In den Harz und zurück

Eine Fahrt mit der Selketalbahn stand schon lange auf unserem Wunschzettel für Ausflüge. Ein Bericht im "Modelleisenbahner", über die Strecke Quedlinburg - Gernrode und deren bevorstehende Stillegung führten dazu, den Ausflug nicht länger aufzuschieben. Am Sonntag, 18. Januar 2004 machten wir unsere kleine Harz-Rundreise, zwei Wochen später war sie so schon nicht mehr möglich.

Um 8:04 Uhr ging es in Kassel Hauptbahnhof los, mit dem Regionalexpress nach Halle. Das Wochenendticket hatten wir schon in der Straßenbahn erworben, trotz Bedienung für EUR 28,00. Mit dem Regionalexpress ging es bis Sangerhausen.


Sangerhausen
Signale in Sangerhausen
143 930 in Sangerhausen

Formsignale in Sangerhausen. Auffällig sind die kurzen Flügel.

Von Sangerhausen ging es nach kurzem Aufenthalt weiter mit dem RE Erfurt - Magdeburg bis Sandersleben. Der Zug war eine dreiteilige Einheit aus Desiros (BR 642). Wir erwischten natürlich den Teil, in dem der Fahrkartenautomat und das WC nicht funktionierten. Ersteres war uns egal, letzteres war schon weniger schön. Dem Fahrzeug hat es den Spitznamen "Desastro" oder "Dubioso" eingebracht. Zwischen Mansfeld und Hettstedt kreuzte zweimal eine Schmalspurbahn mit recht massiven und offensichtlich frisch instandgesetzten Brücken die Bahnstrecke. Ist das noch regelmäßiger Betrieb oder eine reiche Museumsbahn?

Desiro in Sangerhausen
Triebwagen in Mansfeld
Dreiteiliger Desiro Erfurt - Magdeburg in Sangerhausen

Triebwagen der Strecke Mansfeld - Wippra in Klostermansfeld. Das Foto entstand aus dem Fenster des Desiros, deswegen die Regentropfen.

In Sandersleben hieß es wieder umsteigen. Nach etwa 20 Minuten ging es mit dem Regionalexpress Halle - Hannover weiter nach Halberstadt. Sandersleben machte einen trostlosen Eindruck. Wir waren die einzigen Fahrgäste, die dort ausstiegen und die einzigen, die dort in den Halberstädter Zug einstiegen. Das Bahnhofsgebäude in Insellage hat noch eine Gaststätte, aber keinen Fahrscheinverkauf. Das Gleis 4, Kreuzungsgleis an der Strecke Sangerhausen - Magdeburg ist außer Betrieb, ebenso die Gütergleise. Die Strecke Halberstadt - Halle ist hier nur eingleisig. Vor nicht so langer Zeit fuhren hier Interregios.

BRB 121
BRB 122
Der Gegenzug zu unserem Zug: RE Magdeburg - Erfurt in Sandersleben. Eine Kreuzung der beiden Züge wäre hier nur möglich, wenn einer der Züge auf die "Hallesche" Seite des Inselbahnhofs ausweichen würde. Das Gleis links ist nicht mehr angeschlossen.

Der RE Halle - Hannover bei der Einfahrt nach Sandersleben. Auffällig ist, daß die Ausfahrt in diese Richtung auf jeden Fall über den abzweigenden Zweig einer Weiche führt.

In Halberstadt hatten wir etwas über eine Stunde Zeit, bis zum nächsten Zug. Wir nutzten die Zeit für eine Fahrt mit der Halberstädter Straßenbahn. Bis auf die Stücke Herbingstraße - Klusberge und Holzmarkt - Sargstedter Weg haben wir alle Strecken befahren. Bei einer Stunde mehr Zeit, hätten wir eine Gesamtnetz-Bereisung machen können ...
Von Halberstadt ging es weiter nach Quedlinburg. Wie auch vor dem RE Halle - Hannover war hier eine Lok der Baureihe 218 eingesetzt.

Hauptbahnhof Halberstadt#

Halberstadt 156 am Hauptbahnhof
Der Hauptbahnhof in Halberstadt war lange Zeit mit einer Blechverkleidung versehen. Der größte Teil ist glücklicherweise jetzt abgebaut.

Mit Tw 156 ex Stuttgart fuhren wir vom Hauptbahnhof über die Herbingstraße zum Holzmarkt.
Halberstadt 156 am Holzmarkt

Halberstadt 167 an der Endstelle Friedhof
Umsteigen am Holzmarkt. Tw 156 auf Linie 2 wartet auf Tw 167 auf Linie 1.

Tw 167 ex Freiburg an der Stumpfendstelle Friedhof. Rechts ist das Depot. Früher wendeten Einrichter hier im Dreieck vor der Depoteinfahrt. Planmäßig werden jetzt auf der Linie 1 nur noch Zweirichter eingesetzt.
Halberstadt 29 als Denkmal
Blick in die Wagenhalle
Der Reko-Triebwagen 29 steht als Denkmal am Betriebshof.

Ein Blick in die Wagenhalle mit Tw 165?, 163 (angeschnitten), 162 und 152?
Depot Halberstadt

RE magdeburg - Thale in Halberstadt
Noch ein Blick in das Straßenbahndepot mit Tw 165?, 164, 163 (angeschnitten), HTw 31, Tw 92 ex Nordhausen, Tw 162

Von Halberstadt ging es mit dem RE Magdeburg - Thale weiter nach Quedlinburg.
Informativer Anzeiger auf dem Bahnsteig in Halberstadt

Quedlinburg
Der Anzeiger auf dem Bahnsteig in Halberstadt war sehr informativ.

Umsteigen in Quedlinburg: Der Zug, mit dem wir von Halberstadt gekommen waren, fährt weiter nach Thale. Kurios ist das kleine Flügelsignal unter dem Bahnsteigdach. Ein Freund meinte, das wäre nass geworden und eingelaufen. Damit es nicht weiter einläuft, hat man es dann unter das Dach gestellt, wo es trocken bleibt ;-).

Von Quedlinburg ging es weiter nach Gernrode. Dieses Teilstück wird seit dem 1.2.2004 nicht mehr befahren. Das Reststück Gernrode - Frose, wo die Strecke wieder auf die Hauptstrecke Halberstadt - Halle trifft ist schon seit Juli 2003 außer Betrieb. Die Fahrt war langsam, sehr langsam. Kurioserweise hat der Haltepunkt Quedlinburg-Quarmstedt ein neues Haltepunkt-Schild in blau mit weißer Schrift. Unser Fahrzeug war ein 628/928. Wären wir früher gekommen, hätten wir hier noch eine Ferkeltaxe 772/972 erleben können.
Es gibt Pläne, Gernrode - Quedlinburg umzuspuren und durch die Harzer Schmalspurbahn befahren zu lassen. In Gernrode sollten wir endlich eine Dampflok sehen. Wir hatten unseren Fahrplan so gewählt, daß wir die größtmögliche Strecke im Selketal hinter einer Dampflok zurücklegen würden. Was wir dann aber sahen, hätten wir so nicht erwartet...


628 in Gernrode

Bahnfans in Gernrode
"Unser" 628 in Gernrode.

Schon an der Strecke waren Einsenbahnfans zu sehen. In Gernrode erwartete uns dann (unter anderem) dieser Anblick...

Hier geht es weiter zur zweiten Seite des Berichts über unsere Harz-Fahrt.


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