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Dieser Reisebericht wird etwas anders ausfallen wie die beiden ersten. Schon der Titel verrät, das er einen Tagebuchähnlichen Charakter hat. Die orginal Tagebuch Eintragungen wurden für diesen Bericht natürlich abgeändert. Viel Spass beim lesen wünscht
Karl-H. Mohr
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19.5.2000 Rheydt
Kilometerstand zu Beginn der Reise: 21.787 Km
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20.5.2000 1. Tag der Reise
20.05 Uhr Ort: Torla
Höhe:1030 m
Camp: Ordesa
20°C Luftdruck: 907 mb
Wind 0-1 Sonnig wenig Wolken
Kilometerstand: 22.228 Km
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Die Bahnfahrt bzw. das Schlafen waren eigentlich ganz gut. Leider hat es auf der Fahrt nach Köln geregnet. Das lose Gepäck musste vom Moped abgemacht werden, wegen der Diebstahlgefahr in Frankreich. Im vorigen Jahr nach Villach hat sich kein Mensch daran gestört, das gibt mir schon zu Denken.
Der Zug ist 1 Std. vor dem Fahrplan in Bordeaux angekommen, wenn ich aber gedacht habe die SUZIE würde deswegen früher ausgecheckt werden, habe ich mich schwer getäuscht So was von nicht Organisiert haste noch nicht erlebt.
Die Leute im Abteil waren in Ordnung. Ein Moped und ein Autofahrer. Wir sind erst um 23.30 ins Bett. So war ich wenigstens müde.
Das Wetter auf der Fahrt wurde immer besser, habe zwar den Pullover an, aber die Sonne wurde immer wärmer. Leider habe ich unterwegs wieder mal zuwenig gegessen, das lerne ich wohl nie? Wenn ich einmal am Fahren bin ist bei mir kein Halten mehr. (Bis der Tank leer ist). Über den Pass Puerto de Portalet (1680 m) bin ich noch toll rüber, (habe dort meinen Apfel vom Zugfrühstück gegessen) dann war es auf einmal soweit! Der Kupplungszug gerissen. Mir war schon auf der Fahrt nach Köln als ob der nachgeben würde. Die Signale habe ich nicht beachtet. Leider ist dann natürlich auch das Auge für die tolle Landschaft dahin. Ich habe nur noch an irgendwelche Provisorien gedacht oder an andere Camps die in der nähe lagen, sogar ans wilde Campen, alles Quatsch. Bei Ruhe betrachtet war alles halb so wild. Man kann ein Motorrad, genau wie ein Auto mit dem eingelegtem 1. Gang und Anlasser anfahren. Habe ich früher mit dem alten VW oft genug gemacht. Im Camp ist die Rezeption geschlossen. Nicht schon wieder.(Im vorigen Jahr, in Kroatien ist mir das oft genug passiert, das die Camps geschlossen hatten) Nein, im nebenliegenden Hotel kann ich mich anmelden. Kein Problem wenn man Engl./Franz. oder Spanisch kann, nun ja es geht so. Restaurant gibt`s, auch ein Motorcycleservice soll es im Nachbardorf geben. Zeltaufbau/Duschen. Die Suzuki Serviceliste sagt in Huesca (ca. 60 Km Umweg) gibt es einen Dealer. Wir werden sehen, am Montaq. Zum Glück waren es bis jetzt nicht so viele Ortsdurchfahrten, so geht`s auch ohne Kupplung. Den 1. Sundowner in Spanien getrunken.
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21.5.2000 2. Tag der Reise
15.30 Uhr Ort: Torla
Camp: Ordesa Höhe: 1030 m
21°C Luftdruck: 906 mb
Wind 1-2 Wolken wenig Sonne
Ein paar Tropfen Regen
Kilometerstand: 22.257 Km
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Gestern das Essen war ne schau. Entrecote, eher eine Schuhsohle. Aber nicht Zäh. Dazu kalte Pommes eine Scheibe Tomate und Aubergine gebraten. Der Tinto del la casa war aber sehr gut, wenn auch die ganze Flasche zuviel war. Konnte dem Kellner aber erklären, dass ich Manjana noch mal komme um den Rest zu trinken. Die erste Nacht im Zelt habe ich gut geschlafen. Kein Wunder nach vier Glas Bier und einer halben Flasche Rotwein. Am Morgen habe ich eine Kopfschmerztablette genommen, war wohl doch nicht eine so gute Mischung mit dem Bier und Wein.
