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Für Leseratten: Alles wissenswertes über Wale
Aufgearbeitet für Jugendliche und junge Erwachsene von Pascal Siemens
Inhalt
- Allgemein
- Bartenwale
- Zahnwale
- Die Geschichte des Walfangs
- Internationale
Walfangkommission
- Treibnetzfischerei
- Walstrandungen
- Meeressäuger als Attraktion?
- Zurück zur Heimat: "Free
Willy"
- Whale watching
- Was kann ich tun?
- Buchtips
Die Wissenschaft spricht von "Cetacea"
und meint nichts anderes als die Wale.
Kaum vorstellbar sind sie keine Fische sondern Säugetiere, die durch ihre
"Nase", dem Blasloch, über Wasser atmen. Sie sind Warmblüter und haben
in der Regel eine konstante Körpertemperatur. Ihre Entwicklungsgeschichte
reicht bis zu gemeinsamen Vorfahren mit Hirschen und Rindern, den raubtierartigen
Urhuftieren "Condylarthra". Nach dem Aussterben der Dinosaurier,
vor etwa 60 Millionen Jahren, eroberten sie als neuen Lebensraum den Ozean,
denn er bot sich als eine neue, unerschöpfte Nahrungsquelle an.
In einem etwa 20 Mio. Jahre andauernden Anpassungsprozess entwickelten
sie u.a. Schwanzflossen. Anfangs haben sie sich erst dem ursprünglichen
Mittelmeerraum angepaßt, heute findet man sie in allen Ozeanen der Welt.
Wale haben eine bis zu 20cm dicke Fettschicht, die Walfischspeck oder
Tran genannt wird. Ihr Gehirn ist ähnlich komplex wie das menschliche,
sie haben soziale Fähigkeiten, hohe Intelligenzleistungen und werden auch
schon mal mit Primaten auf eine Stufe gestellt. Man trifft sie oft in
großen Gruppen an, sie jagen gemeinsam und helfen sich bei Gefahr. Viele
Wale geben auch Töne von sich, die außerhalb des Wassers nicht zu hören
sind, im Wasser aber bis zu einer Entfernung von 150 km. Diese dienen
als differenziertes Verständigungssystem, Familenclans bleiben unter sich
und überhaupt bestehen. Einen großen Teil des Jahres sind sie auf Wanderschaft
und legen Strecken von mehr als 10.000 km zurück. Ihre Jungen wachsen
über ein Jahr im Bauch heran und kommen in der Regel mit der Schwanzspitze
zuerst auf die Welt.
Uns sind mittlerweile 92 Walarten bekannt. Wir unterscheiden dabei in
zwei große Gruppen, wobei die Nahrungsaufnahme namensgebend ist: die Bartenwale
und die Zahnwale.
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Die Bartenwale, "Mysticeti"
Zu den Bartenwale gehören alle Großwale mit Ausnahme der Pottwal (12 Arten).
Ihre Zähne werden schon im Embryonalstadium zurückgebildet, anstatt Zähnen
wachsen ihnen vom Oberkiefer herabhängende Hornplatten, die Barten genannt
werden. Damit filtern sie ihre Hauptnahrung Krill und daneben auch Fische
und Tintenfische aus dem Wasser. Im Gegensatz zu den Zahnwalen haben sie
2 Blaslöcher. Im Sommer trifft man sie in den arktischen und antarktischen
Gewässern an, wo sie sich ihre Fettschicht anfressen. Zur Paarungszeit
ziehen sie sich in den wärmeren tropischen und subtropischen Gebieten
zurück, dort gebären sie auch ihre Jungen, die in wenigen Monaten durch
die fettreiche Milch der Mütter ein enormes Gewicht von täglich bis zu
80 kg zunehmen. Die Elterntiere nehmen während der Aufzucht schon mal
Monate lang keine Nahrung zu sich. Noch im ersten Lebensjahr unternehmen
sie ihre erste Wanderung.
Bis auf die Zwergwale sind alle Bartenwale vom Aussterben bedroht.
Eine Untergruppe der Bartenwale sind die Glattwale.
Zu ihnen gehört der Grönlandwal, der mit 9,3 km/h nicht nur ein sehr langsamer
Schwimmer ist, sondern auch der am stärksten gefährdete; der Nordkaper,
ebenfalls ein sehr langsamer Schwimmer; sowie der Zwergglattwal und der
Südkaper. Zur Nahrungsaufnahme gleiten sie durchs Meer und durchkämmen
es nach Planktonkrebsen.
Eine weitere Untergruppe bilden die Furchenwale.
Zu ihnen gehört der Blauwal, der Finnwal, der Seiwal, der Brydewal, der
Buckel-, der Zwergblau-, der Zwerg- und der Minckewal. Diese können das
Volumen ihrer Mundwinkel um ein vielfaches vergrößern, denn ihr Kehlbereich
hat tiefe furchen, damit weiten sie den Meeresboden wie eine Ziehharmonika.
Sie nehmen tonnenweise Wasser auf und pressen es mit der Zunge wieder
aus. Krill, Fische und Tintenfische bleiben dabei hängen.
Die Grauwale bilden ebenfalls eine Untergruppe.
Sie schaufeln sich zur Nahrungsaufnahme riesige Mengen Meeresboden ins
Maul und preßt diesen wieder heraus. Zurück bleiben Würmer, Schnecken
und Muscheln.
Ein ganz besonderer Furchenwal ist der Blauwal. Er ist mit einer Größe
von 25-35m das größte Tier das jemals auf Erden lebte. Er bringt 80-130
Tonnen auf die Waage und hat damit das Gewicht von 1500 Menschen, 140
Autos oder 25-32 Elefanten. Allein seine Zunge ist so schwer wie ein Elefant.
