Zum Schwalbenflieger

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Letzte Bearbeitung:               02.02.2011

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Vespa in Kroatien

Mit Vespa und Zelt in Slowenien und Kroatien

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Vorbereitungen

Die Idee, mit der Vespa so eine Tour zu machen, kam mir schon im vorigen Jahr, während der Fahrt durch Deutschland. Es müsste doch klasse sein, während so einer Reise unabhängig von Hotels oder Herbergen zu sein. Immer schon ein Freund des Campings, sollte dann das Ziel doch im sonnigen Süden sein. Da ich bislang Slowenien zur Durchfahrt nach Kroatien genutzt habe, lag es auf der Hand, sich dort mal umzuschauen. So auch ebenfalls in Kroatien. Bislang kenne ich nur die Halbinsel Istrien.

Wenn das Ziel auch im Groben feststand, so war mir lange schleierhaft, wie die Vespe bis dorthin kommen sollte. Immerhin sind es bis Villach runde tausend Kilometer über die Autobahn. Verschiedene Überlegungen habe ich angestellt: mit einer Spedition den Roller vorschicken; auf einem Motorradhänger hinter dem Auto herziehen. Auch mit dem Zug fahren und Vespe im Gepäckwagen mitführen, wie in den siebziger Jahren mit dem Mofa gemacht wurde. Leider bietet die Deutsche Bahn das nicht mehr an. Die Hilfe kam dann unerwartet, in Form eines Berichtes im „Tourenfahrer“ über die „DB-Autozug“; die nicht nur, wie es im Namen steht, Autos mitnimmt, sondern auch Motorräder, und Roller sind bahntechnisch auch Motorräder.

Beim Nahtabdichten

Somit wäre das erste Problem gelöst gewesen.

Über das nächste, worüber ich mir Gedanken machen musste, war das Gepäck. Die Idee, so eine Tour mit dem Zelt zu machen, stand dabei im Vordergrund, wobei ich nicht auch noch selber kochen will. Was ich unbedingt brauchte, war ein Campingstuhl; immerhin werde ich zwei Wochen unterwegs sein - dann während dieser Zeit nur auf einem Höckerchen hocken? Mein Rücken würde sich bedanken.

Den Stuhl fand ich dann bei Camping Berger im Katalog.

Bei Polo fand ich die Satteltaschen, die nur über die Sitzbank gelegt werden und mit Gurten gesichert sind. Auf der Soziusbank kann dann noch eine große Tasche gelegt werden.

Aber trotzdem, ich hatte alles so eine bisschen aufgeschrieben, wo was verstaut werden konnte, es fehlte noch an Platz.

Jetzt gab es für die Vespa einen Gepäckträger, den man vorne vor dem Spritzschutz anbringen konnte. Da das Ding nicht ganz billig ist, war die Idee schnell geboren, so was selber herzustellen. Dank der Mithilfe meines Arbeitskollegen Peter Kubik war der Gepäckträger schnell hergestellt. Ebenfalls bei Polo fand ich einen wasserdichten Sack für den Gepäckträger. Jetzt brauchte ich nur noch den Reisezug zu buchen und die Strecke ausarbeiten.

Es konnte losgehen.

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Vor der Abfahrt

Ist das eine gutes Zeichen? Voriges Jahr hat es beim Packen auch geregnet, kann das aber nur als Omen ansehen, der Autoreisezug bringt mich ja bis Villach in Österreich, und bis dahin kann sich noch viel ändern. Alle Sachen die ich im Wohnzimmer liegen hatte sind an der Vespe gehängt, es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten. Wenn ich nichts vergessen habe!

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Autoreisezug

Anstellen vor dem Reisezug

Um 16.30 stehe ich in Düsseldorf an der Fahrzeugverladestation, das Wetter ist mir hold, es scheint die Sonne. Die Leute von der Verladung sagen, das ich das Gepäck auf der Vespe lassen kann. Beim Einfahren in den Zug muss ich meinen Kopf einziehen, sonst würde meine Rübe ganz nett aussehen.

Das Abteil ist ein moderner Liegewagen, irgendwann muss man sich nur mit seinen Mitreisenden einigen, wann von der Sitz- in die Liegeposition umgebaut wird. In Düsseldorf sind zuerst nur eine Dame aus Holland und ein Motorradfahrer mit im Abteil, erst viel später kommt noch ein Herr dazu, obwohl an diesem Bahnhof überhaupt keine Autoverladung stattfindet.

Er kam aus Belgien und hat sein Auto in Düsseldorf aufgeladen, leider ist er danach zum falschen Bahnsteig gegangen, hat das aber erst bemerkt, als der Zug schon unterwegs war. Die Bahnleute haben ihm dann Verbindungen rausgesucht, so das er den Autoreisezug überholt hat und wieder zusteigen konnte.

