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Gewalt gegen Kinder halte ich persönlich neben Mord für das schlimmste Verbrechen, das ein Mensch tun kann. Ich selbst kann nicht beurteilen, wie sich ein Opfer im späteren Leben fühlt und welche Qualen das sind. Ich bin der Meinung, das jeder- wirklich jeder etwas in Zukunft tun kann . Lynchjustiz ist aber fehl am Platze, auch wenn die Wut in uns kocht - denn Gewalt ist im Allgemeinen eine schlechte Lösung und Wut ein schlechter Ratgeber. |
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Kindesmisshandlung ist eine nicht zufällige körperliche und/oder seelische Schädigung, die zu Verletzungen, Entwicklungsstörungen oder sogar zum Tode führt. Gewalt gegen Mädchen und Jungen kann folgende Formen annehmen:
1. Körperliche Gewalt
2. Seelische Gewalt
3. Vernachlässigung
4. Sexueller Missbrauch
Hauptsächlicher Tatort ist die eigene Familie und das nahe Umfeld. Häufig auch spielen sich, fast unbemerkt, subtile Peinigungen ab, die von der Umwelt nicht bemerkt werden (oder wollen). Dabei kann die seelische Qual der körperlichen Misshandlunge in ihren Auswirkungen durchaus gleichgesetzt werden
Erwachsene üben körperliche Gewalt an Kindern in vielen verschiedenen Formen aus. Häufig ist es Prügel (kein Klaps), Schlagen mit Gegenständen, Treten, Boxen, Schütteln, gegen Wände werfen. Daneben werden Kindern Stichverletzungen, Würgen, Vergiftungen, Verbrühungen und Unterkühlungen angetan. Schwerste körperliche Misshandlungen müssen besonders Säuglinge und Kleinkinder erleiden und sind dabei meist Opfer von Vielfachtaten, diese sind also keine Affekthandlungen.
Seelische Gewalt sind Taten am Kind, die zur Zerstörung des Vertrauens zwischen Kind und Bezugsperson führen und dessen Persönlichkeitsentwicklung ganz massiv behindern. Die Schäden sind folgenschwer und mit denen der körperlichen Gewalt gleichzusetzen.
Seelische Gewalt erleidet ein Kind, wenn z.B. wenn ihm ein permanentes Gefühl der Ablehnung vermittelt wird. Das geschieht indem das Kind verglichen, gedemütigt verspottet und kleingemacht wird. Auch Überforderung oder Bestrafung durch Liebesentzug, Einsatz von Liebe als Tauschgegenstand, Gleichgültigkeit und Ignoration ist Gewalt.
Zu wenig oder gar keine Streicheleinheiten sind ebenfalls eine seelische Grausamkeit. Gravierend sind auch Vorgehensweisen, die dem Kind bewusst Angst machen: Einsperren in den Keller oder Hundehütte z.B. alleine lassen (nicht unterschätzen!!!), Drohungen (nimmt das Kind bitter ernst), Isolation usw. Auch extreme Beschimpfungen des Kindes, Wutanfälle sowie passiv erlebte Gewalt kann das Kind nicht verarbeiten. Kinder werden aber auch ganz häufig von den Eltern für deren eigene Bedürfnisse missbraucht, indem sie in Beziehungskonflikte mit hineingezogen werden, z.B. Schlichter spielen sollen den Puffer zwischen den Eltern, aber auch Aufpasser, Tröster, Ersatz - Gesprächspartner. Und was die allerwenigsten gerne wahrhaben möchten: Auch überbehütetes Verhalten kann zur seelischen Gewalt ausarten, wenn es zu Abhängigkeit, Unselbstständigkeit oder sogar zur totalen Ohnmacht führt.
Die Vernachlässigung ist sowohl körperliche wie auch seelische Kindesmisshandlung. Kinder werden vernachlässigt, indem Eltern ihnen das wichtigste verweigern, was ihnen zusteht, die Liebe! Kinder erleiden vielfachen Mangel an Geborgenheit, Akzeptanz, Förderung, Betreuung. Oft werden sie unzureichend ernährt, gepflegt oder gesundheitlich versorgt.
Und denken wir an Kinder, die stundenlang irgendwo vergessen, an die Kinder, die in einer verwahrlosten Wohnung qualvoll verhungert sind.
Sexueller Missbrauch eines Kindes liegt dann vor, wenn ein Erwachsener oder auch ein Jugendlicher gezielt ein Kind für seine eigene sexuelle Befriedigung benutzt, zu Handlungen, die das Kind aufgrund seines Entwicklungsstandes nicht verstehen kann und zu denen es auch kein wissentliches Einverständnis geben kann.