Täglich frißt er bis zu 4 Tonnen Krill. Seine Fontäne reicht 10m weit
und er kann tiefer als 1000m tauchen. Ein junger Blauwal mißt bei der
Geburt 7m, ist 2,5 Tonnen schwer und kann je Stunde 4kg zunehmen. Er gehört
zu den schnell schwimmenden Walen.
Für Industriezwecke liefert der Blauwal ein Öl, was chemisch betrachtet
ein Wachs ist. Es unterscheidet sich daher von Fetten oder anderen Ölen.
Warum der Wal dieses Öl hat, ist unklar. Ansonsten kommt es nur bei der
Wüstenpflanze "Jojoba" vor.
Ein anderer Furchenwal ist der Buckelwal. Er ist eine der Arten, die Wanderungen
unternehmen. Er legt auf seine jährlichen Wanderungen etwa 15.000 km zurück,
um zu den flachen, klaren Gewässern der karibischen See zu kommen. Die
Paarung findet hier im Januar statt. Ihre Babys sind mit 5m etwa so groß,
wie die weiße Brustflosse ihrer Mutter. Es wiegt über 500 kg und wird
von der Mutter rund um die Uhr genährt, dabei trinkt es bis zu 230 Liter
Milch am Tag und nimmt damit wöchentlich um 100 kg zu. Schon beim Spielen
beginnen die Jungen ihre Eltern nachzuahmen, die ebenfalls ein spielerisches
Verhalten aufweisen, dem sogenannten "Lobtailing". Sie schwimmen z.B.
rückwärts oder schwimmen auf dem Kopf und schlagen mit lautem Getöse ihre
Schwanzflosse auf dem Wasser. Ende März brechen die Walkühe dann mit ihren
Jungen zur Heimreise auf, zurück zu den Nahrungsgründen vor CapeCod, Massachusetts.
Buckelwale haben an der Unterseite der Schwanzflosse ein einmaliges schwarzweißes
Muster.
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Die Zahnwale , "Odontoceti"
Der Zahnwal hat, wie der Name schon sagt, keine Barten sondern Zähne,
bis zu 200 Stück (Spinnerdelphin), mit denen sie ihre Beute nicht kauen,
sondern vor dem Schlucken lediglich festhalten. Sie ernähren sich von
Fischen und Tintenfischen, einigen Delphinarten und auch von Krebsen,
Quallen und Seesternen, der Orcawal hingegen auch mal von einem Artgenossen.
Zum Atmen haben sie, anders als die Bartenwale, nur ein Blasloch. Als
Orientierung benutzen sie eine Echoortung, indem sie sogenannte "Klicks",
hochfrequente und für Menschen nicht hörbare Töne von sich geben. An den
zurückgeworfenen Schallwellen orientieren sie sich dann. Dabei entsteht
ein akustisches Bild ihrer Umgebung und damit gelingt es ihnen selbst
in Dunkelheit Beute zu orten. Bekannt geworden sind Frequenzen zwischen
12 und 320.000 Hz (Schwingungen pro Sekunde). Zum Vergleich: das menschliche
Gehör kann zwischen 60-18.000 Hz wahrnehmen. Zum Senden und Empfangen
verfügen sie über insgesamt fünf Organe. Die Töne werden mit Luft nach
dem Blasebalgprinzip im Nasengang der Tiere erzeugt.
Besonders ihr Sozialverhalten ist sehr ausgeprägt, da sie zum Überleben
auf den Verband mit Artgenossen angewiesen sind. Die Gruppenbildung ist
sehr flexibel. So kann eine Gruppe nur zehn, eine andere über tausend
Tiere umfassen. Für Wanderungen gibt es bis zu sieben Formationen, die
sich zur Jagd, zum Spielen von Jungtieren und zur Aufzucht immer wieder
neu formatieren.
Die Lebensräume der Zahnwale hängen von mehreren Faktoren ab, wie z.B.
den Meeresströmungen, den Temperaturzonen, der Topographie des Meeresbodens,
dem Beutevorkommen und dem Salzgehalt.
Eine Untergruppe der Zahnwale bilden die drei Pottwalarten, Physeter macrocephalus,
wie sie wegen ihres gewaltigen Schädels genannt werden. Es sind die größten
Zahnwalarten überhaupt, zu denen auch "Moby-Dick" gehört. Sie können in
bis zu 3000m tiefe 1 Stunde auf Jagd gehen und sind damit die Meister
des Tiefseetauchens. Die Männchen werden bis zu 20m lang, die Weibchen
hingegen nur 12m. In den großen Tiefen besteht ihre Nahrung hauptsächlich
aus 10m lange Riesenkalamare (Tintenfische).
Bislang 18 entdeckte Arten bilden die Untergruppe der Schnabelwale.
Über sie ist nur wenig bekannt. Sie leben als Einzeltiere oder in kleine
Gruppen und ernähren sich von kleinen Tintenfischen.
Eine weitere Untergruppe sind die sechs kleinen Schweinswalarten. Sie
sind Verwandte der echten Delphine und mit z.T. 2 Metern Länge und etwa
40-90 kg die kleinsten Wale und darüber hinaus auch die einzigen, die
in deutschen Gewässern anzutreffen sind. Neugeborene wiegen etwa fünf
bis acht kg und sind mit einer Länge von 70-90 Zentimeter echte "Riesenbabys".
