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Offizieller Name:
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Mauritius
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Fläche:
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2040
qkm,
67 km lang und 46 km breit
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Bevölkerung:
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1.174.000
(1999)
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ethnische
Gruppen:
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Indo-Mauritier 65%, Kreolen u.
Afrikaner 30%, Sino-Mauritier 3%, Franko-Mauritier 2%
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Oberfläche:
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Geologisch
ist Mauritius eine Vulkaninsel mit Korallenriffen. Die höchste Erhebung
beträgt 828 m (Piton de la Petite).
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Klima:
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tropisch,
modifiziert durch südöstliche Winde; warm, trockener Winter (Mai bis
November); heiß, nass, schwüler Sommer (November bis Mai)
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Hauptstadt:
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Port
Louis. Einwohner: ca. 170.000 (1999)
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Administration:
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9 Distrikte und 3 Dependenzen*:
Agalega Islands*, Black River, Cargados Carajos*, Flacq, Grand Port, Moka,
Pamplemousses, Plaines Wilhems, Port Louis, Riviere du Rempart,
Rodrigues*, Savanne
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Staatsform:
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Parlamentarische
Demokratie
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Staatspräsident: |
Sir
Seewoosagur Ramgoolam |
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Sprachen:
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Englisch
(Amtssprache), Französisch, Créole (Patois)
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Religion:
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Hindus
52%, Christen 28.3% (Römisch-Katholisch 26%, Protestanten 2.3%), Moslems
16.6%, andere 3.1%
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Währung:
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Mauritius
Rupie (MUR (ISO-Code))
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Wechselkurs:
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1
Euro = 26.70462 Mauritius-Rupie (Stand 11.02.2002)
http://www.oanda.com/convert/classic |
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Zeitzone:
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MEZ
+ 3h, MESZ +2h
http://www.weltzeituhr.com/start.shtml |
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Wetter: |
www.weatherhub.com
www.wetteronline.de/Mauritius.htm |
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Landesvorwahl:
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+230
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Mauritianische
Botschaft in Berlin:
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Kurfürstenstr.
84, 10787Berlin
Tel.: 26 39 36 10
Fax: 26 55 83 23
mu.embln.3@t-online.de
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Flugverbindungen:
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Condor
(ab MUC, FFM), Air France (ab Paris) und Air Mauritius (von MUC, Paris),
Emirates (ab MUC, FFM, DUS)
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Reiseveranstalter: |
Neckermann,
Kreutzer, Antaris Fernreisen, ATI Reisen, Travel Overland, TUI, L'tur,
DerTour, Dreamtours, Thomas Cook |
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Besonderheiten:
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Linksverkehr
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Besucher sollten im Besitz eines gültigen Reisepasses sein und Rück-
oder Weiterflugscheine vorweisen können. Reisende mit deutscher
Staatsangehörigkeit benötigen kein Visum.
Da sich diese Bestimmungen immer ändern können, solltet Ihr Euch vor der Reise
bei der Botschaft oder einem Konsulat erkundigen.


Die
Insel war arabischen Seefahrern bereits im 10. Jahrhundert bekannt. 1512
entdeckte der Portugiese Pedro Mascarenhas als erster Europäer die
unbewohnte Insel. Ihm folgten
Holländer, die die Insel nach ihrem Statthalter Prinz Moritz von Nassau MAURICE
nennen. 1715 kamen die Franzosen und nahmen Mauritius als Stützpunkt im Kampf
gegen die Seepiraten.
In den folgenden Jahren streiten die Franzosen mit den Engländern um den
Besitz der Insel, bevor sie 1814 durch den Pariser Vertrag Großbritannien
zugesprochen wurde. 1835 wird die Sklaverei abgeschafft und es werden billige
Arbeitskräfte aus China und Indien geholt.
Mauritius ist seit dem 12. März 1968 unabhängig und hat am
12. März 1992 die Republik ausgerufen. Der Staat ist heute eine
parlamentarische Demokratie mit einem Premierminister als Staatsoberhaupt.