Im nahegelegenen Ort Broto habe ich mich mit Wurst und Marmelade eingedeckt. Leider hatten sie dort kein frisches Brot. Eine Art Zwieback habe ich mitgenommen, reicht somit für länger. Morgen werde ich den Umweg über Huesca fahren um die Suzuki Werkstatt aufzusuchen.
Dann die Wanderung zum Cabalo. Ein toller Weg mit einer Wahnsinns Landschaft die nicht
zu beschreiben ist. Bis auf eine Höhe von 1750 m. Hin und Rückweg dauerten zusammen 4 Std. was so etwa 20 Km machen. Die wenigen Menschen die mir begegnet sind waren sehr freundlich und wollten immer ein Gespräch beginnen.
Leider tendieren meine Spanisch Kenntnisse gegen null, so das keine große Unterhaltung aufkommen kann. Wieder am Zelt angekommen tun mir alle Knochen weh und erst die Füße. Habe mir mein Mittagessen redlich verdient. Und die Sonne
kommt hin und wieder auch mal durch.
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22.5.2000 3. Tag der Reise
19.40 Uhr Ort: Sangüesa
Camp: Cantolagra Höhe: 405 m
19,4°C Luftdruck: 904 mb
Wind 3-4 Sonnig, keine Wolken
Kilometerstand: 22.697
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Um 7.00 aufgestanden, etwas gefrühstückt, abgebaut und bezahlt. Gegen 8.15 war ich auf der Strecke.
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Ohne Kupplung fährt sich’s ganz schön ungewohnt. Etwas später halte ich kurz an um zu telefonieren, und schon klingelt mein Taschentelefon. Das nenn ich Gedankenübertragung.
Die Hauptstraße war super zu fahren, über lange Zeit mit Tempo 115 Km/h. Dadurch bin ich Ruckzug in Huesca. Aber dann ging es los den Suzukihändler suchen. Trotz der Adresse kein leichtes Manöver. Kein Spanier spricht englisch, deutsch brauche ich gar nicht zu probieren. Wenn ich vier Leute frage bekomme ich vier Himmelsrichtungen gezeigt. In der Stadt muss ich alle paar hundert Meter wieder mit der Hilfe des Anlassers anfahren, das kann auf die Dauer nicht gut gehen. Dann ein Laden. Also die Suzie abstellen, und einen Stadtplan kaufen. Hier kann man alles Kaufen, Zeitschriften, Schreibwaren, Pornos, Stadtpläne von ganz Spanien, nur nicht von Huesca. Die Verkäuferin auf englisch angesprochen bringt auch nicht soviel. Eine Kundin die das mitbekommt geht mit mir auf die Straße und zeigt in eine Straßenkreuzung. Ich probier’s halt noch mal. Ich tuckere los und nach ein paar hundert Meter sehe ich den Suzie-Händler. Gibt’s doch gar nicht. Und dazu noch mehr Werkstatt als Händler. Logisch das da niemand englisch spricht. Sie konnten mir aber helfen, wenn auch nicht mit einem Originalteil, aber was soll’s.
Dann ging es endlich weiter, in die Schlucht von Hecho. Die Landschaft haut mich um, das Sträßchen windet sich neben dem Bach und der Felswand hindurch immer tiefer in das Tal der Pyrenäen. Wenn ich Kroatien auf Schlaglöcher achtgeben mußte, so ist es hier der Split in den Kurven, der zur Vorsicht mahnt.
Nach dem Zeltaufbau bin ich noch nach Pamplona gefahren, die Stadt, wo alljährlich die Stiere durch die Straßen gejagt werden. Ansonsten kann man die Stadt aber vergessen.
