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Keinaths Fotohomepage: Canon A1 - Reparatur


Diese Anleitung ist zwar nach wie vor nutzbar, aber es gibt auch neue Schandtaten auf meiner neuen Seite!

Canon A1:

Hier erkläre ich wie man in die Kamera von oben reinkommt, von unten dürfte wesentlich einfacher sein - bringt aber meist weniger.

Erstmal muß die Verkleidung um das Bajonett weg. Dazu werden die 4 Schrauben am Plastikteil ums Bajonett entfernt. Unterhalb des Prismas sind nun 2 Schrauben zu sehen, die müssen auch raus. Diese 6 Schrauben und das Plastikteil sind in meinem Bild der entfernten Teile nicht zu sehen!

Der Sucherverschluß hat in der Mitte so eine Gummiabdeckung, sie kann mittels Schraubenzieher entfernt werden. Die Schraube darunter lösen. Hebel weg.
6 Gehäuseschrauben an der oberen Deckkappe sind nun zu entfernen. Die Rückwand entfernt man am Besten auch gleich. Dann den Rückspulknopf. Dieser läßt sich abschrauben, wenn man innen wo der Film reinkommt mit einem Schraubendreher gegen hält. Nun stellt man am besten noch 6 ASA und 0 Korrektur am Empfindlichkeitsrad ein.

ACHTUNG: Sprengringe hüpfen gerne weit!! Also aufpassen wenn man nun den Sprengring beim Filmempfindlichkeitsrad entfernt.  Dann kommt auch das komplette Rad weg. Darunter kommt eine große Unterlegscheibe.

Nunmehr geht's auf die rechte Kameraseite (Kameras werden von Fotografenposition betrachtet, Auslöser sitzt rechts).

Der Filmtransporthebel muß aus dem Weg! Wie alle Schrauben hier ist auch die Obendrauf normal rechtsdrehend. Also linksrum drehen, z.B. mit so einer Art Zirkel, oder zwei kleinen Schraubendrehern die in die kleinen Löcher oben auf dem Filmtransporthebel passen. Darunter kommt eine wellige Unterlegscheibe raus - die drückt bißchen. Dann eine Kunststoff-Unterlegscheibe, der eigentliche Hebel, eine Mitnehmerscheibe mit einem Nocken. Und wieder - ACHTUNG - ein Sprengring. Eine kleine Unterlegscheibe, den Betriebsartwählschalter, eine dünne Unterlegscheibe und den Doppelbelichtungshebel heben wir auch noch alle weg.

Über dem Automatikwahlhebel sitzt ein weiteres Hindernis: Die Umrandung des Auslösers muß nun aufgeschraubt werden. Ich brauchte dazu eine Zange (hinterließ Spuren). Der Auslöser kommt nun weg. ACHTUNG: Darunter sitzt der Auslösebolzen (mit Vorsprung für den Drahtauslöser), der kann auch eventuell rausfallen, wenn die Kamera auf die Seite gedreht wird..
Darunter kommt eine kupferfarbenen Unterlegscheibe, der Av-Tv Hebel und noch eine Unterlegscheibe.

Den Verriegelungsknopf für Zeit und Blende steht und nun nur noch im Weg. ACHTUNG: Gleich rollt uns ein kleines Metallkügelchen davon! Diesen also nach oben schieben. Darunter die Schraube aufdrehen. Und den Schieber vorsichtig anheben, das Kügelchen nicht verschlampen! Irgendwann wird uns eventuell der Ring um die rote LED entgegenfallen, auch den nicht verlegen. Unter dem Schalter nun die beiden Schrauben auf. Metallplatte und Plastikteil weg.

ACHTUNG - jetzt nicht grob werden, die Deckkappe und der Restbody sind nur noch durch ein Kabel für den Blitzkontakt verbunden - nicht abreißen. Die Deckkappe läßt sich nun abnehmen. 


 Zum Zusammenbau: Alles "einfach" wieder rückwärts!!

Auf die Kabel achten, nicht einklemmen!

 Das Kügelchen legt man in die große runde Vertiefung der wieder eingebauten Metallplatte. Dann kommt die Verriegelung drauf - diese muß danach wieder rasten!

Der Tv-Av Schalter muß mit seinem Beinchen wieder am Platz sein, testen ob die Umschaltung funktioniert!

Beim Auslöser muß ein Hebelchen in den Schlitz in der Kamera einfahren.

