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Sonntag 8.6.2008
Der 1. Tag
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Holger und ich fahren in diesem Jahr ohne Lars auf Tour, unser Ziel ist Mecklenburg Vorpommern. Aber vorher habe ich einige Schwierigkeiten zu meistern. Erstens kann ich nicht schon am Samstag los, weil auf der Arbeit ein wichtiger Termin feststeht, der sich nicht verschieben lässt. Aber jetzt, am Sonntagmorgen um 5:00 Uhr bin ich unterwegs, und es passiert „zweitens“. Das Handy klingelt, und ein Pförtner aus der Bank ist am Hörer. Ich höre schon das Dauerpfeifen des Schaltpultes, was nichts gutes ahnen lässt. Es wären alle Anlagen gestört, und Herr Splitt; mein Kollege der Notdienst hat; hat gesagt ich solle sofort zur Bank kommen. Ich erkläre ihm das ich auf dem Seitenstreifen einer Autobahn stehe und in den Urlaub Unterwegs bin.
„Versuche aber Herr Splitt zu erreichen“
kann ich den Pförtner fürs erste Beruhigen. Auf einem Rastplatz, wo ich erheblich sicherer stehe, kann ich meinen Kollegen erreichen. Gemeinsam können wir, die meisten Probleme lösen.
Mit einer Stunde Verspätung komme ich bei Holger an, den ich aber zwischenzeitlich informiert hatte.
An einer Tankstelle füllen wir noch die Benzinfässer, damit wir gleiche Spritvoraussetzungen haben. Über die A 40 und A 43 geht es auf die A 1 Richtung Hamburg. Das Wetter ist zwar trocken, aber nicht besonders, stellenweise ist es sogar Nebelig. Je näher wir an Münster kommen, desto dichter wird der Nebel. Bei Vechta ist eine ganz merkwürdige Wetterkonstellation, obwohl blauer Himmel zu sehen ist, fahren wir durch stellen dichten Nebels. Bis sich dann doch die Sonne durchkämpft. Sofort wird es warm, und ich bin froh das Holger; der vorweg fährt; ein Pause einlegt, die ich nutze um mir den Sportanzug unter den Motorradsachen auszuziehen.
Die Fahrt geht; wenn auch Autobahnlangweilig; weiter, bis Holger am Buchholzer Dreieck ein bisschen Spannung in die Situation bringt. Wohl ein wenig verwirrt wo es denn nun lang geht, möchte er einen Blick auf die Karte werfen. Nur leider auf dem Seitenstreifen, und das nur wenige Meter vor dem zweispurigen Abzweig des Dreiecks. Kein idealer Ort für solch eine Aktion.
„Wir müssen der A 1 noch bis hinter Hamburg folgen“
schrei ich zu ihm herüber. Holger sieht auf die Karte und nickt. Er dreht sich um, schaut ob die Abfahrtspuren frei sind, gibt Gas und ist wieder auf der A 1. Ich mach es ihm gleich, sehe in einiger Entfernung ein Wohnmobil und dahinter einen großen BMW. Ich gebe Gas. Sehe in diesem Augenblick im Rückspiegel, das der Fahrer des BMW das Wohnmobil überholt und stark aufholt. Er gibt mir nicht den hauch einer Chance die zwei Spuren zu queren um auf die A 1 zu kommen. Na gut, dann fahre ich halt auf der 261 weiter, ist auch ne schöne Bahn, wenn auch in die falsche Richtung.
Fünf Kilometer weiter kommt eine Abfahrt die ich natürlich sofort nehme. Der erste Versuch Holger mit dem Funktelephon zu erreichen klappt sofort. Wir verabreden, das er bis zum ersten Rastplatz fährt, und dort auf mich wartet, wovon ich sowieso ausgegangen bin. Ich fahre zurück zum Dreieck, biege falsch ab, und bin nach Bremen unterwegs. Bei der nächsten Ausfahrt der zweite Versuch. Der klappt.
