Offener Brief an Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel
Gefunden: 22.02.2007 02:32:17
Quelle: RR:Board
An die
Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel
Bundeskanzleramt
Willi Brandt Platz
110667 Berlin
19. Februar 2007
Offener Brief
Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin und EU-Ratspräsidentin,
wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses Offenen Briefes,wenden uns an Sie mit der Bitte, alles Ihnen Mögliche zu tun, um einenKrieg der USA gegen den Iran zu verhindern.Alles deutet auf einen bevorstehenden, umfassenden Luftkrieg der VereinigtenStaaten gegen den Iran. Studien der International Crisis Groupzeigen, ein Angriff würde sich nicht auf die Zerstörung atomarer Anlagenbeschränken. Die Flugzeugträger Stennis und Eisenhower sind bereitsvor Irans Küsten stationiert. Laut Guardian vom 10. Februar ist ein dritterFlugzeugträger in Richtung Persischer Golf unterwegs. Die drei Flugzeugträgerund ihre Verbände verfügen über Waffen, die ausreichen, umdie gesamte militärische und zivile Infrastruktur Irans, einschließlich Brücken,Autobahnen, Elektrizitätskraftwerken, Raffinerien, Wasserversorgungseinrichtungen,vollständig zu zerstören. Zur Abwehr iranischer Raketengegen US-Kriegsschiffe wurden im Südirak Patriot-Raketen stationiert.Namhafte Experten wie Sam Gardiner, Seymour Hersh und Daniel Elsbergwenden sich seit Wochen mit alarmierenden Appellen gegen einenneuen Krieg der US-Regierung. Am 4. Februar warnten drei ehemaligeKommandanten des US-Militärs in der Sunday Times eindringlich vorden katastrophalen Folgen eines Militärschlages. Ähnlich äußerte sich inMünchen auch der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clarke.
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Die New York Times vom 9. Februar lieferte bereits unverblümt Vorwändefür einen Angriff auf den Iran, indem sie diesen für den Tod von 170US-Soldaten im Irak verantwortlich macht. Gegen die Verbreitung solcherVorwände wendete sich kein geringerer als Zbiniew Brzezinski. Erwarnte Anfang Februar vor dem Außenpolitischen Ausschuss des amerikanischenSenats Präsident Bush davor, Beweise für eine „defensive\"Militäraktion gegen den Iran zu konstruieren. Die Situa tion heute erinnertan die Lügenpropaganda in den Monaten vor dem Irak-Krieg.Leider gibt es keinen Anhaltspunkt, dass der amerikanische Präsidentauf eine diplomatische Lösung hinarbeitet. Den Dialog mit Iran lehnt ertrotz der Empfehlungen der Baker-Kommission ab. Seine ständigen Beteuerungen,den diplomatischen Weg bevorzugen zu wollen, dienen derTäuschung des amerikanischen Volkes und der Europäer. In der politischenFührung der Vereinigten Staaten scheinen sich diejenigen durchgesetztzu haben, die entschlossen sind, das Regime der Isl amischenRepublik zu beseitigen und Iran durch Vernichtung nicht nur der atomarenAnlagen, sondern sämtlicher militärischer und relevanter ökonomischerKapazitäten zu einer unbedeutenden Macht in der Region zurückzu bomben. Geschieht dies tatsächlich, so wird damit der gesamte Mittlereund Nahe Osten in ein Chaos gestürzt, das für den Weltfrieden diegrößte Gefährdung darstellt – ganz zu schweigen von den schweren politischenund wirtschaftlichen Auswirkungen in der Welt, nicht zuletztauch auf Deutschland.Der US-Präsident handelt mit seinen Wahnsinns-Kriegsplänen gegen dieMehrheit der Amerikaner, auch gegen viele in seiner eigenen Partei. Einweiteres gemeinsames Vorgehen mit Bush im Iran-Konflikt entbehrt unseresErachtens jeglicher politischer und moralischer Legitimation, vielmehrkann es nur als Billigung seiner Angriffspläne verstanden werden.Sehr verehrte Frau Merkel, wegen Gefahr im Verzug bitten wir Sie zuhandeln. Verhindern Sie diesen Krieg und dass Deutschland und die EuropäischeUnion für ein Desaster unvorstellbaren Ausmaßes mit verantwortlichgemacht werden wird.- Erteilen Sie im Namen Deutschlands dem Einsatz von militärischerGewalt gegen den Iran eine unmissverständliche Absage.- Fordern Sie die EU und ihre Mitgliedsstaaten auf, sich in gleicherWeise zu äußern.- Treten Sie für neue Verhandlungen mit der iranischen Führung ohneVorbedingungen ein und berücksichtigen Sie dabei die rechtliche Grundlage des Atomwaffensperrvertrages.
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Setzen Sie sich für den baldigen Beginn einer Konferenz für Sicherheitund Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten ein,um damit den friedlichen Dialog in der Region zu erö ffnen. Dennentweder gibt es eine gemeinsame Lösung für die aktuellen Konfliktein der Region oder es gibt einen Flächenbrand, Chaos undneues Unglück für die Menschheit. In der Hoffnung, dass der Frieden durch Anstrengungen von vielen Seitengesichert werden kann, verbleiben wir hochachtungsvoll
- Hans-Christof Graf von Sponeck (ehem. UN-Beauftragter im Irak für das Projekt Ölgegen Nahrungsmittel)
- Prof. Dr. h.c. Karlheinz Koppe (Friedensforscher, Bonn)
- Prof. Dr. Ekkehart Krippendorf (Politikwissenschaftler, Berlin)
- Friedrich Schorlemmer (Bürgerrechtler, Lutherstadt Wittenberg)
- Prof. Dr. Oskar Negt (Soziologe, Hannover)
- Prof. Dr. Christine Morgenroth (Psychotherapeutin, Hannover)
- Prof. Dr. Peter Grottian (Politikwissenschaftler, Berlin)
- Dr. Gerald Mader (Friedensforscher, Stadtschleining,Österreich)
- Prof. Dr. Werner Ruf (Politikwissenschaftler/Nordafrikaexperte, Kassel)
- Prof. Dr. Andreas Buro (Friede nsforscher, Gräven Wiesbach)
- Prof. Dr. Mohssen Massarrat (Politikwissenschaftler/Mittel- und Nahostexperte, Osnabrück)
- Dr. Peter Strutynski (Friedensforscher, Kassel)
- Dr. Angelika Claußen (Vorsitzende der IPPNW, deutsche Sektion, Bielefeld)
- Dr. Ulrich Gottstein (Ehrenvorsitzender der IPPNW, deutsche Sektion, Frankfurt/M.)
- Prof. Dr. Hans-Peter Dürr (Kernphysiker, München)
i. A. Prof. Dr. Mohssen Massarrat
Hofbreede 6
449078 Osnabrück
Tel: 0541/442284
Fax: 0541/4430528
e-mail: mohssen.massarrat@uos.de
Dr.iur. Yvonne Schmidt
Institut für Völkerrecht & internationale Beziehungen
Universität Graz
Universitätsstrasse 15/A4
8010 Graz
Austria.Website: IRAN Database
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So Ihr werdet schon eure storys dazu schreiben, ala Stern, Spiegel und Co. Bild dir deine Meinung.Quelle: RR:Board
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