Die Weibchen sind mit 2 Metern sogar größer als ihre Männchen, die gerade
mal auf 1,5 Meter kommen. In Deutschland stehen sie seit 1935 unter Schutz,
trotzdem ist er in der Ostsee ziemlich selten geworden. An der Nordseeküste
ist er aber regelmäßig vor Sylt und Amrum anzutreffen, wo viele Schweinswalweibchen
zwischen März und Juni ihre Jungen zur Welt bringen. Meist sind nur ein
Teil des Rückens und die Finne der Tiere zu sehen. Es kann daher schon
mal so aussehen, als ob gerade ein Hai unterwegs ist.
Die größte Untergruppe besteht aber aus den echten Delphinen. Zu ihnen
zählen der Orcawal, auch genannt Schwert- oder Killerwal, der Belugawal,
der Narwal, der Große Tümmler sowie 20 weitere Arten.
Der Orcawal ist mit 9 Meter Länge und einem Gewicht von bis zu vier Tonnen
die größte Delphinart. Er lebt in lebenslangen Familienverbänden in kühlen,
küstennahen Gewässern und hat ein effektives Gruppenjagdverhalten. Die
Männchen haben eine bis zu 2 Meter hohe Rückenflosse, die Finne oder Schwert
genannt wird. Sie ernähren sich von großen Fischen, Pinguinen, Robben
und anderen Walen und können bis zu 30 Seehunde hintereinander zerstückeln
und verschlucken. Sie haben stark nach oben gebogene Mundwinkel, die es
aussehen lassen, als würden sie lächeln. Vor Vancouver Island leben zwei
Gemeinschaften von sesshaften Orcas. Alles was man über Orcas weiß hat
man durch Beobachtungen dieser beiden Gemeinschaften innerhalb der letzen
25 Jahre erfahren. Durch "Free Willy" sind sie nicht nur die bekannteste
Walart geworden, sondern auch die am besten erforschte.
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Gefährdung/Schutz
Die Geschichte der Walfangs
Abgesehen von den Orcas sind Wale Tier ohne Wehr und Waffen und kennen
weder Flucht- noch Verteidigungsreflexe, denn ursprünglich hatten sie
keine Feinde - bis der Mensch kam...
Seit über 900 Jahren werden Wale gejagt. Aus ihrer 20 cm dicken Speckschicht
machte man Öl, das früher als Brennstoff für Lampen verwendet wurde, heute
wird z.B. auch noch Margarine mit diesem Tran hergestellt. Ein getöteter
Wal ist für alles verwendbar, neben Hundefutter, Schuhcreme, Leim, Parfüm,
Getrieböle und Waffenschmiermittel werden sogar Saiten u.a. für Tennisschläger
aus ihnen hergestellt.
Schnell machte man sich die Harpune zunutze und so werden Wale auch noch
heute mit Harpunenkanonen gejagt. 1842 beteiligten sich weltweit 600 Schiffe
an der Jagd auf Pottwale, von 1820-1890 wurden jährlich über 20.000 Pottwale
getötet.
1864 wurde das Prinzip der Harpune von dem Norweger Sven Foyn noch wesentlich
verbessert und 1925 ging dann die erste schwimmende Fabrik, eine Kocherei
mit Heckaufschleppe auf See: Die Technik ermöglicht es, einen Wal nach
dem Fang in nur 30 Minuten zu verarbeiten.
Walfangschiffe haben 65 kg schwere, mit Sprengstoff beladene Harpunen,
die nach dem abfeuern innerhalb des Wales (Eingeweide) explodieren, dabei
werden Teile des Fleisches beschädigt, so quält der Wal sich bis zu mehreren
Stunden. Japan, Norwegen und Island verwenden für einige Wale sogenannte
"Cold-tipped" Harpunen, bei denen die Tiere noch länger leiden und das
Fleisch nicht zerstört wird.
Später wurde ein Japanisches Schiff zu einer Kombination aus Fang- und
Fabrikschiff umgebaut. Dieses war der Startschuss für den "Piratenwalfang".
Dieses Schiff wechselte öfter den Heimathafen, den Besitzer und den Namen,
ist aber unter dem Namen "Siera" bekannt geworden. 1979 wurde die "Siera"
von einem Tierschützer-Schiff gerammt und nach der Reparatur durch einen
Bombenanschlag versenkt. Schiffe nach ähnlichem Muster wurden gebaut und
in den Häfen von Somalia, Spanien, Chile und weitere Häfen registriert.
In Spanien, Südafrika und Taiwan wurde diese Schiffe ebenfalls versenkt
oder beschlagnahmt. Alle anderen verschuldeten sich wegen den steigenden
Versicherungssummen. Trotzdem starb im Mai 1988 ein harpunierter Grauwal
bei San Francisco, der vermutlich von einem Piratenwalfangschiff getötet
worden ist.
Das Aussterben einiger Walarten ist mittlerweile nicht mehr zu vermeiden.
Es wird einmal mehr als 2 Millionen Blauwale gegeben haben, jetzt gibt
es kaum noch 500. Ein Blauwal kann sein Leben lang die Meere durchstreifen,
ohne jemals auf einen seiner Artgenossen zu stoßen. Die heutige Walpopulation
liegt bei einem Zehntel von dem, was sie um der vorletzten Jahrhundertwende
waren, obwohl der Pro-Kopf-Verbrauch an Walfischfleisch von 1960 bis 1986
in Japan von 1,5 kg auf 100 Gramm fiel.
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Die Internationale
Walfangkommission (IWC)
Durch die Einführung der Harpunenkanone wurden in der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts alle Walarten bedroht. 1931 gelang es dem Staatenbund
ein "Abkommen zur Regulierung des Walfangs" zu verabschieden. Nachdem
die Vertragsstaaten das Abkommen in Gesetze umgesetzt hatten, trat es
1935 in Kraft.