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23.5.2000 4. Tag der Reise
17.45 Uhr Ort: Sangüesa
Camp:Cantolagra Höhe: 405 m
26°C Luftdruck: 983 mb
Wind 0-1 Sonnig
Kilometerstand: 22.893 Km
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Nach dem Frühstück habe ich die Kette gespannt und gefettet. Bis auf den Kupplungszug ist die Suzie toll gelaufen, hoffentlich bleibt das bis zum ende der Reise so. Heute Morgen will ich zum For de Lumbiers, ein Taleinschnitt. Die Wegbeschreibung aus dem Wohnmobilreiseführer ist 1a. Wenn ich nicht gewusst hätte wo der Weg hingeht, wäre ich ihn nie gefahren. Kann gar nicht verstehen das da einer mit dem Wohni lang fährt. Dann kam der erste Tunnel. Fernlicht an und langsam durch. Ist ein alter Eisenbahntunnel. Der Tunnel hört auf, die Landschaft der helle Wahnsinn. (Ja ich weiß das stand ein paar Seiten vorne schon mal. Aber was anderes kann ich dazu nicht sagen, ist einfach überwältigend) Foz bedeutet Tal, und was für eins. Ein steiler Canyon und wir ganz unten am Fluss. Für den Weg (die ehemalige ein Gleissiege Bahnstrecke) mussten Sie sogar die Felswand abknabbern sonst wäre das Tal zu eng.
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Über mir kreisen die Geier. Kein Blödsinn, sollen Gänsegeier, Milane und sogar Adler sein. Auf jeden fall ist das toll hier. Das erste mal Schotter unter den Reifen. Und die Wanderer grüßen einen auch noch, in Deutschland würden sie einem den Wanderstock auf dem Kopf schlagen. Andere Länder andere Sitten. Auch dieser Weg hat mal ein Ende und mein Film auch, also zurück zum Zelt. Neuen Film geladen und ab zum Embalse de Yesa, (dem Yesa Stausee) aber über Umwege und kleinste Sträßchen.
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Lasse mich einfach treiben. Irgendwann bin ich am Südufer und folge der Straße zu einem Ort namens Sos. Ein richtiges Kleinod. Da es Mittag ist und mein Magen sich meldet halte ich Ausschau nach einem Restaurant. Ein älteres deutsches Paar geht zu einem Restaurant, stehen vor der Speisekarte und gehen hinein Auf der Karte stehen drei Menu del Dias. Der deutsche sitzt mit einem Übersetzungscomputer über der Karte, und versucht sie zu entziffern.
Sie fragt mich ob ich die lesen könnte. Nein, einfach tippen, und habe Glück. Weißebohnensuppe, Rumpsteak englisch und Obst. Dazu Tinto. Super Essen für kleines Geld. Eine kleine Stadtbesichtigung danach bringt die Verdauung in Schwung. Sos ist eine schön hergerichtete Mittelalterliche Stadt mit den kleinen Gassen die ich an solchen Orten so liebe
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24.5.2000 5. Tag der Reise
17.35 Uhr Ort: San Vicente
Camp: Rosal Höhe: 13 m
23°C Luftdruck: 1030 mb
Wind 0-1 Leichte Bewölkung
Kilometerstand: 23.339 Km
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Die Möwen haben die Adler abgelöst. Ich bin am Atlantik. Die Fahrt von Sangüesa nach San Vincente war problemlos und abwechslungsreich. Einmal habe ich mich verfahren weil die Karte anders ist als die Wirklichkeit. Dank dem GPS ist es überhaupt nicht schwierig den rechten Weg wieder zu finden. Überhaupt das GPS. Ich finde es eine Super Sache nicht immer auf die Karte sehen zu müssen. Zu Hause am PC wird die Stecke ausgearbeitet. egal ob eine Verbindungsetappe von Ort zu Ort oder eine Rundfahrt über kleine Sträßchen oder Wege. Das einzige Problem dabei ist eine gute Karte zu bekommen die Längen- und Breitengrade aufgedruckt hat. Es schien zwar die Sonne bei der Fahrt aber trotzdem war mir kalt. Morgen muss ich nach dem Hinterrad sehen. Beim Bremsen habe ich ein Gefühl als wenn es hinten lenken würde. Die Radmutter ist aber fest. Lebensmittel habe ich unterwegs schon gebunkert. (Immer die Gelegenheit beim Schopfe fassen)
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25.5.2000 6. Tag der Reise
18.45 Ort: San Vicente
Camp: Rosa Höhe: 13 ml
17°C Luftdruck: 1031
Wind 1-2 Starke Bewölkung
Kilometerstand: 23.507 Km
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Gestern Abend im Städtchen gewesen und eine Pizza Fruti di Mare gegessen. Am Eisstand hatte ich wieder Verständigungsprobleme. Nachdem ich versucht habe zwei Kugeln Eis zu bestellen fragte die Verkäuferin mich etwas, was ich mit Si beantwortet. Danach machte sie mir zwei Hörnchen mit je einer Kugel Eis drin.
