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Die Loreley steht eigentlich gar nicht in meinem Routenbuch
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Zum ersten mal so eine Lange Anfahrt!
Suzie habe ich am Abend schon gepackt, so das ich pünktlich um 4:00 Morgens losfahre. Es ist noch reichlich frisch in der Welt, klar das die Bekleidung eher Wintermäßig ausfällt. Thermohose, Pullover, dicke Winterhandschuhe, die Regensachen griffbereit im Tankrucksack. Die Wetterprognosen für Heute sind so verschieden wie die Kolben der SUZIE auf und ab Schwingen. Trocken ist es im Augenblick jedenfalls noch. Die Sonne bringt auch langsam Licht in die Landschaft und lässt die Wolken nicht mehr ganz so dunkel aussehen.
Ich bin gerade an der Tankstelle „Mosel“ vorbei da fängt Suzie das Stottern an, das umlegen des Benzinhahns bringt fürs erste wieder Schwung in die Fuhre. Es wird aber trotzdem problematisch. Nach 200 Km habe ich die Reserve eingelegt, die sich normalerweise erst bei 330 Km bemerkbar macht. Die nächste Tanke, „Hunsrück“, ist 50 Km entfernt. Bei einem normalen Verbrauch kein Problem, aber mit 1/3 Mehrverbrauch kommen Suzie und ich da nie an. Während der ganzen Rechnerei sind auch schon ein paar Kilometer vergangen, da nehme ich lieber die nächste Abfahrt. Eine Entscheidung jagt die nächste: Links oder Rechts fahren. Eine Karte von Deutschland habe ich nicht mit, will ja nur durchfahren. Klar wo ein Rechtshänder hinfährt. Nach Links. Nun ein bisschen kennt man sich ja aus, und die Schilder weisen zur B 327.
Die heißt auch Hunsrückhöhenstraße, diese wiederum geht Meilenweit an alle Orte vorbei, was ich ja überhaupt nicht gebrauchen kann. Den Kurs um 180° geändert. Eine schmale Landstraße bringt mich nach St. Goar zum Vater Rhein. Die Tankstelle wird gerade geöffnet, so das ich mir den gegenüberliegenden Loreleyfelsen ansehen kann.
Romantik ick lass dir grüßen.
Mit vollem Benzinfass geht die rasende Fahrt zurück zur Autobahn. Der Mensch lernt ja nie aus, auch der reisende Mopedfahrer ist nur ein Mensch, der gelernt hat nach 200 Km den Tank zu füllen.
Das Wetter spielt wunderbar mit, die dunklen Wolken haben sich verzogen und der Sonne Platz gemacht. Bei einer Geschwindigkeit von 135 Km/h lässt sich Suzie trotzt des Gepäck gut bewegen. Wenn’s schneller wird kommt sie ins Pendeln.
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Auch zuhause sollte man
Karten lesen können
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Das Tankproblem hat sich mittlerweile von alleine gelöst: Nach 200 Km bin ich froh mal absteigen zu können um die Knochen auszuschütteln. Auf der A 9 hinter Nürnberg kommt der Verkehr mit einemmal zum stehen. Die ersten Autofahrer steigen aus, auch ich mache es mich bequemer, ziehe Helm und Jacke aus. Einige Mopedfahrer drängeln sich zwischen den Autos, mit meinem Gepäck würde ich wahrscheinlich irgendwo hängen bleiben. Zwanzig Minuten dauert der unfreiwillige Aufenthalt, dann geht’s langsam weiter. Das soll zum Glück die einzige Verkehrsstörung auf der ganzen Fahrt bleiben.
Vor Bad Reichenhall muss ich mich entscheiden, entweder weiter Autobahn, oder über die Landstraße nach Hallstadt. Was gibt es da zu Überlegen, das Wetter ist Top, mir geht es gut, SUZIE ist gut drauf, also runter von der Autobahn zur Straße mit den Kurven. Natürlich habe ich beide im GPS.
Leider ist eine Straße die ich Fahren will gesperrt, was ein Umweg von 70 Km bedeutet. Erst Richtung Süden bis Berchtesgaden, dann wieder nach Norden ins Österreichische Hallein. Den dümmsten Fehler aber habe ich schon zu Hause gemacht, anstatt den direkten Weg zu nehmen, (grüne Linie) plane ich einen großen Bogen (blaue Linie), nicht mal während der Fahrt, erst an der Kreuzung in Altenmarkt sehe ich die Straße nach Bischofshofen. „Das gibt’s doch gar nicht“ So summieren sich die Umwege auf 130 Kilometer.
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Warum verstehe ich bloß keinen Menschen?
