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Keinaths Fotohomepage: ASF Text


 

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Digital Dry Film Process Technology - „chemielose“ Filmentwicklung?

 

Auf der  PMA 2000 wurde von der Firma Applied Science Fiction  eine Methode angekündigt, normale Farb - und SW Filme ohne die sonst übliche Naßchemie digital auszulesen.

Die erwähnte "chemielose" Verarbeitung " (laut Gretag) beruht auf einem Patent von Albert Edgar.                    

Aber gleich mal vorneweg: Es funktioniert nicht gänzlich ohne Chemie. Nichtsdestotrotz scheint sich damit ein Technologiesprung zu vollziehen.

 

Die Entwicklung

Der Entwickler wird mittels eines transparenten Streifens in  Kontakt mit der Filmemulsion gebracht, ähnlich dem Polaroid Sofortdia-System. Die Entwicklung beginnt. Kurze Zeit später wird der Film gescannt. Jedoch nicht wie bei üblichen Filmscannern. Und vor allem: Der Film ist nur entwickelt - nicht fixiert! Die Entwicklung läuft sogar noch weiter. Und so kann man den Film ein weiteres Mal scannen, mit erhöhten Dichten. Von ASF wer­den drei Scanndurchläufe als Beispiel genannt. Damit kann der maximal mögliche Dynamikumfang aus dem Film ausgelesen werden. Und dies bei verringertem Rauschen/Korn.

Der Film ist nach dieser Entwick­lung allerdings nicht mehr zum Vergrößern tauglich - nur noch zum Entsorgen. Dies dürfte wohl das Manko dieses Systems sein - auf die Technik muß man sich verlassen können (wie aber auch bei z.B. E-6 Verarbeitung) - nach der Verarbeitung existieren nur noch die Daten (hoffentlich kein Windows auf dem Rechner).

 

Das Scannen

Das Scannen eines nichtfixierten Filmes geschieht mit Infrarot. Farb­filme mit IR zu scannen, scheint etwas dürftig bezüglich der Farbin­formation zu sein. Ist es aber nicht: Wenn ein entwickelter nasser Film von der Schichtseite betrachtet wird, ist in der Reflektion hauptsächlich die blauempfindliche Schicht zu sehen. Von der Trägerseite aus sieht man in der Reflektion primär das sich in der rotempfindlichen Schicht aufbauende Bild. Aus dem Transmissionsscan ergibt sich ein dritter Wert. Mittels einer Martixoperation lassen sich alle drei Farbwerte RGB ermitteln. Da diese Werte z.B. mit drei verschiedenen Entwicklungszeiten gescannt wurden, muß die Datenflut reduziert werden.

 

Fotografische Vorteile

Das Verfahren bewirkt eine Verbesserung der Signal-Rausch Abstände. Die Schatten werden aus der hochempfindlichen Schicht gewonnen, die Lichter aus der Nierdrigempfindlichen. Erfolgen mehrere Scandurchläufe, läßt sich ausnutzen, daß im Scan der kürzeren Entwicklung die auslesbaren Bereiche rauschärmer ausfallen als dieselben Bereiche nach der längeren Entwicklungszeit. Insgesamt läßt sich damit ein, im Vergleich zu der konventionellen Filmentwicklung, weniger körniges Bild mit besserer Schattenzeichnung gewinnen.

Durch diese Methode lassen sich auch bereits fertig verarbeitete Fil­me optimaler scannen. Das Ergebnis zeigt weniger Korn. Bei SW Filmen werden die verschiedenen Schichten ( hochempfindliche große Körner und geringempfindliche kleine Körner) so getrennt ausgelesen und zu weniger körnigen Bildern zusammensetzten. Bei normalen konventionellen Scans wird immer die Gesamtdichte aller Schichten ausgelesen.

Da diese IR Scans nicht auf die Farbstoffe ansprechen, entfallen Probleme mit Farbnebendichten.

 

Filmtechnologie

Aufgrund der IR-Abtastung können  Filme ohne Farbstoffe dafür hergestellt werden. Diese sogenannten Scanningfilme können mehr spektrale Empfindlichkeiten (z.B. RGBYMC) aufweisen als die heutigen Farbnegativfilme. Dadurch lassen sich die Motivfarben akkurater ermitteln. Ebenso sind Multispektral-Filme mit IR und RGB Empfindlichkeiten mög­lich (hierbei wird die Aufnahme-Optik die Grenzen setzen). Diese Scanningfilme lassen sich nicht mehr konventionell optisch vergrößern. Die Forschung auf diesem Gebiet überläßt ASF den Filmherstellern.

 

Applied Science Fiction

Die Firma ASF sollte man weiterhin im Auge behalten!

Aus deren Hand stammt z.B. auch die Kratzer- und Staubellimination (ICE) in einigen Nikon Filmscannern. Weitere Möglichkeiten zur Bildverbesserung aus der Ideenschmiede in Texas: Farbrekonstruktion bei ausgebleichten Vorlagen (ROC)  und Kornreduktion ohne Weichzeichnung (GEM).
ASF liefert die Technologie, andere Firmen fertigen. In dem Fall der "chemielosen" Filmentwicklung, oder besser "Digital Dry Film Process Technology" ist einer der OEM-Hersteller Gretag.

 

Photokina  

Auf der Photokina 2000 zeigte ASF jetzt den ersten Prototyp. Für KB und APS Filme, nur mit einem Scandurchgang. 2000*3000 Pixel Abtastung und 24 Bit Farbtiefe, gedacht für Fotokiosks. Als Selbstbedienungsterminal ausgelegt, liefert es nach 6 Minuten die Daten des gescannten Filmes. Diese Daten können auf CD / DVD / Disk / Inkjet-Print mitgenommen oder über das Internet versendet werden. Mit diesem Low-End Gerät versucht ASF erstmal im Markt Fuß zu fassen. Die weiteren technologischen Möglichkeiten des Digital Dry Film Prozesses liegen noch in den Schubladen von ASF.

Die großen Vorteile seien die einfache Bedienung, Geschwindigkeit, Umweltfreundlichkeit und die Einbindung in Geräte mit den weiteren ASF-Features:   
ICE, ROC und GEM

 

Konkurenz 

Konkurenz bekommt ASF allerdings in dem Bereich der Schnellabors von der Firma Digital Now  und deren Photokina 2000 - Neuheit Dry Film Scanner. Ein einfaches und preisgünstiges Prinzip: Der Film wird entwickelt und gestoppt. Im Anschluß erfolgt ein normaler Scan. Mittels Farbkorrektionen ergeben sich daraus auch die gewünschten Bildda­ten. Der Film bleibt hierbei erhalten, mit einer Haltbarkeit von ca. 6 Monaten. Dieses Verfahren ergibt auch Datensätze mit  2000*3000 Pixel, 24 Bit.

 

Man darf gespannt sein!

 

© Markus Keinath 2000

 

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