Der Park von Sanssouci und der Wildpark sind seit dem Bau von Sanssouci immer weiter gewachsen. Krönender Abschluß ist das Neue Palais, welches von König Friedrich dem Großen nach dem siebenjährigen Krieg als Beweis für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Preußens erbaut wurde und nach relativ kurzer Bauzeit bereits 1769 fertiggestellt war.
Die Friedrichwohnung beansprucht nur einen kleinen Teil des Palais. Der überwiegende Teil waren Gästewohnungen und repräsentative Säle. Der Marmorsaal und der Muschelsaal sind hierfür nur zwei Beispiele. Während der Regierungszeit Friedrich III., 1888, wurde das Palais kurzfristig in "Friedrichskron" umbenannt. Bis 1918 war das Neue Palais Wohnsitz Kaiser Wilhelm II. Einen kurzen Ausschnitt eines Tondokumentes aus dem Jahre 1914 können Sie hier hören.

Das Neue Palais
Dieser größte Bau im Park von Sanssouci war ursprünglich
für einen Standort an der Havel vorgesehen und erst nach dem Krieg entschied Friedrich
der Große sich für diesen Bauplatz, Er nannte das Palais "Fanfaronade" -
"Prahlerei", obwohl auch hier preußische Sparsamkeit vorherrscht. Ursprünglich
sollte das gesamte Schloß in Backstein mit Zierfugen erbaut werden. Da sich dies als zu
zeitaufwendig und teuer erwies, wurde außer der Friedrichwohnung der restliche Bau
schnell gemauert, das Ganze verputzt und anschließend dementsprechend bemalt.
Als anfang der neunziger Jahre dieser Zustand rekonstruiert war, erlebte
ich, wie ein junger Familienvater aus Mecklenburg-Vorpommern, ob der neuen Bemalung etwas
verwundert von einem "Disney-Schloß" sprach. Er kannte das Schloß nur
mausgrau. Erst meine aufklärenden Worte sorgten für Verständnis.
Die Hofseite
Leider sind durch die im Sozialismus versäumten
Restaurationsarbeiten, heute so intensive Sanierungsmaßnahmen erforderlich, daß es zur
Zeit nicht möglich ist, von den Communs - also den Wirtschaftsgebäuden - ansehnliche
Bilder zu präsentieren. Ich ersparen Ihnen den derzeitigen traurigen Zustand und werde
nach Abschluß der Arbeiten diese nachliefern.
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Der Freundschaftstempel Der Antikentempel
Diese beiden Tempel sind dem Neuen Palais vorgelagert. Der Freundschaftstempel wurde von Friedrich II. 1768 aufgrund eigener Entwürfe zum Andenken an seine Schwester Wilhelmine, Markgräfin von Bayreuth erbaut. Der Antikentempel, ebenfalls 1768 nach einer Skizze des großen Preußen, von Gontard gebaut, beherbergte ursprünglich die Antikensammlung Friedrich des Großen. Heute ruhen in dem der Öffentlichkeit nicht zugängigen Tempel, als wichtigste Personen der kaiserlichen Familie, die sterblichen Überreste der Kaiserin Auguste Victoria und der Kaiserin Hermine. Es ist mir nicht verständlich, daß man es zuläßt die letzte Ruhestätte der einstmals, auch nach 1918 hinweg, allgemein geliebten Landesmutter so verfallen zu lassen. Die im Jahr 1996 begonnenen Arbeiten am Dach ließen Hoffnung für eine Restaurierung aufkommen, danach ist aber alles beim Alten geblieben.
Das Grabmal der Kaiserin Auguste Victoria im Antikentempel
Im Jahr 1996 wurde aus Anlaß des 75. Todestages der letzten deutschen Landesmutter erstmals wieder der Antikentempel zu einer Feierstunde geöffnet.
Mehr von der großartigen Parkanlage sehen Sie auf der folgenden Seite.