahren konnten.
Nachdem
Kajak und Kanu im Wasser waren,jeder nochmal geschaut hatte, daß nichts wirklich
Wichtiges im Auto vergessen wurde (wir würden es erst am Abend mit dem Zweitwagen
holen), ging es endlich los.
Bei einem gemächlichen Paddeltempo und genügend Fließgeschwindigkeit ging es recht flott
voran, laut Jörgs GPS mit ca.8 km/h. So schnell,daß wir befürchteten zu früh am Zeltplatz zu
sein. Daraus folgte, daß wir uns etwas treiben ließen und Jörg den Bezinkocher
anwarf (natürlich nicht an Land...), denn Mittagessenzeit war schon lange vorbei.
Gemächlich ging es dann weiter, die Naab wurde etwas breiter und entsprechend
langsamer, sodaß wir uns entschlossen, wieder ein Stück Flußaufwärts zu paddeln, waren wir
doch während des essens an einem Seitenarm mit „Stromschnellen“ vorbeigetrieben.
Diese Stromschnellen entpuppten sich nach relativ kurzer Zeit als recht flaches
Wasser und ein Auflaufen war nicht mehr zu vermeiden. Jörg und Eva haben dann die Paddel
in den Sand gesteckt und sind so mehr grabend wieder flott geworden,ich in meinem Kajak
hatte es Dank geringerem Tiefgang etwas leichter.
Bald war das erste Wehr zu überwinden, laut Naabbedienungsanleitung nicht fahrbar und einer
Portage von mehreren hundert Metern schien unausweichlich. Nicht mit uns. Als erfahrene
Mühlenbewohner ist einem der Wasserbau nicht ganz fremd und so schien es uns nicht
unmöglich einen Weg über die Wehrkrone zu finden.
Die Stelle war bald gefunden und wir fanden dann sogar einen Nachahmer (wir nannten ihn
Schullehrer, denn er hatte so die Art). Wir halfen ihm beim tragen über den Damm, danach gabs
erstmal eine Pause mit Erdnußriegel.
Weiter ging es bei immer besser werdendem Wetter Richtung Kallmünz. Auf dem Weg
dorthin war ein weiteres Wehr zu überwinden, natürlich laut Bedienungsanleitung wieder nicht
befahrbar. Aber waren wir zum Kanutragen da, oder zum paddeln?
Zugegeben, es hat etwas länger gedauret eine geeignete Stelle zu finden, aber dann war der
Entschluß schnell gefaßt, Augen zu, alles nochmal auf Wasserdichtheit überprüfen und
durch. Das war lustig, ich bin als erster durch dann folgten Jö und Eva, und wenn der Stein da
nicht mitten in der Fahrrinne gewesen wäre, hätte es auch keinen Kratzer im Kanu gegeben....
Nachdem das Wetter mittlerweile toll geworden war kamen auch immer mehr Paddler, zu
deren Unglück haben sie auf uns gehört und sind auch durch die Stelle gepaddelt, nur muß der
besagte Stein verrutscht sein, denn weiter kamen sie nicht....aber das war eigentlich nicht unser
Problem.
Als diese Gefahr überwunden war, gönnten wir uns eine Pause in einem Biergarten, nein, es gab
Kaffee und Schwarzwälder, oder?
Von dort war es nicht mehr weit bis zum Tagesziel und wir ließen das bisher erlebt Revue
passieren, als mir siedendheiß etwas einfiel. Wenn wir am Abend die Zelte aufbauen wollten
die in meinem Auto gelagert waren und mit eben diesem Auto auch Jörgs Auto Flußaufwärts
holen wollten, so brauchten wir doch dafür einen Schlüssel......und der lag im Daimler. Das war
ein richtiges Schlüsselerlebnis.
Wir legten dann am Campingplatz an und fragten nach Bus-oder Bahnverbindungen-es war
Samstag,und dazu auch noch Abends. Uns blieb nichts anderes übrig, als den Daumen
rauszustrecken.