Zwei Jahre später unterzeichneten neun Staaten eine neue "Internationale
Vereinbarung zur Regelung des Walfangs", als man schließlich merkte, dass
die erste nur unzureichend war.
Damit wurden einige bedrohte Walarten geschützt. Außerdem wurde festgelegt,
ab welcher Körpergröße bestimmte Walarten gejagt werden durften.
Der Hochsee-Walfang nahm während des zweiten Weltkrieges ab, da viele
Walfangschiffe für Kriegszwecke eingesetzt wurden.
1944 beschlossen die Staaten ein zusätzliches Protokoll, das Höchstfangzahlen
in den antarktischen Meeresgebieten festlegte.
Nach dem Krieg wurde der Walfang mit großem Einsatz wiederaufgenommen.
Im neuen Geist der internationalen Zusammenarbeit der Nachkriegszeit beriefen
die USA im November 1946 eine internationale Walkonferenz ein, die das
"Internationale Abkommen zur Regelung des Walfangs" entwarf (ICRW - International
Convention for the Regulation of Whaling). Diese trat 1948 in Kraft. Das
Abkommen führte zur Einrichtung der IWC, die von 14 Walfangtreibenden
Nationen gegründet worden ist, um den Walfang zu kontrollieren und damit
den Walbestand zu schützen. Anfangs traten die meisten Länder, in denen
Walfang betrieben wurde, bei und so zählten nur Walfänger zu den Mitgliederkreisen.
Allein in den ersten 10 Jahren nach Gründung, wurden 2 Millionen Großwale
verarbeitet. Das Töten ging weiter, bis weitere öffentliche Proteste ausgesprochen
wurden. 1972 wurde nach der Forderung der Konferenz der Vereinten Nationen,
für Mensch und Umwelt in Stockholm, ein zehnjähriges Verbot für den kommerziellen
Walfang zu erlassen, ein Quotensystem eingeführt, da bereits fast alle
Walarten akut vor dem Aussterben bedroht waren. Demnach durften jährlich
42.500 Wale getötet werden. Diese Quoten wurden durch weitere Proteste
weiter verringert. Viele Walnationen ignorierten dies und töteten weiter,
denn der IWC fehlte es an jeglicher Form der Überprüfung. Daraufhin wurde
der Kauf von Walfleisch aus Nicht-Mitgliederstaaten verboten. Viele Länder
stiegen aus oder protestierten gegen diese Quoten. Japan beispielsweise
kaufte 1976 große Vorräte an Walfleisch und Taiwan, Korea, Island, Spanien,
Brasilien, Chile und Peru gingen für Japan auf die Jagd.
Der Druck der Öffentlichkeit stieg und immer mehr Staaten, die kein materielles
Interesse am Walfang haben, wurden Mitglieder der IWC.
1982 stimmte die IWC mit 25 zu 7 Stimmen zu ein Moratorium einzurichten
und damit den kommerziellen Walfang, in Bezug auf die 11 Großwalarten,
zum Ende des Jahres 1985 unbegrenzt einzustellen. Den Kleinwalen wie Delphine
und Weißwale wurde keinen Schutz zu gesprochen, obwohl diese den größten
Anteil der Walarten ausmachen.
Einige Mitgliedstaaten zogen sich zurück und erklärten, sich nicht daran
zu halten und die Verfolgung der Kleinwale nahm darüber hinaus zu.
1986 kündigte Japan an, Wale nur noch aus "wissenschaftlichen Gründen"
zu jagen, was die Bestimmungen der IWC zuließen und Island und Korea zogen
nach. Dabei handelt es sich aber offensichtlich um kommerziellen Walfang,
denn nachdem die Wale für "wissenschaftliche" Zwecke gemessen und gewogen
werden, wird aus ihnen nach wie vor Kapital geschlagen. So erlaubt alljährlich
die japanische Regierung die Jagt auf mehr als 500 Minkewale. Norwegen
weigert sich schlicht, das Verbot anzuerkennen und hat dagegen fristgerecht
Einspruch eingelegt, was die Statuen der IWC ebenfalls zuläßt.
Die Vereinigten Staaten setzten später die sogenannte "Pelly" Änderung
durch: Fischimporte aus Ländern, die sich nicht an die Abmachung hielten,
wurden verboten.
Japan dagegen hat versucht, die IWC dazu zu bewegen, Walfischfang in Küstenbereichen
zu genehmigen, mit der Begründung, die Einheimischen benötigen Walfischfleisch
zum Verzehr. Dabei hatten diese Menschen den Walfang schon seit vielen
Jahren aufgegeben, denn durch die übermäßige Bejagung der Wale in Küstengebieten
sind sie dort bereits ausgerottet.
Von russischen Ureinwohnern wurde das Walfischfleisch nur noch an Nerzfarmen
verkauft. Außerdem besteht von der IWC für derartige Ausnahmen das "aboriginal
whaling". Es räumt Eingeborenen von Alaska, Grönland, Russland, St. Vincent
und Kanada das Recht ein neben Zwergwalen (Grönland) auch Grauwale (Russland,
Indianerstamm der Makah), Finnwale (Grönland), Buckelwale (St. Vincent,
Grönland) und Grönlandwale (Alaska, Kanada, Russland) zu jagen.
1988 stoppte dann kurz nach der Sowjetunion auch Norwegen als letztes
Land seinen kommerziellen Walfang, doch 35 Wale werden auch weiterhin
pro Jahr von Norwegen zu wissenschaftlichen Zwecken getötet.
Bei den Faroer-Inseln kommen jährlich 1000-2000 Wale um und seit bestehen
des Moratoriums wurden noch immer über 20.000 Abschüsse von Großwalen
gemeldet!