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Das kleine Camp, das ich mir aus dem ADAC-Campingführer heraus gesucht habe, ist bis auf zwei Wohnmobile ganz leer. Die Chefin sagt ich soll erst mein Zelt aufbauen und dann anmelden. Klar, Duschen ist auch nicht schlecht. Das Wetter lädt zum Biergarten ein. So ist die Anmeldung ruckzuck erledigt, und schon sitze ich draußen bei den „Einheimischen“, wie die Chefin sagt.
Es geht alles sehr familiär hier zu, ein Gast bringt mir das Bier und die Pizza. Einzig die Sprache, dachte ich doch das Österreich deutschsprachig sei, so hat das was ich hier höre eigentlich nichts mit dem zu tun was mir als meine Muttersprache bekannt ist. Trotzdem ist es ganz lustig, vor allem nach dem dritten halben. Außerdem kann ich so gut schlafen.
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Rabatt ist nicht
immer günstig
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Es ist kein Sonntag, trotzdem läuten die Glocken pünktlich um 6:00 Uhr, aber aufstehen ist noch nicht. Zum Glück kann ich noch mal fest einschlafen. Zu einer gemäßigten Uhrzeit holt mich die Sonne aus dem Zelt. Vor dem Frühstück ist einkaufen im Konsum angesagt, die Knoblauchleberwurst schmeckt fantastisch.
Heute steht die Dachsteinhöhle, die ich nach einigen Kilometern erreiche, auf meinem Reiseprogramm. Um zur Höhle zu gelangen muss ich erst mit der Dachsteinseilbahn den Berg hochfahren. Auf der Campanmeldung steht, das es einen Rabatt gibt wenn man vor 10:00 Uhr mit der Bahn fährt. Es sind 9:45. Die Fahrt mit Eintritt kostet 245 ATS ca. 35 DM, wo ist der Rabatt?
Mit einer Schulklasse, die zum Glück nicht in meiner Gruppe ist, geht es zur Bergstation. Von hier aus sind es noch einige Höhenmeter, zu Fuß, bis zum Höhleneingang. Endlich oben bin ich ganz schön am Schnauben, man ist halt nichts gutes mehr gewohnt. Noch 15 Minuten warten bis der Führer die Höhle öffnet und ich in die Kälte steigen darf. Der Anfang macht ein großer Höhlensaal, der König Artus Saal. Auf dem Boden liegen viele Felsbrocken, so groß wie Pkws. Seit 1910, als die Höhle entdeckt worden ist, wäre nichts mehr von der Decke gefallen. Muss man ja glauben. Es folgen noch ein paar Räume wie sie auch in normalen Tropfsteinhöhlen vorkommen.
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Eis nicht nur zum lutschen
auch zum ansehen
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Dann geht es über Stahltreppen in die eigentliche Eishöhle. Das Eis entsteht aus Schmelzwasser das in der kalten Höhle gefriert. Im Sommer wird das Wasser wärmer, und die Eisdicke nimmt wieder ab, so das jetzt im Frühjahr, das mächtigste Eisvolumen zu bewundern ist. Es ist aber nicht so, dass alles Eis wieder schmilzt, es bleibt jedes Jahr einige Zentimeter übrig.
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Das älteste Eis ist fünfhundert Jahre alt. Die Führung dauert etwa eine Stunde, bei einer Temperatur von drei Grad unter null, wird es mir sogar in der Motorradkleidung kalt. Die anderen Führungsteilnehmer haben nur leichte Sommerkleidung an. Die sind ganz nett am frieren.
Nachdem die Dachsteinbahn mich an der Talstation wie der ausgespuckt hat geht meine Fahrt weiter um das Dachsteinmassiv. Leider sind hier einige „gelbe“ Straßen gesperrt, und die Tour muss wieder umgemodelt werden. Zum Glück ist die Zufahrtstraße zum Skigebiet Dachstein nicht nur offen, sondern auch noch Mautfrei.
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Lamm vom heißen
Holzkohlengrill
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Liegt wohl daran, das Skifahrer weit und breit nicht auszumachen sind, klar dass dann alles hier oben geschlossen ist. Just in dem Augenblick wie ich den Helm abziehe, fängt mein Radiotelefon zu spielen an. Inge ruft aus der Telefonzelle in Klosters an, wenn das kein Timing ist? Wieder runter von der Mautstraße fahre ich an einem Schild vorbei „Gartengrill geöffnet“ genau das was ich jetzt brauche, den Anker schmeißen und zurück. Der Garten ist tatsächlich geöffnet, nur der Grill ist kalt, aber für mich schmeißt der Grillmeister den großen Holzkohleheizer extra an. Auf einer Tafel stehen die verschiedenen Grillgerichte. Zu dem Garten gehört auch ein Camp, das im Augenblick ziemlich verlassen wirkt. Nach einiger Zeit sind meine Lammsteaks, fertig, sie schmecken vorzüglich. Gut gestärkt geht es weiter bis---Ja bis ein Motorradpolizist mit seiner Radarpistole mir Einhalt gebietet. Statt 50 bin ich 71 Km/h gefahren. Er bekommt von mir 300 ATS, das sind umgerechnet etwa 45 DM. Später im ADAC-Heft lese ich das er bis 210 DM hätte verlangen können, dass ist der Motorradrabatt. Jetzt aber besser auf die Schilder achten.
