Vereinschronik der Freiwilligen Feuerwehr Goldmühl

Die Freiwillige Feuerwehr Goldmühl wurde am 8. September 1874 in die Grundliste der bayerischen Landesfeuerwehren eingetragen. Dies geht aus der im Besitz der Feuerwehr befindlichen Urkunde hervor. Leider können die Gründungsmitglieder nicht mehr benannt werden. da das erste Protokollbuch in den Wirren des letzten Krieges verlorengegangen ist. Die Protokolle beginnen mit den Neuwahlen am 09.01.1898.

Vollständig vorhanden ist jedoch die Stammliste der FFW Goldmühl , die mit dem Jahre 1875 beginnt. Die Feuerwehr hatte damals 47 Mitglieder und mit dem Lehrer Friedrich Stelzel seinen ersten Hauptmann. Als Berufe wurden damals angegeben: Tagelöhner, Köhler, Musiker, Schuster, Schmied, Weber, Schneider, Bleicher, Zimmermann, Maurer, Schneidmüller, Kaufmann, Bauer, Metzger, Gastwirt, Sattler und Bäcker.

Der "Verwaltungsrat" (heute Vorstandschaft) setzte sich zusammen aus:

1.Vorstand / Hauptmann / Schriftführer / Kassier.

Die reine Feuerwehr setzte sich zusammen aus:

Hauptmann / Adjutant / Zugführer / Spritzenmeister / Hornist / Obersteiger.

Im Jahre 1900 betrug die Mitgliederzahl 56 Personen. Während des 1.Weltkrieges ab 1914 bis 1920 finden sich keine Eintragungen, erst 1921 werden wieder 51 Mitglieder benannt. Im Jahre 1938 erreichte der Verein seinen höchsten Mitgliederstand mit 80 Personen. Während des 2.Weltkrieges von 1941 - 1945 finden sich wiederum keine Einträge. Nach 1945 werden die Vereinstätigkeiten mit 67 Personen wieder aufgenommen, jetzt tauchen durch Flüchtlinge aus den Ostgebieten erstmals neue Namen auf.

1875: Bereits im Jahre 1875 erhielt die Feuerwehr eine fahrbare Handdruckspritze, die heute noch der Stolz der Wehr ist und auch entsprechend gepflegt wird. Wenig später wurde von der Gemeinde Goldmühl ein Gerätehaus errichtet, welches auch heute noch genutzt wird. Die Verbindung zu den Nachbarwehren in Berneck und Goldkronach wurde damals durch "Feuerboten" aufrechterhalten, die auch bei jeder Neuwahl benannt wurden.

1885: Beim Durchlesen der Stammliste und der Protokollbücher kann man feststellen, daß schon in den Gründerjahren strenge Zucht und Ordnung verlangt wurde. Bereits 1885 ist der Eintrag vorhanden: "....wurde zur Pflichtfeuerwehr verwiesen". Immer wieder ist auch von säumigen Mitgliedern zu lesen, welche bei Nichtzahlung vom Verein ausgeschlossen würden.

1889: Die Pflege der Geselligkeit war und ist, neben dem Dienst, eine der Hauptaufgaben der Freiwilligen Feuerwehr. Fast jedes Jahr gab es den Feuerwehrball, der bis zum Jahre 1938 mit einem Fackelzug durch den Ort begonnen wurde. Aus dem Protokoll vom 23. Januar 1889: "Am 30. Januar 1889 findet im "Puchtlerschen Gasthaus" ein Ball statt. Rückständige Mitglieder haben ihren vollständigen Beitrag per Eintritt zu decken, dagegen ist jedes Mitglied berechtigt, seine Tänzerin einzuführen. Eine zweite Frauensperson, sowie Alleinstehende haben den Betrag von 40 Pfennigen zu entrichten." Kassenstand damals: 31,40 DM plus Beitragsrückstände von 19,-- DM

1903: Es wurde beschlossen daß die Wehrpflicht mit dem 55. Lebensjahr endet. Mitglied konnte man länger sein, "jedoch nur dann, wenn man seinen Beitrag zahlt." Für die Musik des alljährlichen Balles wurde damals die stattliche Summe von 30 DM bezahlt. Stattlich deswegen, wenn man liest: "6 Liter Bier für Musik 1,20 Mark".

1908: Es wird ein Antrag an die Gemeinde gestellt, eine "Schubleiter" zu beschaffen.

1914: Zum 40-jährigen Vereinsbestehen spielt die Musikkapelle "Wagner" aus Goldkronach. Der Bierausschank wurde damals gegen eine Abgabe von 1,80 DM pro Hektoliter nach auswärts vergeben. Weiter wurden eine Bratwurstbude, ein Karussell und ein Zuckerstand aufgestellt.

1919: Nach einer Kriegspause von 3 Jahren findet wieder eine Generalversammlung statt. Es wurden besonders diejenigen Mitglieder begrüßt welche glücklich aus dem 1. Weltkrieg heimgekehrt sind. Es wurde aber auch der acht gefallenen Mitgliedern gedacht.

