Keinaths Fotohomepage: Scannerumbau
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Nachdem ich einen besseren Scanner auf dem Flohmarkt gefunden (und um 10 DM gekauft) hatte, konnte ich endlich meinen Mustek Scan Express 6000 P umbauen. Dies war schon einige Zeit geplant.
Die Idee war, einen Diascanner herzustellen.
Öffnen lässt sich der Scanner sehr einfach: Zwei Schrauben sind zu öffnen.
Dann lässt sich das gesamte Oberteil abnehmen.
Herauskommt ein spartanischer Aufbau. Zwei Metallschienen, Scannerschlitten
darauf mit CCD-Platine und Optik (ein 1 (?) linsiges Objektiv und 4
Oberflächenspiegel) und Beleuchtung. Ferner noch eine Haupt-Platine mit den
Anschlüssen und ein Schrittmotor.
Ein Vorteil dieses Scanners: Externes Netzteil, im Scanner hauptsächlich 15 Volt. Was allerdings die Lampe als Spannung bekommt, ist mir noch unbekannt. Hab´da einen Bogen herum gemacht. Und einiges an Isolierband genutzt.
Die Lampe lässt sich problemlos ausstecken - wenn ich jetzt noch ein
Leuchtpult mit hochfrequentem Vorschaltgerät hätte, wäre es nur ein kleiner
Schritt zum Diascanner. Mal von der schlechten Auflösung (300 ppi * 600 ppi) und
der geringen Maximaldichte meines Scanners abgesehen.
Der Scannerschlitten ist auch einfach zu demontieren, nur den führenden
Metallstab beim Schrittmotor herausziehen. Die CCD nebst Platine ist mit zwei
Schrauben an den Schlitten angebracht. Die CCD Zeile ist ca. 23 mm lang. Diese
befindet sich hinter einem Glas (Kunststoff). Schön geschützt, aber anderseits
schlecht erreichbar für einen simplen Kontaktscan eines Dias.
Meine Versuche waren zuerst ohne die scannereigene Optik. Ich nahm ein
Kleinbild 35mm Objektiv. Stellte erstaunt die hohe Lichtempfindlichkeit fest:
Lichtmessung gab mir für die eingestellte Blende 16 ca. 4 Sekunden
Belichtungszeit bei 100 ASA ! Sonst droht Überbelichtung.
Nun, eine durchaus angenehme Überraschung.
In der CCD Platine ist eine Lichtschranke verbaut. Diese wird genutzt, um den
Anschlag bei der Haupt-Platinenseite zu erkennen. Solange der CCD Schlitten
seinen Dienst im Gehäuse verrichtet -schön und gut. Doch wenn der Schlitten
seiner CCD-Platine beraubt ist, fehlt dieser Sensor. Und der Schrittmotor zieht
den Schlitten über das Seilsystem bis zu irgendeinem (!) mechanischen Anschlag.
Dies könnte z.B. das mehradrige Verbindungskabel sein - Vorsicht!
Dem Motor kann man zwar das Kabel ziehen, doch dann verweigert der Scanner
solidarisch seinen Dienst. Es lässt sich aber das Seilsystem aushängen.
In meinem ersten Kameraversuchsmodell befand sich aber noch ein Pappstück zum
Einschwenken in den Lichtschranken-Strahlengang.
Weitere Versuche fanden mit der Scanneroptik statt. Dazu musste ich allerdings
den Scannerschlitten zersägen. Paar spaßige Bilder entstanden so. Die Bewegung
immer von Hand, allerdings durchaus auch mit Stativ und Fluidkopf.
Als ich mit roher Gewalt schließlich auch noch die Fokussierung dieser Linse in
die Hand nahm, war der Weg für weiteres geöffnet.
Probleme die noch offen stehen:
Kontinuierliche Bewegung der CCD. Je nach Aufnahmeabstand, bzw. Optik, braucht´s andere Dreh- oder Linearbewegung. Dies ließe sich mittels des vorhandenen Seilsystems erreichen - wenn man z.B. den Durchmesser der Wickelachse ändert.
Geringer Dynamikbereich der CCD (bei meiner zumindest).
Initialisierung: Vor dem Scan hätte die CCD gerne ein Bezugsweiß gesehen. Dies ersetzte ich zum Teil durch ein Blatt Papier - was bei dem winzigen Dynamikbereich zu Problemen führte. Oder halt durch ein dunkleres Objekt (ist meine Hose neutralgrau??).
