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Was ist Kyokushin Karate ?
Der Gründer unseres Karate-Systems, Masutatsu Oyama, wurde 1923
in der Nähe von Seoul (Süd-Korea) geboren. Mit neun Jahren begann er Judo zu erlernen. Im Alter von 12 Jahren kam er nach Japan, wo er die Universität besuchte. Nach dem Abschluss seines
Judo-Studiums wurde er ein Karate-Schüler von Gichin Funakoshi Er machte dabei solche Fortschritte, dass er im Alter von 17 Jahren 2. Dan, mit 24 Jahren bereits 4. Dan war. Während des
Krieges wurde er zum Militär eingezogen. Nachdem er sich entschlossen hatte, den Rest seines Lebens der Lehre des Karate zu widmen, verbrachte er die nächsten Jahre abseits der
menschlichen Gesellschaft. Er lebte in Klöstern und in den Bergen, wo er sich Tag und Nacht den physischen Anforderungen, die die Kampfkünste stellen, unterwarf. Er meditierte in dieser Zeit,
Erleuchtung suchend, nach den Zen-Prinzipien, kämpfte gegen wilde Tiere, zerschmetterte Bäume und Steine mit bloßen Händen und meditierte unter eisigen Wasserfällen etc. - 1951 kehrt er in
die Zivilisation zurück und eröffnete seine ersten Trainingsräume. Seine sensationellen Fähigkeiten wurden schnell bekannt. So lässt sich - stark vereinfacht - sagen, dass das von Oyama
geschaffene Kyokushin Karate ein Produkt seiner Kindheitserfahrungen und der in seinen Augen bestehenden Mängel der vorgenannten Systeme ist. Oyamas Drang, sich immer neue Ziele zu setzen,
sich immer als der Härteste und Stärkste zu beweisen, führte somit zur Gründung des härtesten und konsequentesten Karate Stils. Aber nicht nur die Durchsetzungsfähigkeit der
Kyokushin-Kämpfer zeichnet das Kyokushin Karate als das "besondere Karate" aus. Es ist vielmehr auch die Fähigkeit - trotz allem Festhalten an traditionellen Werten -
veränderungsfähig und damit für Verbesserungen offen zu sein.
Sein erstes Dojo eröffnete Mas Oyama 1953, ab 1955 bezeichnete
er sein Kampfsystem als Oyama Ryu. 1957 hatte er dort - trotz härtestem Training - bereits 700 Mitglieder. 1959 begann Jon Bluming, zu dieser Zeit 5. Dan Judo, unter Mas Oyama zu trainieren.
Auch er beeinflusste maßgeblich das Oyama- Karate und wurde ihr stärkster Repräsentant. Mas Oyama: "Finde einen Kämpfer, der Jon Bluming im Kampf K.o. schlägt, und ich gebe ihm meinen 8.
Dan." In der Folgezeit kamen viele Anhänger anderer Stilrichtungen, um sich im jis-sen kumite (kompromissloser Vollkontakt-Kampf) zu messen. Stellten sich bei solchen Gelegenheiten
Techniken anderer Stilrichtungen als erfolgreich heraus, wurden sie ganz selbstverständlich in das Trainingsprogramm - und damit in die Stilrichtung - übernommen. Diese Praxis wird auch heute
noch geübt: Eine Technik, die Erfolg bringt, ist gut. Eine gute Technik wird übernommen, egal aus welchem Kampfsystem (Karate, Boxen, Judo etc.) sie kommt. Die Mitglieder der Oyama Dojo
nahmen das Kämpfen sehr ernst. Sie erwarteten, entweder zu schlagen oder geschlagen zu werden. Es gab fast keine Einschränkungen: Schläge zum Kopf oder Genitalbereich waren genauso erlaubt,
wie Würfe, Hebel- und Würgetechniken. Kampf bedeutete Kampf bis zum K.o. oder Aufgabe (Aufgabe war allerdings aufgrund der Bushido Ideologie fast nicht möglich). Kampftechnisch
gesehen bevorzugt der Kyokushin Stilist eher weiche Abwehrbewegungen und -techniken (tai sabaki); das Hauptaugenmerk gilt der kompromisslosen Konteraktion. Die meisten Karate-Stilrichtungen
lernen ihren Schülern das "Nichttreffen". Im Gegensatz dazu üben die Anhänger des Kyokushin Karate präzise Treffer auszuführen, bzw. von diesen nicht getroffen zu werden. Man
bezeichnet daher dieses Kampfsystem auch als die realistischste Selbstverteidigung.1964 wurde der Name "Kyokushinkai" (Übersetzung etwa "Stilrichtung höchstmöglicher
Realität") angenommen.