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Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung
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Am Großglockner und
doch nicht zu Sehen
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Die Glocknerstraße mach richtig Spaß, trotzt dem Gepäck kann ich die Kehren gut durchfahren. Bis es auf 1900 m mitten in die Wolken geht läuft es prima. Danach ist die ganze Sache ein wenig schwieriger, stellenweise kann ich die Hand vor den Augen nicht sehen. Jeden Augenblick ändert sich das Bild, erst sieht man die Leitplanke kaum, dann reißt es auf und die Sonne scheint für Sekunden, aber nass ist es immer.
Die Anfahrt zur Edelweißspitze ist nur aus Kopfsteinpflaster, dazu noch nass, da ist mehr als Vorsicht angesagt. SUZIE zieht unbeirrt ihre Bahn, wenn auch etwas kurzatmig ob dieser Höhe. Oben auf 2500 m pfeift ganz schön der Wind und immer steht man in den Wolken.
Die Abfahrt erweist sich ebenfalls als problemlos, keine Schwierigkeiten mit den Bremsen, trotz der hohen Beladung. Einige hundert Meter der Straße wird neu geteert, im Augenblick besteht Sie nur aus groben Schotter. SUZIE lässt sich nur unwillig lenken, das Gewicht drückt jetzt ganz ordentlich. Zwei Enduristen die mir entgegenkommen fühlen sich her in ihrem Element.
Die Glocknerstraße liegt schon einige Zeit hinter mir, als ich ein Schild sehe „Biker Willkommen“, es gehört zu einem Restaurant. Die Zeit passt, der Hunger auch, und die Sonne lugt auch hin und wieder durch die Wolken. Während ich ein Gulasch esse liegen Handschuhe und Regenkombi in der Sonne zum trocknen.
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Die Motorradfahrer die Vorbeifahren haben alle keine Regensachen an, das gibt Hoffnung. Eine Stunde ohne Regensachen, da kommt Freude auf. Dann gegen 13:20 eine kleine Pause. Inge müsste gleich anrufen. Vor dem losfahren die Kombi wieder an. Kurz vor der Italienischen Grenze geht es richtig los, der Wettergott tut sich keinen Zwang an, Gewitter, Sturm, sintflutartige Regenfälle, auch mal Sonne. Alles wechselt sich ab, oder kommt gleichzeitig. Drei Stunden bis Bozen durch einem Unwetter ins nächste. Die Handschuhe nass, der Nacken nass, der Rest ist zumindest feucht und alles zusammen ziemlich kalt. Da ist die Entscheidung schnell getroffen: Ich lasse Zelt, Zelt sein. Das Camp hat auch ein Hotel, so fahre ich direkt vor die Hotelanfahrt.
An der Rezeption erfahre ich das es ein Zimmer nur für eine Nacht frei ist. Auf die Frage, wie die Wetterprognose der nächsten Tage ist, da ich eigentlich mit dem Zelt unterwegs bin, wird mir nicht allzu gutes Vorausgesagt. „Warum nehmen Sie keinen Bungalow? Der ist auch günstiger wie ein Hotelzimmer.“ Der „Bungalow“ entpuppt sich als kleine Holzhütte, aber er ist trocken und hat einen Kühlschrank.
Der Wetterbericht spricht von einer „Störung“, hat aber für Morgen wieder etwas besseres Wetter angesagt. Ich lass mich überraschen. Die Sonne scheint schon wieder.
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Die Sonne macht
SUZIE Spaß
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Ich habe behaglich geschlafen in der Holzhütte, noch dazu da ich gestern Abend zum Essen ein leckeres Weizenbier getrunken habe. Heute Morgen scheint auch wieder die Sonne und voller Tatendrang kümmere ich mich um SUZIE. Die Kette verlangt nach neuem Fett, die Kupplung will neu eingestellt sein und der Ölstand kontrolliert. Danach geht es aber los.
Heute möchte ich eigentlich nicht soviel fahren, obwohl die Straßen in Südtirol ganz toll sind. Zur Abwechslung will ich mal meine Füße benutzen. Mit einer Seilbahn hoch auf einen Berg, dann noch einige Stunden laufen zu einem Gipfel der über 3000 m hoch ist, mal sehen wie weit ich komme.
Die Fahrt zum Pass Pordoi, wo die Seilbahn losfährt, erweist sich als landschaftlich ganz toll. Wie eigentlich alle Nebenstraßen in Südtirol, hinter jeder Kurve ergibt sich ein neues Bild. Eines schöner als das andere, man mag gar nicht genug davon bekommen.