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Richtung Slowenien

Gegen 23.00 Uhr bin ich dann in meine Koje geklettert, aber richtig Geschlafen habe ich nicht. Die Pritsche ist nicht allzu breit, so das ich nicht wusste, wohin mit meinen Armen; dazu kamen dann später noch Schmerzen in den Knien und der Hüfte. An guten Schlaf war da nicht zu denken.

Dadurch, das die Zweiräder vorne auf dem Zug stehen, komme ich mit VESPE schnell auf die Straße. Das erste Highlight heute ist die Auffahrt zum Wurzenpass, 1073 Meter hoch mit einer Steigung von bis zu 18%. Ist aber kein Problem für VESPE, auch mit dem Gepäck zieht sie mich da hoch, es muss zwar der zweite Gang herhalten, aber ansonsten kein Problem.

Der Grenzübertritt oben am Pass ist ruck zuck erledigt. Die Straßen in dieser Jahreszeit sind kaum befahren, umso mehr Spaß macht der nächste Pass. 1612 Meter misst ist der Vrsil Pass, die Anfahrt besteht aus 50 engen Kehren. Obwohl die Sonne scheint, wird es empfindlich kalt, und als ob die Natur mir zeigen möchte, was hier im Winter los ist, liegt noch Schnee im schattigen Wald. Dies ist die einzige Straße durch den Triglav-Nationalpark, sie bietet an jeder Kurve weitreichende Panoramablicke. Hin und wieder muss ich aber mal auf die Straße blicken, denn die nächste Kurve lässt nicht lange auf sich warten.

In Bovec, meinem heutigen Etappenziel, gehe ich erst mal auf Campsuche. Die Campingplätze aus dem ADAC-Campingführer sind nicht mehr vorhanden. Nach ein wenig suchen finde ich das „Kajak Kamp Toni“, so kann ich doch noch mein Zelt hier aufbauen.

Da es ja noch recht früh ist sitze, ich nach dem Duschen wieder auf VESPE, unterwegs zur Festung „Kluze. Leider ist der Eingang abgeschlossen, habe extra eine Taschenlampe mitgenommen, auf dem Weg zum oberen Teil der Festung komme ich mit der Thermohose heftig ins Schwitzen.

Wieder zurück bei VESPE fahre ich im Tal weiter. Irgendwann ist aber Schluss, die Straße ist zuende, wahrscheinlich kann man hier im Bavsica-Tal noch kilometerweit durch die slowenische Bergwelt laufen.

Ich drehe die VESPE und fahre zurück zur Hauptstraße, von da weiter zu einer Militärstraße, die zur Mangart-Hütte führen soll. Aber auch hier habe ich Pech, die Straße ist gesperrt. Etwas frustriert bin ich auf dem Rückweg zum Camp, obwohl die Straßen, über die ich rollere, erste Sahne sind.

Am Abend vor dem Zelt, bei einem Glas Rotwein, sieht Welt schon wieder besser aus. Auch die Müdigkeit macht sich jetzt bemerkbar. Morgen ist auch wieder ein Tag.

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Stippvisite in Italien

Die ganze Nacht hindurch regnet es; am frühen Morgen merke ich, das mein Kopfkissen nass wird. Das Zelt ist an einer Naht undicht, obwohl ich die Nähte vor der Fahrt mit Nahtabdichter bearbeitet habe.

Auch während der Fahrt nach Triest regnet es manchmal, so das ich die Regenkombi nicht ausziehe. Auf kleine und noch kleinere Straßen - das sind die „grauen“ in der Karte - roller ich Richtung Italien. An einem Grenzübergang werde ich von den italienischen Zöllnern zurück geschickt. „Das ist kein internationaler Grenzübergang“. Jetzt muss ich bis nach Nova Gorica, das macht einen Umweg von dreißig Kilometer. Dort ist es aber kein Problem mehr, die Grenze zu passieren, der Zöllner wundert sich nur wie man aus Deutschland mit einer Vespa bis nach Italien kommen kann.

Tristes Triest

Triest an einem Sonntag ist nicht so der Überflieger, ist natürlich von mir auch nicht so schlau hier an einem Sonntag aufzukreuzen.

Bei der Rückfahrt zum Camp sehe ich sie endlich wieder, die Sonne, nach einem letzten Schauer sind die Wolken wie weggeblasen. Wahrscheinlich im wahrsten Sinne des Wortes. Auf den abgetrockneten Straßen kann ich es mächtig fliegen lassen, vor mir fährt ein Slowene mit dem Auto, auch nicht langsam. So ist es kein Problem für mich die Kurven einzuschätzen, jetzt macht Rollern Spaß. Einzig in manchen Kurven kommen seltsame Geräusche vom Antrieb.

Am Camp scheint auch die Sonne, und damit ist meine Kopfkissen wieder trocken, ich hoffe das es so bleibt!

