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"Die Wende"

Inzwischen überstürzten sich die Ereignisse. Auf Aufruf des Künstlerverbandes und des Neuen Forums versammelten sich am 4. November fast eine halbe Million Menschen zu einer Kundgebung auf dem Alexanderplatz, bei der die Vertreter der SED ausgepfiffen und Grundfreiheiten gefordert wurden. Vier Tage später trat das Politbüro geschlossen zurück, versuchte aber, den Zusammenbruch der DDR zu verhindern, indem es einer der Hauptforderungen der Demonstranten stattgab und Reisefreiheit gewährte.

Deshalb teilte Günter Schabowski, Berliner SED-Chef und einflussreiches Mitglied des zurückgetretenen Politbüros, am 9. November auf einer Pressekonferenz den verblüfften Journalisten um 18.57 Uhr mit, dass der Ministerrat soeben beschlossen habe, dass jeder DDR-Bürger frei in die Bundesrepublik reisen dürfe. Er fügte noch hinzu, dass die Regelung „sofort, also unverzüglich" in Kraft trete. In Berlin und im ganzen Land verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. In den folgenden Stunden strömten Tausende DDR-Bürger zu den Grenzübergängen in Berlin .Allein am Übergang Bornholmer Straße versammelten sich 22.000 Menschen. Da die Lage langsam zu eskalieren drohte und mangels genauer Anweisungen ließen die Grenzposten um 23:14 Uhr die Schlagbäume öffnen. Nach 28 Jahren ihres Bestehens war die Mauer praktisch gefallen.

An den folgenden Tagen stand die ganze Republik Kopf, ja, es brach für deutsche Verhältnisse fast so etwas wie Anarchie aus: Plötzlich durften Geschäfte beliebig lange öffnen, ein DDR-Pass war Freifahrschein im Nahverkehr, und auch sonst gab es mehr Ausnahmen als Regeln in diesen Tagen.Die Risse in der Mauer, dem Sinnbild der Spaltung Europas in zwei gegensätzliche Lager, kündigten das Ende des Kommunismus an, das zwei Jahre später mit der Auflösung der UdSSR gekommen war.

Die Geschichte der Berliner Mauer

  Schließung der Sektorenübergänge in Berlin am 13. August 1961 durch Grenztruppen der DDR. Die DDR war durch die Niederschlagung des Aufstands vom 17 Juni 1953 nur vorübergehend stabilisiert worden. Zwar wusste jeder, dass gewaltsamer Widerstand zwecklos war, doch erinnerten sich die Menschen an Lenins "Abstimmung mit den Füßen": Die Flüchtlingswelle über Berlin in die Bundesrepublik schwoll Anfang der 60er Jahre erneut gewaltig an und drohte die DDR auszubluten. Die politischen Spannungen stiegen immer mehr, bis am Höhepunkt amerikanische und sowjetische Panzer am Checkpoint Charly auffuhren. Ein Krieg hätte Europas Untergang werden können. Durch die kurz darauf errichtete Berliner Mauer, trennte die bisher nur polizeilich kontrollierte Grenze zwischen Ost- und Westberlin nun ein unüberwindbares Hindernis. Erst nach über 28 Jahren konnte die Mauer im Zuge der Revolution in der DDR überwunden werden: 9. November 1989 Öffnung erster Grenzübergänge, 22. Dezember des Brandenburger Tors. Stücke der auf der Westseite bunt bemalten Mauer wurden als Souvenirs verkauft, größere Teile kamen in die Museen oder blieben zum Gedenken stehen.

Ursachen des Falles 

Der Fall der Mauer musste einfach irgendwann stattfinden, da der Unmut der DDR-Bürger über die Aktivitäten der Stasi, die Engpässe in der Versorgung und die nicht vorhandene Reise- und Meinungsfreiheit immer mehr zunahm. Die DDR-Führung wollte jedoch keine Reformen, wie sie in den anderen Ostblockstaaten durchgeführt wurden und welche von 150.000 Bürgern der DDR auf der Montagsdemonstration in Leipzig am 16. September 1989 und vielen folgenden Demonstrationen verlangt wurden.

Quellenangaben:           Ereignisse die Deutschland veränderten  ;    www.wall-berlin.org