1990 sollte das Moratorium überprüft werden und eine umfassende Einschätzung
der Walbestände erfolgen. Beides wurde bislang nicht erreicht.
Die IWC beschloss 1994 das Antarktische Walschutzgebiet einzurichten.
Ein weiters Schutzgebiet umfasst den angrenzenden Indischen Ozean. Japan
erhob auch gegen diesen Beschluß einen Vorbehalt und jagt die Meeressäuger
dort weiterhin - unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen Walfangs.
Von dort kehrte nun auch Japans neuestes schwimmendes Schlachthaus zurück,
der im Dezember 1998 für 14 Millionen Dollar vom Stapel gelaufene Walfänger
"Yushin Maru". Die heimkehrende Flotte hatte das Fleisch von fast 400
Walen an Bord. 1997 wurde in Tokyo 2.000 Tonnen Walfleisch für umgerechnet
26,5 Millionen Dollar verkauft und erst im September 2000 haben japanische
Walfänger erstmals seit fast 13 Jahren wieder Pottwale und Brydewale getötet.
Jetzt droht selbst das globale Handelsverbot von Walfleisch zu kippen.
Japan und Norwegen versuchten auf der CITES-Konferenz, der Washingtoner
Artenschutzkonferenz, die Mitgliedsländer von einer Wiederaufnahme des
offiziellen Handels mit Walfleisch zu überzeugen. Sie gingen sogar noch
einen Schritt weiter: Die Stimmen der Karibik- und Südseestaaten ließen
sich leicht kaufen. Im Jamaican Observer vom 30. Mai 1999 wird von John
Maxwell berichtet: "Die Japaner haben Ministaaten wie Antigua, Dominica,
St. Lucia, St. Vincent und die Salomonen Inseln angeheuert, indem sie
ihnen Fischereikomplexe gebaut haben - ihre Form von Entwicklungshilfe.
(...) So haben die Japaner erst kürzlich im Wahlkreis des jamaikanischen
Premiers einen solchen Fischereikomplex fertig gestellt, und sie wurden
daraufhin darüber informiert, dass die Stimme Jamaikas in Kürze zur Verfügung
stände." Auf der CITES-Konferenz 1997 bekam Norwegen und Japan aufgrund
ihres Antrages bereits die knappe Mehrheit, glücklicherweise ist der Schutz
auch weiterhin gewährt, da satzungsgemäß eine ¾ Mehrheit bestehen muß.
Im April 2000 stellte Japan und Norwegen erneut den Antrag auf Beendigung
des Handelsverbotes mit Walfleisch. Die ¾ Mehrheit wurde wiederum nicht
erreicht, was vor allem dem intensiven Einsatz der Deutschen Bundesregierung
zu verdanken ist.
Die IWC 2000 war im Gegensatz dazu wieder kompromißbereit: Die Vorstellung
von einem kontrollierten Walfang fand große Zustimmung. Daher soll bis
zur nächsten IWC ein "überarbeitetes Management" erstellt werden. Ein
kontrollierter Walfang ist jedoch gefährlich. Wildereien können ebenso
wenig kontrolliert werden wie der illegale Fang. Außerdem finden sich
fast alle Wale auf ihren Wanderungen in küstennahen Gebieten ein, um sich
dort zu Paaren oder ihre Jungen auf die Welt zu bringen. Gerade hier darf
unter keinen Umständen Walfang stattfinden. Darüber hinaus sind die IWC
und CITES viel zu eng miteinander verbunden, als dass ein Verbot des kommerziellen
Handels nach Freigabe des Küstenwalfangs noch lange Bestand haben könnte.
Weil kommerzieller Walfang trotz des Moratoriums stattfindet, sind einige
Länder bestrebt, ihn wieder unter die Kontrolle der IWC zu bekommen. Als
Grundlage dazu dient der seit drei Jahren diskutierte "Irische Vorschlag":
Walfang darf ausschließlich mit sicheren biologischen Standards und effektiven
Kontrollen in Küstengebieten betrieben werden - internationaler Handel
und Fang auf hoher See sowie in nicht traditionellen Fanggebieten wären
ausgeschlossen. Zudem müsste der "wissenschaftliche Fang" nach einer Anpassungsphase
auslaufen. Als Grundlage für die Berechnung von Quoten würde das vom IWC-Wissenschaftsausschuss
errechnete Bewirtschaftungsverfahren (RMP) dienen. Momentan wird an einem
dran zu knüpfenden Kontrollmechanismus gearbeitet (RMS). Einige am Walschutz
interessierte Länder haben jedoch Bedenken, dass sich solche Bedingungen
rechtlich nicht verankern lassen und zu viele Möglichkeiten offen lassen.
Am Walfang interessierte Länder wiederum haben mit dem irischen Vorschlag
Probleme, weil er ihre jetzigen Möglichkeiten einschränkt. So müsste Japan
den Walfang in der Antarktis einstellen und die Quoten im Nordpazifik
vermutlich reduzieren. Norwegen könnte z.B. den Walspeck weiterhin nicht
exportieren, der seit einigen Jahren tonnenweise auf Eis liegt. Weil ein
Kompromiss zwischen Schützern und Nutzern weit und breit nicht in Sicht
ist, steckt die IWC weiterhin in einer Krise und droht auseinander zu
brechen.
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Treibnetzfischerei
Bei der Treibnetzfischerei werden km lange, für Wasserlebewesen unsichtbare
Netze, nahe der Meeresoberfläche abgelegt. Sie sind speziell für den Fang
von oberflächennah lebender Fische wie Makrelen, Heringe, Sardinen und
Thunfische entwickelt worden.