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Holger beim füttern des Navi
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Weiter geht die Fahrt bis zur A 24, um dann später ab der Abfahrt Neustadt-Glewe die letzten Hundert Kilometer über Landstraßen zum Malchiner See zu gelangen, wo unser Übernachtungsquartier liegt. In Seedorf haben Holgers Cousine und ihr Mann einen Ferienbungalow, den wir benutzen dürfen. Holger lenkt seine Suzie auf den Parkplatz einer Bungalowsiedlung. Wir werden schon erwartet. Im Gegensatz zu uns haben alle vier Menschen auf der Terrasse lockere Sommerbekleidung an, und geraten bei der Begrüßung nicht so ins Schwitzen wie wir. Aber schnell entledigen wir uns der schwarzen Sachen, wenn ich auch keine kurze Hose mithabe, die bei diesen Temperaturen angebracht wäre.
Wir springen an diesem Nachmittag noch in den Malchiner See, wobei es mir vorkommt, das Holger nicht unbedingt die Wasserratte ist. Am Abend wird dann auf der Terrasse gegrillt, wobei Jens; da Christiane überhaupt nicht kocht, den Salat vorbereitet. Viele Tomaten, lecker mit Schafskäse angerichtet.
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Im Augenblick ist Fußball Europameisterschaft
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Deutschalnd - Polen 2 : 1
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Montag 9.6.2008
Der 2. Tag
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Nach dem Frühstück, das wir bei schönstem Wetter auf der Terrasse einnehmen können, wird Holgers Navigationsgerät gefüttert. Anhand einer Karte gibt er eine Reihenfolge von Orten in die Maschine ein, die wir als Rundtour zwischen verschiedenen Seen planen. Das Gerät soll die kürzeste Entfernung zwischen den Punkten suchen. Bislang haben wir damit die beste Erfahrung gemacht, es werden auch kleinste Straßen benutzt. Natürlich müssen Autobahnen ausgeschlossen sein.
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Frühstück auf der Terasse “unseres” Bungalows
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Wir fahren eine Zeitlang den Malchiner See entlang, um dann zu meinem Entsetzen auf eine Bundesstraße geleitet zu werden. Aber schon vier Kilometer weiter verlassen wir die B 108, die, obwohl eine Bundesstraße, bei uns durchaus als Kreisstraße durchgehen würde. Mein Tageskilometerzähler springt gerade auf die 30 Kilometermarke, da setzt Holger vor mir den Blinker links, was bedeutet das er wieder Richtung Seedorf, unserem Ausgangspunkt abbiegt. In Basedow, nur noch drei Kilometer von Seedorf entfernt, fällt es auch ihm auf.
„Wir sind wohl im Kreis gefahren, ist ja nicht mehr weit von Seedorf“.
Wir löschen die Routenfolge, und geben fortan nur einzelne Orte; die etwa 20 bis 30 Kilometer entfernt sind; ein. Und schon kommt Navi wieder klar, führt uns in die nächste Möglichkeit links, wieder von Seedorf weg. Aber dieses Linksabbiegen hat es in sich. Die Straße, wenn man diesen Weg überhaupt Straße nennen darf, ist zwar Asphaltiert, aber nicht breiter wie ein Pkw. An beiden Seiten sind Schotterstreifen, damit die Autos aneinander vorbei fahren können.
Aber es kommt noch besser. In dem Weiler Stöckersoll geht die Asphaltdecke in einen Schotterweg über. Nach ein paar Kilometer halte ich Holger an, damit wir ein Photo machen können. Die Tour durch Meckpomm fängt ja spitzenmäßig an.
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Ich kann es nicht glauben: Schotter unter den Reifen
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„Kann es sein, das wir ein Verbotsschild übersehen haben?“
Frage ich Holger. Aber weder er noch ich haben eines gesehen. Mal sehen wenn wir wieder Asphalt unter die Räder bekommen, was dort für Schilder stehen. Die Schotterstrecke endet nach acht Kilometer auf der Straße die wir vorhin schon mal gefahren sind. Einen schönen Kreis haben wir gedreht. Aber an der Einmündung steht kein Verbotsschild, ganz im Gegenteil, die Ortschaft Liepen; durch die wir vorhin gekommen sind ist ausgeschildert. In Liepen wurde die Schotterpiste kurz durch Kopfsteinpflaster aufgelockert. Unsere Fahrt geht, diesmal nur über Asphalt, nach Waren am Müritzsee. Einem Touristisch erschlossenen Ort, an dem wir uns eine Pause gönnen.