Beleuchtung. Mit dem Halogenlicht hatte ich keine Probleme. Mit einem Leuchtpult hatte ich allerdings schon mal Probleme - nur farbige Streifen und nix vom Objekt zu sehen. Dies muss ich allerdings noch mal verifizieren.
Einer der´s besser machte: Andrew Davidhazy´s Scanner als Kamera
Ach ja, neue Erkenntnisse zum Dia Scannen:
Bei meinem Mustek 12000 P hab´ich mal rumexperimentiert. Die größte
Einschränkung ist wohl die geringe Auflösung (300*600) und ein begrenzter
Dynamikumfang. Ist halt so ein 100 DM Billiggerät.
Als erstes legte ich zwei Dias auf den Scanner, ein weißses Papier als
Diffusor darüber und eine Kompaktleuchtstofflampe darüber. Die Ergebnisse waren
schon erkennbar.
Verbesserung: Die interne Beleuchtung außer Betreib nehmen.
ACHTUNG: Am Besten den Scanner davor vielleicht schon lange vom Strom-Netz
trennen. Nicht unter Spannung arbeiten, die Leuchtstoffröhre / Kathodenröhre
oder was auch immer, benötigt wohl zumindest zum starten Hochspannung (z.B. 500
V) !!!
Das Gehäuse läßt sich bei meinen Scannern mit zwei Schrauben öffnen. Links
und rechts aus der Röhre führen zwei Kabel heraus. Diese münden in einen
Stecker. Und diesen zog ich einfach von der Platine.
Der Beleuchtungsaufbau ist gleich wie vorher beschrieben. Optimaler ist aber
eine erhöhte Plazierung des Papiers - sonst wird es auch scharf abgebildet. Noch
besser ist eventuell ein richtiges Diffusormaterial (z.B. von
Brenners Fotoversand). Und eine
Tageslichtlampe wäre wohl ganz gut.
Nun,
so sehen die bescheiden Ergebnisse aus. Meilenweit entfernt vom richtigen
Diascanner. Und doch, wenn man eine etwas bessere Scanauflösung hätte, währen
weitere Versuche nicht sinnlos. Oder man nimmt Mittelformatvorlagen - und nicht
wie hier Kleinbild.
Das Bild ist in Originalauflösung, ungeschärft (bzw. ich weiß nicht was im Scanner, Treiber so schon abläuft), nur etwas Farb- und Kontrast optimiert.
Dias scannen ohne Durchlichtaufsatz NEU 23.1
Die Leuchtstoffröhre vom Scanner, Burkhard Kainka NEU 24.1
Ergänzung: CIS Scanner und weitere aktuelle Erkentnisse
Contact Image Sensor (CIS) ist der CMOS Sensortyp, welcher flach (4cm) gebaute Flachbett Scanner ermöglicht. Ich habe zum Beispiel einen Microtek Phantom 336 CX. Bei normalen CCD (gibt es wohl auch mit CMOS) Scannern wird die Vorlage über mehrere Spiegel und eine kleine Optik auf die CCD Zeile abgebildet. Bei den CIS Sensoren fehlt diese eine Optik und die Spiegel. Die Sensorzeilenlänge ist gleich lang wie die maximale Vorlagenbreite, mit den billigeren CMOS Chips ist dies erschwinglich. Meiner Meinung nach, wird die Vorlage mittels Stablinsen auf den Sensor abgebildet. Mehrere Pixel teilen sich dabei eine Stablinse. Dies führt zu eigenartiger Struktur des Bereiches außerhalb einer schmalen (weniger als 1mm) Schärfenebene. Wenn sich diese Stablinsen entfernen ließen, hätte man einen schönen Sensor für die Großformatfotografie! Dies habe ich inzwischen auch prinzipiell versucht. Vergessen werden sollte nicht, daß man hierbei nur einen SW Sensor hat! Die Farben beim Scannen entstehen durch die Beleuchtung mittels RGB LED´s die getrennt nacheinander leuchten.
Aktuelle Erkenntniss: Nicht jeder Scanner eignet sich für derartige Bastelarbeiten: Bei UMAX Astra 1220 P Scannern ist der Initalisierungsvorgang etwas aufwendiger als bei meinem Mustek ScanExpress 6000 P. Soll heißen: Den Umax brachte ich ohne seine Optik und Kalibrierfläche nicht zum laufen! Meist war ein kompletter Neustart des Rechners nötig! Auch beim Microtek hatte ich einiges an Problemen, die versuche ich noch zu lösen.
Markus Keinath 10.08.2002