Am Abend fahre ich noch mal ins Städtchen, um eine Kleinigkeit zu essen und mein Barkapital aufzufrischen. Das mit dem Essen ist kein Problem, nur der Geldautomat ist außer Betrieb, so kann ich erst am nächsten Morgen erst um 8.00 Uhr in der Bank Geld umtauschen. Vielen Leuten fällt die Vespa mit deutschem Kennzeichen auf, sie bleiben stehen und gucken sich den Roller ganz genau an, ist wohl nicht so oft hier zu sehen, ein Vespisti aus Deutschland.

In meine mitgebrachten Benzinkanister, besser gesagt Kanisterchen, die ich hier füllen wollte, passen die Füllstutzen der Tanksäulen nicht rein. Auf den Nebenstrecken in Kroatien rechne ich aber mit einer schlechten Spritversorgung, bei einem Verbrauch von 4 L/100Km und einem Tankinhalt von 8 Liter ist die Reichweite sehr begrenzt. Habe ja noch bis zum Morgen Zeit, mir was zu überlegen.

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Durchs Kriegsgebiet

Das dies ein ganz besonderer Tag meiner Reisen werde sollte, ist mir am Morgen natürlich noch nicht bewusst

Gestern Abend ist mir noch eine Idee gekommen, wie die Kanister doch noch zu füllen sind. Im Ort gibt es ein Geschäft mit Haushaltswaren und Sanitärzubehör. Mit Händen und Füssen kann ich erklären, das ich einen dünnen Schlauch brauche, den ich dann auch bekomme. Mit dem Mund sauge ich den Sprit aus dem Tank der VESPE und fülle so die beiden 2 Liter Kanister. Eben noch Geld umgetauscht und getankt, dann noch das Camp bezahlt und los geht es nach Kroatien. Mein Ziel; die Plitvicer Seen.

Die Hauptstraßen (die roten in der Karte) in Slowenien sind seht gut ausgebaut, und brauchen den Vergleich mit Straßen in Österreich nicht zu scheuen, dementsprechend geht es auch vorwärts. Irgendwann wird VESPE in Kurven instabil, gleichzeitig höre ich ein Ratschen von Zahnrädern und der Vortrieb hört auf. Ich stoppe und sehe mir das Hinterrad an, es lässt sich bewegen. Es fehlen eine Abdeckkappe, ein Splint und eine Kronenmutter. Die Radmutter ist zwar lose, aber Gott sei Dank noch vorhanden. Durch die lose Mutter ist auch die Welle, auf der das Rad sitzt, lose, durch die Bewegung rutschen wohl die Zahnräder im Getriebe, deswegen das Geräusch und der nachlassende Vortrieb. Die Mutter muss mit einer Knarre festgezogen werden, leider kann ich mich nur mit einer Wasserpumpenzange behelfen, diese packt aber so eben mit den vorderen Zähnen. Mal sehen, wie lange ich mir damit helfen kann.

Auf den guten Straßen hier in Slowenien muss ich die Mutter so alle fünfzig Kilometer nachziehen, damit kann ich eigentlich leben. Am Grenzübergang nach Kroatien gibt es leider keine Wechselstube, wo ich Kuna bekommen kann, um an einer Tankstelle Sprit nachzufassen. In Kroatien verschlechtert sich die Straße erheblich, die Mutter möchte jetzt öfter nachgezogen werden.

 Im nächsten Ort gibt es zwar ein Bankgebäude, aber auf einem Schild steht irgendwas von 1.1.99. Sowie es darin aussieht, haben die schon länger zu. Ein paar Kroaten sitzen vor ihren Häusern und beäugen mein Treiben, auch die Radmutter zollt wieder ihren Tribut.

Delnice heißt die nächste große Stadt, gleichzeitig eine Art Kreisstadt, dort muss ich unbedingt Geld und auch Benzin bekommen, denn danach kommen nur noch Dörfer, wo es bestimmt keine Bank, vielleicht noch eine Tankstelle gibt. Im Zentrum gibt es eine Bank, die gerade Mittagspause hat. Bis 17.00 Uhr geschlossen, um diese Zeit wollte ich längst an den Seen sein.

Ein Geldautomat am Eingang akzeptiert nur die VISA-Karte, beim Suchen nach der Datenbank, wegen der Pin-Nummer, fällt mir ein Einfrierbeutel mit Kuna in die Hände. Klar - habe ich selber reingelegt, vom letzten Urlaub. Umgerechnet sind das etwa 100 DM, Geld ohne Ende. Mit der Reservelampe rolle ich zur Tankstelle, die Tanke nimmt auch VISA.

Überall hängen warnende Schilder

Wenn ich das auch nicht lesen kann, so ist das Warnzeichen wohl eindeutig

Minenwarnung !