1923: Beginn der Inflation: Beitrag 100,- DM im Vierteljahr. Für die Befreiung von den Übungen mußten 5000,- DM im Jahr gezahlt werden.

1924: Es wird das 50-jährige Bestehen in Verbindung mit dem Bezirksfeuerwehrtag gefeiert. Von einem Festzeltbetrieb wird aus Kostengründen Abstand genommen. Das Jubiläum findet im Garten des "Gasthof Grampp" statt, die Bezirksversammlung im "Gasthaus Schneider". Abends ist in zwei Sälen Tanz.

1928: Es wird beschlossen, "Rettungsdienst bei Eisenbahnunfällen" zu leisten.

1929: Es wird beschlossen, bei auswärtigen Bränden das "übliche Bier" nicht mehr aus der Vereinskasse zu zahlen, sondern eine Gesuch an die Gemeinde zwecks Kostenübernahme zu stellen.

1931: Auch in Goldmühl herrscht Arbeitslosigkeit vor. Deshalb wird beschlossen, den Beitrag auf die Hälfte zu kürzen und zum Feuerwehrball keinen Eintritt zu erheben.

1936: Die Gemeinde hat sich zum Kauf einer Motorspritze entschlossen. Zum Feuerwehrball gibt es für Vereinsmitglieder kostenlos ein Essen, Nichtmitglieder zahlen 75 Pfennig für Kalbsbraten oder Kreenfleisch.

1939: Am 22. Nov.1939 findet sich eine der wenigen Eintragungen über einen Brand und zwar in Escherlich. Erstmals wurde eine Schau-Übung mit der Feuerwehr Berneck durchgeführt.

Von 1949 bis 1945 infolge des 2. Weltkrieges keine Eintragungen.

1949: In den folgenden Jahren wird mehrmals die "Arbeitsmoral" der Feuerwehrleute beklagt. Im Protokollbericht vom 17.09.1949 finden sich folgende Zeilen:

"Kommandant Wehner hat die Absicht, vor allem diejenigen Kameraden wieder zum Dienst heranzuziehen, deren Begeisterung und Eifer im letzten Jahr merklich nachgelassen haben.

1958: Auch mit so mancher Krise mußte der Verein fertig werden. So fallen auf einer Sitzung die Worte "Der 1.Vorstand ... bedauert es feststellen zu müssen, daß die Goldmühler Wehr wirklich die schlechteste im Umkreis ist. Er stellt dann den Rücktritt und die Neuwahl eines Kommandanten zur Diskussion." Der Anwesende Kreisbrandmeister "bittet deshalb die Feuerwehrkameraden sich der alten Tradition würdig zu erweisen und die Goldmühler Wehr nicht untergehen zu lassen." Doch auch diese Krise wurde schließlich gemeistert. Im selben Jahr wird zur Gewährleistung des Versicherungsschutzes für die Feuerwehrleute eine Feuerschutzabgabe von 6,- DM an die Gemeinde beschlossen.

1962: Die Wehr erhält die dringend benötigte Motorspritze TS8.

1964: Erstmals in der Geschichte der Wehr wird das Leistungsabzeichen abgelegt. Schon damals ist die Goldmühler Wehr durch ihre schnellen Ausrückzeiten aufgefallen. So steht zu lesen: "... wurde an der Brandbekämpfung in Bärnreuth und Brandholz teilgenommen. Die Goldmühler Wehr war als eine der ersten am Brandplatz. ..."

1967: Wiederholt gibt es Klagen über den sehr schlechten Besuch der abgehaltenen Übungen. Darauf hin wird ein Bußbetrag von 3,- DM für unentschuldigtes Fehlen beschlossen. Im Jahr darauf kann man plötzlich lesen: ".. wurden 4 Übungen abgehalten, die sehr gut besucht waren.

1969: Auch mit der Tücke des Objekts hatte man seine Probleme: "In der Bruckmühle hatte es im abgelaufenen Jahr einen Schwehlbrand gegeben. Für den Hydranten stand aber kein Schlüssel zur Verfügung."

1985: Die Wehr bekommt eine funkgesteuerte Sirene, welche auf dem Haus des 1.Kommandanten W.Hoppert installiert wird. Diese ersetzt die bis dahin verwendete Handsirene.

1989: Durch reine Eigenfinanzierung wird ein Mercedes-Kleintransporter gekauft und in Eigenleistung zu einem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) umgebaut. Dieses Fahrzeug ersetzt den über viele Jahre hinweg verwendeten Tragkraftspritzenanhänger (TSA)

1990: Die Wehr nimmt ein Funkgerät FuG8b in Empfang, welches in das Tragkrafspritzenfahrzeug eingebaut wird.

1994: Die Freiwillige Feuerwehr Goldmühl feiert ihr 120-jähriges Gründungsjubiläum.

1999: Die Freiwillige Feuerwehr Goldmühl feiert ihr 125-jähriges Gründungsjubiläum.