Heinis Geschichte 


Muss wohl so im Herbst 94 gewesen sein, da erreichte mein Wunsch nach einer Samtpfote als Bereicherung des Haushalts von mir und meinem Ex-Mann Olli (den ich mit der Katzenmanie angesteckt hatte) ihren Höhepunkt. Überall flogen Katzenfotos und -zeitschriften rum, und auf kaum einer „Katzenausstellung" in Berlin fehlten wir.

Wir waren uns schließlich nur noch nicht schlüssig, ob ein oder zwei, wie alt (Tierheim?) und welche Rasse - da rief meine Schwester an und fragte, ob wir  - quasi als „Anfang" - einem alten Kater eines Bekannten „Asyl" gewähren würden.
Er habe vorher mit drei anderen Katern zusammengelebt, und nun sei der "Oberkater" gestorben, und die anderen beiden hätten sich gegen ihn zusammengetan - er traue sich kaum noch an den Fressnapf oder aufs Katzenklo. Und schon war es geschehen!

Heini war ungefähr 14, als er zu uns kam - wir hörten, er sei im Mai 1980 geboren. Er hatte ein etwas ängstliches Naturell - die ersten zwei Wochen sahen wir nichts von ihm - außer zwei leuchtenden Augen unter der Badewanne. Beweise, dass er doch des Nachts hervorgekommen sein musste, waren nur das benutzte Katzenklo und das zaghaft angeknabberte Futter.

*chrrrrr.....*

Um ihn weiter hervorzulocken, legte ich dann vom Flur bis ins Wohnzimmer Käserollis aus - und siehe da, eines Nachts hörten wir leise Taps- und Schmatzgeräusche. Wir lauschten erst mit angehaltenem Atem - dann nahmen wir uns ein Herz und riefen ihn leise aus dem Schlafzimmer..
..und tatsächlich -  er kam angetapst!

*Mau?!*



Von da an war das Eis gebrochen, er machte jede Menge Unfug und zwei Umzüge mit -
      und fing auf seine alten Tage auch noch eine Maus.

Die Modelleisenbahn war ihm aber doch nicht ganz geheuer -  hat vermutlich zuviel Krach gemacht ;).

*uh-oh..*

Er hasste Autofahren und den Katzenkorb -
     und er liebte es, über der Sofalehne zu hängen und in die Glotze zu gucken.
 
 




Als wir uns im Herbst 97 zur Scheidung entschlossen und keiner von uns Heini mitnehmen konnte, schien sein Schicksal besiegelt - aber die Tierärztin hatte ein Herz und nahm ihn bei sich auf, denn für seine 17 Jahre war er noch ziemlich fit. So ließen wir ihn erleichtert in guten Händen zurück.


Er ist leider nicht viel später doch eingeschläfert worden -  aber ich glaube, er hat einen schönen Lebensabend bei uns verbracht.