Nach einiger Zeit nahm sich ein nettes Paar Jörg und mir an, Eva mußte dableiben und die
Boote verteidigen. Diese Leute waren so nett, uns direkt zum Auto zu fahren, nachdem wir
ihnen geholfen hatten Rollladenteile bei Verwanten auszuladen (das wäre ne Story für sich).
Am Auto angekommen herrschte große Freude, mein Autoschlüssel lag wirklich unversehrt
auf der Rückbank.
Eva war glücklich, als wir auftauchten.Die Zelte waren schnell aufgebaut, natürlich unter den
bierseeligen Blicken der Zeltnachbarn, die waren soo nett und haben uns ein frisch Gezapftes
hingestellt.
Ein Abendessen hatten wir uns verdient und sind nach Kallmünz zum essen gegangen, auf
dem Heimweg haben wir uns das Wehr dort angeschaut und in der Dunkelheit sah es
befahrbar aus. Frohen Mutes ging zurück zum Zeltplatz. Schon von weitem konnte man das
Lager sehen, irgentetwas leuchtete intensiv blau.
Es erübrigt sich fast zu erwähnen, daß dieses Lich von unseren Nachbarn kam, die mittlerweile
lautstark feierten. Wir haben ganz schön was mitgemacht in dieser Nacht, eigentlich alles, bis
auf Schlaf. Als Zugabe gabs sogar am nächsten Morgen eine Schlägerei und nachdem wir
noch schnell mal eben Jörgs Lichtmaschine repariert hatten, entschlossen wir uns,diese Stätte
schleunigst zu verlassen. Nein,wir haben nicht vergessen unser Zeltgebühr zu bezahlen, es war
Absicht.
Frühstück war in Kallmünz bei herrlichem Sommerwetter, das in der Nacht zuvor begutachtete
Wehr haben wir dann doch umtragen müssen. Irgentwie wurde die Naab immer träger und wir
mußten mehr paddeln, es gab dementsprechend öfters Pausen, sogar eine Badepause war drin-
wirklich erfrischend-brrrr-nur Jörg war so mutig es zu wagen.
Wir waren aber nicht tot zu kriegen und nachdem wir um 15:00 an der Stelle waren wo ich
hätte mein Kajak abgeben sollen,war die Entscheidung schnell gefällt noch bis zu Mündung
in die Donau zu Paddeln. Wenn wir gewußt hätten, wie lange das noch dauert, ich glaube wir
hätten es uns anders überlegt. Jörgs GPS Messungen gingen auf bis zu 2km/h zurück und
schlimmer noch,die Entfernung zur Mündung wurde wieder größer, das lag an einer recht
laaaaaaaangen Kurve.
Was wir nicht so bedacht hatten war,daß die Donau etwas Hochwasser hatte und somit in die
Naab strömte,das erforderte dauernden Paddeleinsatz,wenn man aufhörte ging es wieder
Flußaufwärts) ....
Ich habe mich etwas abgesetzt um Handyempfang zu bekommen, meine Schwester hatte uns
angeboten uns aufzupicken, um die Autos zu holen.
Jörg ünd Eva schlossen wieder auf und schließlich beendeten wir die Paddelei in
Mariaort, direkt an der Mündung in die Donau.
Durch den Zeitverzug gab es ein klitzekleines Problem, ich sollte mein Kajak bis 18:00
abgeben, es war aber schon 17:45 und die Dachgepäckträger standen noch in Kallmünz.
Es sit doch erstaunlich was so alles in eine A-Klasse paßt, obwohl, eigenlich sah es mehr so aus
als hätten wir die A-klasse über das Kajak gestülpt, eigentlich wäre das sehr fotogen
gewesen,aber im Zeitdruck ging das vergessen.
Eva war dann schon wieder glücklich und nach kurzem Plausch und Verabschiedung von
meiner Schwester machten wir uns an die Verladung des Gepäcks.
Den Abschluß bildete dann eine heiße Dusche und anschliessendes Grillen bei mir in
Freising.
Diese Tour schreit nach Fortsetzung und als nächstes kauf ich mir ein Kajak
Text © Jörg Federlin
Bilder © Jörg Kerzendorf; Jörg Federlin