An einem wunderschönen Juliabend des Jahres 1819 besuchte der 23-jährige Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen im Rahmen einer Italienreise den ruinenhaften Stammsitz seines Hauses und faßte hierbei den Entschluß, die Stammburg des Hauses Hohenzollern wieder aufzubauen.
Später, als König schrieb Friedrich Wilhelm IV. in einem Brief von 1844: "Die Erinnerung vom J. 19 ist mir ungemein lieblich und wie ein schöner Traum, zumal der Sonnenuntergang, den wir von einer der Schloßbastionen aus sahen, . . . Nun ist ein Jugendtraum-Wunsch, den Hohenzollern wieder bewohnbar gemacht zu sehen. . . "
Burghof, 7. Oktober 2000,
SKKH Prinz Georg Friedrich ist anwesend
Ab 1859 auch über die Hohenzollerischen Lande gebietend, verwirklichte König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen nun seinen lange gehegten Traum und schuf - unter Beteiligung seines Vetters Fürst Karl Anton von Hohenzollern - gemeinsam mit seinem Architekten August Stüler dem romantischen Ideal der Zeit folgend eine der imposantesten Burganlagen Deutschlands im neugotischen Stil. Sie besteht aus dem vieltürmigen Hochschloß und den Wehranlagen. Diese sind vom Ingenieur-Oberst v. Prittwitz geschaffen worden und stellen ein Meisterwerk der Kriegsbaukunst des 19. Jahrhunderts dar. Ihre Ergänzung mit zivilarchitektonischen Elementen durch Stüler verleihen ihnen besonderen Reiz.
Die Lage der Burg auf einem Bergkegel - dem schönsten Berg Schwabens - gibt ihr das malerische Erscheinungsbild.
Dem Besucher eröffnet sich nach dem Aufgang durch die so eindrucksvoll gestalteten Wehranlagen in Höhe der Bastionen der schönste Rundblick von einer deutschen Höhenburg. Kaiser Wilhelm II. sagte bei seinem Besuch 1886: "Die Aussicht von der Burg Hohenzollern ist wahrlich eine Reise wert."
Prinz Louis Ferdinand von Preußen , der ebenfalls sehr kunstsinnige Nachfahre des Königs hat ab 1952 damit begonnen, die Zimmer und Säle mit künstlerisch wertvollen und historisch bedeutsamen Gegenständen zur Geschichte Preußens und seiner Könige auszustatten. Neben Gemälden namhafter Maler (Honthorst, Pesne, v. Werner, v. Lenbach, v. Menzel, Laszlo) gehören dazu insbesondere Gold- und Silberschmiedearbeiten des 17. bis 19. Jahrhunderts. Hinzu kommen Gewandstücke, wie z.B. der Waffenrock König Friedrich des Großen aus der Schlacht bei Kunerdorf und die Courschleppe der Königin Luise, die sie bei der denkwürdigen Begegnung mit Kaiser Napoleon I. in Tilsit getragen hat.
In der größtenteils noch von der zweiten Burg stammenden St. Michaelskapelle sind reliefartige Sandsteinplatten aus spötromanischer Zeit sowie spätgotische Glasgemälde zu besichtigen.
Evangelische Kapelle, vor dem 17. August 1991
In der auf besonderen Wunsch von König Friedrich Wilhelm IV. erbauten
Christus-Kapelle befanden sich ven September 1952 bis August 1991 die Ruhestätten
(Königssärge) von König Friedrich dem Großen und seinem Vater König Friedrich Wilhelm
I.
(Text entnommen dem Faltblatt der Burg
Hohenzollern.)