Zuchtstätte für Deutsche Schäferhunde im SV e.V. / VDH / FCI
 


                            Historie

        


 

Also....
....los ging es 1978, als als ich in ein Haus mit großem eigenen Garten zog. Damals hatte ich gerade meine Lehrerausbildung beendet und endlich Zeit, mir meinen Kindheitswunsch zu erfüllen - die Haltung eines Deutschen Schäferhundes, genau wie früher mein Opa. Außerdem reizte es, die an der Uni kennengelernte Verhaltenspsychologie am Tier auch einmal selber in der Praxis anzuwenden. Nach dem Studium einer SV-Zeitschrift wurde ein nahegelegener Zwinger aufgesucht, der gerade Welpen zum Verkauf anbot. Süß waren sie alle, die meisten dunkelgrau und verspielt. Nur ein Rüde sonderte sich ständig von den anderen ab und wollte wohl lieber gerade seine Ruhe haben. Mit seinem dunklen Kopf und noch hellgrauen Rücken sah er zu putzig aus - er sollte es sein. "Berry vom Emscher Horst" hieß er, und 9 Wochen war er alt. Berry wurde also auf den Arm genommen und bald ging es mit dem Auto nach Hause.

So ein Schäferhundrüpel muss natürlich ausgebildet werden, das war klar. Also ging es los auf die Suche nach einem geeigneten Verein. Von denen gab es bei uns sehr viele und der Besuch etlicher Übungsstunden begann. Schon nach kurzer Zeit stand fest: Der SV Mülheim-Speldorf musste es sein. Nette, engagierte und qualifizierte Hundeführer waren dort vertreten, die Atmosphäre war fast familiär und auch ein blutiger Anfänger wurde mit seinen Problemen ernst genommen.
Hier begann Berrys Ausbildung: 
-sonntags um 7 Uhr Fährten auf dem Auberg, einem Truppenübungsgelände (... ja, Karl Klug, damaliger Landesgruppenübungswart mit seinem Zwinger vom Lierberg, hatte uns im Griff!)
-montags, mittwochs, sonntags Lernen auf dem Übungsplatz

Gar nicht so einfach, so ein Temperamentsbündel zu bändigen! Berry stellte sich als Problemhund heraus. Ein übersteigerter Spiel- und Beutetrieb gepaart mit tollem Schauspieltalent und einer gewissen Vorsicht vor unbekannten Menschen mussten erst mal erkannt werden. Es war doch so einfach, ein wenig auf sensibel zu spielen, um dann bemitleidet zu werden! Berry spielte alle Register aus - bis er eines Tages fast vom LKW überrollt wurde. Ein scharfer Leinenruck in Panik zusammen mit dem Kommando "Fuß" ließen, welch Wunder, aus einem lustlos neben dem Führer laufenden Hund urplötzlich einen freudigen, aufmerksam am Fuß gehenden Hund werden. Da hat es der Hundeführer gescheckt: Die Mimose war gar keine. Von nun an wurde die Ausbildung mit der erforderlichen Ernsthaftigkeit betrieben und der Junge entwickelte sich prächtig. Schutzhundprüfung 1, 2, 3 wurden nacheinander abgelegt, besonders in der Fährte zeigte sich Berry überragend und beständig mit 98 bis 100 Punkten. In dieser Zeit trat ich zusätzlich in die DVG-Ortsgruppe MV Bottrop-Waldhof ein, eine leistungsstarke Mannschaft mit ihrem Übungsgelände in meiner Wohnnähe. Leider hatte Berry eine leichte, einseitige Hüftgelenksdysplasie. Extreme Belastung musste daher auf Dauer gemieden werden. Deshalb verzichtete ich trotz erfüllter Qualifikationsbedingungen auf die Teilnahme an unserer LGA.

