Akiba Rubinstein
Akiba Rubinstein
Name

Akiba Rubinstein
Land Polen
* 12/12/1882 Stawiski
Gestorben

14/03/1961 Antwerpen

Internationaler Großmeister 1950
Meister von Russland 1907 - 1908

 

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"Rubinstein schuf die vollendetsten Partien der Epoche nach Steinitz". (Richard Reti)

Akiba Rubinstein stammte aus einem kleinen Flecken in der Nähe von Lodz im damaligen Kongresspolen. Einige Wochen vor Rubinsteins Geburt starb der Vater und ließ die Frau mit 12 Kindern allein zurück. Er kam zu seinen Großeltern, die fortan seine Erziehung übernahmen. Sein Vater und seine Vorfahren waren jüdische Schriftgelehrte. und er sollte ebenfalls diese Laufbahn einschlagen, verfiel jedoch als Talmudstudent völlig dem Schach und brachte es unter dem Einfluss von Georg Salwe in kürzester Zeit zur Meisterstärke.

Seine internationale Laufbahn begann beim Barmener Kongress 1905, wo er im Hauptturnier gemeinsam mit Duras den 1. Platz belegte. Bereits im Folgejahr etablierte er sich in Ostende (3. Platz hinter Schlechter und Maroczy) unter den führenden Meistern seiner Zeit. Besonders hervorzuheben sind seine Siege in Karlsbad und Ostende 1907, St. Petersburg 1909 (zusammen mit Lasker) sowie 1912 in San Sebastian, Wilna und in Pistyan.

Akiba Rubinstein

In den Jahren von 1907 bis 1914 war er neben Weltmeister Emanuel Lasker der stärkste Spieler der Welt und galt als Weltmeisterschaftsanwärter. Er bekam jedoch nie eine Chance. Finanzielle Gründe und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhinderten den WM - Kampf gegen Lasker.

Ruibinstein-Mieses 1909
Wettkampf Rubinstein - Mieses in Berlin 1909

Nach dem Kriege machten sich bei ihm aber immer stärker depressive Störungen bemerkbar, die zu einem Nachlassen bzw. kurzzeitigem Aussetzen seiner geistigen Fähigkeiten führten. Auch im persönlichen Umgang prägten sich bestimmte Eigenheiten aus. So verließ er z.B. nach jedem Zug das Brett um seinen jeweiligen Schachpartner beim Nachdenken nicht zu stören, zog sich in eine abgelegene Ecke des Turniersaales zurück und nahm erst nach der gegnerischen Antwort wieder am Spieltisch Platz. Dennoch gelangen ihm auch in diesem Zeitraum noch Siege, die an seine früheren Leistungen erinnerten, z.B. in Wien 1922, Marienbad 1925 (mit Nimzowitsch) und 1929 in Rohitsch - Sauerbrunn vor Flohr. Danach verschlechterte sich sein Geisteszustand weiter.

Akiba Rubinstein

Bereits 1932 zog er sich dann endgültig vom Turnierschach zurück, lebte in ärmlichen Verhältnissen und wurde gelegentlich durch Schachfreunde und der FIDE finanziell unterstützt. Auch die britische Schachzeitung rief zu Spenden für Rubinstein auf, doch er starb 1961 fast unbeachtet in einem Antwerpener Seniorenheim.

Akiba Rubinstein

Rubinsteins Spielauffassung orientierte sich an den klassischen Prinzipien, die bei ihm eine eigene Prägung erhielten. Er sah die Partie als einen organischen Prozess an. In seiner Eröffnungsgestaltung (wobei er wichtige Beiträge zur französischen Partie, zum Vierspringerspiel, zur Meraner Verteidigung im Damengambit usw. leistete) legte er großen Wert auf die Bauernstruktur und versuchte schon hier, Wege über das Mittelspiel zum Endspiel abzustecken. Er war auch der großartigste Endspielkünstler aller Zeiten und durch seinen unerhörten Tiefblick gewann er Endspiele, in denen man einfach an Hexerei und Zauberei glauben musste.

Seine wichtigsten Erfolge:

Wettkämpfe:

1903 in Lodz gegen Salwe
1903 in Lodz gegen Salwe
1908 in Lodz gegen Salwe
1908 in Lodz gegen Marshall
1908 in Warschau gegen Marshall
1908 in Wien gegen Teichmann
1909 in Berlin gegen Mieses
1910 in Warschau gegen Flamberg
1918 in Berlin gegen Schlechter
1920 in Stockholm gegen Bogoljubov
1930 in Amsterdam gegen Landau
5 - 5
6 - 4
5 - 3
4,5 - 3,5
4 - 3
3,5 - 2,5
6 - 4
4,5 - 0,5
3,5 - 2,5
6,5 - 5,5
2,5 - 0,5
(+ 5 - 5 = 0)
(+ 5 - 3 = 2)
(+ 3 - 1 = 4)
(+ 3 - 2 = 3)
(+ 4 - 3 = 0)
(+ 3 - 2 = 1)
(+ 5 - 3 = 2)
(+ 4 - 0 = 1)
(+ 2 - 1 = 3)
(+ 5 - 4 = 3)
(+ 2 - 0 = 1)

Turniere:

1.Barmen 1905
1.Lodz 1906
2.St.Petersburg 1906
3.Ostende 1906
1.-2.Ostende 1907
1.Karsbad 1907
1.Russisches Nationalturnier Lodz 1907
1.Dreimeisterturnier (2.Marshall, 3. Salwe) Lodz 1908
1.-2.St.Petersburg 1909
1.Platz Warschau 1910
2.Platz San Sebastian 1911
2.-3.Karlsbad 1911
1.Platz San Sebastian 1912
1.Platz Pistyan 1912
1.-2.Breslau 1912
1.Warschau 1912
1.Wilna 1912
2.Viermeisterturnier Berlin 1918
2.Viermeisterturnier Stockholm 1920
1.Viermeisterturnier Rotterdam 1920
2.Göteborg 1920
1.Göteborg 1920
3.Haag 1921
1.Triberg 1922
1.Wien 1922
2.Hastings 1922
3.Meran 1924
2.Baden - Baden 1925
1.Marienbad 1925
3.Breslau 1925
3.Dresden 1926
2.Hannover 1926
3.Budapest 1926
2.Berlin 1926
1.Lodz 1927
3.Bad Kissingen 1928
2.Budapest 1929
1.Rohitsch - Sauerbrunn 1929
3.San Remo 1930
3.Scarborough 1930

 


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