Weiter geht es auf der Straße zu den Plitvicer Seen, aber was heißt hier Straße. Ich fahre mitten durch das ehemalige Kriegsgebiet Krajina. Ganze Dörfer sind ausgebrannt und zerbombt. 1995 waren die letzten Kampfhandlungen vorüber, und noch immer sind neben der Straße Minenfelder; Schilder, (obwohl ich sie nicht lesen kann, ist die Abbildung eindeutig), warnen davor, die Straße zu verlassen. Wenn ich das, worüber ich roller, überhaupt noch Straße nennen kann. Schlaglöcher, dreißig Zentimeter tiefe Gräben, von Panzer zermahlter Asphalt, die Radmutter verlangt alle paar Kilometer, nachgezogen zu werden, wobei die Zange durch das „Rundwerden“ der Mutter immer schlechter greift.

Wenn ich durch Dörfer fahre, die bewohnt sind, schauen mich die Leute an, als käme ich vom Mond. Irgendwie bin ich froh, das mein Kennzeichen nur hinten am Roller ist, vielleicht ist das auch unbegründet. Es sollen noch viele Serben hier wohnen, und die Nato ist gerade dabei, ihre Bomben auf Rest-Jugoslawien zu schmeißen!

Nach neun Stunden Fahrzeit für 414 Kilometer, wobei die ersten Kilometer in Slowenien ja flugs gingen, bin dann doch an den Seen. Nur, von den drei Camps aus dem ADAC-Campingführer, ist eins nicht mehr vorhanden, ein anderes total geschlossen, beim dritten habe ich etwas mehr Glück. Zwar bedeutet mir jemand an der Kasse, es sei geschlossen, aber in diesem Augenblick kommt jemand aus dem Camp gefahren und spricht mich in deutsch an. Ich erkläre ihm, das alle Camps geschlossen sind, und ich mir gerne die Seen ansehen wollte. Der Mann sagt zu mir, das ich bleiben kann; die Kasse ist noch nicht in Betrieb, so bräuchte ich auch nicht zu zahlen; das Sanitärhaus ist geöffnet. Ich alleine in dem großen Camp, zum Glück kommen noch zwei Camper im Laufe des Abends.

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Die Seen von Plitwitze

Nach dem gestrigen Tag habe ich mir heute eine Erholung verdient. Der Morgen fängt schon gut an, zum Frühstück hole ich mir frische Brötchen und meine Lieblingsmortadella; mit Oliven.

Auf dem Weg zu den Plitwitzer Seen komme ich an einem „Vulcanizer“; einem Reifendienst vorbei. Auf dem Hof der Werkstatt sieht mich ein Monteur ungläubig an. Nach einigen Handzeichen versteht er aber sofort, wo das Problem liegt; sofort holt er eine Knarre mit passender Nuss, und zieht meine lose Radmutter fest, hat auch noch einen Nagel als Splintersatz. Ich denke, damit ist meine Weiterreise gesichert; wenn ich dann noch irgendwo die Staubschutzkappe bekomme, kann ich sogar noch das Radlager schützen.

Die Plitvicer Seen

Der Nationalpark der Plitwitzer Seen besteht aus 16 Seen, die durch Wasserfälle miteinander verbunden sind. Das blaugrüne, glasklare und fischreiche Wasser gibt an vielen Stellen auch den Blick auf „versteinerte“ Bäume frei. Dies sind ins Wasser gestürzte Stämme, die von den Kalkablagerungen im Laufe der Jahre fest ummantelt wurden. Die Wasserfälle haben eine Größe von wenigen Zentimeter bis zu fünfzig Meter. Es liegt wohl an dem nur vier Jahre zurückliegenden Krieg, und der frühen Jahreszeit, das ich während meiner dreistündigen Wanderung nur ganz wenigen Menschen begegne. Um nicht komplett durch dieses große Gebiet laufen zu müssen, benutze ich ein Fährschiff und eine Bimmelbahn, um zum Parkausgang zu gelangen.


Beim Mittagessen, in einem Restaurant in der Nähe der Seen, erzählt mir der Kellner, das hier trotz des Krieges noch Serben wohnen. Man würde zwar keine großen Beziehungen pflegen, aber als Nachbarn zumindest grüßen und in Ruhe gelassen werden.


Abends sitze ich vor dem Zelt, als mein Campnachbar mit dem Motorrad nach hause kommt. Er ist aber auch eine ganz besondere Spezies, will ohne Visum nach Bosnien einreisen, und das, obwohl dort im Augenblick reichlich Spannungen herrschen. Bei der Gelegenheit springt ihm öfters die Kette vom Moped, weil zu lang - jetzt ist es aber nicht so, das er seine fettigschwarzen Finger einer Reinigung unterzieht. Nein, er fährt mit mir noch zum Supermarkt einkaufen. Ich tu so, als ob ich ihn nicht kenne!