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Pause in Warren. Die Temperaturen steigen...
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Holger gibt das nächste Ziel ins Navi ein, und zwanzig Kilometer weiter fahren wir wieder auf einer Schotterpiste. Auf diesen Pisten kann man, solange es gerade aus geht, mit 50 Km/h fahren. Aber mit einemmal sehe ich an Holgers Suzie das Bremslicht aufleuchten, obwohl doch nichts im Weg ist. Das Bremslicht geht wieder aus, aber er hat mächtig Schwierigkeiten die Maschine auf Kurs zu halten. Wild schlingernd kommt er zum stehen. Der Schotterbelag hat sich in Sandfelder gewandelt. Vorsichtig versuchen wir diese Felder zu durchfahren, wobei das Motorrad im Sand nicht zu kontrollieren ist. Wir haben ja keine Enduro, sondern eine Straßenmaschine mit Reifen die auf Sand überhaupt keinen halt haben. Zum Glück hat die Strecke etwas Gefälle, denn stellenweise ist der Sand so tief, das ich befürchte wir würden uns festfahren. Das ist es. Wüstenbedingungen in Mecklenburg Vorpommern. Glaubt uns kein Mensch.
Am Nachmittag sind wir wieder im Bungalow, und springen; zumindest ich springe, Holger ist da etwas verhaltener; wieder in den See.
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Dienstag 10.6.2008
Der 3. Tag
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Wir haben von Jens den Tipp bekommen, das es in Jürgenstorf; etwa zwanzig Kilometer von unserem Quartier; ein Mopedmuseum gibt. Nach dem Frühstück sind wir dorthin unterwegs. In Jürgenstorf fährt Holger an dem Hinweisschild zur „Gaststätte Radhaus mit Technikmuseum“ vorbei. Ich überhole ihn, und kurze Zeit später stehen wir vor dem geschlossenen Technikmuseum, das erst um 13:00 Uhr öffnet. Dann fahren wir halt morgen Nachmittag noch mal hier her.
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Heute leider geschlosen. Das Zweiradmuseum in Jürgenstorf
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Heute haben wir anderes vor. Wir möchten im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide zwischen einigen Seen unserer weg suchen. Auf der Karte ist das Gebiet Grün, und ohne große Orte eingezeichnet. Mal sehen was uns dort erwartet. Natürlich hoffen wir wieder auf einige Naturstraßen.
Ich werde nicht enttäuscht, habe einen Heidenspaß an den Wegen die wir fahren.
Sie werden von mir in fünf Klassen eingeteilt:
Klasse 5 = Asphaltstraße an denen zwei Autos langsam aneinander vorbei kommen.
Klasse 4 = Asphaltstraße mit der breite von einem Auto. Links und rechts sind Schotterbefestigungen, an denen die Fahrzeuge ausweichen müssen, um vorbei zu kommen. Wir haben immer Glück das die Fahrer der Pkws ausweichen, und nicht wir auf den Schotter müssen.
Klasse 3 = Kopfsteinpflasterstraßen. Eine Fahrspur auch manchmal mit Betonplatten ausgelegt.
Klasse 2 = Naturstraße, wo die Fahrspur auch mit Betonplatten ausgelegt ist. Aber Vorsicht. Immer schön auf den Platten bleiben, sonst wird es schwierig Suzie in einer aufrechten Lage zu halten.
Klasse 1 = Schotterstraße in verschiedenen breiten und Zustände.
