Keinaths Fotohomepage: Plaubelerweiterungen
Bitte beachten Sie auch meine neue Homepage zum Beispiel die DSLR mit austauschbarem IR-Filter !
Meine Plaubel Peco Junior 10*15 reizte mich schon öfters zu Bastelarbeiten. Wie meistens eher stümperhaft natürlich.
Objektivplatinen:
Bei dem Plaubelanschluß überaus simpel! 2mm Aluplatte, 121 mm im Quadrat, und je nach Verschluß ein Loch in die Mitte (Wenn man mit den Shiftmöglichkeiten nicht zufrieden ist: Nicht in die Mitte!). Unten und oben in die Platte ein Schlitzchen für die Führungsstifte, oben zwei Schlitze für die Arretierung. Und das alles dann an die Kamera feinanpassen. Und mattschwarz lackieren - zumindest innen.
Versenkte Platinen, bzw. Teleplatinen sind einiges schwieriger. Das versenkte Objektivblech muß einen Radius haben, welcher der des gewünschten Radius der Versenkung / Erhebung + der Tiefe/ Erhebung entspricht. Dann lassen sich die Ränder bis zum gewünschten Radius einsägen und hochklappen. Und das alles mit Heißkleber (überaus wichtig in meiner Werkstatt!!) abdichten und an die eigentliche Platine ankleben (sollte gut halten, so ein Objektiv ist nicht billig - Nachahmung auf eigene Gefahr!). Wer gut löten kann, sollte es wohl mal damit versuchen. Oder schweißen...
Auch lassen sich Platinen für gänzlich andere Objektive herstellen. Zum Beispiel habe ich eine für M 42 Objektive. Ohne Verschluß, somit muß im Dunkeln mit Blitz gearbeitet werden. Oder an meine Rückstandarte baute ich mir einen KB Kamera Adapter. Für Objektivtests taugt auch Kleinbild oder Mittelformat!
Weitwinkelbalgen:
Hier ist´s bei der Plaubel nicht so einfach. Vor allem das Bajonett der hinteren Standarte ist recht schwierig zu fertigen. Ich habe da ziemlich intensiv Alu gebogen. Der Balgen besteht aus schwarzem Kunstleder. Dies ist nicht wirklich 100 % Lichtdicht, vor allem an den Nähten. Dürfte aber normalerweise ausreichen. Testen lässt sich die Dichtheit ganz extrem mit einem Blitzgerät! Dieser bauchig zusammengenähte Balgen wird mittels Heißklebers (hier bitte nicht löten oder schweißen) an die Aluadapter geklebt. Und die Klebestellen werden dick schwarz lackiert.
6*9 Rückteil-Adapter:
Da ich einige 6*9 Rollfilm Kassetten besitze, und "nur" einen Wechselschlitten
dazu, welcher die Verstellbarkeit und Weitwinkeltüchtigkeit einschränkt, lag es
nahe da eine Lösung zu finden.
Der Anschluss an die Bildstandarte ist von dieser Seite nahezu gleich einfach
wie bei den Objektivplatinen. Und die Einschubmöglichkeit der Plaubelkassetten
ist auch simpel. Zumindest wenn man nicht allzu hohe Genauigkeitsanforderungen
stellt (habe noch nicht so richtig getestet).
6*9 Mattscheibe mit Fassung:
Für den Adapter musste ich mir auch eine Matscheibe mit Halterung bauen. Dazu diente mir ein seltsamer Kassettenrahmen. Nehme mal an, es war für irgendwelche 6*9 Filme in Schnellladepacks ähnlich den Kodak Readyload. Darin konnte ich ein Mattscheibe befestigen. Diese ist durch den Magazinschieber und die klappbare Rückwand dieses Magazins gut geschützt.
Brauchte ich mehrere. Fertigte ich mittels eines Schleifmittelchen von Carborundum (W12) und Fensterglas. Glasscheibe hinlegen. Wenig Carborundum (~Teelöffel) und bißchen Wasser drauf, zweite Glasscheibe darauf und diese dann auf der andern herumschieben. Dabei darauf achten, kein Schleifmittel auf den Rückseiten der Scheiben zu verteilen - Mattscheiben sollen nur auf einer Seite matt sein.