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Heute Morgen noch mal die Kette kontrolliert. Beim anziehen der Radmutter macht sie ganz verdächtige knack Geräusche als wenn das Gewinde überspringen würde. Kann aber eigentlich nicht sein. Auf dem Weg nach Fuente De musste ich zum ersten mal die Regenkombi anziehen. Wenn es auch nur etwas genieselt hat. Am Ziel war es auch schon wieder trocken. Die Wolken hingen ganz schön tief, so das die Bergstation der Seilbahn nicht zu sehen war. Eigentlich hatte ich vor einen 2500 m hohen Gipfel zu Erwandern, aber bei der Wetterlage? Mit der Seilbahn von 1100 m auf 1850 m hochgefahren, mitten in die Wolken. Stellenweise konnte ich keine 10 m weit sehen. An der Bergstation habe ich erst mal einen Waypoint in mein GPS eingegeben damit ich notfalls wieder zurück finde. An einer Weggabelung muss ich mich entscheiden, links oder rechts, Wegweiser gibt es keinen. Der ersten Weg geht auf einmal steil nach unten, und da Gipfel meistens oben sind kann das nur der falsche sein. Also wieder zurück zur Gabelung.
Der andere Weg geht immer nach oben. Leider war meine Gipfelerstürmung an einem großen Schneefeld zu ende. Der eigentliche Weg war nicht zu erkennen, so das ich lieber nicht weitergegangen bin.
Alles in allem war ich 3 Std. hier oben Unterwegs.
Zum Glück hat sich das Wetter die ganze Zeit gehalten. Auf der Rückfahrt habe ich in Potes zum Essen angehalten. Ein regionales Gericht: Weiße Bohnen mit Fleisch und Blutwurst.
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26.5.2000 7. Tag der Reise
19.20 Uhr Ort: San Vicente
Camp: Rosal Höhe: 13 m
13°C Luftdruck: 1031 mb
Wind 4-5 Dunkle Wolken, Regen
Kilometerstand: 23.819 Km
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Gestern Abend noch am Strand spazieren gewesen. Der Atlantik hat hier tolle Wellen, leider ist es zu kalt zum Schwimmen. Würde bestimmt Spaß machen. Heute Morgen dann die Rundfahrt in die Picos. Tolle Straßen und Landschaften. Hier folgt ein Pass dem anderen. Manche kleine Straße geht hier einfach ins nichts, und ich musste wieder zurück fahren. Auch wieder Schotter gefahren, zu einem Aussichtspunkt auf 1711 m. Um jeden Berg ist das Wetter anders, mal Regnet es (Kombi anziehen) mal scheint die Sonne (Kombi wieder ausziehen, weil sonst zu warm wird). Leider überwiegt irgendwann der Regen. Zu allem übel habe ich heute Morgen den Klappstuhl draußen vor dem Zelt stehen lassen, der jetzt Nass ist. Deswegen liege ich im Zelt, Gott und der Firma Wolfskinn sei Dank dicht ist. Hoffentlich ist es Morgen auf der Fahrt nach Santiago de Compostella trocken.
