Es geht schon schneller als Licht


  Die relativistische Behauptung, "Kein Objekt kann jemals schneller als Licht werden, weil seine Masse dabei unendlich gross werden würde." (und man daher unendlich viel Energie bräuchte, um es auf die Lichtgeschwindigkeit zu bringen), ist schlicht und ergreifend falsch, weil man dabei immer nur die Ruhemasse des Objekts berücksichtigen muss.

Dies ist ganz leicht zu erkennen, sobald man weitere Beobachter ins Spiel bringt.

Das Standard-Beispiel hat 2 Objekte, 1 das wegfliegt und 1 als Beobachter.

Raumschiff A schwebt im Weltraum, und Raumschiff B fliegt mit 2/3 c davon.


Nach der Formel für die Massenzunahme, m(v)=m0/sqrt(1-v²/c²), ist B jetzt schwerer geworden, weil es eben schnell fliegt.

Und wenn man jetzt um 100 km/s schneller werden will, braucht man mehr Energie als wenn man von 2000 km/s auf 2100 km/s kommen will. Klingt alles noch halbwegs glaubhaft, aber:

Jetzt schicken wir B ein weiteres Raumschiff hinterher, aber nur mit 1/3 c.



Und jetzt bekommt die RT ein Problem, und zwar:

Wie stellt man jetzt die Masse von B fest ?   Richtet man sich nach A oder nach C ?

Wie soll man jetzt die Masse von B denn überhaupt ausrechnen ?
v(AB)=2/3 c, v(BC)=1/3 c. Welches v nimmt man denn ?

Woher soll das Triebwerk von B jetzt wissen, wie viel Geschwindigkeit es jetzt bei dem gleichen Energieverbrauch produzieren darf !?

Auf diese Frage gibt es nur noch 1 mögliche Antwort: GAR NICHT.

Weil die relativistische Massenzunahme physikalisch gar nicht existiert. Punkt.
Das Triebwerk von B muss immer nur die Ruhemasse von B antreiben.


Nachdem die Massenzunahme langsam als falsch erkannt wird, ist der nächste relativistische Spruch dran, "Man kann kein Objekt auf die Lichtgeschwindigkeit bringen, weil man dafür zu viel Energie brauchen würde." Die "Experten" wollen den Energieverbrauch mit der Formel für die kinetische Energie, E(kin)=mv²/2, berechnen, was der völlig falsche Weg ist.

Weil die kinetische Energie relativ ist, der Verbrauch aber NICHT. Das Raumschiff hat sogar gleichzeitig mehrere verschiedene kinetische Energien. Weil die kinetische Energie gänzlich davon abhängt, zu welchem Bezugspunkt man sie bestimmen will. Aber ein leerer Tank wird durch den Wechsel des Bezugssystems nicht voll!


Auf der Erdoberfläche braucht man tatsächlich mehr Energie wenn man von 300 km/h auf 320 km/h kommen will, als von 100 km/h auf 120 km/h. Aber nicht weil man bei 300 km/h schwerer ist als bei 100, sondern weil man sich in einem Medium bewegt (Luft), das jeder Bewegung einen Widerstand entgegenbringt, der um so grösser wird, je schneller man sich darin bewegt.

Das Vakuum des Weltraums bringt aber keinen solchen Widerstand, und wenn man sich auch immer in der Schwerelösigkeit bewegt, dann braucht man für die gleiche Erhöhung der Geschwindigkeit immer die gleiche Energiemenge. Im Weltraum ist es egal, ob man von 20 km/s auf 120 km/s beschleunigt, oder von 2000 km/s auf 2100.

Weil jede Geschwindigkeit eben relativ ist ...

Ja, dieser eine Satz reicht als Begründung völlig aus, wenn man fähig ist, sich ein anderes Bezugssystem vorzustellen als den Boden unter den eigenen Füssen, und andere Kräfteverhältnisse als in diesem Gasgemisch auf der Oberfläche dieses Planeten, der alles zu sich zieht.

Man muss auch verstanden haben, warum man in der Leere des Weltraums überhaupt KEINE Energie verbrauchen muss, wenn man seine Geschwindigkeit konstant halten will. Eben weil man im Weltraum weder nach unten gezogen, noch nach hinten geschoben wird.


Ein Beispiel für eine überlichtschnelle Reise durch den Weltraum:

Wir wollen von der Erde zu Sirius, und zurück zu Erde fliegen, und zwar so schnell wie nur möglich. Man kommt am schnellstens irgendwo hin, wenn man die ganze erste Hälfte der Strecke beschleunigt, und in der anderen Hälfte bremst. Und weil wir in dem Raumschiff mitfliegen wollen, werden wir die ganze Zeit mit nur 1 G beschleunigen.

Die Entfernung zwischen Erde und Sirius beträgt 8,6 Lichtjahre. Wir fliegen mit 1 G (9,81 m/s²) los, und behalten diese Beschleunigung für die ganze Dauer der Reise. Nach 353,7 Tagen erreichen wir, der Erde gegenüber, die Lichtgeschwindigkeit. Die Erde sehen wir ab jetzt gar nicht mehr, obwohl sie momentan "nur" ein knappes halbes Lichtjahr hinter uns liegt, dafür strahlt uns Sirius umso heller entgegen.

Die Hälfte der Strecke (4,3 LJ) erreichen wir nach 1054 Tagen, also fast 3 Jahren, und haben knapp 3c "drauf", bezogen auf die Erde. Unsere Strahlungsschilde laufen unter vollen Belastung, weil das von Sirius ausgestrahlte Licht bei uns jetzt, wegen der Blauverschiebung, als UV-Strahlung ankommt.

Unser Pilot Sam schaltet schnell das Triebwerk aus, wendet das Raumschiff, und ab jetzt bremsen wir nur noch, bis wir bei Sirius stehenbleiben. Da gucken wir nach, ob es in der Gegend intelligentes Leben gibt, schiessen ein paar Urlaubsphotos, und machen uns dann auf den Rückweg zu Erde, nach dem selben Ablauf wie auf dem Hinflug.

Als wir zurück zu Erde kommen, stellen wir fest dass wir 4216 Tage unterwegs waren, also eine Strecke von 17,2 Lichtjahren in elfeinhalb Jahren geschafft haben, inklusive Zwischenstopp für die Photosession.

Und, auf der ganzen Reise ist uns KEIN Lorentz-Faktor Gamma irgendwo begegnet, der uns daran gehindert hätte, unsere Geschwindigkeit nach Galilei zu bestimmen ...


© 2006 Josef Braunstein