Ein rotes Schild am Straßenrand sagt mir das der Pass ab dem Ort Arabba gesperrt ist. Ein Blick auf die Karte, sagt mir das der Ort hinter dem Pass liegt, und ich bis zum Pass fahren kann.
Unter der Motorradhose habe ich die Jeans angezogen, jetzt kann ich die warme Hose zum Wandern ausziehen. Ein paar andere Schuhe angezogen, schon bringt mich die Seilbahn zum Pordoi.
Dort hat’s sich’s aber mit Wandern!
Nur die Sonnenterasse ist vom Schnee geräumt. Der Weg zum Piz Boe liegt unter einer meterhohen Schneedecke und es wäre schon sehr leichtsinnig, wenn nicht gar unmöglich dort weiter zu gehen. Na gut dann ist eben nichts mit Wandern, ein bisschen rumgucken das ist es dann leider.
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Pässespringen um die Sellagruppe
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Pässespringen habe ich diese Tour schon in der Vorbereitung genannt. In der Realität ist es noch viel besser, es gibt eigentlich keine Straße die gerade ist. Einer Kurve folgt die nächste, einfach unvorstellbar. Es geht rauf und runter, wie auf einer Achterbahn, und diese Achterbahn hat so klangvolle Namen wie: Grödnerjoch, Sellajoch, einmal rund um die Sellagruppe.
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Es geht immer wieder über 2000 Meter. Durch die Bremsmanöver vor den Kehren fangen meine Handgelenke zu schmerzen an, aber ein Indianer kennt keinen Schmerz. Auch die Landschaft ist atemberaubend, wenn die Straße sich mal wieder auf 2000 Meter hochschraubt. Die Baumgrenze liegt unter mir, dadurch erscheint die Landschaft sehr unwirklich. Insbesondere bei dem wenigen Verkehr im Augenblick, zum Glück bin ich Frühaufsteher! Auf den Gipfel liegt der Schnee und ich fahre im schönsten Sonnenschein, so macht das Fahren Spaß.
Auf dem Sellajoch mache ich eine kleine Pause. Erst jetzt fällt mir auf, das die Tachowelle runterhängt. Mir ist gar nicht aufgefallen das der Tacho nicht mitlief, nun ja, ich muss mich auch mehr auf die Straße konzentrieren. Die Welle ist so sehr abgeschliffen das sie nicht mehr zu gebrauchen ist, ich rolle sie einfach auf, der elektronische Tacho und das GPS sind ja noch in Betrieb. Der Pässe sind im Augenblick genug gesprungen, es geht wieder abwärts. Das Ahrntal liegt nahe der Österreichischen Grenze. Aller Technik zum trotz hat mein Radiotelefon keinen Empfang, und es ist 13.30 Uhr. Es ärgert mich das ich nicht mit Inge sprechen kann, da ich ja auch nicht anrufen kann.
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Tief im
dunklen Berg
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Ich will nicht nur Kurvenräubern, sondern auch was ansehen. Im besagten Ahrntal gibt es ein Bergbaumuseum das sich anzusehen lohnt.
Ich komme rechtzeitig zur ersten Führung nach der Mittagspause. Mit Helm und Ostfriesennerz ausgerüstet fährt die Bahn in den Ignazstollen, der jüngste der zehn Stollen. Die Bergleute haben 84 Jahre dafür gebraucht, 1780 war er fertig.
Der Rundgang im Bergwerk ist hochinteressant und dauert 1½ Stunden. Mit Unterbrechungen wurde bis 1972 Kupfer gefördert.
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Steiler Weg
starke Bremse
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Am nächsten Morgen fällt mir mein Handy aus der Hemdtasche, es zerfällt in drei Teile. Nach dem Zusammenbau funktioniert es nur mit gutem zureden, je nach dem wie ich es halte schaltet es einfach ab. Werde am Nachmittag noch mal danach sehen.
Dann geht es zur Ruine Rafstein, die leider nicht zu besichtigen ist. Hier ist die Anfahrt das besondere. Südtirols steilste Straße, aber was heißt hier Straße? Ich würde Fahrweg dazu sagen, höchstens eine Spur breit. Ja steil ist er, leider steht nirgendwo ein Schild mit den Prozentangaben. Oben angekommen gibt es nichts zu sehen, aber das wusste ich ja vorher.
Bei der Auffahrt habe ich mir schon überlegt wie es hier wieder runtergeht. Im ersten Gang und den Fuß auf die hintere Bremse. Wenn die Hinterradbremse dann nicht mehr ausreicht ist die vorne noch in Ordnung. So kommt es dann auch, irgendwann muss ich vorne mithelfen. Auf das Pedal für hinten kann ich mich draufstellen und hab kaum Wirkung. Am Ende des Weges bleibe ich stehen, damit die Bremse sich abkühlen kann. Da hinten Qualmt es ganz nett. Den Tipp für diese Straße habe ich aus einem Motorradreiseführer, hat sich auf jedenfalls gelohnt. Die nächsten Kilometer sind wieder gemäßigt, Zeit zum Abkühlen.