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27.5.2000 8. Tag der Reise
17.50 Uhr Ort: Santiago de Compostela
Camp: As Cancelas Höhe: 346 m
16,1°C Luftdruck: 991 mb
Wind 6-7 Starke Bewölkung
Kilometerstand: 24.300 Km
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Fast 7 Stunden unterwegs in teilweise ziemlich rasanter Fahrt. Es war sehr kalt, ich habe gefroren wie ein Schneider. Es ist aber die ganze Zeit trocken gewesen. Bei der Abfahrt in San Vincente kam sogar ein bisschen die Sonne durch. Irgendwann kamen die Wolken und der Wind. Es blies ganz schön aus Westen, immer mir entgegen. Zwischendurch habe ich immer wieder Pause gemacht, und meine feuchten Handschuhe an den Zylinder gewärmt. In Compostella war dann erstmals Campsuche angesagt. Einem Schild dem gefolgt bin führt mich bis zehn Kilometer aus die Stadt raus. Das ist mir entschieden zu weit. Laut ADAC soll östlich der Altstadt auch ein Platz sein. Mit dem GPS Richtung Osten, ganz einfach: Schild gefunden – Platz gefunden! Nach dem Duschen ins Zelt gelegt, weil der Stuhl noch nicht ganz trocken ist. Ein Restaurant ist auf dem Platz, und vor allem offen, der Supermercado macht mir mit seinen Baugeräten eher einen geschlossen Eindruck.
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29.5.2000 9. Tag der Reise
19.00 Uhr Ort: Santiago de Compostela
Camp: As Cancelas Höhe: 346 m
15,5°C Luftdruck: 991 mb
Wind 0-1 Regen
Kilometerstand: 24.304 Km
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Gestern Abend habe ich im Restaurant gut gegessen. Allerdings ist es hier in Santiago auch nicht billig. Seit 21.00 Uhr ist es am Regnen mal Niesel mal stärker, aber ohne unterlass.
Am Morgen geht es zur Stadtbesichtigung. Bei meinem Eintreten in die Kathedrale erschrecke ich erst mal, die 10.00 Uhr Messe ist noch dran. Aber es laufen so viele Menschen hier auf und ab, als sei das ein Bahnhof und keine Kirche. Die einen Pilger fassen eine bestimmte Säule im Eingangsbereich an, die anderen stellen sich an, um an eine Statue des Hl. Jakob zu kommen, und ihm die Hände auf die Schultern zu legen. Der eigentliche Silberschrein mit seinen Gebeinen (wenn sie denn drin sind) will kaum einer sehen. An der Messe ist wenig feierliches, trotz des ganzen Weihrauchs.
Da der Supermercado auf dem Camp geschlossen hatte, habe ich meine Vorräte in der Stadt aufgefrischt. In den Bäckereien liegen so verführerische Teilchen in der Auslage das ich mir zwei (!) Stücke esse.
Die Handtücher die ich nach dem Duschen gestern aufhing werde ich Morgen auch nur nass mitnehmen können. So wie es jetzt aussieht wird das wohl meine erste Regenetappe (ca. 200 Km). Eigentlich hatte ich vor länger hier zu bleiben und mal sehen wie der Atlantik an der Westküste aussieht, bei dem Wetter hat das aber sowieso keinen Zweck, also kann ich auch weiter.
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29.5.2000 10. Tag der Reise
19.00 Uhr Ort: Villa Martin
Camp: El Bierzo Höhe: 475 m
26,8°C Luftdruck: 982 mb
Wind 3-4 Leichte Bewölkung
Kilometerstand: 24.585 Km
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Endlich sehe ich wieder die Sonne, hoffentlich hält das an. Wenn das Wetter schon nicht das beste war so habe ich mir Gestern ein gutes Abendessen gegönnt. Zum Abschluss einen großen Brandy. Danach ins klamme Zelt. Ist aber immer noch Dicht.
Heute Morgen beim Abbau hat es zum Glück nur etwas genieselt. Die Handtücher vom Duschen habe ich patschnass eingepackt. Thermohose und Regenkombi an und los geht es. Unterwegs Regen, Nebel oder waren es Wolken. Manchmal wird der Himmel etwas heller. Das Wetter kann sich niemals innerhalb von 200 Km so ändern, oder doch. Zur Krönung ist dann die Straße noch durch Baustellen schmierig und glatt. SUZIE und ich von oben bis unten versaut. Zum Glück nur die Regensachen. Die Straße führt langsam aus den Bergen raus, und siehe da, das Wetter wird besser! Die Wolken regnen sich vor den Bergen ab.(Hab ich gemerkt) Es wird warm unter dem Gummi. Das Camp-Schild weist auf einen schmalen Schotterweg hin.