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Die Mutter hält

Am frühen Morgen bin ich wieder unterwegs - und die Radmutter hält. Die ursprüngliche Routenplanung habe ich über den Haufen geschmissen, mir war das Risiko zu groß wieder über nicht vorhandene Straße zu rollen. Auf diesen, unseren Bundesstraßen ähnlichen, Straßen sind kaum Touristen unterwegs. Zwei Motorradfahrer, die mir entgegenkommen grüßen mangels Masse einen Vespafahrer - würde in Deutschland nie passieren.

 

Pause auf der Landstraße

Die Vespa vor der Rezeption des Camps lässt in mir die Hoffnung aufkommen, hier Ersatzteile zu bekommen. Nach dem Einklarieren frage ich den Besitzer der Vespa, ob ich hier irgendwo Teile bekomme. In gebrochenem Englisch bekomme ich den Weg zu einer Piaggio-Vertretung erklärt, nicht weit von hier, hinter der Altstadt von Trogir soll es die begehrten Sachen geben.

Es gibt kaum Touristen! Das Camp, mit einigen hundert Stellplätzen ist mit zwei Personen belegt, ein älterer Herr und ich. In Trogir wo ich abends noch essen gehe, stehen sich die Kellner Plattfüsse, es sind keine Menschen da die sich ins Restaurant setzen könnten. Nicht das mir das nicht gefällt, ganz im Gegenteil, ich brauche keinen Trubel, denke nur an die Kroaten, ohne Tourismus kommt das Land nach dem Krieg nicht hoch.

VESPE fühlt sich hier auch sehr wohl, überall fahren und stehen ihre Schwestern rum. Mit dem deutschen Kennzeichen ist sie hier so was wie eine Paradiesvogel.

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In Split

Die Altstadt von Split, die ich mir heute ansehe, ist ein ehemaliger römischer Kaiserpalast. Der Diokletianpalast im Jahre 305 vom gleichnamigen Kaiser erbaut, ist der zentrale Besuchermagnet von Split. Noch heute leben einige tausend Menschen zwischen antiken Säulen und Mauern. Ohne Ziel schlendere ich durch die Gassen, die manchmal nicht breiter sind wie meine ausgestreckten Arme. Es macht Laune, das diese antiken Mauern mit Leben erfüllt sind.

Die Altstadt von Split

Mein Mittagessen nehme ich, ganz untypisch, bei Macdonalds ein, hat aber den Vorteil, das die Räume sind klimatisiert.

Auf dem Rückweg zum Camp versuche ich mein Glück in Trogir den Piaggiohändler zu finden. Die Wegbeschreibung ist perfekt; als wenn ich mich hier auskennen würde, fahre ich zum Händler. Dort komme ich aus dem Staunen nicht heraus; keine Hinterhofwerkstatt, sondern ein „Spezial-Piaggio-Dealer“ erwartet mich, heißt, er verkauft und repariert nur Piaggio Produkte. In der Ausstellung stehen die neusten Vespen, die PX mit Scheibenbremse, die gibt’s in Deutschland noch nicht. Kein Problem für ihn, meine Kronenmutter und Staubkappe aus dem Lager zu holen, auch ein paar „Splintas“ legt er auf die Theke. In der Werkstatt wird noch mal die Radmutter nachgezogen, und schon bin ich unterwegs ins Camp, um VESPE einer Kontrolle zu unterziehen.

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1700 Meter über dem Meer

Nach dem guten Frühstück fahre ich zur Markarska-Riviera, endlich wieder eine lange Strecke rollern. Viele Gasthäuser und Restaurants, an denen ich vorbei komme, haben mangels Touristen ihre Türen und Tore geschlossen. In der Nähe von Markarska muss die Straße zum Sveti Jure, dem heiligen Jure, einem 1700 Meter hohen Berg, beginnen.

Hinweisschilder kann ich keine entdecken, so fahre ich die Straßen, die von der Stadt ins Inland führen, einzeln ab, zum Glück gibt es nicht so viele davon. Sie führen übrigens alle zur bosnischen Grenze, um die ich aber einen Bogen mache.

Vespa im Schnee

Irgendwann doch ein Schild zum Jure, ich folge der Straße und stehe dann vor einer Schranke, die allerdings geöffnet ist.Das Kassenhäuschen liegt verlassen da, aber an der Schranke hängt ein Vorhängeschloss. Was ist, wenn ich wiederkomme und die Schranke ist abgeschlossen? Ich sehe einen Weg, der an dem Hindernis vorbei führt, das müsste im Notfall für VESPE und mich reichen.

Die Straße ist toll; anfangs noch breit, wird sie doch bald so schmal, das zwei Pkw nicht aneinander vorbei passen würden. Das Problem stellt sich sowieso nicht, ich bin weit und breit das einzige menschliche Lebewesen. So ganz geheuer ist mir das ja nicht! Die Straße windet sich den Berg hinauf, Serpentinen mit Kehren, keine Leitplanken, die einem hindern, den Berg runter zu fallen. Kilometer um Kilometer, in der Ferne ein Haus mit einem Auto davor, weiß nicht, ob ich das gut finden soll. Gegen Mittag bin ich am Gipfel, 1765 Meter hoch, die Strecke ist dreißig Kilometer lang. Viel zu sehen gibt es hier nicht, eine kleine Kapelle, die verschlossen ist, und eine Fernseh/Radio - Funkstation.

