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Keinaths Fotohomepage: Podiumsdiskussion Photoingenieurwesen


 

Podiumsdiskussion des Schnaittacher Kreises am 22.06.2001 in der Fachhochschule Köln zum Photoingenieurwesen

Zusammenfassung - meine eigene Sicht der Dinge:

Anwesende auf dem Podium: Prof. Kunz, Studentin Barbara Vogt, Prof. Hartmann, Dipl. Photoing. Neugebauer (Ilford), Dipl. Photoing. Bernhard Geiger (Siemens, Vorsitzender des Schnaittacher Kreises), Dipl. Photoing. Gerhard Franken (Chefredakteur digit), Prof. Stollenwerk (Dekan), Dipl. Photoing. Gabriele Jansen (QuiSS), Prof. Blendl, Student Bruno Schmidt, Dipl. Photoing Jörg Schechtel (CeWe Color).


Zu der Frage, ob der bisherige Photoingenieur gut ausgebildet sei:

Frau Jansen: Bei Ihr bei QuiSS (Bereich indusrieller Bildverarbeitung) sind 50 Mitarbeiter, darunter 5 Photoingenieure (Schwerpunkt Physikalische Optik), diese seien optimal ausgebildet! Generalistenstudium sei gut, von allem bißchen was, gute Basis. An keiner anderen Fachhochschule werden solche Fähigkeiten so gelehrt!
Die industrielle Bildverarbeitung ist in Deutschland Wachstumsbranche, 20-30 % Wachstum jährlich! Und es gibt noch unerschlossenen Märkte, Bedarf sehr groß. Was in der Ausbildung zum Photoingenieur aus Ihrer Sicht wichtig ist: Optik, Beleuchtungstechnik und Programmierung.

Herr Neugebauer: Bei Ilford Deutschland (Vertrieb) seien Photoings überqualifiziert. In der Schweiz sind 2-3 in der Forschung und Entwicklung tätig. Interdisziplinäres Denken wird gefordert, man müsse über den Tellerrand hinausschauen können. Nicht viele tun dies schon beim Studium so, wie die Photoingenieure.


Herr Stollenwerk: Momentan liege der Fachbereich als Schiff quer zur Strömung (dieser Vergleich kam ihm, als man ihn als Kapitän des Fachbereiches bezeichnete).
Mit der durchschnittlichen Studienzeit sei der Fachbereich einmalig in Deutschland. Auch die Abbrecherquote von 70 % sei untragbar. Ein Problem sei, daß 75 % der Studenten sich momentan für die Medientechnik entscheiden.
Die Neuerungen lassen sich nur durch interne Umschichtungen erreichen, es gibt nicht mehr Räume oder Personal. Auch der geplante Zusammenschluß mit Nachrichtentechnik und Elektrischer Energietechnik werde diesbezüglich nichts bringen. So werde die Nachfolgerregelung von Herrn Hartmann ein Problem. Immer wenn eine Stelle frei werde, müße man Umstrukturierungsmaßnahmen ergreifen. Es gehe nicht um Bevorzugung eines Faches. Einvernehmliche Entscheidungen seien da leider nicht immer möglich.

Herr Hartmann: Seine Stelle werde in einem Jahr frei. Der Sektor Videotechnik hat momentan großen Zulauf, anderseits herrschte lange Zeit große Einigkeit darüber, daß ein Optikprofessor an diesem Fachbereich zu wenig sei. Wenn sein Nachfolger nun nicht in dieser Richtung tätig sei, werde die Angewandte Optik mit dem Schwerpunkt Mikroskopie an diesem Fachbereich absterben. Und etwas abgestorbenes sei sehr schlecht wieder zu beleben. Und dieser Schwerpunkt sei einmalig in Deutschland in der akademischen Ausbildung!

Herr Stollenwerk führte an, wie gering die Wichtigkeit der Optikerstelle hier doch sei, im Umkreis von 100 km gäbe es keinen Nachfolger für Herrn Hartmann. Hingegen sei momentan die Medienmesse in Köln - man solle die Kirche doch im Dorf lassen. Außerdem seien es äußere Kräfte die auf den Fachbereich einwirken!
Für ihn sei Phototechnik genauso Medientechnik wie die Videotechnik. Fotografen gehen immer mehr in Richtung Digital, und da seien bei der Aufnahme und Verarbeitung die gleichen Methoden und Geräte bei beiden Richtungen.

Herr Kunz beklagte sich nun über die geringe Stundenzahl, welche seine Fächer hier am Fachbereich hätten, was er momentan macht sei Pfusch.

Frau Jansen mußte ihm hier recht geben, die Informatik sein dringend auszuweiten am Fachbereich. Sie ist der Meinung, man könne doch die Datenverarbeitung zu Kosten der Medientechnik ausweiten. Medientechnik gäbe es schon an genug Fachhochschulen.

Herr Schechtel vertrat auch die Meinung, daß die Informatik wesentlich mehr Gewicht in der Ausbildung gewinnen müßte. Gerade auch für das Finishing seien Photoingenieure ideal - nur fehlt ihnen profundes Wissen in diesem neueren Bereich der digitalen Bearbeitung.

Auch durch Stimmen aus dem Publikum konnte dieser Wunsch nach mehr Informatik erhärtet werden. Auch wurde angemerkt, das durch das hohen Interesse an Medien viele Studienanfänger mit falschen Voraussetzungen und Hoffungen bei uns beginnen. Und damit die geringere Anzahl der Studenten mit Interesse an der Physikalischen Optik überrennen. Der Begriff Medientechnik schüre bei vielen Abiturienten die falsche Vorstellung vom Fachbereich!