Na, das wird ein Camp sein. Durch einen Ort mit alten Häusern und einen Platz mit Brunnen (in Betrieb!). Das Camp wird von Weg zu Weg ausgeschildert. Möchte nicht mit dem Wohnwagen hier lang müssen. Aber so kann man sich täuschen, ein klasse Camp auf dem ich als einziger Gast mein Zelt aufschlage. Später nach Pontferada die Vorräte und meinen Bauch aufgefüllt. Und! ein Sweatshirt gekauft, man kann nie wissen.
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30.5.2000 11. Tag der Reise
19.50 Uhr Ort: Villa Martin
Camp: El Bierzo Höhe: 475 m
25,9°C Luftdruck: 980 mb
Wind 2-3 Wolkenlos
Kilometerstand: 24.704 Km
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Heute bin ich im Goldland gewesen. Tolle Landschaft, und alles durch Menschenhand. Tausende Römischer Sklaven haben hier Stollen durch das Gestein getrieben. Anschließend wurde Wasser eines gestauten Flusses durch das Labyrinth getrieben. Im gelösten Geröll mussten die Sklaven das Gestein nach Gold durchsuchen.
Bis zum Aussichtspunkt (Mirador) sind es 125 Höhenmeter, bei meinem schnellen Schritt war ich in 10-15 min. oben. Bin aber ganz schön ins Schwitzen gekommen. Anderes als im Reiseführer (1994) beschrieben, wurde 1997 ein richtiger Eingang zu einem Stollen gebaut.
Trotzdem ist mir etwas unheimlich so ohne Licht (nur Taschenlampe) in dem Stollen. Zum Glück sind hier keine anderen Leute drin. Sogar einige Abzweigungen gibt es, aber laut Reiseführer soll man sich links halten. Ich bin auch zu ängstlich um einen anderen Stollen zu probieren. Denke aber das man sich hier im Berg nicht verlaufen kann. Komme mir vor wie Indiana Jones für arme.
Gegen 14.00 Uhr bin ich in Pontferrada. Die Stadt wo einmal im Jahr die Stiere durchgejagt werden. Die Ruine der Templerburg wird gerade geschlossen. Erst um 17.00 Uhr ist die Mittagspause vorbei. Ich nutze die Zeit um selber Pause zu machen.
Um 17.00 stehe ich vor dem Eingangstor. Leider gibt es Infos nur in Spanisch. Zu Hause habe ich mir im Internet dann eine Interessante Seite über den Templerorden angesehen.
Der Orden wurde in der Zeit 1096-1099 gegründet. Die Ritter, meist adelige Reiche mußten ihr gesamtes Vermögen dem Orden abtreten. 1307-1311 werden die ersten Ordensritter in Frankreich verbrannt. König Philipp von Frankreich steckt in akuten Geldnöten, so das er unbedingt an das Vermögen des Ordens will.
Mir gefällt es so gut in Pontferrada das ich beschlossen habe noch einen Tag länger hier zu bleiben. Morgen werde ich in die Berge fahren und ein keltisches Dorf ansehen. Wäre schön wenn sich das Wetter halten würde.
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31.5.2000 12. Tag der Reise
19.50 Uhr Ort: Villa Martin
Camp: El Bierzo Höhe: 475 m
28°C Luftdruck: 979
Wind 0 Wolkenlos
Kilometerstand: 24.990 Km
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Auf der suche nach den „Pallozas“, einer Keltensiedlung, bin ich in den Nationalpark Los Ancares gewesen. Die Siedlung habe ich leider nicht gefunden. Auf kleinen Bergstraßen war es tolles Mopedfahren. In einigen Bergdörfer hörte die Straße einfach auf, und ich musste umkehren. Die Leute fragten sich wohl, was will der denn hier. In einem teil des Parks wird Braunkohle abgebaut. Dort ist alles Braun/Schwarz vom Staub. Am Nachmittag bin ich wieder in Ponferrada um hier meine letzte Mahlzeit einzunehmen. In einem privaten Eisenbahnmuseum stehen einige Dampfloks der alten Mineneisenbahn.
