Haus Doorn/Niederlande
Hier im Huis Doorn, im Königreich der Niederlande, fand Kaiser Wilhelm II. nach seiner erzwungenen Abdankung im Jahre 1918 seinen letzten Wohnsitz und hier ist er in einem, nach seinen Entwürfen erbauten, Mausoleum beigestzt, bis er zurück nach Deutschland übergeführt werden kann. In einem Zusatz zu seinem Testament kann dies aber erst nach Wiedererrichtung der Monarchie in unserer Heimat geschehen.
| An die Minister des Königlichen Hauses
Doorn, 25.12.1933 am ersten Weihnachtstage Codizill zu Meinem letzten Willen Sollte Gottes Ratschluß mich aus dieser Welt abberufen zu einer Zeit, da in Deutschland das Kaisertum noch nicht wieder erstanden ist, d.h., eine nicht monarchische Staatsform noch vorhanden ist, so ist es mein fester Wille, da ich im Exil in Doorn zur ewigen Ruhe eingehe, auch in Doorn provisorisch beigesetzt zu werden. An der Stelle dem Hause gegenüber, wo vor den Rhododendrons meine Büste steht, soll vor ihr der Sarg unter dem vom Bildhauer Betzner entworfenen, von mir genehmigten Sarkophag aufgestellt werden unter einem zum Schutz gegen das Wetter von Betzner zu entwerfenden Baldachin. Blumenbeete leuchtender Farben-Cinerarien, Salvia sollen es umgeben. Die Feier schlicht , einfach, still, würdig. Keine Deputationen von zu Hause. Keine Hakenkreuzfahnen. Keine Kränze. Dasselbe gilt für I.M. im Fall ihres Heimgangs in Doorn. Sterbe ich in Potsdam, so sollen meine Gebeine in dem oben genannten Sarkophag im Mausoleum am Neuen Palais beigesetzt werden, derart, daß er zwischen den beiden Kaiserinnen zu stehen kommt. Militärische Feier, keine Hakenkreuzfahnen, keine Trauerrede. Gesang, Gebet. gez. Wilhelm I.R. |
Haus Doorn
Rauchsalon S.M. des Kaisers
Festlich gedeckte Tafel im Speisesaal
Zum Gedenken an den 42. Todestage,
Blumenkreuz von S.K.H. Prinz Louis Ferdinand