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Wir stehen gerade im Weiler Bansow, als ein riesiger Traktor mir sehr wenig Abstand an uns vorbeifährt. Das Teil hat Räder die etwa zwei Meter hoch sind, und dahinter hängt eine Anhänger mit ebenso großen Räder und drei Achsen. Wir setzen unsere Fahrt fort, und haben den Landwirt schnell eingeholt. Es besteht aber auf der schmalen Straße keine Chance das Teil zu überholen. Leider möchte Holgers Navi, das wir dem Trecker immer weiter folgen. Irgendwann nach einem Abbiegen kommt die große Zeit des Landwirtes. Wir fahren mal wieder über einer Schotterstrecke, und haben nicht die geringste Möglichkeit hinten dran zu bleiben. Dieser Weg ist zwar sehr breit, aber mit kleinsten Bodenwellen gespickt. Ich habe gerade einen Reiseführer über Namibia gelesen, und dort wird genau diese art von Schotterstrecken beschrieben. In Namibia nennt man sie Gravel Pad, und sollen von den Fahrzeugen in einer bestimmten Geschwindigkeit befahren werden. Die Räder sollen dann nicht mehr in den Täler der Bodenwellen aufschlagen, sondern genau oben. Dadurch würde die Fahrt erheblich ruhiger werden. Ja, dann mal viel Vergnügen, mit unseren Straßenreifen auf so einem Belag mit 60 – 80 Km/h zu fahren. Der Straßengraben lässt grüßen. Holger meint später zu dem Traktor:
„Ich möchte mal wissen, wie viele Radfahrer der schon überfahren hat, ohne es zu merken?“
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Mittwoch 11.6.2008
Der 4. Tag
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Bevor Holger und ich heute losfahren entsorgen wir noch unseren Müll in der Tonne der Nachbarn, da zu dem Bungalow der Cousine keine Mülltonne gehört. Pünktlich um 13:00 Uhr stehen wir vor dem Technikmuseum wo Hans, der heute Dienst hat, gerade ankommt. Wir können unsere Tankrucksäcke in seinen Wagen legen. Da wir im Augenblick die einzigen Besucher sind, kann er uns in Ruhe durch das Museum führen.
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Die MZ BK 350 (BK = Boxer Kardan) wurde von 1952 bis 1959, als erste Neukonstruktion des ehemaligen Zschopauer DKW-Werkes produziert.
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Das Haus, das nach der Wende eine Zeitlang ein Hotel war, wurde vom Verein gekauft, und umgebaut. Die Bürgschaft für den Kredit haben Vereinsmitglieder; die sich Finanziell gut helfen können; übernommen. Die Maschinen die hier zu stehen sind zum Teil Vereinseigentum, aber auch Leihgaben von Mitgliedern und anderen Personen. Auf 300 m² stehen die verschiedensten Fahrzeuge rum. Dieses Museum kann sich rühmen die einzige Komplette Simson Sammlung in Deutschland zu haben. Sammler aus der ganzen Republik kommen hier her, um sich nach Details der Simsonfahrzeuge zu erkundigen.
Aber auch MZ und AWO ist in der Halle vertreten. Sehr geschickt finde ich ein Simson SR 1 die an verschiedenen Stellen aufgeschnitten ist. Man kann ins Lampengehäuse, in den Tank, auf die Federelemente, und was ich ganz besonderes ideenreich finde, in den Motor, sehen. Dieser lässt sich mittels der Tretkurbel sogar noch bewegen, und auch der Zündfunke an der Kerze ist zu beobachten. Als wenn er nur noch Benzin bekommen müsste, und er könnte anspringen.
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Eine Simson SR1 als Lehrobjekt. Zündfunke ist vorhanden. Sprit in den Tank, und schon springt der Motor an? Eher nicht.
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„Wir haben bei uns einen, der ist sehr geschickt mit dem Winkelschleifer“, erklärt Hans. Quasi ein Filigranflexer.
In der Zwischenzeit kommt Norbert, der in der nähe bei der Dekra arbeitet, um in der Mittagspause sein Simson Gespann fürs Wochenende fertig zu machen. Holger hilft tatkräftig mit das Gespann auf die Straße zu bekommen. Nach wenigen Kicks springt der Motor an, und Hans fährt los um in die Reifen Luft nachzufüllen. Ohne Kennzeichen! Aber das ist halt Dorf.
