Fußmarsch und Promille [Kurzgeschichte]
Gefunden: 09.03.2007 12:04:40
Quelle: RR:Board
So habe mich heut morgen mal hingesetzt und wieder etwas geschrieben ;)
Bitte macht auch bei der Umfrage mit und wenn ihr was zu sagen habt bin gerne für kommentare offen!
Und wenn wir alle weiter so fleißig schreiben gehen wir zu crack und verlangen ;) ein eigenes unterforum:D
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*Fußmarsch und Promille*
Was für eine Nacht. Wir hatten zu dritt sicher eine Flasche Korn, zwei Kisten Bier und jede Menge andere Mix-Getränke getrunken. Ich konnte mich mit mühen auf den Beinen halten und meinem Freund ging es nicht besser.
Die Wirkung des Kokains lies langsam nach. Ich hatte das starke Bedürfnis noch eine line zu ziehen. Jedoch liefen wir seit ca. einer Stunde mitten im Nirgendwo eine Straße lang, es war ca. 4 Uhr morgens und stockfinster. Das Thermometer musste sicher minus fünf Grad anzeigen. Es war Anfang Dezember und wir wollten nur noch in den nächsten Ort kommen um von dort mit dem ersten Zug nach Hause, ins warme Bett, zu fahren. Ich hatte noch ca. ein Gramm Kokain bei mir, doch ich wollte es aufheben. Zudem war es erst eine halbe stunde her, das ich die letzte line gezogen hatte. Ich versuchte immer mindestens eine Stunde dazwischen zu halten.
Aber schon nach einer halben stunde fing in mir der Kampf an. Ich versuchte mich selbst mit fadenscheinigen Argumenten zu überzeugen. Meistens klappte es auch. Ich gab mich aber auch schon damit zu frieden wenn ich nur eine Minute vorher anfing. So war es ein Sieg für beide „Seiten“.
Wir kamen an eine Kreuzung, sie war leer und verlassen, man hätte sicher kilometerweit sehen können hier auf dem flachen Land, wenn es nicht so dunkel gewesen wäre. Am Horizont sah man die Lichter des Ortes in den wir wollten.
Ich beneidete unseren gemeinsamen Freund der nun sicher friedlich in seinem Bett schlummerte.
Wieder entflammte eine heftige Diskussion in meinem Kopf wann es doch endlich soweit sei für die nächste line. Ich sah dem ganzen eher unbeteiligt von außen zu, ich hatte es satt. Seit Monaten richtete sich mein leben nur nach dieser Sucht. Ja, ich sah es ein, doch ich hatte einfach keine Lust etwas dagegen zu tun.
Wir wurden jäh vom Blaulicht eines Streifenwagens in unseren Gedanken unterbrochen. Mein Freund schaffte es gerade noch sein Tütchen mit Graß in die Büsche zu werfen. Ich vergas mein Briefchen mit dem Koks. Der Streifenwagen hielt neben uns und zwei Beamte stiegen aus. Wir sagten guten Abend und die Beamten grüßten uns zurück.
Dann verlangten sie die Ausweise. In diesem Moment viel mir das Briefchen wieder ein ich hatte es in meiner Hosentasche. Ich wurde nervös lies es mir aber nicht anmerken.
Die Beamten leuchteten uns mit ihren Taschenlampen in die Augen und fragten dann ob wir etwas getrunken hätten. Wir nickten. Das Blaulicht machte mich total verrückt, konnten die es nicht abschalten? Dann fragten sie wohin wir wollten, und wir erklärten ihnen den Plan mit dem Bahnhof im nächsten Ort.
Der eine Beamte öffnete den Kofferraum und sagte Ich überlegte kurz ob diese Idee nicht sogar gut währe, es war nämlich verdammt kalt heute Nacht.
Mein Freund war als erster dran er musste in das Gerät pusten bis der Pfeifton ertönte. Der andere Beamte sprach mich an Es piepste. Der Beamte schrieb 0,3 Promille auf.
Nun war ich an der Reihe. Der Polizist wechselte noch das Mundstück und dann musste ich blasen. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor bis der Pfeifton ertönten. Als es soweit war schaute mich der Beamte ungläubig an und zeigte mir das Display. 0,0 Promille ich konnte es selber nicht glauben.
Die Beamten sagten uns noch wir sollen vorsichtig sein und fuhren dann wieder davon. Als sie weg waren mussten wir beide losbrüllen. Mit einem Schlag löste sich unsere Anspannung.
Später fanden wir heraus dass es wohl an dem Fußmarsch und der kalten Luft gelegen haben muss, dass in unseren Lungen nur noch so wenig Alkohol nachzuweisen war. Wir liefen weiter bis zum nächsten Ort und warteten dort auf den Zug.
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