Nach vielen erfolgreichen Reisen, in denen er seine Fähigkeit
demonstrierte, entstanden überall in der Welt neue Karate-Trainingshallen. 1965 wurde das gegenwärtige Kyokushinkai- Hauptquartier (Honbu) eröffnet. Derzeit ist Kyokushinkai in 60 Ländern
organisiert. Aus den bescheidenen Anfängen wurde eine Massenbewegung. So zählte das Honbu Dojo um 1990 etwa 12 Millionen Mitglieder! Leider ging mit dem Ansteigen der Mitgliederzahl auch ein
Abstieg der Qualität des Kyokushin Karate einher. Viele Wegbegleiter Oyamas trennten sich von ihm und gingen eigene Wege.
Sosai Mas Oyama verstarb am 26. April 1994.
Was ist Kyokushinkai?
Karate ist sowohl eine (Kampf-) Kunst wie auch eine
Philosophie. Jeder Mensch entwickelt eine von seinen Mitmenschen unterschiedliche Persönlichkeit. Dies spiegelt sich auch in der unterschiedlichen Interpretation des Karate wider Auf dieser
Basis gründeten Karate-Meister ihre eigenen Schulen, in denen sie ihre Form des Karate und ihr Verständnis dafür vermitteln.
Kyoku: endgültig; höchst, vollendet
Shin: Wahrheit; Wirklichkeit
Kai: verbinden: zusammentreffen
Die volle Bedeutung eröffnet sich einem erst nach vielen Jahren beständigen Übens.
Das Symbol des Kyokushinkai ist das Kanku- Zeichen. Es ist
abgeleitet von der Kanku- Kata (Kanku: "In den Himmel blicken"). In dieser Kata werden die Hände hochgehoben. Daumen und Zeigefinger von linker und rechter Hand bilden dabei einen
Kreis, durch den der Himmel betrachtet wird.
Die feinen Spitzen bilden die Finger. Sie symbolisieren
Endgültigkeit oder den Höchststand Die dicken Teile bilden die Handgelenke; sie stehen für Kraft. Der Mittelpunkt ver- sinnbildlicht Unendlichkeit, bzw. unendliche Tiefe. Das Kanku Zeichen
wird von einem Kreis umschlossen. Er stellt Kontinuität und Kreisbewegung dar.
Die einzelnen Stufen des Lernens:
1. Position - Stellung
2. Balance - Kontrolle über die verschiedenen Stellungen, Gleichgewicht
3. Koordination - gleichzeitige Kontrolle von Balance, Stellung und Technik
4. Ausführung - Verbesserung der technischen Ausführung (Genauigkeit)
5. Schnelligkeit - Steigerung der Wiederholungen einer Technik in einem
bestimmten Zeitraum ohne an Exaktheit zu verlieren
6. Kraft - Steigerung der Schlagkraft
7. Reflex - Die Technik wird zum vom Unterbewusstsein gesteuerten Reflex
8. Es ist sehr wichtig, dass die Entwicklung nicht übereilt wird.
Jede einzelne Stufe braucht ihre Reifezeit, bevor man sich mit der folgenden befassen kann.
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