Beim zurückrollern lasse ich den Motor aus, einfach um die Ruhe zu genießen, bis ich über einen Buckel muss. Der Motor springt nicht an. Bei Vollgas etwas mit dem Anlasser orgeln, und VESPE springt an. Die nach Benzin riechenden Abgase deuten mir an, das sie abgesoffen war, bestimmt durch den steigenden Luftdruck beim abwärtsrollen. Jetzt lasse ich den Motor aber mitlaufen, nicht das ich in dieser Einöde liegen bleibe. Unten angekommen, ist die Schranke immer noch auf, ab zur Küstenstraße, um ein Restaurant zu finden.

Abends sitze ich vor dem Zelt und schaue der untergehenden Sonne zu, wie sie im Meer versinkt, leider sind nicht mehr viele Segelboote unterwegs, denen ich gerne zuschaue, besonders wenn es etwas windiger ist. Dafür gehen bald die Lichter der Seezeichen an, und die Fischer mit ihren Booten schaukeln auf den Wellen.

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Wieder unterwegs

Im Kroatischen Hinterland

Unterwegs auf der Küstenstraße, um mein Camp in der Nähe von Zadar aufzuschlagen. Der Wind fällt von den Bergen recht ruppig und kalt auf die Küste, da kommt VESPE manchmal sehr ins Schaukeln. Die Straße ist in den Kurven oft absichtlich aufgeraut, damit soll sie bei Regen griffiger sein, mit dem Erfolg, das VESPE dann überall hinfährt, nur nicht dahin wo ich will.

Die geschlossenen Campingplätze verfolgen mich; auch in Biograd, wo ich mein Zelt aufbauen will, machen sie erst in zehn Tagen auf.

Ich roller weiter die Küstenstraße entlang, irgendwann wird schon ein Camp kommen. Nicht eins; vier stehen auf dem Hinweisschild in Filip i Jakov. Drei haben ihre Tore fest verschlossen, beim vierten, einem kleinem Platz mit dreißig Stellplätzen, kehrt der Besitzer gerade die Einfahrt. Er sagt mir: „Das Camp ist noch geschlossen, das Sanitärhaus nicht geputzt. Deine Frau ist damit bestimmt nicht zufrieden“. Welche Frau? Ich zeige ihm die VESPE, mit der ich aus Deutschland unterwegs bin. Er ist total begeistert, sagt, ich kann bleiben, nur die Duschen brauchen etwas, bis die Solarpaneels das Wasser erwärmt haben. Er stellt irgendwelche Pumpen an, meint, in zwei Stunden ist das Wasser warm.

Gehe nach dem Zeltaufbau kurz an den Strand, der direkt hinter dem Camp liegt, um die Wassertemperatur zu testen. Aber so richtig kann mich da nichts reinlocken. Die Duschen geben nur Luft her, das wird wohl länger als zwei Stunden dauern.

Ich komme vom Essen wieder, als mich Herr Kralivic, der Campeigner, abpasst, um ein Glas Wein mit ihm zu trinken. Nebenbei erledigen wir noch die Anmeldung. Seine Frau meint, die Duschen müssen entlüftet werden. Jo stimmt, habe ich schon gemacht, denke ich mir. Sie haben heute, am Samstagnachmittag noch eine Putzfrau organisiert, um das Sanitärhaus zu reinigen. Man ist um den ersten Gast in dieser Saison unheimlich bemüht.

Am Abend mache ich noch einen zweiten Versuch zu duschen, aber auch der endet nur mit Luft aus dem Duschkopf.

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Im Regen

In der ganzen Nacht fällt Wasser aus den Wolken, auch Donner habe ich gehört. Am Morgen kontrolliere ich das Zelt auf Wassereinbrüche. Sie halten sich in Grenzen, nur der Stoff des Innenzeltes ist etwas feucht. Wenn es keinen Dauerregen gibt, kann ich damit leben.

Siebenik

Mit der angezogenen Regenkombi roller ich Richtung Sibenik, allerdings besonders viel Spaß macht das im Regen nicht. Die Straßen in Kroatien sind bei Nässe glatt wie Schmierseife, muss in Kurven höllisch aufpassen. Das erinnert eher an VESPE tragen, als an VESPE fahren.

In Sibenik ist es auch nicht so lustig im Regen rumzulaufen, obwohl die Stadt, aus weißem Kalkstein erbaut, recht schön ist. Die Restaurierungsmaßnahmen am Dom und den ehemals italienischen Palazzos sind in vollem Gange. In einigen Jahren wird von den Kriegsschäden hoffentlich nicht mehr viel zu sehen sein.