Schon bald musste 1979 ein zweiter Hund her, auch mein Lebenspartner brauchte einen Hund zum Ausbilden - Berry war ja ganz mein Hund geworden. Der einjährige "Apoll von Wanne-Eickel" kam ins Haus.
Apoll hatte alles noch viel ausgeprägter als Berry: Enormes Selbstbewußtsein, gute Hüftgelenke, Griffe wie ein Schraubstock, ein ansehnliches Gebäude, einen Riesenschädel - er schien der ideale Sporthund zu sein. Nur seine "Intelligenz" war mit der von Berry nicht zu vergleichen: Apoll lernte wesentlich langsamer als Berry. Aber dafür wurde er immer schöner! Bald war klar: Dieser Hund musste ausgestellt werden.

Von nun an ging es sonntags auch zu Hundeausstellungen. Bald bekam man ein Auge für den Formwert eines Deutschen Schäferhundes und lernte, einen Hund für die Ausstellung vorzubereiten. Alles gipfelte in Apolls größtem Erfolg: Vorzüglich3 auf der Hauptzuchtschau 1982 (vorher: V 78 1981)!

Einem geschenkten Gaul (Hund) schaut man nicht ins Maul! So dachte ich auch, als ich 1981 unerwartet eine Hündin geschenkt bekam. Ein Bekannter hatte seine kampftriebstarke Hündin im Zwinger "vom Hambachtal" zur Zuchtmiete und erhielt seinen Welpenanteil von zwei Hündinnen und einem Rüden. Der Rüde war schnell vermittelt und eine Hündin wollte sich der Hündinnenbesitzer selber halten. Nur welche? Als ich ihn zufällig besuchte, fragte er mich um meine Meinung und ich entschied mich für die ständig unternehmungslustige schwarz-gelbe Hündin, die ihre Forschungstripps auch ohne Unterstützung der Geschwister selbstbewusst alleine startete. Der Besitzer entschied sich aber doch für die andere und kurze Zeit später bei meinem nächsten Besuch saß "Sirka vom Hambachtal", die mit dem Erkundungsdrang, auf dem Sofa und wurde mir in den Arm gedrückt.
Sirka entwickelte sich prächtig. Vor allem hatte sie es schnell heraus, unsere Rüden an der Nase herumzuführen: Von hinten in die Hacken beißen konnte man gefahrlos, wenn man sich anschließend schnell auf den Rücken warf. Sobald der Rüde weiterlief, dann konnte man beruhigt wieder versuchen, an seine Hacken zu kommen. Beißen auf dem Übungsplatz oder so - auch kein Problem, im Alter von 7 Monaten zog Sirka am Strand einem Jugendlichen die Badehose aus, nur weil der sie in ihrem Liegeloch beim Vorbeilaufen mit Sandkörnchen bespritzt hatte. Das Beißen auf dem Übungsplatz wurde daher erst einmal nur selten geübt, bis auch gleichzeitig im Alter von 10 Monaten mit einer etwas ernsteren Unterordnung begonnen werden konnte. "a normal" wurde eingetragen, die Schutzhundprüfung 1 wurde sicher mit 278 P. abgelegt, auf einigen Pokalkämpfen startete Sirka, auf einer Ausstellung mit 2 Jahren die Beurteilung "vorzüglich", und schließlich kam der Tag der Körung.
Sirka meisterte ihre Körung mit Bravour und hinterließ durch ihre hervorragende Schutzdienstarbeit einen starken Eindruck bei anderen Besuchern. Noch am gleichen Tag wurde ich von der bekannten Züchterin Elke Hoengen, Zwinger "vom Haus Hoengen", gefragt, ob sie eben diese Hündin Sirka einmal in Zuchtmiete haben könnte. Warum auch nicht? Ich selbst hatte ja noch keine Ahnung vom Züchten.
Sirka ging zweimal in den Zwinger "vom Haus Hoengen" um Welpen großzuziehen. In dieser Zeit bildete ich Hunde für andere Vereinsmitglieder und Züchter aus. Aus dem ersten Wurf Sirkas kam 1984 "Laika vom Haus Hoengen" zu mir und ich lernte viel über die Haltung trächtiger Hündinnen, Geburtsvorgänge und -hilfe und über die Aufzucht von Welpen in den ersten Lebenswochen. Dafür bin ich Elke heute noch dankbar! Langsam begann der Wunsch zu wachsen, selbst einmal einen Wurf aufzuziehen. Also meldete ich 1985 beim Verein für Deutsche Schäferhunde meinen 
Zwingernamen "VOM MARDUK" an und ließ ihn schützen.

