Fast jedes drittes Mädchen leidet unter Essstörungen
Gefunden: 26.09.2006 00:04:46
Quelle: RR:Board
Fast jedes dritte Mädchen in Deutschland leidet in der Pubertät unter Essstörungen. Das belegt eine neue Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts, die in Berlin vorgestellt wurde. Mit 17.641 Teilnehmern liefert die europaweit bislang einmalige Studie (2003 bis 2006) erstmals ein umfassendes Bild von der Gesundheit der Heranwachsenden in Deutschland.
Demnach wurde bei 28,9 Prozent der elf- bis 17-jährigen Mädchen Essstörungen und Krankheiten wie Magersucht, Ess-Brech-Sucht oder Fettsucht diagnostiziert. Bei Jungen im gleichen Alter sind es immerhin noch 15,2 Prozent. Im Alter von drei bis 17 Jahren sind insgesamt 15 Prozent der Kinder übergewichtig. Der Anteil von Auffälligkeiten ist bei Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien mit 27,6 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Altersgenossen aus der "oberen Sozialschicht" (15,5 Prozent).
*Wer erreicht den großen Zeh?*
Insgesamt spielen fast acht von zehn Kindern bis zehn Jahren fast täglich im Freien, und jedes zweite treibt mindestens einmal in der Woche Sport. Auch bei den Elf- bis 17-Jährigen geben 84 Prozent an, sie strengten sich mindestens einmal in der Woche so an, dass sie ins Schwitzen und außer Atem geraten. Allerdings sind der Studie zufolge erneut die Kinder aus Migrantenfamilien oder "mit niedrigem Sozialstatus" wesentlich seltener aktiv.
Trotz der insgesamt positiven Bewegungszahlen stellten die Forscher häufig Auffälligkeiten in der Motorik fest. So können den Daten zufolge 43 Prozent der Kinder bei einer Rumpfbeuge nicht bis zur Fußsohle hinunterreichen. Mehr als ein Drittel der Kinder und Jugendlichen sind nicht in der Lage, mehr als zwei Schritte auf einem drei Zentimeter breiten Balken rückwärts zu balancieren. Die Ergebnisse zum Standweitsprung deuten den Angaben zufolge auf einen Rückgang der "Kraftfähigkeit" um 14 Prozent seit 1976 hin.
*Kinder aus reichen Familien haben häufiger Allergien*
Deutlich seltener als Oberschichtkinder fallen Kinder aus armen Familien wegen Allergien auf. Wurde in sozial benachteiligten Familien ein Anteil von 13,6 Prozent ermittelt, so waren es in der "Mittelschicht" 17,8 Prozent und in der "Oberschicht" 18,9 Prozent.
Die parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium Marion Caspers-Merk erklärte, die Politik werde die Informationen nutzen, um noch mehr und gezieltere Vorbeugung anzubieten. Der Bericht sei richtungsweisend. Er ermögliche nicht nur Aussagen darüber, was Kinder krank mache, sondern auch, was die Gesundheit fördere. KiGGS wurde durch die Bundesministerien für Gesundheit sowie für Bildung und Forschung finanziert.
Quelle: tagesschau.de (http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5944140_REF1,00.html).Quelle: RR:Board
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