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Name |
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| * | 05/12/1872 Sommerville | |
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Harry Nelson Pillsbury wurde vielfach mit Paul Morphy verglichen, weil sein persönliches Schicksal sowie seine Schachlaufbahn gewisse Ähnlichkeiten mit seinem legendären Landsmann aufwiesen. 1893 erwähnten europäische Blätter zum ersten Mal diesen jungen Mann aus Boston und eine besondere Fähigkeit, die ihn auszeichnete: gleichzeitig mehrere Partien ohne Ansicht des Brettes zu spielen. Pillsbury galt zwischen 1895 und 1904 zu den stärksten Spielern der Welt. Er lernte mit 16 Jahren die Grundbegriffe des Spiels und war mit 19 Jahren der stärkste Spieler Amerikas. Seine ersten Turnierergebnisse fielen zunächst recht bescheiden aus. Ohne internationale Erfahrung wurde er 1895 nach Hastings, dem vielleicht bisher stärksten Schachturnier eingeladen. Er siegte sensationell vor Chigorin, Lasker, Tarrasch, Steinitz usw. An seiner Spielführung beeindruckte besonders die Manier, aus einer geschlossenen Stellung heraus unter Bauern - oder Figurenopfer einen Durchbruch zu organisieren.
![]() Mit einem Schlage musste man Pillsbury zu den führenden Meistern seiner Zeit zählen, und diesem Anspruch wurde er auch in der Folge immer wieder gerecht, obwohl es ihm nicht mehr gelang, noch einmal einen ähnlich spektakulären Erfolg zu erzielen. Eindrucksvolle Leistungen gelangen ihm mit dem 3.Platz in St.Petersburg 1895/96, 3.- 4.Platz Nürnberg 1896, 3.Platz Budapest 1896, 2.Platz Wien 1898 (nach Stichkampf gegen Tarrasch), 2.- 4.Platz London 1899, 1.- 2.Platz München 1900 mit Schlechter, 2.Platz Monte Carlo 1902 und 3.Platz Monte Carlo 1903. In seinem letzten Turnier (Cambridge Springs 1904), von der Krankheit gezeichnet (Syphilis), drang er nicht mehr in die Siegergruppe vor, konnte aber Weltmeister Emanuel Lasker bezwingen. Er war überhaubt dessen einziger wirklicher Widersacher; das Resultat ihrer Begegnungen dürfte ausgeglichen gewesen sein. Pillsbury machte sich zusätzlich einen Namen durch die bereits erwähnten Blindsimultan - Vorstellungen und andere Gedächtniskunststücke. Lange hielt er den Rekord im Blindsimultan (1902 mit 21 Partien gleichzeitig). Vor Beginn seiner Vorstellungen gab er Kostproben seiner Gedächtnisakrobatik. "So ließ er sich z.B. fünfzig numerierte
Zettel geben, jeder mit einem aus fünf Worten bestehenden Satz bedruckt.
Er las die Texte und warf sie in einen Hut. Dann zog jemand einen nach dem
anderen aus dem Hut, las die Nummern ab und Pillsbury rasselte den
dazugehörigen Satz herunter. Zum Schluß rezitierte er sämtliche Sätze
rückwärts". Neben der Bewunderung für diese Leistungen wurden jedoch auch warnende Stimmen laut, die auf gesundheitliche Folgeschäden bei derartiger geistiger Überbelastung hinwiesen (Tarrasch). Der rasche psychische und physische Niedergang Pillsburys nach dem Turnier im heimatlichen Cambridge Springs 1904 und sein früher Tod mit 33 Jahren hat diese Befürchtungen bestätigt.
![]() Lasker schrieb, daß Pillsburys Erfolg als Schachspieler "auf der Neuartigkeit seiner analytischen Untersuchungen, einem feinen Gespür für Kombinationen, einer sicheren Beurteilung der Stellung und einer unbegrenzten Kapazität für aktives Studium während des Spiels" beruhe. Wettkämpfe:
Turniere: 1.Hastings 1895 |