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Hans erklärt Holger die einzelnen Modelle
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Weil wir auf dieser Tour auch an die Ostseeküste möchten verlassen wir „unseren“ Bungalow heute. Fahren aber, bevor wir zur Küste düsen, noch nach Malchin, um den Schlüssel fürs Quartier abzugeben. Die Strecke nach Stralsund, unserem nächstem Übernachtungstort, haben wir schnell hinter uns gebracht. Wir sehen Stralsund als guten Startpunkt für unsere morgen geplante Rundfahrt auf Rügen an. Eine Pension ist auch schnell gefunden.
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Der Eingang unserer Pension ”Zum Rügendamm”
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Zu Fuß gehen wir in die hübsche Innenstadt, mit vielen Backsteinbauten. Besonders fallen hier die großen Kirchen; die Marienkirche, Nikolaikirche und Jakobikirche; auf. Auch das Rathaus mit dem Marktplatz empfinde ich als Augenweide. Der Vermieter hat uns empfohlen zum Hafen zu gehen, dort würde die „Gorch Fock I“ liegen.
„Wie kommen wir zum Hafen“ ,
fragt Holger einen Passanten.
„Gehen sie einfach eine Straße, die hinunter führt, dann kommen sie Automatisch am Hafen an“.
„Bis das Wasser kommt“,
meine ich zu dem Mann.
Etwas verwirrt schaut er mich an, weiß wohl nicht so recht, ob ich das ernst meine, oder ihn verarschen will. Sagt dann aber doch:
„Ja, ja, bis sie am Wasser stehen“.
Wasser sehen wir noch nicht, aber die drei Tops der Masten von „Gorch Fock I“. Dann kann der Hafen nicht mehr weit sein. Im Hafen stehen ebenfalls schöne Backsteinbauten, es sind die alten Speicher der Stadt. Dazwischen wurde das neue Meeresaquarium, das noch nicht eröffnet ist, gebaut. Der moderne Bau ist gewöhnungsbedürftig. Aber vielleicht muss er auch erst mal fertig werden. Die „Gorch Fock I“ liegt als Museumsschiff im Hafenbecken und kann besichtigt werden, wozu wir uns für morgen spontan entschließen.
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Die Gorch Fock I muß bis morgen auf unseren Besuch warten
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Donnerstag 12.6.2008
Der 5. Tag
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Das wird heute wohl ein Regentag. Schon beim Frühstück regnet es in strömen. Das Gepäck verzurren klappt noch so etwa im trockenen, aber die paar Kilometer zum Hafen von Stralsund fahren wir in Regenkleidung. Wir bekommen direkt vor dem Liegeplatz der „Gorch Fock I“ einen Parkplatz, und können uns wieder aus den Plastiksachen schälen. Aber schon wenige Minuten später; wir lösen gerade unsere Eintrittskarten; kommt der nächste Guss. Anstatt den Rundgang, wie vom Eigner vorgesehen, auf dem Oberdeck zu beginnen, flüchten wir über einen Niedergang unter Deck. Es gibt verschiedene Kajüten zu besichtigen, unter anderem die Kapitänskabine, die heute auch als Standesamt genutzt werden kann. In den unteren Decks ist heute ein Museum eingerichtet, das die wechselvolle Geschichte der „Gorch Fock I“ erzählt.
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Die Kajüte des 1. Offiziers
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Wir entern das Oberdeck, auf dem es mittlerweile wieder trocken ist. Der Himmel zeigt zaghaft blaue Stellen, aber es gibt noch einige dunkle Wolken am Firmament. Am Eingang ist auch ein kleiner Shop aufgebaut wo der Verein, der die „Gorch Fock I“ betreibt, verschiedene Merchandising-Artikel verkauft. Es wird auch eine Erklimmung des Hauptmastes angeboten, die 15 € kosten soll. Mit Sicherheitsleine und anschließendem Diplom.
