Statistik: Verluste durch Piraterie übertrieben und absurd
Gefunden: 07.11.2006 19:01:31
Quelle: RR:Board
*Was an den angeblichen Verlusten der Software- und Musikindustrie nun tatsächlich dran sei, wollte die australische Generalstaatsanwaltschaft wissen. Das Australische Institut für Kriminologie erstellte daraufhin eine Studie, in der nicht zum ersten Mal die angeblichen Verlustzahlen als unglaubwürdig und "absurd" gegeißelt werden.*
Die Copyrightinhaber würden beim Versuch, ihre Verlustzahlen zu erklären, scheitern. Dies der Tenor des noch unveröffentlichten Berichts, der noch weiter bearbeitet werden soll. Ob einige der kräftigen Rügen an die Rechteinhaber in ihrer jetzigen Form Bestand haben, wird sich zeigen: bisher werden einige der Statistiken der Verbände schlicht als "absurd" bezeichnet.
Erwartungsgemäß wehrt sich der Vorsitzende der australischen BSA, Jim Macnamara, gegen die Vorwürfe. Die Aussage sei natürlich zulässig, dass die Forscher nicht überzeugt seien, aber nicht jene, dass die Daten unzuverlässig seien. Die BSA gab für Australien an, 2005 361 Millionen Dollar durch Piraterie verloren zu haben.
Diese Zahl sei eine "Extrapolation", werde aber durch andere Studien gestützt, so Macnamara. Wenn es sich dabei um Studien handelt, in denen ein Brenner mit vierfacher Geschwindigkeit vier Brennern entspricht (http://www.gulli.com/news/pirateriezahlen-es-wird-viel-2005-11-02/) oder in der eine Firefox-Installation mit einem Office-Paket verglichen wird (http://www.gulli.com/news/bsa-sei-von-den-reaktionen-auf-2005-06-15/), dürfte diese Unterstützung das Papier nicht wert sein, auf dem sie steht.
Entsprechend haben die Forscher "höchste Bedenken", dass Statistiken über angebliche Verluste durch Piraterie vor Gericht auf unqualifizierte Weise Bedeutung beigemessen wird.
Die Rechteinhaber gingen, der Studie gemäß, nach wie vor häufig von einer Gleichsetzung einer kopierten Installation mit dem Straßenverkaufspreis aus. Jede Installation einer unlizensierten Software wird mit einem entgangenen Kauf gleichgesetzt.
Auch der immer wieder geäußerten Theorie, dass Verbindungen zwischen Musik- und Softwarepiraterie sowie Terrorismus (http://www.gulli.com/news/mit-service-gegen-filmpiraten-2006-10-13/) und organisierter Kriminalität (http://www.gulli.com/news/us-homeland-security-2005-05-30/) bestehen, widerspricht der Bericht. Die Forscher hätten keine Hinweise gefunden, die diese Aussage unterstützen würden.
"Entweder gibt es keine Beweise für irgendwelche Verbindungen zwischen Piraterie und organisierter Kriminalität, oder die Rechteinhaber sind schlicht nicht in der Lage dazu, diese Verbindungen zu identifizieren."
Die Schlußfolgerung: Entweder müsse man die Statistiken zurückziehen oder sie auf gültige und transparente Weise belegen.
quelle: gulli untergrund news (http://www.gulli.com/news/statistik-verluste-durch-2006-11-07/).Quelle: RR:Board
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