Hier besteht allerdings eine Beifang-Problematik: vor allem Säugetiere
wie Delphine und andere Wale ersticken in Treibnetzen, aber auch Haie,
Schildkröten und Seevögel.
Im Januar 1992 legte die EU und die UN ein Verbot der über 2,5 km langen
Treibnetze fest. Trotz des Verbotes werden von den Mitgliederstaaten Italien
und Frankreich im Nord-Ost-Atlantik, im Mittelmeer und im Baltischen Meer
längere Treibnetze verwendet. Im Frühjahr 1994 legt die Kommission ein
Gesetzesvorschlag vor mit dem Ziel, Treibnetze jeglicher Länge ab Januar
1998 mit Übergangsregelung zu verbieten. Dieser Vorschlag wird im EU-Fischereirat
abgelehnt. Im März 1998 einigt sich der EU-Ministerat nach vierteljähriger
Verhandlungsdauer, dass ab dem Jahr 2002 der Einsatz von Treibnetzen beim
Fang in den europäischen Gewässern von Mittelmeer bis Atlantik verboten
sein soll.
Schätzungen ergaben, das alleine die französische Treibnetzflotte, die
Netze mit mehr als 5 km Länge benutzen, über 1.700 Delphine und knapp
83.000 Blau-Haie umgebracht hat. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben,
dass die italienische Treibnetzflotte, die illegal mit Netzen fischt die
12 km und länger sind, jedes Jahr 2.000 Delphine und Wale tötet und eine
Untersuchung im Auftrag der Englischen Regierung ergab, dass allein 1995
etwa 182 Delphine in den Treibnetzen der englischen Thunfisch-Flotte verendeten.
Im Mittelmeerraum werden täglich etwa 7800 km Treibnetze gespannt. In
ihnen verenden jedes Jahr 2000 bis 3000 Wale wie Delphine.
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Das Drama der Walstrandungen
Mehr als 20 verendete Pottwale strandeten im Herbst und Winter 1997/98
an den Nordseestrand. Das flache Watt wurde zur Falle: einmal gestrandet
können sie nicht ins freie Wasser zurück. Sie erdrücken sich selbst -
mit ihrem eigenen Körpergewicht.
Bei Lebendstrandungen fällt auf, dass immer wieder 10 bestimmte Arten
betroffen sind, wie Grindwale, Pottwale, manchen Schwertwale und Delphine,
also ozeanische Zahnwale. Bartenwale stranden relativ selten, was sicherlich
mit dem Sozialgefüge zusammen hängt.
Die wohl häufigsten Strandungen erleiden Grindwale. Eine Erklärung dafür
mag im Erdmagnetfeld liegen: weil sie immer wieder an den selben Stränden,
von Massachussetts, USA, Australien und Neuseeland verunglücken und weil
sie Magnetkristalle im Schädel haben, liegt die Vermutung nahe, dass zumindest
einige Wale das Erdmagnetfeld zur Navigation benutzen. Sie sind ozeanische
Weiten gewohnt und kennen keine Behinderung durch Küsten oder Treibnetze
und drehen nicht rechtzeitig wieder um. Das mag auch erklären, warum sie
trotz selten geglückter Rettungsversuche von Tierschützern wieder dieselbe
Richtung einschlagen und letztendlich kaum zu retten sind. Vermutlich
spielt auch das Sonar der Zahnwale, die Echolokation, eine fatale Rolle:
bei sandig-schlickig bewegtem Untergrund zeichnet es kein sauberes Bild
der Umgebung.
Viele Strandungen sind aber auch menschengemacht. So treiben im Beifang
der Fischerei verreckte und über Bord geworfene Kleinwale, wie Delphine
an die Küsten. Eingeleitete Gifte wie Pestizide, Schwermetalle, versenkter
Atommüll sowie die Verschmutzung durch Öl haben dramatische Folgen für
das gesamte Ökosystem Meer. Wale stehen am Ende der Nahrungskette und
reichern Gifte in ihrem Körper stetig an. Dem Weißwal oder Beluga des
St.-Lorenz-Stromes im östlichen Grenzgebiet zwischen Kanada und den USA
droht das endgültige Aus: Im Wasser enthaltene DDT- und PCB-Rückstände
aus Landwirtschaft und Industrie haben in den letzen Jahrzehnten so große
Schäden im Erbgut der weißen Delphine verursacht, dass Biologen keine
Chance mehr für ein Überleben sehen. Die Delphine sind steril und leiden
an Verkrüppelungen wie etwa Rückgradverkrümmungen. Ihre hochbelasteten
Kadaver müssen sogar als Sondermüll entsorgt werden.
Warum in letzter Zeit mehr Pottwale als früher ins Verderben ziehen, bleibt
Rätselhaft. Es gibt eine bange Vermutung: Akustische Umweltverschmutzung.
Ob Unterwassersprengungen militärischer Art oder für die Erdölgewinnung
- Störquellen gibt es mehr als genug. Nicht auszuschließen, dass sie die
akustisch so sensiblen Wale nicht nur fehlleiten, sondern ihnen brutal
die Sinne rauben.
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Meeressäuger als Attraktion?
Über 1000 Delphine fristen weltweit in den Delphinarien und Zoos ein eintöniges
Dasein. Vor allem Große Tümmler, aber auch 50 Orcas leben in Gefangenschaft.
Wer jemals Delphine in freier Wildbahn beobachtet hat, weiß, dass eine
artgerechte Haltung in Gefangenschaft nicht möglich ist. Viele der Tiere
sterben beim Fang und Transport. Die Meeressäuger werden eingekreist;
danach springen die Fänger ins Wasser, ergreifen die Beute und ziehen
sie heraus. Dabei ertrinken immer wieder Delphine oder erleiden Verletzungen.