„Das wäre doch mal was, den Mast bis ins Top hochklettern“.
„Hier, mein Kumpel möchte bis in die Mastspitze klettern“.
Gibt der Höhenängstliche Holger direkt an den Mann hinter dem Tresen weiter. Leider darf der Verein seine Gäste nur bis zur ersten Plattform Hochlassen, das ist aber nicht viel Höher als die Leitern, die ich manchmal auf der Arbeit benutze. Und dafür brauche ich keine 15 € bezahlen.
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Während Holger das Navi Richtung Rügen einstellt, beobachte ich den Himmel aus dem ich alles lesen kann. Von Sonnenschein bis Wolkenbruch. Holger zieht sich die Regenkombi, ich nur die Regenhose an. Das Navi führt uns über kleine Hafenstraßen zum alten Rügendamm. Die neue Brücke ignoriert das Gerät. Gut so. Nachdem wir Rügen erreicht haben biegen wir sofort rechts ab, damit wir unsere Rügenumrundung beginnen können. Obwohl noch einige Tropfen fallen, übernimmt der Sonnenschein die Großwetterlage, und bald halten wir an, um völlig durchgeschwitzt die Regensachen in die Taschen zu verbannen. Auch auf Rügen haben wir Glück mit unserer Streckenwahl. Wenn auch kein Schotter, aber zumindest Straßen der Klasse 2. Betonspuren mit Wiese dazwischen.
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Holger gibt Navi ds neue Ziel vor. Es wird langsam Zeit bei diesem Sonnenschein den Regenkombi auszuziehen
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Holger zieht es ans Meer. Zur Mittagspause erreichen wir bei Lobbe die Ostsee. Nur eine kleine Düne trennt den Parkplatz vom Strand, die wir mit Leichtigkeit erreichen. Zu Fuß natürlich, die Suzies bleiben auf dem Parkplatz. Wenn ich am Meer bin muss ich rein, wenn auch nur ein kleines Stück, damit die Stiefel nicht vollaufen.
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Die Stiefel bleiben dicht
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Unsere Umrundung geht weiter. Bei Altenkirchen biegen wir rechts ab, um so nah wie möglich zum Kap Arkona zu gelangen. Ich würde gerne die Kreidefelsen mal sehen. Leider wird uns die Durchfahrt irgendwann verboten. Und obwohl wir schon weiter gefahren sind als erlaubt, ist der Fußweg; bei dem mittlerweile blauen Himmel; bis zu den Leuchttürmen recht anstrengend. Da wir jetzt die Nase vom laufen voll haben, lassen wir uns, ohne die Kreidefelsen gesehen zu haben, mit einem Bimmelbähnchen zu den Mopeds bringen.
Nach unserer erfolgreichen Umrundung von Rügen, haben wir uns den Seeort Barth als Übernachtungsstation ausgesucht. Beim Verlassen von Rügen müssen wir wieder die alte Brücke benutzen. Die neue, erst vor einem Jahr eröffnete neue , ist im Augenblick wegen Reparaturarbeiten gesperrt. In Barth suchen wir etwas länger nach einem Quartier. Eine Pension, die schon eine ganze weile ausgeschildert ist, hat leider ihre Türen geschlossen. Um wieder in die Innstadt, und zum Hafen zu gelangen, fahren wir; wegen einer Baustelle; einen großen Bogen. An einer Kreuzung sortiert sich Holger auf der geradeaus Spur ein. Im letzten Augenblick sehe ich ein Hinweisschild zu einer Pension. Wir biegen ab, und sind damit auf dem Weg zum Hafen. Vor der Pension ist extra ein „Bike-Parkplatz“, der zwar eigentlich für Fahrräder gedacht ist, aber für Suzies genauso gut geeignet. Die Pensionswirtin steht vor ihrem Gebäude, ist zwei Radfahrer behilflich ihre Räder auf den Hof zu bugsieren.
„Ich habe noch ein Doppelzimmer für eine Nacht, kostet 70 €“
bekommen wir die Information, noch bevor wir unsere Helme abgenommen haben. Wir nehmen das Zimmer, mit einem wunderbaren Blick auf den Hafen und den Barther Bodden.