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1.6.2000 13. Tag der Reise
20.00 Uhr Ort: Itziar-Deba
Camp: Itxaspe Höhe: 153 m
20°C Luftdruck: 1011 mb
Wind 0-1 Leichte Bewölkung
Kilometerstand: 25.581 Km
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Heute Morgen habe ich gemütlich mein Zelt abgebaut, es war zwar etwas kalt, aber Wolkenlos. Eine Zeitlang folgte die kleine Straße dem Pilgerweg und erreichte eine Höhe von 1550 m. Dann wieder die schnellen Landstraßen.
Mittags in Burgos: Die absolute Hölle. Wenn ich zum Camp gefahren wäre und wieder in die Stadt wollte sind 10 Km Stau angesagt. Also überlegt! 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ich fahre zur Küste.
1. Kein Ärger in Burgos durch den Stau.
2. Am Samstag nicht so weit bis Bordeaux
Vielleicht kann ich ja doch noch im Atlantik baden. Auf die Autobahn und ab.
An einer Raststätte halte ich an. Tanken, Helmvisier gereinigt und Warmes Essen. Ich komme aus dem Gebäude und sehe eine tiefschwarze Wolke- Gewitter! Das wär’s jetzt noch. SUZIE angeschmissen und die Sporen geben. Ein paar Regentropfen bekomme ich ab. Nach 80 Km will SUZIE auf einmal ausgehen, als ob der Tank leer ist. Das war’s dann wohl ist mein erster Gedanke. Drehe den Benzinhahn auf Reserve und der Motor geht wieder los. Drehe ihn wieder auf Normal. Und sie läuft. Ich fahre jetzt etwas langsamer und bleibe mit der Drehzahl bei 6500 min/. Keine Ahnung woran das gelegen hat. Vor San Sebastian fahre ich von der Autobahn ab, auf Camp suche. Das Gewitter habe ich immer noch im Nacken. Leider sagt die Karte das ich genau dem Schwarzen Ungetüm entgegen fahren muss. Irgendwann geht es los. Sturm, Blitz und Donner. Aber auch hier muss es schön gewesen sein. Die Menschen rennen alle vom Strand in Unterstellmöglichkeiten. Premiere habe ich auf dem Campingplatz: Zum ersten mal das Zelt in Regenkombi und Helm aufgebaut. Nach einer Stunde ist alles vorbei. Sogar die Sonne kommt noch etwas durch. In der Rezeption ist ein kleiner Laden wo ich meinen Nachschub auffüllen kann. Morgen muss ich nach der Kette sehen, hoffentlich bekomme ich das Rad wieder fest.
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2.6.2000 14. Tag der Reise
18.00 Uhr Ort: Itziar-Delba
Camp: Itxaspe Höhe: 153 m
23°C Luftdruck: 1014 mb
Wind 1-2 Bewölkt
Kilometerstand: 25.805 Km
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Leider hat sich das Wetter nach dem Gewitter nicht mehr richtig erholt, der Himmel ist verhangen. Nix mit Atlantik. Zum Guggenheimmuseum in Bilbao gefahren. Eine tolle Motorradausstellung: Vom Anfang bis Heute. Zurück wollte ich über die Küstenstraße fahren. Nur leider ist die „Küstenstraße“ eher eine Bergstraße und kommt nur zu den Ortschaften die am Meer liegen kurz vom Berg runter. In der Nacht habe ich schlecht geschlafen, eine Katze hat mich auf trab gehalten. Hoffentlich ist morgen die Fahrt nach Bordeaux trocken.
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3.6. 2000 15. Tag der Reise
20.00 Uhr Ort: Autoreisezug
Bordeaux-Köln
Kilometerstand am 4.6.2000 in Mönchengladbach-Rheydt:
26.163 Km
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Der Autoreisezug hat zwei Stunden Verspätung, bis zur Abfahrt bringe ich mein Gepäck in die Aufbewahrung.
In einem Bistro esse ich ein Sandwich, und sehe den Motorradfahrer von der Hinfahrt. Da gibt es natürlich viel zu erzählen.
Leider ist der Liegewagen ein ganz alter Hund und komme ziemlich gemartert in Köln an.
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