Für die Shows werden nur schöne Tiere benötigt und so werden alte oder
verletze Tiere wieder ins Wasser geworfen. Für die empfindlichen Tiere
ist der Fang so erschreckend, dass sie in eine Art Schockstarre fallen,
die zu Überhitzung und Tod führen kann. Aber auch für die in Freiheit
verbleibenden Jungtiere oder trauernden Artgenossen ist die Folge des
Schocks nicht selten der Tod. Transporte sind für Delphine eine zusätzliche
und außerdem mit beachtlichen Gefahren verbundene Qual. Während der Transporte
werden den Delphinen ständig Beruhigungsmittel und Aufbauspritzen verabreicht.
Auf dem Weg in Delphinarien müssen sie mehrere Stunden oder sogar Tage
in einer Art Hängematte oder in gepolsterten Kisten verbringen. Nahezu
Schwerelosigkeit gewöhnt, drückt jetzt das eigene Körpergewicht auf die
Organe und stresst sie. Im Delphinarium angekommen müssen die Tiere, von
Schmerzen gelähmt, oft stundenlang an der Wasseroberfläche gehalten werden,
um nicht unterzugehen. Gefangene Delphine müssen zunächst lernen, tote
Fische aus der Hand von Menschen zu essen. Während der zunächst meist
zwangsweisen Fütterung erschallt der Pfiff einer Pfeife. So lernt das
Tier durch "positive Dressur", dass es erst beim Pfiff des Trainers etwas
zu essen gibt. Während die natürlichen Reviere der Tiere Ausdehnungen
von bis zu 300 km erreichen können, müssen sich die Meeressäuger einige
hundert Quadratmeter Beckenfläche mit fremden Artgenossen teilen. Während
die stets interessierten Delphine im Meer neben Felsen, Fische und Palmblätter
Tang unendlich viele Möglichkeiten zu spielen finden, bieten Delphinarien
nur glatte und kahle Betonwände. Statt Sonnenlicht, Wellen und Meeresgeräuschen
erleben die Tiere in Gefangenschaft überdachte, künstlich beleuchtete
Becken und den Lärm der Umwälzpumpen. Es kommt vor, dass in Delphinarien
gefangene Tiere aus Langeweile ins Wasser gefallene Gegenstände verschlucken
und daran sterben. Praktisch alle in den Becken gehaltene Tiere zeigen
ständig gleiche Schwimmbewegungen - eine Verhaltensstörung die in freier
Wildbahn nicht vorkommt. Einige Tiere verkraften die Gefangenschaft überhaupt
nicht und begehen Selbstmord, indem sie ihren Schädel solange gegen die
Beckenwände rammen, bis er zerbricht oder sie lassen sich einfach auf
den Grund treiben und hören auf zu atmen. Die Lebenserwartung der Tiere,
die in freier Natur 30 Jahre und älter werden können, ist in Gefangenschaft
deutlich verkürzt. Zwar ziehen einige seelisch geschädigte, körperlich
kranke und unnatürlich fette Tiere auch 20 Jahre oder länger mit erschlaffter
Rückenfinne ihre Kreise im Becken, aber die meisten Delphine sterben schon
während der ersten Jahre der Gefangenschaft.
Delphinarien, so argumentieren deren Betreiber, bieten die meist einzige
Möglichkeit, Delphine kennenzulernen. Menschen würden durch einen Besuch
dazu gebracht, sich für den Schutz dieser Meeressäuger einzusetzen.
Wirklich kennenlernen und schützen lassen sich Delphine nur in ihrem natürlichen
intakten Lebensraum.
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Der Lebenslauf eines Killerwales
Ein berühmtes Beispiel ist der Orcawal "Keiko", der durch "Free Willy"
bekannt geworden ist. Er wurde 1977 bzw. 1978 nahe Island im Atlantik
geboren. Ein Jahr später wurde er gefangen und nach Saedyrasfnid in ein
Aquarium auf Island gebracht. 1982 erwirbt Marineland in Ontario, Kanada,
Keiko und verkaufte ihn drei Jahre später an Reino Aventura, einem Freizeitpark
in Mexico City. Zu diesem Zeitpunkt ist er bereits 10 Fuß lang. Im Jahre
1992 wurde Keiko in Reino Aventura dann von Warner Bros. entdeckt und
wurde durch "Free Willy" berühmt. Durch inakzeptablen Haltungsbedingungen
in Reino Aventura leidet er an chronischen Gesundheitsproblemen, die trotz
aller Bemühungen nicht behoben werden konnten. Die Suche nach einem neuen
Zuhause konnte beginnen. Im Mai 1994 begonnen dann erste Verhandlungen
mit dem Oregon Coast Aquarium und im November wurde dann die "Free Willy
Keiko Foundation" mit einem Startkapital von 4 Millionen Dollar gegründet,
die von Warner Bros, der Regency Produktionsgesellschaft und der McCaw
Foundation gestiftet wurden. Die Foundation und das Oregon Coast Aquarium
verkünden den Bau einer Rehabilitationseinrichtung im Oregon Aquarium,
deren Bauarbeiten Mitte Dezember abgeschlossen waren. Nach dem Transport
hatte Keiko auch gleich sein neues Bassin bezogen. Im September 1998 ist
sein Auswilderungsversuch dann endlich beschlossene Sache. Er verlässt
das Oregon Aquarium und fliegt in einem Militärtransporter nach Island.
Dort erreicht er sein neues Zuhause - ein fußballfeldgroßes Aussengehe.