Formen des sexuellen Missbrauchs sind z.B.: Zungenküsse, das Berühren der Genitalien der Kinder, Aufforderung zu Handlungen am Täter oder Täterin, am eigenen Körper, an anderen Kindern, oraler, vaginaler oder analer Geschlechtsverkehr, Einführen von Fingern oder Gegenständen. Ein Kind kann aber auch sexuell Missbraucht werden, ohne es zu berühren - durch sexualisierte Bemerkungen, Exhibitionismus, Vorführung oder Herstellung pornographischer Bilder oder Filme. Dennoch geht es bei all diesen Taten in erster Linie um das Ausleben von Macht - und Dominanzgefühlen. Sexueller Missbrauch ist nicht nur körperliche Gewalt, sondern zusätzlich schwerste seelische Folter.
Die Täterinnen und Täter kommen auch hier fatalerweise hauptsächlich aus der eigenen Familie und dem nahen Umfeld. Zu dem sexuellen Missbrauch kommt ein erheblicher Vertrauensmissbrauch und die totale Verwirrung der kindlichen Gefühle. Meist ist der Täter oder die Täterin ein Mensch(?), den das Kind trotz allem liebt.
Das macht es dem Kind in der Regel nahezu unmöglich, sich einer anderen Person anzuvertrauen. So steht das Kind beim familiären Missbrauch unter einem Geheimhaltungsdruck, der es zur Sprachlosigkeit, Wehrlosigkeit, Hilflosigkeit verurteilt - meist viele Jahre lang, wenn nicht sogar für immer.
Jungen sind meist noch weniger in der Lage sich mitzuteilen, das erlaubt ihnen ihre anerzogene "Heldenrolle" nicht. Ein Junge ist stark und cool, ein Junge hat einfach kein Opfer zu sein. Der sexuelle Missbrauch durch einen Erwachsenen ist wohl die zutiefst in die Persönlichkeit eingreifende Störung, die einem Kind passieren kann.
Es ist eine unglaubliche Leistung, diese Schädigungen seelisch, geistig und körperlich zu überleben.
Jedes Kind, das solch schreckliche oben beschriebene Dinge erleiden und darüber schweigen muss, sendet dennoch stumme Signale, verzweifelte Hilferufe aus, die von einer aufmerksamen Umwelt durchaus entschlüsseln werden können. Um nur einige davon zu nennen: Schlafstörungen, Albträume, Bettnässen, auffallende Angstzustände, Festklammern, nicht mehr allein sein wollen, Rückzug in Phantasiewelten, Rückfall in babyhaftes Verhalten, Lügen, Leistungsabfall in der Schule, Kontaktabbrechen bisheriger Freundschaften, Angst vor Erwachsenen, plötzliche Sprachstörungen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, selbstberuhigende Schaukelbewegungen, ständiges unbegründbares Nasenbluten.
Bei älteren Kindern kann es zu Alkohol - und Drogenmissbrauch, zu kriminellen Handlungen kommen, besonders Diebstählen, aber auch zum Missbrauch an kleineren Kindern (Weitergabe der Qualen). All diese Signale können auf einen sexuellen Missbrauch hindeuten, können allerdings auch Symptome anderer Störungen sein.
Als einziges "relativ sicheres" Zeichen eines sexuellen Missbrauchs sehen viele Fachleute das sexualisierte Verhalten eines Kindes an. Relativ sichere, körperliche Zeichen sind: Unterleibsverletzungen, Blutergüsse und Bisswunden im Genitalbereich sowie Geschlechtskrankheiten.
Greifen Sie zum Schutz des Kindes unbedingt ein, aber nicht überstürzt oder voreilig! Das könnte fatale Folgen haben. Ermitteln Sie nicht selbst, sondern schalten Sie Fachleute von Beratungsstellen, Kinderschutzdiensten oder Jugendämtern ein, notfalls auch vorerst anonym. Dort ist man nicht zur Anzeige verpflichtet.
Die Polizei allerdings muss handeln. Eine Mitteilung an die Polizei schließt aber natürlich die Hilfe anderer Einrichtungen nicht aus und gewährleistet offizielle, professionelle und in der Regel einfühlsame Ermittlungen. Auch hier gibt es Spezialisten/innen die Sie beraten. Und wenn ein Missbrauch an einem Kind aufgedeckt wurde, lassen Sie das Kind nicht "allein im Regen stehen", auch wenn Sie sich selbst sehr Ohnmächtig fühlen.
Mehr als alles andere braucht das Kind jetzt Geborgenheit und ganz ganz viel Liebe und einen Platz, an dem es jederzeit reden kann, wenn es möchte, aber nicht reden muss! Die Dunkelziffer ist sehr hoch, also halten Sie unbedingt die Augen offen, denn die Kinder brauchen uns.