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Freitag 13.6.2008
Der 6. Tag
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Wir möchten uns heute entlang der Küste in westlicher Richtung hangeln. Die Stecke geht an Zingst vorbei, übers Darß, und gegen Mittag befinden wir uns an der Warnemündung. Rechts von uns die Ostsee, links der Hafen von Rostock. Während vor uns die Boote in und aus dem Hafen fahren, Essen wir unser Brötchen. Nur einmal mussten wir auf der Fahrt hierher kurz unsere Regensachen anziehen, es hatte sich wohl eine Wolke verirrt, denn jetzt ist der Himmel wieder überwiegend blau.
Holger gibt Rerik am Salzhaff als nächstes Ziel ins Navi ein, fährt aber in die Richtung aus der wir gekommen sind. Eigentlich müssten wir mit der Fähre über die Hafeneinfahrt bzw. die Warnemündung. Die See hatten wir während der ganzen Zeit rechts, dort sollte sie auch bleiben. Aber nach Holgers Abfahrt ist sie links.
„Wir müssen doch mit der Fähre auf die andere Seite“, rufe ich ihm noch zu.
„Ja warte, das Navi muss sich erst finden“.
Hä? Dafür brauch ich doch kein Navi. Entweder hat Holger einen Navigatorischen Blackout, oder er will nicht mit der Fähre übers Wasser. Jedenfalls machen wir einen Riesen Umweg. Klar bei einer Motorradtour ist der Weg das Ziel, doch leider geht der Weg über eine Autobahn, wo das Navi uns nicht in den Mauttunnel unter der Warne führt, sondern über kleine Stadtstraßen mitten durch Rostock. Das sind dann locker 40 Kilometer Umweg
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In Wismar machen wir noch mal eine kurze Pause, um der in Altstadt eine kurze Stippvisite abzustatten. Holger, der auf solch Touristische Einlagen nicht vorbereitet ist, muss seinen Tankrucksack, in dem die Wertgegenstände sind, immer mitschleppen. Das geht dann ganz schön in die Arme, und auch der Schweiß kommt aus der Stirn gelaufen. Wir gehen bis zum Markt sehen uns die „Wasserkunst“ und den „Alten Schwede“ an. Aber viel weiter bekomme ich Holger nicht. Wobei ich sagen muss, das mir Stralsund auch besser gefalle hat. Mag aber daran liegen, das wir dort Abends mehr Zeit hatten.
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“Alter Schwede” in Wismar
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Verdiente Pause auf dem Marktplatz
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Immer mit Gepäck unterwegs. Holger
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Wir fahren noch 20 Kilometer bis Grevesmühlen um uns ein Übernachtungsquartier zu suchen.
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Nach der Tour muss der Schlappen runter
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Samstag 14.6.2008
Der 7. Tag
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Heute ist unser letzter Tag, und die lange Heimreise beginnt. Aber vorher möchte ich noch nach Boltenhagen, wo Inges Schulfreundin wohnt. Leider sind die Angaben über die Straße wo Regina wohnt so ungenau, das Navi damit nichts anfangen kann. Immerhin sehen wir uns die neue Marina an, damit ich ein paar Photos für Inge machen kann.
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Damit die Rückfahrt nicht komplett über die langweilige Autobahn geht, fahren wir bis Soltau über Landstraßen. Das Wetter ist heute gar nicht gut, es könnte jederzeit Regnen. Wir haben aber Glück und kommen bis etwa 25 Kilometer vor dem Kamener Kreuz trocken durch. Pech haben wir, das uns der Regen genau in einer Baustelle trifft, in der es nicht gut läuft. Wir brauchen einige Zeit bis wir am Rasthof Rhynem Abfahren können, um unsere Regesachen anzuziehen. Am Nachmittag laufe ich in Rheydt ein.
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Unterwegs zur Lüneburgerheide
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Die Photos sind von Holger Hackert und Karl-H. Mohr
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