In der ehemaligen
Grafschaft Glatz, liegt ca. 1 km östlich von
(Bad) Landeck (heute Ladek Zdroj, Polen) die Ruine Karpenstein (heute
Karpien).

Die Lage
Wann und von wem die Burg erbaut wurde,
ist unbekannt, sie dürfte jedoch als Grenzfeste
zum Schutz des Landes gedient haben.

1346 wurde die Burg als
"Carpenstein" erstmals urkundlich
erwähnt. König Johann von Böhmen machte sie
nebst den Erbgerichten in Landeck den Gebrüdern
Otto, Reinczko und Nikolaus von Glubos zum Lehen.
Diese Familie gehört zu den ältesten
adeligen Geschlechtern in der Grafschaft Glatz
und nannte sich später von Glaubitz.
Der Name
Karp(f)enstein kommt angeblich vom (goldenen ?)
Karpfen auf blauem Grund im Wappen derer von
Glaubitz.
.
Wappen derer von Glaubitz
1352 kam der Karpenstein durch Kauf
an Mersan von Pachowitz oder Pachwitz.
1352 schon
kaufte Kaiser Karl IV. die Burg nebst Zubehör.
Unvermögend, die Kaufsumme ganz aus eigenen
Mitteln aufzubringen, musste Karl die Stände der
Grafschaft Glatz um Geldbeihilfe bitte, welche
sie ihm auch leisteten. Im Gegenzug erteilte er
Ihnen die schriftliche Zusicherung: dass
der Karpenstein nie wieder von der Krone Böhmen
und dem Lande Glatz veräußert werden
sollte.
Von da ab ward die Burg im Namen des Landesherrn
von Burggrafen verwaltet.
1392 bestätigte
König Wenzel IV. von Böhmen die Freiheiten und
Rechte der Stadt Landeck (u.a. die Holznutzung in
den Wäldern des Karpensteins) , und befahl 1393
seinem damaligen Burggrafen, Wolfhard von
Reichenau: die Landecker durch nichts in
der Ausübung ihrer Freiheiten zu hindern..
1404 scheint
die oben erwähnte Versicherung Karl IV., dass
der Karpenstein nie wieder veräußert werden
sollte, vergessen oder nicht gehalten worden zu
sein, denn Konrad von Nymancz, der auch
Niedersteine als ein Lehngut besass, wird als
Erbherr von Karpenstein beurkundet.
1412 findet
man die Burg von neuem in den Händen König
Wenzels IV., doch ohne Angabe, wann und wie
dieses geschehen ist.
1428 - als
die Hussiten Glatz mehrere Wochen vergebens
belagert hatten, rückten sie vor zur Burg
Karpenstein, die von ihnen erstiegen und
ausgeplündert wurde.
ca. 1442 - 1449 zur Zeit des
böhmischen Zwischenreiches fiel die Burg in die
Hände frecher Raubgesellen. Sie plünderten
ringsum alles aus - kein Dorf und keine Strasse
war vor ihnen sicher. Einer der berüchtigsten
soll Hans Deodat Saraffa von Kieslingen gewesen
sein.
1449 Um
diesem Unwesen ein Ende zu machen, zog Herzog
Wilhelm von Münsterberg und Troppau, von den
Breslauern unterstützt, gegen diese Raubritter
aus und belagerte den Karpenstein. Als er ihn am
15.Juni 1449 erobert hatte, wurden die Räuber
vertrieben.
1500
überließen die Gebrüder Albrecht, Georg und
Karl (Enkelsöhne Georg Podiebrads), Herzoge zu
Münsterberg und Grafen zu Glatz, die Burg
Karpenstein nebst dem darunter gelegenen Walde
der Stadt Landeck. Von da ab ist der Karpenstein
ununterbrochen im Besitz dieser Stadt geblieben.
Leider hatten die Landecker mit der Burg einen
üblen Kauf gemacht, denn zu Anfang des 16.
Jahrhunderts, wo das Befehden und Wegelagern
wieder recht stark betrieben wurde, hatten sich
auch auf Burg Karpenstein wieder Raubritter
eingenistet. Sie hausten so zügellos und
verheerend, dass die Schlesier und Glätzer sich
vereinigten, um das Nest mit der Brut zu
zerstören.
1513 wurde die Burg erobert, die
Räuber getötet oder vertrieben, und die
Gebäude bis auf wenige Mauerreste
niedergerissen.
Burgruine
Karpenstein
Die meisten der
obigen Informationen stammen aus den folgenden
Büchern:
"Vaterländische Bilder, in einer Geschichte
und Beschreibung der alten Burgfesten und
Ritterschlösser Schlesiens (beider Antheile) so
wie der Grafschaft Glatz" von K.A.Müller
und "Geschichte und
Beschreibung der ehemaligen Burgvesten und
Ritterschlösser der preußischen
Monarchie", Erstes Heft
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