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| * | 26/11/1911 Ozorkow | |
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Internationaler
Großmeister 1950 | ||
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Samuel Reshevsky, wurde am 26.November 1911 im russisch - polnischen Ozorkow nicht weit von Lodz geboren und erlernte die Grundbegriffe des Spiels durch zuschauen bei seinem Vater bereits im Alter von 4 Jahren. Er war der bemerkenswerteste Kinderstar der Schachgeschichte. Im Kampf der Schach - Babies hätte er es mit Leichtigkeit mit dem jungen Paul Morphy oder Casablanca aufnehmen können. Doch im Gegensatz zu ihnen wurde er bei jeder Gelegenheit zur Schau gestellt. Morphy oder Capablanca brauchten nie als Wunderkinder auf Tournee zu gehen. Reshevsky indessen wurde von Auftritt zu Auftritt geschleift wie der junge Mozart oder Menuhin. Bevor seine Familie 1920 in die USA nach Spring Valley auswanderte, hatte Reshevsky bereits Russland, Deutschland, Belgien, Österreich, Polen, Frankreich und England bereist. Bei so einem Leben kann man nicht zu einem normalen, ausgeglichenen Menschen heranwachsen. Auf Tausenden von Fotos sieht man den kleinen Sammy, den Wunderknaben im Matrosenanzug, der mit dem Kopf kaum über die Tischkante reicht, wie er mit ernster Miene gegen ganze Mannschaften von bärtigen Alten spielt.
![]() ![]() Mit 8 Jahren hatte Sammy bereits eine Elo - Zahl von 2200 und damit Meisterstärke erreicht. Außerdem produzierte er sich erfolgreich als Blindspieler. Sein erstes Auftreten in einem Turnier war in New York 1922, wo er vor David Janovski Dritter wurde. Glücklicherweise fand seine Karriere ein frühes Ende. 1922 - im Alter von 11 Jahren - trat er in den Ruhestand. Seine Eltern kamen auf den guten Gedanken, ihn zur Schule zu schicken. Von jetzt an erhielt er eine normale Ausbildung und bestand 1933 seine Abschlussprüfung zum Buchhalter an der Universität von Chicago. Zwei Jahre zuvor indessen nahm er das Spiel wieder auf und gewann das Western - Association - Turnier 1931. Im Grunde war das nur als Test gedacht: Konnte das einstige Wunderkind noch Schach spielen ? Offenbar ja. Nach beendeter Ausbildung musste er sich entschließen, was er werden sollte - Schachmeister oder Geschäftsmann ? Reshevsky entschied sich fürs Schach. Als einziges Exwunderkind neigte er nicht zu einer offenen, klassischen Spielweise. Statt dessen bevorzugte er verschachtelte, komplizierte Stellungen, und auf viele Zuschauer wirkten seine Partien farblos. Reshevsky kämpfte um minimale Stellungsvorteile; er versuchte notfalls, seinen Gegner durch schiere Ausdauer zu zermürben, und wenn die Partie sich über mehr als hundert Züge hinschleppte. Auch in einem anderen Punkt unterschied er sich von den anderen berühmten Wunderkindern: Er spielte unendlich langsam. Morphy, Capablanca und Fischer sind für ihr flottes Spiel bekannt. Reshevsky erwies sich als der bedächtigste der großen Meister und geriet ständig in Zeitnot. Typisch seine Partie gegen Aljechin im AVRO - Turnier 1938. "Nach dem achten Zug, hatte Reshevsky 58 Minuten, Aljechin nur 2 Minuten verbraucht. Derart selbstmörderischer Bedenkzeit - Verbrauch führte zwangsläufig dazu, daß fast jede Reshevsky - Partie an einem Haar hing. Jedesmal fragte man sich: Wird er es schaffen, oder durch Zeitüberschreitung verlieren" ? Nach seinem großen Triumph in Margate 1935, wo Reshevsky sogar Capablanca hinter sich ließ, gab es keinen Zweifel mehr, daß er zu den stärksten Spielern seiner Zeit gehörte. In den nächsten Turnieren wechselten Siege und gute Placierungen einander