Die Flut 2002 - ein kleiner Ausschnitt

Das Wahrzeichen von Lockwitz, auch liebevoll nur "Der Frosch" genannt, steht nicht mehr. Die 1913 von Pape errichtete Wettersäule versank am 14. August 2002 in den Fluten des Lockwitzbaches.

Am 12. August 2002 kam nach tagelangem Regen die Flutwelle. Während an der Elbe zunächst noch relativ langsam der Pegel stieg, kamen die ersten Sturzfluten aus dem Gebirge. Unsere kleine Lockwitz, sonst ein zahmes Bächlein, verwandelte sich in einen reißenden Strom.

Das Wehr, zusätzlich festgekeilt mit Geröll und Baumstämmen, ließ sich keinen Millimeter mehr bewegen. Selbst schwere Technik war hier machtlos. Damit suchten sich nun die Wassermassen ihren eigenen Weg über Straßen, durch Grundstücke und Häuser. Nun war nichts mehr zu tun, außer abwarten.
Winteridylle

Am nächsten Morgen brach das Geländer an der Ufermauer weg. Damit war der Weg ins Bachbett wieder freier, aber nun begannen die Fluten am Fußweg zu "graben".

Immer wieder bange Blicke: Wie lange hält die Mauer noch den Wassermassen stand?

Land unter am Wehr ... und auf der Straße

Wütende Fluten Am Abend des 13.08., so gegen 18.20 Uhr war es dann soweit. Die Unterspülung war soweit fortgeschritten, daß die massive Sandsteinmauer zwischen Wehr und Brücke in voller Länge wegbrach. Und damit wurde auch ein großes Stück des Weges neben dem Wehr fortgerissen. Der Sockel unseres "Frosches" lag nun schon fast zur Hälfte frei.

Nächste bange Frage: Kippt er oder hält er durch? Und vor allem, was passiert, wenn er kippt? Zerfällt er in seine Einzelteile oder blockiert er die Brücke?

Beruhigend war jedenfalls die ständige Präsenz unserer Freiwilligen Feuerwehr Lockwitz. Auch wenn da kaum noch irgend etwas zu tun war. Zumindest unser Quäker wurde aber an diesem Abend noch von der Feuerwehr geborgen. Und das war auch gut so! In der folgenden Nacht kippte die Säule und zerfiel im Bachbett in ihre Einzelteile. Nur der Sockel blieb noch schief am Uferrand hängen.

So langsam sank nun der Pegel und brachte ein Bild der Verwüstung zu Tage. Aufräumen war nun angesagt.
... am Morgen danach

Fast alle steinernen Bauteile konnten aus dem Bachbett wieder geborgen werden, auch das Uhrwerk und die Schaukästen. Einige Teile sind jedoch unwiederbringlich verloren. Noch ist fraglich, ob unser Wahrzeichen jemals wieder stehen wird, da die Konstruktionsunterlagen leider bisher nicht auffindbar sind. Dennoch hoffen wir, eines Tages unser Fröschlein wieder in neuer "alter" Schönheit auf der Wettersäule hocken zu sehen. ein friedlicher Bach...

die Trümmer

Knapp zwei Jahre ist es nun schon wieder her. Und unsere Wettersäule wird wieder aufgebaut!

Informationen und viele Fotos zu Wettersäulen in ganz Europa gibt es auf
http://www.wettersaeulen-in-europa.de/