Doch Keiko ist zu sehr an das Auswilderungsteam und die Nähe zum Menschen
gewöhnt. Der Erfolg einer möglichen Auswilderung steht in Frage.
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Whale watching
Ein erhabenes Erlebnis: Ein riesiger Schatten unter der Wasseroberfläche
strebt nach oben, durchbricht die ruhige See, taucht laut schnaufend auf.
Kaum eine andere Touristenattraktion boomt so wie das Whale watching.
Allein im vergangenen Jahr haben über neuen Millionen Menschen in 87 Ländern
das Abenteuer erlebt, Wale zu beobachten und damit einen Umsatz von mehr
als zwei Millionen Mark erzielt.
Seit den fünfziger Jahren die ersten Fans von Kalifornien und Mexiko aus
vor allem zu den Grauwalen ausfuhren, hat die Branche pro Jahr bis 1980
im Schnitt um 12 % zugelegt. Fast 500 Gemeinden weltweit profitieren von
diesem modernen sanften Tourismus, der viele neue Jobs bringt und sogar
Wissenschaftlern eine Plattform für die Forschung bietet. Der Tourismus
leistet einen entscheidenden Beitrag zur Wirtschaft der Küstenregionen
und darüber hinaus zu Erziehung, Umweltbewusstsein und Sozialökonomie.
Selbst Japan und Norwegen gehören zu den Whale watching-Ländern. Dort
gaben 1998 mehr als 100.000 Menschen über 66 Millionen Mark aus, um die
Wale in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen. Der Waltourismus bietet eine
deutliche Alternative für die Bevölkerung vor Ort. Fischer und Walfänger
haben die Möglichkeit, die Tiere wirtschaftlich zu nutzen, ohne sie dabei
zu töten. In Japan werden Harpunen an den Orten, wo sich Tourismus entwickelt,
bereits nicht mehr geduldet.
Aber die Tiere müssen auch geschont werden. Sie reagieren auf Verfolgung
mit Flucht. Der Waltourismus darf daher nicht als neue Gefahr für die
Meeressäuger werden. Deshalb muss er wie Safaris in Afrika festen Regeln
unterliegen. Die Schiffe, von denen die Wale aus betrachtet werden, sollten
nicht zu nah an die Tiere heranfahren und regelrecht eingekreist werden,
so dass den Tieren keine Fluchtmöglichkeit mehr bleibt. Besonders bei
jungen Tieren kann dies zu erheblichen Stress führen.
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Was kann ich tun?
Jeder kann seinen Beitrag leisten Wale zu schützen!
- Esse kein Walfleisch, auch nicht im Urlaub zu Probe.
- Verbringe Deinen Urlaub nicht in Walfangtreibenen Ländern (u.a. Norwegen,
Dänemark, Japan)
- Kaufe keine Fische oder sonstige Produkte von solchen Ländern.
- Schreibe einen Protestbrief an die japanische und norwegische Botschaft
und laß sie dies wissen:
Japanische Botschaft
Herrn Botschafter Kume
Kleisterstraße 23-26
10787 Berlin
Norwegische Botschaft
Herrn Botschafter Morton Wetland
Rauchstraße 1
10787 Berlin
- Informiere Deine Freunde über das Walsterben.
- Besuche keine Delphinarien oder sonstige Shows mit Tieren.
- Verzichte auf den Verzehr von Thunfisch.
- Verhalte Dich umweltfreundlich! Wer sparsam mit Wasser umgeht, erzeugt
weniger Abwasser und damit Giftstoffe, die in die Flüsse und dann ins
Meer gelangen.
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Buchtips
Für Kinder ab 5 Jahren:
Deimer "Wale und Delphine"
Reihe WAS IST WAS
Tessloff Verlag, 50 Seiten
13.80 DM
Geistdörfer "Wale, die letzten Riesen der Meere"
Ravensburger Verlag, 34 Seiten
08.80 DM
James "Mein Freund der Wal"
Coppenrath Verlag
22.80 DM
Für Kinder von 9-14 Jahren:
Martin "Das Buch der Wale"
Reihe ENTDECKE DIE WELT
Moewig Verlag, 48 Seiten
19.80 DM
"Wale - Giganten der Meere"
Pop-up Bilderbuch
Ars Edition, 14 Seiten
39.80 DM
Cardawine "Wale und Delphine"
Reihe SCHAU UND LIES
Tessloff Verlag, 64 Seiten
24.80 DM
Für Jugendliche und Erwachsene:
Gewalt "Auf den Spuren der Wale - expedition von Alaska bis Kap Horn"
Bastei lübbe Verlag
253 Seiten
12.80 DM
Wandrey "Wale, Delphine und andere Meeressäugetiere"
Orbis Verlag, 155 Seiten
19.95 DM
Cafiero "Giganten der Meere - Wale und Delphine"
Sturtz Verlag
68.00 DM
Es reichten rund 150 Jahre menschlichen Wirkens, um den Bestand von Tierarten
die sich in ca. 60 Millionen Jahre entwickelt haben, ernsthaft zu gefährden.
Wale besitzen viele Fähigkeiten, die zu erklären die Menschen bisher nicht
im Stande waren. Und so werden wir wahrscheinlich auch den letzten der großen
Wale verlieren, ohne seine erstaunlichen Taten verstanden zu haben...
Eine Zusammenstellung aus Informationsschriften folgender Institutionen:
Greenpeace e.V., Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e.V., Gesellschaft
zur Rettung der Delphine e.V., Bund gegen Mißbrauch der Tiere e.V., PETA
Deutschland e.V., Deutscher Tierschutzbund e.V., Magazin "Tierfreund", Magazin
"TV Hören und Sehen"
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