Im Zwinger "vom Marduk" wurden in den Folgejahren diese Hündinnen zur Zucht verwendet

  • Hella vom Schloß Weitmar (Zuchtmiete)
  • Laika vom Haus Hoengen
  • Anusch vom Marduk
  • Dorca vom Gerther-Dahl (Zuchtmiete)
  • Bona von den Sennequellen
  • Iska vom Marduk
  • Peggi vom Haus Lohe (Zuchtmiete)  

    Durch eigene Familienplanung bedingt fielen zwischen 1993 und 2002 keine Würfe in meinem Zwinger. Mit Bona von den Sennequellen wurde die Zucht wieder aufgenommen, jetzt aber deutlich leistungsorientierter. Die Verwendung meiner Hunde als Diensthunde oder für den Hochleistungssport ist das heutige Ziel.
    Ich danke Günther Bonke, der mir das mit dem Verkauf einer hervorragenden Welpenhündin
    aus dem Zuchtprogramm der Polizei des Landes NRW ermöglichte.

    Im Zwinger "vom Marduk" wurden etliche Hunde ausgebildet, man findet eine Übersicht im Archiv unter "Ausbildungshunde".

    Ausbildungshunde


    Danken möchte ich an dieser Stelle auch allen, die mir bei der Aufzucht, Ausbildung und Austellung meiner Hunde zur Seite gestanden haben.

    Mein besonderer Dank geht an:

    • die Mitglieder, Ausbildungswarte und Schutzdiensthelfer im SV Mülheim-Speldorf, im MV/SV Bottrop-Waldhof und im MV/SV Rheinkamp-Utfort
    • Karl Klug 
    • Paul Winkler
    • Horst Segor
    • Walter Gerschewski
    • Resi Kotterheidt
    • Herrmann Szillat
    • Annegret Schmitz
    • Elke Hoengen
    • meine Tierärzte: Dr. Saers, Dr. Graf v. Plettenberg, Dr. Drecker, Dr. Wandschneider, B.Föcking, J.Binder, die in all den Jahren mit ihrem Spezialwissen meinen Hunden halfen
    • Peter Kolodziej
    • Peter und Frank Hofmann
    • Uwe Hallatsch
    • Siegfried Hullerum
    • Wolfgang Felthaus
    • Uli Ahrenz
    • Peter Gehlen
    • Gustav Lasar
    • Günther Bonke
    • Ludger Reinders
    • Christian Müller
    • David Kiewel
    • Björn Blasberg
    • Michael Höbel
    • meine Familie (Achim Jenk, Rainer Jenk, Steffen Jenk)
    • alle, die ich vielleicht gerade kurz vergessen habe



  • Heute werden in diesem kleinen Familienzwinger "vom Marduk" bevorzugt gesunde und robuste Leistungslinien zur Zucht verwendet. Das Zuchtziel ist es, hervorragende Sport- und Diensthunde zu gewinnen.
    Gebrauchshundeigenschaften wie: Gesundheit, Temperament, Spiel- und Beutetrieb, Belastbarkeit, ... stehen dabei im Vodergrund. Der Formwert des Hundes spielt insofern eine Rolle, dass auf Körfähigkeit geachtet wird. Ein Spitzengebäude ist nicht das vorrangige Ziel dieser Zucht.



                 Berry
                          
                            
      



                   Apoll





            Sirka, 10 Monate





                     Laika





                   Hella





            Anusch, 10 Monate





               Bona





                  Iska






                    Peggi

     

     

    Deutsche Schäferhunde "vom Marduk"   •   Karola Schäfer-Jenk   •   Homberger Straße 196   •   47441 Moers