Das Filmempfindlichkeitsrad läßt sich optimalerweise einfach wieder bei 6 ASA aufstecken. Testen: Bei 6 ASA darf keine Korrektur in den Bereich Richtung 2 und 4 möglich sein. Bei 12800 ASA darf keine Korrektur in die Richtung 1/2 und 1/4 möglich sein!


So, nun ist Deiner Kamera hoffentlich wieder geholfen. Ich würde mal behaupten die Canon A1 läßt sich gut öffnen.


Die Bilder: Alle sind recht groß  (50 kB).

Hier sind die Einzelteile zu sehen. Aber Vorsicht: Zum Einen fehlt die vordere Gehäuseabdeckung, nebst den 6 als erstes zu entfernenden Schräubchen. Und des weiteren ist die Reihenfolge von rechts nach links ! Aber  schon auch von oben nach unten. Dachte nicht  an die Seitenverkehrung beim Auflegen auf den Scanner.

 

 

Noch eine Anmerkung / Ergänzung von Timm Thiemann:

so... nachdem wir uns wegen teilweise leicht unterschiedlicher Meinungen fast zerfleischt haben, lege ich den Vorgang ad acta. Keinath sei Dank!
Mit einem handwerklich geschickten und reparaturerfahrenen Kollegen hab ich die A-1 nach Anleitung zerlegt. Seine ersten Worte: "Die ist schon mal hingefallen." Hatte ich vermutet - Beulen und Kratzer sprechen Bände. Seine zweiten Worte (nach den ersten drei Schrauben): "Die wurde schon mal aufgeschraubt." Gut möglich, im Filmrollenhalter ist ein Aufkleber einer Reparaturwerkstatt, dem ich nie wirklich Beachtung geschenkt habe. Tatsächlich fehlte auch eine der beschriebenen Unterlegscheiben, aber das mag nur Zufall sein.

Deckel ab, "vorsicht, Kugel kann flöten gehen"-Kugel durch den Raum geschossen (futsch), Mehrfachbeli-Hebel dran - funktioniert! Deckel drauf, Hebel dran, funktioniert nicht. Deckel ab, Hebel dran, geht. ???
Des Rätsels Lösung: rechts neben dem Verriegelungsknopf für Zeit und Blende ist eine Schlaufe einer Folienplatine, die am linken Ende eine verräterische Delle hatte. Darunter befand sich ein kleiner Metallstift, der am anderen Ende in einem Scharnier[2] vor der Filmtransportmechanik frei beweglich hing und nach links vorne zum Objektiv zeigte. Der musste aber nach rechts, weit weg von der Folienplatine! Deckel drauf, Hebel dran - funktioniert!


Beim Zusammenbau sind wir über den Schalter für das Sucherdisplay gestolpert. Der muss auf "an" (nach rechts gedreht) stehen, sonst ist das Display nicht mehr aktivierbar und die Batterietest-LED ist ständig aktiviert.


Übrigens braucht man keine Zange, um die Umrandung des Auslösers abzuschrauben. Ein Lederriemen funktioniert super und hinterlässt keine Kratzer. Haben wir heraus gefunden, weil wir gerade keine Zange hatten.;)


Ergo: halbe Stunde Bastelei mit angstschweißnassen Händen auf dem Hinweg und Material- und Ersatzteilaufwand von 0,00DM (0,00EUR) - weil ein Techniker ein kleines Stiftchen übersehen hat. :)
So... ich bring jetzt den längst überfälligen Testfilm zur Entwicklung und geh mit meinen neuen Objektiven spielen...

[1] http://home.arcor.de/keinath/Selbstbau/Canon-A1-Reparatur.htm
[2] http://home.arcor.de/keinath/Bilder/Reparatur/Canon%20A1/Oben%20offen1.jpg
rechts neben der LED ist was, was aussieht wie ein Kabelschuh, der auf der kleinen Welle des Scharniers sitzt; zwischen LED und dem Scharnier sieht man nen Lötpunkt und die nach vorne-unten abknickende Folienplatine

--
Timm Thiemann  -  http://timms.web.ag  -  http://ratten.web.ag
 


Noch was gefunden - auch wenn hier nicht direkt zur Sache gehört:
Bei den Canon AE1 und A1 geht oft der Batteriefachdeckel / Batteriefachtür kaputt. Canon liefert diese nicht mehr als Ersatzteil.
Aber die Firma Micro-Tools!

 

Markus Keinath 08.10.2003

 

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