Eberiad
Eberiad blühte auf. Es war ein fruchtbares und dicht bewachsenes Land. Alles Leben achtete einander. Es wurde nur getötet zum überleben. Es gab keinen Neid und keinen Hass.
Freundschaft und Vertrauen hielten die verschiedenen Völker zusammen.
Im Jahre 3243 des 2. Zeitalters besuchte ein fremder Mann mit schlohweißen langen Haaren und einem ebenso weißen und langen Bart das Volk der Niahm.
Er wurde freundlich aufgenommen und blieb dort ein Jahr. Danken tat er es ihnen jedoch damit, dass er sich eines Nachts an einer der jungen Frauen des Volkes verging.
Sofort danach ließ er von ihr ab und ward nie mehr gesehen. Aus Scham schwieg die Frau. Als sie drei Jahre später ihre beiden Kinder gebar, schien alles normal.
Ihr Sohn Ganaraj aber wuchs unnatürlich schnell heran. Seine Fähigkeiten waren stärker und früher ausgebildet, als die der anderen Kinder.
Die Tochter jedoch verkümmerte und starb (so wie es die Menschen heut zu Tage tun) noch im Kindesalter. Niemals zuvor starb ein Niahm.
Diese Ereignisse ließen die Weisen dieses Volkes aufhorchen und sie befragten die Frau. Noch während diese ihnen von der Nacht erzählte, wurde sie durch einen Blitz ihres eigenen Sohnes getötet. Doch ehe die Niahm eingreifen konnten, ließ Ganaraj einen Wirbelsturm entstehen und verschwand in diesem. Aber nicht ohne vorher seine Rückkehr anzukündigen. Genau 5000 Jahre später kam er zurück. Mächtiger als je zuvor einer der Niahm war.
- LurienLuca -
Prolog 
"Die Morgennebel und die Atemwolken vor den Mündern der Krieger vermischten sich und über dem Schlachtfeld hingen zähe Wolken grauen Dunstes. Die Pferde scharrten nervös und die Krieger warteten angespannt auf den Angriff. Sie waren ausgelaugt und müde, waren sie doch tagelang marschiert um sich hier, am Fuße des Feuerberges aufzustellen. Das Volk der Niahm erwartete den letzten, entscheidenden Kampf. Wenn sie nun versagten, wäre ihr Schicksal besiegelt. Seit Monaten waren Angriffe auf ihre Stämme verübt worden, bei denen Frauen und Kinder grausam niedergemetzelt worden waren.
Samarath, der weise Alte des Volkes, hielt den Regenbogenkristall, den Mylar, in die Höhe und die Sonnenstrahlen, die sich durch den Nebel kämpften, brachen sich darin. Samarath erhob seine Stimme, so das seine Worte von den Kriegern seines Volkes, den letzten, gehört werden konnte.
"Der Sieg muss uns gehören," rief er. "Doch Ganaraj ist stark, er hat Menschen und Dämonen um sich geschart und er wird nicht aufgeben, ehe wir ihn töten. So richtet eure Aufmerksamkeit auf ihn." Samarath sah sich um, blickte in die angespannten Gesichter der Niahm. Er sah Männer, Frauen und sogar Kinder, die letzten, die Überlebenden.
Wie aus dem Nichts brach der Kampf los. Ungeheure Kreaturen schlugen sich durch die Reihen der Niahm, Menschenhorden fielen über sie her und so stolz und tapfer die Niahm auch waren, gegen diese enorme Übermacht von Gegnern hatten sie keine Chance. Samarath kämpfte selbst in den vordersten Reihen und für wenige Augenblicke schien es, als bestünde eine Chance den Kristall und sein Volk zu retten. Helle, gleißende Strahlen brachen aus dem Stein hervor und sie blendeten die Angreifer, die schützend die Arme hoben, doch da kam Ganaraj. Er ritt auf einem großen, schwarzen Ross heran. Samarath hob sein Schwert und die Klingen der beiden Männer krachten aufeinander. Ganaraj sprang vom Pferd und es entbrannte ein schneller, hitziger Kampf. Ganarajs Blick heftete auf dem Mylar in Samarath‘ Hand und es war einer seiner feigen Untertanen, der in einer hinterhältigen Attacke Samarath das Schwert bis ans Heft in den Rücken stieß. In Erstaunen riß der alte Mann die Augen auf. Ganaraj lächelte nur kalt und mit einem Hieb schlug er Samarath die Hand ab. Der Mylar flog durch die Luft und Ganaraj griff danach, doch im letzten Moment stieß ihn jemand zur Seite und der Kristall landete auf dem felsigen Boden. Die Luft stand still, der Nebel gefror. Mit einem hellen Klirren zerbrach der Mylar. Für den Augenblick eines Wimpernschlags geschah nichts, doch dann fegte eine enorme Welle aus Hitze und Verwüstung über das Land. Die Splitter des Mylar wurden in alle Himmelsrichtungen verstreut und es waren 12 an der Zahl. Das 13. Stück, das Herz des Kristalls lag inmitten des Schlachtfeldes, welches wie leergefegt in der Morgensonne dalag. Es war Keetana, die ihn fand. Ihre Finger schlossen sich um den warmen Stein und sie hob ihn in die Höhe. Unglauben lag auf ihrem Gesicht, als sie sich umsah. Ihr Volk war ausgelöscht. Die Leere, die sie umgab und die Stille in ihr raubte ihr beinahe den Verstand. Sollte es so sein? War sie wirklich die letzte ihres Volkes? Die Niahm erloschen, ihre Sterne verblasst? Keetana schlug sich die Kapuze ihres Umhanges über das lange, goldene Haar und steckte das Herz des Mylar in ihre Tasche. Mit raschen Schritten verließ sie das Schlachtfeld und verschwand.
Jahrtausende vergingen und niemand erinnerte sich an die Niahm und den Mylar, und doch wird die Zeit kommen, in der sich Eberiad daran erinnern wird." - Fin Anor -
Die Prophezeihung 
Pez Cyria gûtcyrin ê dêhin ôr creet, oz myria yuz ahrin seen ê sairin ibeel.
Feriol ôcin êmyn û Niahm areal cûnin yêmyn.
Wenn die Welt im Dunklen zu versinken droht, kann die Natur sich nur noch selber helfen. Eine Zeit wird kommen und die Kinder der Sonne werden wiedergeboren werden.
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