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Keinaths Fotohomepage: Allgemeine Reparatur-Tips


 

Zum Allgemeinen Vorgehen:

Hat das Gerät etwa noch Garantie? Darf ich überhaupt daran herumwerken (oder gehört es der Freundin)....
Was ist wenn´s schiefgeht? Bin ich mir bewußt, einen leichten Defekt durch falsches Vorgehen zum Totalschaden ausweiten zu können?
Kamera-Werkstätten nehmen wohl ungern Einzelteile entgegen um daraus wieder etwas funktionierendes zu erbauen!

Für den Anfang wäre ein einfaches Objekt schön. Ich empfehle alte Objektive. Neue haben Elektronik. Und mit der kann zumindest ich nicht viel anfangen - außer irgendwo ist ein Kabel abgerissen. Mechanik ist meines Erachtens überschaubar und nachvollziehbar.

Werkzeug: Schraubendreher (~zieher) Kreuzschlitz Größe 0 und einen Größeren und Flach 1,5mm, 2mm, 2,5 mm und ca.4 mm sind wohl dringend nötig. Eine Pinzette. Isopropanol eignet sich zum Linsen reinigen. Ein Optikleder (dieses ziehe ich Mikrofaser vor). Toilettenpapier als Grobputztuch.
Angenehm (und teilweise unabdingbar) ist weiteres Werkzeug: Weitere Schraubendreher, Pinsel, eine Art stabiler Metallzirkel, Kontaktreiniger-Stift, kleine Gabelschlüssel, Zange, Gummituch (z.B. Anti-Rutsch-Unterlage oder Dental Dam) zum Lösen festsitzender Verbindungen.

Des weiteren ist gute Beleuchtung und ein ordentliches Umfeld viel Wert. Oft genug springt ein Kügelchen (Durchmesser 1,5 mm) davon. Und wenn es nicht gefunden wird, bleibt die Blende ohne Rastung.

Einzelteile in der Reihenfolge der Demontage vor sich hinzulegen ist sinnig! Besitzer einer Digitalkamera oder eines Scanners können sich die Arbeit leichter machen, wenn sie verschiedene Hebelstellungen fotografisch festhalten. Oder man zeichnet sich eine kleine Skizze. Sonst muß man halt friemeln bis alles wieder paßt. Wenn man schon dabei ist, kann man sich über Besonderheiten Notizen machen, um später wieder leichter das Gerät zu öffnen. Und diese Notizen könnte man ja im Internet veröffentlichen...

Es macht Sinn, sich Markierungen im Gerät zu machen: In welcher Stellung habe ich das Objektiveinstellgewinde letztendlich abbekommen (diese sind meist mehrgängig - Einstellbereich kann dann nicht mehr vollständig genutzt werden), wie ist die Stellung des Halteringes der Bajonett-Gegenlichtblende (sonst steht sie nach der Montage schief im Bild), welche Seite einer Linse ist vorne in Richtung Objekt - oft sind Linsen nahezu symmetrisch.

Gewalt an der Kamera: Leider ist es so, dass man auf Schraubverbindungen stoßen kann, welche sehr gut festsitzen. Und sehr schwer mit Werkzeug zu fassen sind. Oft braucht man da rohe Gewalt - aber Achtung: Könnte ja auch ein Linksgewinde sein! Und bei allem Widerstand: Die Schrauben sind meist maximal 3 mm im Durchmesser!

Wenn die Reparatur fehlschlägt sollte man die Teile nicht entsorgen - sie stellen oft ein gutes Ersatzteillager dar. Kleine Schrauben sind sonst schwer aufzutreiben.


02.01.2006
Markus Keinath

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