Der Regen, der nicht enden will, treibt mich zurück zum Camp. Unterwegs lässt die Nässe nach, und siehe da, auch die Sonne blinzelt wieder durch die Wolken. Zurück am Camp ist der Himmel blau, als wenn nie ein Tropfen runtergefallen wäre. Einzig in meinen Schuhen schwappt noch das Wasser; eine heiße Dusche wäre nicht schlecht. Aber Pustekuchen, von wegen heiße Dusche. Es kommt zwar mittlerweile keine Luft mehr aus dem Duschkopf, aber heiß kann ich das Wasser auch nicht nennen. Aber – man weiß sich ja zu helfen. Auf dem Nachbarplatz, der mittlerweile ein paar Gäste hat, stehen einige Sanitärhäuser, und die haben bestimmt heiße Duschen. In Badesachen „getarnt“, gehe ich durch das Tor am Strand auf den fremden Platz, zielstrebig, den Mitarbeiter ein freundliches Dobar dan (Guten Tag) wünschend, zu den Duschen

Nach dem Mittagessen gehe ich noch an den Strand, um mich noch ein bisschen zu sonnen (!). Auf der Wiese im Camp möchte ich das nicht machen, habe nämlich in den Toiletten einen Skorpion gesehen; wenn der auch nicht mehr besonders lebendig war. Möchte mich nicht in der A.... pieken lassen.

Später suche ich noch eine Karawanserei in der Nähe von Vrana. Laut Reiseführer „eines der seltenen Beispiele türkischer Architektur in Dalmatien: der Han (Herberge) des Jusuf Maskovic aus dem Jahre 1644“. Außer ein paar Steine habe ich leider nichts gefunden. (Sollte jemand genaure Angaben haben, wäre ich für eine Benachrichtigung dankbar) Ich komme wieder an vielen zerschossenen Häuser und Dörfer vorbei. Herr Kralivic erzählte mir, das der Frontverlauf nur fünf Kilometer von der Küstenlinie entfernt gewesen sei. Sie hätten manches mal Angst um ihr Leben und hab und gut gehabt.

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Die Krka

In der Nacht werde ich wach und friere wie ein Schneider, obwohl der Schlafsack bis oben zugezogen ist. Schnell den Sweater und die Jogginghose angezogen, danach wird es molliger und ich kann wieder einschlafen.

Auf dem Weg zum Krka-Nationalpark roller ich wieder unter einer geschlossenen Wolkendecke, aber immerhin bleibt es trocken. Die Krka entspringt oberhalb von Knin und schlängelt sich anschließend auf einer Länge von über 70 Kilometer durch das dalmatinische Karstland bis nach Sibenik, wo sie ins Meer fließt. Zwei Drittel ihres Weges durchfließt die Krka eine tiefe Schlucht, die sich der Fluss in das Kalkgestein gegraben hat.

Die Krka in ihrem Tal

Hierbei überwindet die Krka einige Wasserfälle und bildet mehrere langgestreckte Seen, die zum Nationalpark erklärt worden sind. Der größte Besuchermagnet sind die Wasserfälle am Skradinski buk, wo die Krka mehr als 45 Höhenmeter in 17 Stufen überwindet.

Wieder zurück am Platz, erfahre ich, das ein defektes Solarpaneel meine (heißen) Duschfreuden verhindert. Ich soll oben im Apartment duschen, meint Herr Kralivic, was ich aber nicht möchte; so schleiche ich mich wieder zum Nachbarcamp.

Am Abend sitze ich in der Motorradjacke vor dem Zelt, und sinniere darüber nach, das ich das Hinterrad wechseln müsste. Der Reifen ist nämlich merklich abgelaufen, kann mich aber bei dieser Temperatur nicht dazu entschließen.

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Ein wenig Zadar

Die Sonne. Ja, die Sonne hat mich heute morgen aus dem Zelt geholt.

In Zadar, wo ich nach dem Frühstück hinroller, ist der Zigeunermarkt, den es früher mal gegeben hat, verschwunden. Wahrscheinlich auch eine Folge des Kriegs.

Richtig Spaß macht es mir nicht, durch Zadar zu laufen, obwohl es eine schöne alte römische Stadt ist. Ich habe wohl genug Städte gesehen, und werde den Rest der Reise auf Relaxen und Strand machen. Wahrscheinlich muss ich auch bei der Planung von zukünftigen Reisen mehr „Höhepunkte“ einplanen, selbst wenn ich nicht alle besuchen kann.

Morgen fahre ich zur Insel Krk, freue mich schon auf Landschaften und Steilküste.

Im Camp verlangt VESPE nach einem neuen Hinterrad, was ich ihr auch anschraube. In Badehose!

Danach geht’s zum Strand, auch in Badehose, die ich dann, da niemand anders da ist, auch ausziehen kann. Selbst das Wasser lockt mich heute, wenn auch nur sehr kurz, bei Temperaturen von 17°.