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Mein Handy
spricht deutsch
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Bei einer kleinen Pause überprüfe ich noch mal das Handy, und zu meinem Entsetzen geht es zwar an, aber sofort auch wieder aus. Da Inge ja aus einer Telefonzelle in der Schweiz anruft, kann ich eine Zelle nicht benutzen. Es sind nur einige Kilometer bis Bozen, dort wird es ja einen Handy-Laden geben.
SUZIE bekommt jetzt die Sporen, um noch pünktlich an ein Handy zu kommen. In der Innenstadt ist das kein Problem, Handyläden wie Sand am Meer, Ruckzug ein Radiotelefon ausgesucht. Auch der Akku ist fast voll. Zu meinem erstaunen ist die Menüführung sofort auf deutsch. Ich zurück zu SUZIE, da ruft auch Inge schon an.
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Schon wieder ein
Pass geschlossen
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Aus der Innenstadt von Bozen rausfahrend, kann ich meine Tour nun fortsetzen. Leider sehe ich schon wieder eines dieser roten gesperrt Schilder, diesmal ist es das Penserjoch. Leider fällt die ganze geplante Stecke jetzt ins Wasser, weil die Ausweichroute viel zu weit von meiner geplanten Strecke wäre. Nun gut, dann wird eben umgeplant. Auf der Karte gibt es hier einige „weiße“ Straße die ich einfach mal nachfahre.
Irgendwann treffe ich auf die Erdpyramiden. Leider fängt es zu Regnen an, sogar die Regenkombi muss ich anziehen. Ich trete den Rückweg zu meiner Hütte an, wo dann die Sonne wieder scheint. Nach einem Imbiss fahre in noch mal los, um mir Bozen anzusehen. Morgen möchte ich weiterfahren zum Lage di Ledro der in der nähe vom Gardasee liegt. Nachdem ich das Camp bezahlt habe, kann ich sogar noch etwas auf der Terrasse in der Sonne sitzen.
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Nur ein kurzer Weg
bis zum Gardasee
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Die Nacht habe ich nicht so gut geschlafen, weil ein paar Hütten weiter, irgendwelche Weltverbessernden Dinge unbedingt noch ausdiskutiert werden mussten. Erst um 2:30 wurde es dann endlich leise, und ich bin doch noch eingeschlafen. Nach dem Frühstück fahre ich los.
Es ist schon praktisch, wenn man kein Zelt abbauen muss, nur die Sachen auf SUZIE laden. Die ersten zehn Kilometer fahre ich noch mit Thermoklamotten, jetzt komme ich aber ins Schwitzen. Dunkle Wolken haben der Sonne platz gemacht. An einem Parkplatz ziehe ich die warmen Sachen aus, außerdem ist es 8:45.
Seit Gestern hat Inge in der Wohnung Telefon und ich kann sie anrufen. Die weitere Fahrt zum Lago die Ledro ist problemlos und schön. Das Camp in Ledro ist schnell gefunden. Nach dem Zeltaufbau und dem Duschen, kann ich noch vor der Mittagspause zum Gardasee.
In Riva de Garda gehe ich durch die Gassen bis zum Hafen um die Segler zu beobachten.
Wenn die Mannschaft, die aus zwei Personen besteht, richtig Einsatz zeigt, gehen die kleinen Boote ab wie der Teufel. Die viel zu große Segelfläche muss aber auch mit vollem Elan in Zaum gehalten werden. Das Training ist für eine Regatta, die in der nächsten Woche stattfindet.
Auch das reinholen an der Slipanlage ist nicht einfach, beide müssen ins Wasser. Es wird jetzt, im Mai, noch nicht allzu Warm sein. Hier in Riva del Garda sind schon sehr viele Touristen, jetzt bin ich doch sehr froh, das mein Camp etwas weiter entfernt vom Gardasee ist.
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Eine Kneipe mit Italiener
nicht nur zum Essen
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Am Nachmittag kann ich noch schön vor dem Zelt in der Sonne sitzen, bis dann der Magen zu knurren anfängt. Nach dem Duschen geht’s in eine Kneipe in der nähe zum Essen. Die Wirtin ist die einzigste die ein paar Worte deutsch kann, alle anderen sind Einheimische, hier verirren sich nur selten Touris. Es macht wieder Spaß nicht nur Touristen zu sehen.
Zurück am Camp, rede ich mit zwei Motorradfahrer, die zum Fahrradfahren hierher gekommen sind, und die Fahrräder mit auf dem Motorrad transportiert haben. Das will ich erst nicht glauben, habe das aber später wirklich gesehen. Die Rahmen auf dem Soziussitzplatz, hinten natürlich etwas länger wie das Moped, die Laufräder auf dem Rahmen gelegt.
