Meine Kurzgeschichte... bitte lesen / bewerten

Gefunden: 26.02.2007 00:32:42
Quelle: RR:Board
Hi leute... mich hat vor einiger zeit mal meine lyrische seite gepackt und gesagt: "schreib doch einfcah mal nen text". und so tat ich dann auch... lests euch mal durch (ich weiß ich bin kein schiller oder e.t.a. hoffmann) und sagt mal wie ihrs so findet... MfG Splitter Scherben, Scherben, nichts als Scherben. Kreuz und quer über den Boden verstreut lagen sie. Man wusste nicht wo man einen Schritt hinsetzen sollte. Jede falsche Bewegung hätte schon zu einem Splitter im Fuß, oder zumindest zu einer blutenden Wunde führen können. Nur langsam bewegten wir uns vorwärts in diesem schier endlos wirkenden Gang. Ein Spiegelgang, sie hingen überall an den Wänden. Einige waren noch nicht zerbrochen und hingen dort in aller Seelenruhe an der Wand, doch die meisten von ihnen sahen so aus als hätte man sie so lange mit Steinen beworfen, dass nicht einmal das letzte Stückchen Spiegelglas in ihnen zurück blieb. Und jedes mal wenn einer dieser Spiegel zerstört wurde, so starb auch ein Teil in mir. Man sah nicht sehr weit. Der schmale hohe Gang war nur mit Kerzenlicht erleuchtet. Doch dieses Licht wird auch nicht mehr lange sein. Von hinten blies ein Windhauch und jede Kerze die er berührte verlor sofort all ihren Lebensmut und erlosch. Jeder wusste woher er kam, doch niemand wollte oder konnte etwas dagegen unternehmen. Es war kein frischer Windhauch des Aufbruchs, sondern eher eine Wolke üblen Geruchs mit einer Kälte wie wir sie noch nie erlebt hatten. Es brannte fürchterlich in den Augen. Durch den düsteren Kerzenschein erblickten wir einige Gestalten, die sich in unsere Richtung bewegten. Langsam, aber beständig schritten wir auf sie und sie auf uns zu. Wir waren uns schon fast so nah, dass wir uns die Hand hätten reichen können, doch als ich es versuchte, war es das Gefühl der Enttäuschung, das nicht zum ersten mal in mir hochstieg. Es war nur die kalte glatte Wand eines Spiegels, in dem wir uns selbst wiedergespiegelt hatten. Ich sah mich um. Nichts als Leere die mich umgab. Nichts, außer den Scherben auf dem Boden. Entweder sah ich nackte Steinwand, oder einfach nur mein Spiegelbild. Erst jetzt merkte ich, dass ich die ganze Zeit allein in diesem endlosen Gang gewandert war. All die Personen, die mich umgaben waren nichts weiter, als meine eigenen Spiegelbilder. Das düstere Kerzenlicht und der in den Augen brennende Wind nahmen mir alle meine Sinne. Nichts, wirklich nichts gab es hier. Die letzte Kerze erlosch. -J. Lange.
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