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Reif für die Insel

Mein Urlaub neigt sich nun langsam dem Ende zu, so das mein letztes Camp nicht so weit von Villach sein sollte, von wo mein Autozug wieder los geht. Ausgesucht habe ich mir die Insel Krk, auf der ich dieses Jahr noch meinen Sommerurlaub verbringen will.

Die Brücke zur Insel Krk

Bei herrlichem Sonnenschein fahre ich über die Küstenstraße bis zur Brücke zur Insel Krk. Im Camp Konobe bei Punat hat die Rezeption Mittagspause, ich fahre einfach auf dem Platz und suche mir einen Stellplatz aus. Nur wenige von den terrassenförmigen Zeltplätzen sind besetzt, ich frage jemanden ob man sich hinstellen kann wo man will. Er stellt sich als Klaus vor, meint, ich kann mich hinstellen wo platz ist.

Auch Klaus muss wohl erst heute angekommen sein, beim ausräumen des Autos holt er eine Pressluftflasche zum tauchen heraus. Im Sommerurlaub wäre es schön, wenn ich die Möglichkeit hätte, hier zu tauchen, also frage ich Klaus, ob eine Tauchbasis in der Nähe ist. Er erklärt mir, das die Flasche nur für sein Motorboot ist, das er morgen holen möchte. Er will unten am Strand eine Ankerkette mit einer Boje befestigen, an Betonklötze, die drei bis vier Meter tief im Wasser liegen. Er fragt mich, ob ich ihm Helfen kann, morgen das Boot zu Wasser bringen, und die Ankerkette ausbringen. Wenn alles erledigt ist, können wir noch eine Fahrt mit dem Boot machen. Klar - für solche Aktionen bin ich immer zu haben.

Am Abend ziehen dann dunkle Wolken auf, und der Wind frischt unangenehm auf. Besonders merke ich das im Camprestaurant, mit dem Namen „Baumhaus“. Deswegen Baumhaus genannt, weil nur die Küche; die übrigens ganz hervorragend ist, Wände hat, der Rest des Restaurants besteht nur aus Holzpfeiler, den „Bäumen“ und dem Dach. Das Ganze noch als Terrassen zum Meer offen, leider dementsprechend windanfällig.

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Die Fluten im Zelt

Leider hat sich das Wetter in der Nacht eher verschlechtert als verbessert, die Wolken fliegen dunkel und tief über die Kroatischen Inseln. Klaus beginnt mit der Ankerkette zu hantieren, diverse Schekel, die Boje befestigen.

Mit Maske, Flossen und Tauchgerät geht er ins Wasser, bekommt aber sofort nachdem er den Kopf unter Wasser hat, Panik. Die Flossen schlagen in der Luft, so kommt er nicht runter. Da ich sowieso nass bin, biete ich ihm an, das zu machen. Die Sachen getauscht, die Kette über die Schulter, und ab ins Wasser. Bei einer Lufttemperatur von 18° und das Wasser bei 15° ganz schön frisch.

Etwas später, wie wir das Boot; ein Sunseeker mit 120 PS Außenborder, ins Wasser bringen, fängt es an zu regnen. Da ist natürlich an Bootfahren überhaupt nicht zu denken.

Es regnet den ganzen Tag. Später erfahre ich, das von 11:00 bis 19:00 Uhr; wo der Platzregen in einen Landregen übergeht, 160 Liter Wasser auf den Quadratmeter gefallen sind. Klaus hat ein „Partyzelt“, wo wir den Regen mit Wein und Schnaps absitzen. Zum Abendessen, im „Baumhaus“, habe ich meine Motorradjacke an, und trotzdem, besonders warm ist mit nicht. Später sehe ich, in meinem Zelt ist es nass, wie in einem Schwimmbad. Die nasse Luftmatratze bedecke ich mit Handtücher, und krieche in meinem Schlafsack. Hoffentlich ist die Fahrt morgen nach Villach wenigstens trocken. Dank des Alkohol kann ich trotz der Nässe gut einschlafen.

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Zurück zum Autozug

Morgens werde ich geweckt. Von der Sonne. Der Himmel strahlt in einem Blau, als wenn er nie anders gewesen wäre.

Die Sachen sind schnell gepackt, das Zelt entsorge ich sofort in einem Müllcontainer. Wenn ich im nächsten Jahr auch eine Tour mache, muss da was besseres her. Besonderes Augenmerk werde ich dann natürlich auf Dichtheit legen, aber auch, das ich, wenn es mal regnet, mit meinem Stuhl im Zelt sitzen kann.

Die Sonne begleitet mich nach Villach, so das ich noch ein wenig durch die Stadt laufen kann, bevor ich am Autoreisezug einchecken muss.

Bedanken möchte ich mich bei Günther Lommen, der mich bei diesem Text unterstützt hat.

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