Wenn die Sonne untergeht verkrieche ich mich ins Zelt um noch ein wenig Kurzwellenradio zu hören, die Nachrichten der Deutschen Welle und SWR 3.
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Pyramiden nicht nur
in Ägypten
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Leider habe ich den „Kaiserweg“ nicht gefunden! Dieser Weg ist eine alte Militärstraße, und stand in einem Motorradreiseführer als wunderschöner weg beschrieben. Ich denke das es der Wanderweg war an dem ich vorbei gekommen bin, aber nicht getraut ihn zu fahren. Was soll’s, es stehen noch mehr Highlights heute auf dem Programm.
Die Straßen führen mich zum Fort Belvedere, einem Bunkerfort aus dem 1. Weltkrieg, das an einer unzugänglichen Stelle auf einem Berg liegt. Aber auch hier habe ich Pech, das Fort ist geschlossen, obwohl ganz eindeutig dran steht das es geöffnet wäre. Na ja, das ist wohl Italien. Die SUZIE steht geduldig auf dem Parkplatz und wartet auf die nächste Straßen, die wirklich toll sind, Kurve an Kurve, Berg an Berg. Nach vielen Kurvenkilometern bin ich mal wieder froh aus dem Sattel zu kommen, und einen Berg mit meinen eigenen Füßen zu betreten. Der Weg zu den Erdpyramiden beeindruckt mich durch seine Steilheit. Die Mopedklamotten eignen sich natürlich auch nicht so zum Wandern, aber irgendwann habe ich es geschafft, die Erdpyramiden sind zum Greifen nah.
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Unten am Parkplatz ist ein Kiosk, der mich mit Cola und einem Brötchen versorgt.
Nach dem meine Körpertemperatur wieder einigermaßen auf normal gesunken ist, kann ich auch wieder die Jacke anziehen und meine Fahrt fortsetzen.
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Abends im Camp spricht mich ein „Edelbiker“ an. Er hat sein Moped auf dem Trailer hierher gebracht, weil die Fahrt ja „sehr anstrengend“ ist. Der Typ ist aber auch mit allem unzufrieden: Wetter, Camp, Strecken, und was weiß ich noch alles. Denke am meisten ist er mit sich selber nicht im klaren. Da geh ich lieber Essen, heute mal „Italienisch“, Pizza und roter Wein.
Ich freu mich auf Morgen.
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Der Gardasee
zu viele Mopeds
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Der nächste Tag bringt herrliches Wetter, ideal um einen Berg zu „erfahren“. Der Monte Baldo, 2218 Meter hoher Hausberg des Gardasees. Von dort soll es einen tollen Ausblick über den See sowie die angrenzenden alpinen Riesen geben. Ich werde es nicht sehen können. Die Straße zum Berg ist gesperrt. Trotzdem, die umliegenden Straßen (ich wage diese Wege kaum Straßen zu nennen) sind der absolute Traum.
Da ich ja meistens früh aufstehe, habe ich um 9:00 Uhr die Straßen für mich allein. Erst gegen Mittag wird es um den Gardasee voll. Dann gehen mir die vielen Motorräder auf den Geist, jedes Cafe oder Restaurant sieht aus als wäre dort ein Motorradtreffen. Die Hand zum Grüßen kommt gar nicht mehr an den Lenker.
Was machen mit dem angebrochenen Tag? Ich fahre noch mal zum Fort Belvedere, vielleicht habe ich da heut Glück und kann es besichtigen. Nun, jetzt hängt zumindest ein Schild vor der Schranke auf dem ich lese das erst wieder am Samstag geöffnet ist, leider zu spät für mich. Da will ich schon im Aostatal sein. Dann fahre ich jetzt einfach nach Trento und gucke mir die Stadt an. Leider ist der örtliche Markt gerade vorbei, und die Händler packen schon ein. Wäre bestimmt interessant die Italienischen Marktschreier zu beobachten. Den Abend lasse ich mit Brandy/Cola vor meinem Zelt ausklingen.
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Morgens sind alle
Straßen grau
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In der Nacht hat es heftig gewittert und geregnet, aber das Zelt ist dicht geblieben. Qualität zahlt sich halt doch aus. Beim losfahren scheint aber wieder die Sonne, nur die Straßen sind noch etwas feucht. Die Tour führt mich heute in die andere Richtung des Ledrotals. Auch hier lässt sich prima um die Kurven räubern, besonders wieder heute Morgen, wenn noch kein Verkehr auf den Straßen ist. Dann geht’s wieder mit den Sperrungen los, der Ocerepass ist gesperrt. Damit ist die Tour im Eimer, auch meine Schotterstrecke die ich Fahren wollte ist davon betroffen, weil ich einfach nicht dahin komme.