Eine andere Möglichkeit wäre der Kauf eines Super 8 Betrachters mit Mattscheibe. Diese Mattscheiben sind danke der Fresenellinse gleichmäßig hell. Allerdings muss man dann besonders auf die Lage der Schärfeebene achten!
Ein billiges Polaroidmagazin (für die 6xx Filme) von einer Oszilloskop-Kamera
demontierte ich dort. Baute es auf ein für die Bildstandarte angepaßte
Aluplatte. Kurz vor der Filmebene läßt sich das Magazin auseinanderschrauben.
Und da habe ich etwas vom Plastik weggefeilt. Mit Samt abgedichtet. Und jetzt
paßt der Schieber einer 10*15 Filmkassette da rein.
Wieder eine unschöne Arbeit ist die Anpassung der Bildebene an die Einstellebene
der Mattscheibe des normalen Rückteils.
Schnell ist mal mit diesem Rückteil nicht, aber die alten Plaubel-Rückteile
lassen sich nicht soweit öffnen, dass sich Polaroidkassetten direkt einschieben
lassen würden.
Mattscheibenschutz:
Da ich mir eine Mattscheibe zerdepperte (so ein dickes Stativ aber auch), brauchte ich einen Schutz! Nix einfacher als das: Wieder mal ein Alublech (weich) (die lassen sich leicht bearbeiten). So zurechtsägen, feilen und biegen, dass es an Stelle des Filmmagazins geklemmt wird. Und gleichzeitig sich U-förmig auch vor die Mattscheibe legt. Schön wäre noch eine Samtauskleidung...
Einstelltuch:
Auch eher einfach. Ein eher leichtes Tuch, zumindest innen schwarz. Eventuell außen weiß. Vermindert das Aufheizen im Sommer in der Sonne. Ich habe meine Bildstandarte mit Klettband beklebt. Das Flauschband auf´s Tuch. So brauch ich nicht unbedingt eine Bleikette einnähen oder so.
Vergrößerungsgerätansatz:
Lichtwege sind umkehrbar. Dies wußte ich schon von klein an ;-) So wundert es
nicht, daß ich recht früh mit meiner KB Kamera und dem Normalzoom in
Retrostellung meine Bildchen vergrößerte.
Bei Großformat bietet sich dies noch viel mehr an. Man stolpert äußerst selten
über einen billigen gebrauchten Großformatvergrößerer! So nutzte ich meine
Plaubel als Objektivhalterung. Die Negativbühne und Beleuchtung wurden an die
hintere Standarte angekoppelt. Hier waren mir jedoch keine Erfolge vergönnt. Da
ich die gesamte Aperatur sozusagen als Horizontalvergrößerer nutzte, hatte
ich immense Probleme mit der Ausrichtung. Dann waren die Lampen entweder zu
dunkel ( Blende 9) oder zu heiß (Negative backen mit 4 * 650 Watt ). Ich hatte
keinen passenden Kondensor, und war so eh´auf das Prinzip des Mischkopfes
festgelegt. Doch dieser arbeitet nicht befriedigend.
Weitere Versuche folgen ohne Plaubel. Ein altes 6*9 Krokus 3 Gerät steht momentan rum, welches ich auf 4*5 inch aufgebohrt habe. Allerdings stimmt es damit auch noch nicht. Die nächste Teststufe ist mit mehreren Leuchtstoffröhren geplant. Dürfte weniger schwer homogen zu mischen sein, und die Hitze ist auch wesentlich geringer.
Nun habe ich bei Ebay einen Kondensor passend für Großformat erstanden. Mal schauen, wie ich mich mit der harten Kondensorbeleuchtung anfreunden kann. Ich plane dazu eine 250 Watt Halogenlampe als Punktlichtquelle - wenn schon, denn schon!
Nun möchte ich hier noch genauer auf meine Vergrößerungsgerät Selbstbauten eingehen, siehe meine SBV Seite.