ab; zugleich gewann er mit monotoner Regelmäßigkeit die US - Meisterschaften 1936, 1938, 1940, 1942, 1946, 1969, 1970. In seiner Art war er ein Killer. Der kleine Mann mit der Glatze (er trug später ein Toupet) saß geduldig und unbeweglich am Brett und erzwang Sieg auf Sieg durch pure Entschlossenheit, begierig, seinen Gegner niederzuwerfen. Zum Eröffnungsfachmann wurde Reshevsky nie, und seine theoretischen Kenntnisse dürften geringer sein als die jedes anderen führenden Spielers, aber er war ein großartiger Stratege und Techniker, der den unscheinbarsten Vorteil zu ergreifen wusste und ihn zäh und verbissen weiter ausbaute, bis die Widerstandskraft seines Gegners erlahmte. Immer wieder half ihm sein Siegeswille über die Hürden. Sein Erzrivale Reuben Fine meinte dazu: "Andere werden müde oder nervös, oder zu erregt, oder sie verlieren das Interesse oder geben die Hoffnung auf; Reshevsky nie." Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft indessen bleibt Reshevsky, wie Keres, immer von neuem kurz vor dem Ziel stecken. Schuld daran mag unter anderem die Tatsache gewesen sein, daß ihm Turniere weniger lagen als Wettkämpfe. Und qualifizieren mußte man sich ja in Turnieren. Im ersten WM - Turnier 1948 nach dem 2.Weltkrieg belegte er zusammen mit Paul Keres den 3. - 4. Platz unter den fünf Besten der Welt. Nach Reshevskys Wettkampfsieg über Najdorf im Jahre 1952 bezeichnete ihn die New York Times in einem Leitartikel als den "Schachweltmeister der Freien Welt" und schlug ein Titelmatch mit Botwinnik vor. Das die Sowjets diese Anregung ignorierten, versteht sich von selbst.
![]() 1953 war er für das Kandidatenturnier in Neuhausen und Zürich qualifiziert und erreichte unter 15 Teilnehmern zusammen mit David Bronstein und Paul Keres den 2.- 4.Platz. Im Radiowettkampf UDSSR - USA 1954 schlug er Weltmeister Mikhail Botwinnik am 1. Brett mit 2,5 - 1,5 Pkt. 1963 gab er in Los Angeles eine Blind - und Blitzvorstellung und spielte 12 Blitzpartien blind (+ 9 - 0 = 3) !
![]() 1964 erreichte er mit 14,5 Pkt im Amsterdamer Interzonenturnier zusammen mit dem Ungarn Lajos Portisch den 8. - 9. Platz. In einem anschließenden Stichkampf um die Teilnahme an den Kandidatenwettkämpfen unterlag Reshevsky, Portisch mit 2,5 - 0,5 Pkt. 1967 erspielte sich Reshevsky im Interzonenturnier Sousse mit 13 Pkt den geteilten 6. - 8. Platz zusammen mit Hort und Stein. Damit war er für das Kandidaten - Viertelfinale zur Weltmeisterschaft qualifiziert, unterlag aber in diesem Wettkampf Viktor Kortschnoi mit 5,5 - 2,5 Pkt. Im Kampf UDSSR - Rest der Welt 1970 gelang ihm am 6.Brett gegen Smyslov ein ausgeglichenes Ergebnis (+1 - 1 = 1). Beim Interzonenturnier Palma de Malorca 1970 landete Reshevsky weit abgeschlagen nur auf den 17.Platz. 1973 erreichte er den 11.Platz beim Interzonenturnier Petropolis und schied damit vorzeitig für den Kampf um die Weltmeisterschaft aus. 1981 spielte Reshevsky seine letzte US - Meisterschaft und teilte sich den 3.Preis. 1984 teilte er sich den 1.Platz mit dem isländischen Großmeister Hjartarson bei einem Turnier in Reykjavik auf Island. 1991 spielte er einen Wettkampf gegen Wassili Smyslov 4 - 4 (+2 - 2 = 0) unentschieden. Seine Autobiographie Reshevsky on Chess erschien 1948 in New York und London. 1957 wurde das Buch in Deutschland unter dem Titel Meine Schachkarriere herausgegeben. Am 04.April 1992 starb Großmeister Sammy Reshevsky, einer der Giganten des Schach, im Alter von 80 Jahren in einem Krankenhaus in Suffern (New York) an Herzversagen. Seine wichtigsten Erfolge:
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