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Strada chiuso heißt
Straße (nicht) geschlossen
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Irgendwann sehe ich ein Schild zum „Passo Manila“, ist zwar nicht ganz die Richtung die vorgesehen hatte, aber mal sehen wie es in „Manila“ so ist. Es kommt was kommen muss: „Strada chiuso“, das Schild ist aber beiseite geräumt. Schau´n wir mal wie weit SUZIE mich die über geschlossen Straße bringt.
Eine schmale gewundene Straße bringt mich immer steil nach oben, an verschiedenen Stellen ist der Asphalt weggefräst Irgendwann stehe ich vor einer Fräsmaschine die einen LKW belädt.
Ein Arbeiter bedeutet mir stehen zu bleiben bis der LKW voll ist. Nach ein paar Minuten geht es weiter. Das Sträßchen führt mich hoch und höher, an Häuser vorbei die unbewohnt und zugesperrt sind. Ein Komplex, sieht aus wie Eigentumswohnungen.
Auch alles zugesperrt. Eine Straße die niemand braucht. Ist aber falsch gedacht! Etwas weiter kommt die Erklärung. Schneelifte, klar ich bin mittlerweile auf 1700 m. Ich bin mitten in ein Wintersportgebiet geraten. Gleichzeitig erreichen ich die Passhöhe und das Ende der Straße, nach rechts geht es zum gesperrten Ocerepass, links fängt der Schotter an den ich mir gewünscht habe.
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Was ihr wollt
Schotter ohne ende
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Die ersten fünfhundert Meter sind nicht schwer zu fahren, der lose Untergrund ist zwar ungewohnt, aber nicht problematisch. Der Schotter wird aber immer grober, durch Steinschlag liegen Brocken so groß wie Köpfe im weg herum. Eine Geländemaschine wäre jetzt nicht schlecht, es kommt aber noch doller. Einem Opel Astra ist die Strecke wohl nicht bekommen, ihm ist eine Steinlawine aufs Dach gefallen. Das Wrack blieb einfach liegen.
Auf einem Steilstück dreht mir das Hinterrad durch, etwas Anlauf dann bin ich drüber. An einigen Stellen geht es sehr nah am Abgrund vorbei, auch alte Schneeabgänge liegen noch im Weg über die ich Fahren muss. Das geht Kilometer weit so, und ich frage mich, ob es richtig ist hier weiter zu fahren. Na ja drehen kann ich sowieso nicht, der Weg ist zu schmal! Aber auch das geht vorbei, der Weg wird wieder breiter, zwar immer noch Schotter, aber wieder gut befahrbar.
Vier GS-Fahrer kommen mir entgegen. Ein kurzer Stop für den Austausch von Infos wird eingelegt.
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Wer sein Moped
liebt der schiebt
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„Ein paar Kilometer weiter kommt ein Tunnel, an dessen Ende liegt ein Fels. Aber wir haben das geschafft, dann geht das bei Dir auch.“ Einer der GS-Treiber ist wirklich am schimpfen, das seine Kumpels ihn mit seinem neuen Moped hier Langscheuchen.
Irgendwann stehe ich vor der Bescherung, mitten in der Tunnelausfahrt liegt ein dicker Brocken. Links geht ein schmaler Weg über losen Untergrund vorbei.
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Mit schieben, drücken, durchdrehendem Hinterrad und vielem Schweißvergießen schaffe ich es über das Hindernis zu kommen. Die vier GS-Fahrer hatten den Vorteil sich gegenseitig helfen zu können und mit der Gegenrichtung auch noch den einfacheren zu haben Weg. Der Schotter wird wieder zu Asphalt, auch die Orientierung finde ich an einer Straße wieder. Am Nachmittag zieht in windesteile ein Gewitter ran, in Regenkombi erreiche ich mein Zelt.
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Im Stau
zum Tal
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Die Fahrt ins Aostatal ist ziemlich Ereignislos, bis auf einen Stau auf der Autobahn um Mailand. Das Camp ist zum Glück schön leer, nur ein paar Wohnwagen aus Belgien und ein deutscher teilen sich den großen Platz. Der Landsmann kommt dann auch um sich mit mir zu unterhalten, er beschreibt mir die Schönheit der Nebentäler. Fritz hat im vorigem Jahr seine 250er verkauft, mit 76.
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Sackgassen können
auch Spaß machen
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Heute Morgen bin ich in den Seitentäler des Aostatales unterwegs. Diese Täler führen immer von der Hauptstraße in Richtung 3000 Meter hoher Berge, da dort natürlich keine Straße rüberführt sind die Täler alles Sackgassen. Die Straßen sind wunderbar zu fahren, es folgt Kurve an Kurve, und der Verkehr hält sich in Grenzen.
Zur Mittagszeit bin ich in Courmayeur. Von hier aus geht die Seilbahn zum Monte Bianco, das heißt ganz rauf kommt man natürlich nicht, nur halt sehr nah. Eigentlich will ich mich nur nach den Abfahrtzeiten und Preise erkundigen, aber der Himmel ist so toll, das ich um 14:00 die Gondel zur Bergfahrt betrete.
