

Gewalt an Behinderten |
![]() |
Gewalt gegen Behinderte verläuft genau so wie bei Kindern, sodass ich mir weitere Beschreibungen sparen werde, es kommen nur einige Dinge dazu. Als selbst betroffener werde ich mich jetzt auch dazu äußern und ein wenig über Erfahrungen erzählen. Die Gewalt gegen Behinderte wird nur zu gerne übersehen und auch kaum ernst genommen, dabei ist dieses Verbrechen sehr schlimm, und die Zahl steigt. Die folgen sind oft unerträglich für die Opfer: meist geistig Behinderte, Frauen im Rollstuhl, behinderte Kinder.
Zur Abteilung "seelische Gewalt" kommt hinzu: Das finanzielle Ausnutzen und ruinieren des Behinderten, das ausgrenzen und entmündigen, die abschätzige Verhaltensweise dem Behinderten gegenüber, Behinderte sind im Berufsleben, (wenn der Behinderte überhaupt eingestellt wird), ein leichtes Mobbingopfer. Sie werden mit Sprüchen wie z. B. "Das schaffst du nicht, lass das mich machen", "Das kannst du eh nicht" usw. kleingehalten. Bei wichtigen Entscheidungen wird über ihre Köpfe hinweg entschieden, wobei sie kein Mitspracherecht bekommen. Bei der körperlichen Gewalt kommt hinzu, dass Behinderte grundsätzlich ein Ziel für rechtsradikale darstellen und von diesen Geschlagen, Geknüppelt und schwer misshandelt werden. Der Behinderte befindet sich also, sobald er seine Wohnung verlässt, permanent in Gefahr. Bei Behinderten, die bettlägerig oder geistig Behindert sind, wird gerne die Pflege verweigert. Die Folgen sind denen der Gewalt an Kinder ähnlich.
Ich kam gerade mir einem auf den Rollstuhl angewiesenen Bekannten aus dem Kino einer Stadt, in der ich zu dieser Zeit eine Ausbildung machte. Der Abend war sehr schön gewesen und wir waren gut gelaunt. Auf dem Weg zur Bushaltestelle kam uns dann eine Gruppe Skinheads entgegen, die bei unserem Anblick auch sogleich ihre tollen Sportgeräte zeigte . Nein - nicht weil wir auch Sport mochten, sondern um uns damit zu verprügeln. Sie beschimpften uns auf besonders erniedrigende Weise und wurden handgreiflich. Auf die Sprüche möchte ich jetzt nicht eingehen, da diese in zivilisierter Sprache nicht wiederzugeben ist. Als Erstes kippten sie meinen Kollegen aus dem Rollstuhl und traten mit ihren stahlkappenbewehrten Stiefeln auf den hilflos am Boden liegenden Kollegen ein. Unterdessen wurde ich hin und her gestoßen, erhielt Schläge auf den Rücken. Mit der Zeit steigerten sich diese Individuen in einen gewalttätigen Rausch hinein, die Schläge und Tritte wurden heftiger. Von den vorbei gehenden Leuten drehten sich die meisten ab, sie wollten nichts sehen - von den wenigen anderen wurde wenigstens die Polizei verständigt - die zum Glück recht schnell da war. Nur eine der Personen hatte die Courage, die Skinheads offen anzusprechen. Die Person gab aber recht schnell auf, als sie mit einem Baseballschläger bedroht wurde. Das Ergebnis für uns war traurig - mein Kollege hatte schlimme Prellungen, Blutergüsse, der Rollstuhl war beschädigt, schwere Rippenprellungen, mehrere ausgeschlagene Zähne, und ein Arm war gebrochen. Ich selbst kam glimpflich davon, ich hatte nur ein paar schmerzhafte Prellungen auf dem Rücken und ein paar Verstauchungen. Was mir die Galle überlaufen ließ und immer noch lässt, ist das wegschauen der Leute. Wissen Sie was das für ein Gefühl ist zusammengeknüppelt zu werden, bloß weil man anders ist und eine Behinderung hat ? Wissen Sie wie es ist dem hilflos gegenüberzustehen und noch nicht einmal flüchten zu können? - Wahrscheinlich nicht. Um Gottes willen schaut nicht weg - Behinderte sind Menschen wie Sie!!!!! Auch wenn Sie in Gefahr gehen selbst verprügelt zu werden, greifen Sie trotzdem ein. Sprechen Sie die Gewalttäter offen und Laut an, sodass auch andere Menschen aufmerksam werden.
Das sogenannte "Abziehen" oder auch Erpressen erfreut sich bei böswilligen Mitmenschen besonderer Beliebtheit. Klar, ist ja auch der einfachste Weg um sich zu bereichern. Opfer werden meistens Behinderte, die unter einer seelischen, geistigen Behinderungen leiden. Dieser Opferkreis ist meist nicht in der Lage sich wirksam gegen diese perverse Art und Weise der Täter zu wehren. Diese Täter wenden oft körperliche Gewalt gegen diese hilflosen Menschen ein, beliebter ist allerdings eine andere Methode. Hierbei wird das Opfer ganz massiv über mehrere Tage bedroht und durch Psychofolter eingeschüchtert. Das Opfer muss schließlich nachgeben und fügt sich ohne Gegenwehr. Die gewissenlosen Täter machen sich gerade die Behinderung des Opfers zunutze, was diese Tat ganz besonders pervers macht. Die Opfer wenden sich nur sehr selten an die Polizei oder andere Menschen, das liegt daran, dass sie Angst haben ein weiteres mal von den Tätern besucht zu werden. Die Täter drohen dem Opfer damit, das sie es bei einer eventuellen Anzeige oder dem erzählen der Tat, mit Schlägen oder sogar mit drakonischeren Folgen.