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Berge so weit
das Auge reicht
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Die Fahrt geht über zwei Umsteigestationen bis zum „Rifugio Hellbronner“. Die Aussicht ist grandios, ich stehe 3466 Meter hoch und kann auf die umliegenden 3000er runterblicken. Eine weitere Bahn, die ich besteige führt mich nach Frankreich, auf 3842 Meter.
Diese Französische Bahn führ in unmittelbarer nähe des Mont Blanc Massivs vorbei. Die Aussicht und der blaue Himmel ist der helle Wahnsinn, aber der Hammer ist, da unten laufen Leute lang, im weißen nichts auf 3000 Meter.
Am Ziel der Bahn, Aiguille du Midi sehe ich wie die Skiwanderer ausgerüstet sind. Klettergurte, Skier, Eispickel, Schneeschuhe und andere Sachen die man dort zum Überleben braucht. Zwei deutsche mit denen ich rede, erzählen mir, das Sie seit 3 Tagen aus der Schweiz unterwegs sind.
„Man brauche schon etwas Erfahrung um nicht in eine Felsspalte zu landen“. Ein Hinweisschild weißt darauf hin, das hier oben Camping verboten sei. Möchte nur mal wissen wer hier freiwillig Campt.
Im ewigen Eis, bei 3° Tagestemperatur. Viel Vergnügen. Meine Antipartie gegen Franzosen wird leider durch einen Mitarbeiter der Seilbahn wieder bestätigt. Weder in deutsch noch in englisch konnte (wollte) er mir die Abfahrtzeit der letzten Bahn kundtun. Erst nach einigem hin und her erbarmte er sich mir zwei mal zehn Finger, für 20 Minuten , zu zeigen.
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Prima italienische
Küche
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Abends am Camp wird es auch wieder lustig. Eigentlich will ich ja nicht so viel übers Essen schreiben, aber das kann ich einfach nicht lassen. Nach dem Duschen bin ich zum Camping Ristorante, ist zwar nur eine Holzhütte, aber drinnen sind die Tische schön gedeckt.
Bei dem schönen Wetter setze ich mich aber draußen hin, und schon kommt die Tochter des Hauses. Una Bierra, il mangiare, Soweit kann Sie das ja verstehen. Sie bringt mir das Bier und will mir die Speisen erzählen, -in italienisch!
Der Versuch englisch mit ihr zu Reden ist leider auch zum scheitern verurteilt, obwohl sie, mit etwa 16 Jahren, im gleichen alter wie meine Tochter ist. Nach einigen Versuchen kommt Papa aus der Küche und erzählt mir die Speisen. In italienisch! Das einzige was ich verstehe ist „Menü Touristico“ , wobei mir klar wird, das dieses Menü in den Speisen variiert. Zum Glück fällt mir die Lösung ein: Ich klopfe ihm auf die Schulter und sage: “Una Menü Touristico a la Chef“, das versteht er und lacht.
Die Menufolge:
Penne mit Tomatensauce
Gemischter Salat
Rostbratwürste
Gelatti
Alles war lecker und reichlich.
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Wieder Schotter
unter Straßenreifen
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Am Morgen breche ich zur letzten Tour meiner Reise auf, die Tourenfahrertour. So genannt weil ich die Route aus dem „Tourenfahrer“ entnommen habe, es geht wieder über Schotter und durch einen Tunnel. Zuerst gehe ich aber über den Wochenmarkt in Aosta, es wird alles mögliche und unmögliche angeboten. Die weitere Route ist identisch mit der Beschreibung in der Motorradzeitung. Leider wird der Schotter nach einem Tunnel für mich nicht mehr fahrbar. Mit Mühe kann ich die Suzie auf dem schmalen Weg wenden ohne den Abhang runter zu rutschen
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Die lange
Rückfahrt
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Noch vor dem öffnen stehe ich vor dem elektrischen Tor, das um sieben Uhr aufgeht. Nach einigen zig Kilometer geht’s durch den San Bernadinotunnel in die Schweiz. Die Vignette um die Autobahn zu benutzen bekomme ich an einer Tankstelle. Bei dem wenigen Verkehr erreiche ich bald die Autobahn. Beim ersten Tankstop sehe ich eine Schraube aus dem Motor hängen, kann natürlich nicht sein. Es hängen keine Schrauben aus Motoren. Beim genauen hinsehen entpuppt sich die Schraube als Teil der Motoraufhängung, da jetzt noch zwei Schrauben in Ordnung sind, entschließe ich mich zur Weiterfahrt. Ansonsten ist die Fahrt ereignislos. Jeder Tankstop wird zur Pause genutzt, nach über viertausend Kilometer tun mir die Handgelenke doch ganz schön weh.
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