Mauritius
liegt im Indischen Ozean und gehört mit den Inseln La Réunion (160 km
entfernt) und Rodrigues (560 km entfernt) zu
der Inselgruppe der Maskarenen. Geographisch gehört Mauritius zu Afrika, die meisten Mauritier
fühlen sich jedoch mehr Asien zugehörig - kein Wunder bei ca. 65% Indern. Die Insel liegt ca. 2 000 km vor der Ostküste
von Afrika, die Entfernung zu Madagaskar beträgt ca. 1.000 km. Die Entfernung nach Mitteleuropa beträgt ca. 10 000 km.
Die Inseln der
Maskarenen sind durch vulkanische Tätigkeiten entstanden. Im Gegensatz zur
wesentlich jüngeren Insel La Réunion sind jegliche vulkanischen Tätigkeiten
auf Mauritius inzwischen erloschen. Das Zentralplateau ist ca. 600 m hoch und ist geprägt
von Flüssen, Bächen, Kratern und Wasserfällen. Diese Hochebene wird von drei
Gebirgszügen mit eindrucksvollen Bergen umrahmt.
Die 330 km lange Küste der Insel ist fast vollständig von einem Korallenriff
umgeben.


Auf der Insel leben über eine Million
Menschen. Sie bilden durch ihre unterschiedliche Herkunft und ihre verschiedenen
Religionen eine multikulturelle Gesellschaft. Den größten Anteil der Bevölkerung
(ca. 65%) bilden die Inder und Pakistani; sie bestimmen Handel und Politik. 30%
sind Afrikaner und Kreolen, sie sind zumeist Fischer, Bauern, Arbeiter oder
arbeitslos. 3% sind Chinesen, die zunehmend das Dienstleistungsgewerbe in den
Händen haben. 2% sind weiße Franko-Mauritier, die zumeist die Industrie und
Landwirtschaft bestimmen.
Auch wenn sich die Einheimischen heute selbstverständlich als Mauritier
bezeichnen, haben die Volksgruppen bis heute ihre eigene Kultur bewahrt und
haben ihre eigene Religion und Sprache.
Das Nebeneinander der Rassen und Religionen gestaltet sich friedlich, wodurch
Mauritius oft als das leuchtende Beispiel der multikulturellen Gesellschaft
des 21. Jahrhunderts hingestellt wird.
Schaut man aber genauer hin, entdeckt man doch einen versteckten Rassismus.
Die Hierarchie der Bevölkerungsgruppen richtet sich nach der Hautfarbe: je
dunkler, desto niedriger die gesellschaftliche Stufenleiter.
Mischehen gibt es auch fast gar keine und die verschiedenen
Bevölkerungsgruppen bleiben weitestgehend unter sich in Stadtvierteln und
Dörfern. Inder wohnen im Norden und Osten, Franko-Mauritier und Inder in den
Städten des Westens.
Trotz allem, als Besucher merkt man kaum etwas davon und ich empfand das bunte
Völkergemisch (vor allem auf dem Zentralmarkt, aber auch überall in den Strassen von
Port Louis) als unwahrscheinlich reizvoll und exotisch.


Die
offizielle Landessprache ist Englisch. Englisch ist auch die Handels- und Geschäftssprache. Tatsächlich aber sprechen die Menschen weitaus
besser - und auch viel lieber Französisch bzw. untereinander auf Créole.
Mit Englisch kommt man aber im
ganzen Land sehr gut zurecht und wer der französischen Sprache mächtig ist,
macht den Einheimischen damit eine große Freude. Schaut doch dazu auch
mal in meine Wordlist rein.


Mauritius hat paradiesisch schöne, weiße und feine Sandstrände, mit Korallensand
und kristallklarem blauen bis türkisgrünem Lagunenwasser. Ein rund um die
Insel reichendes Riff sorgt dafür, dass die Wellen nur sanft an die Strände
plätschern.
Die Küstelänge beträgt ungefähr 300 km; davon sind etwa 170 km Sandstrände. Die meisten der Strände sind
genau so, wie man es aus der Bounty-Werbung kennt. Die schönsten Strände findet man
im
Norden, aber auch der Westen und der Osten hat z.T. paradiesische Strände zu
bieten. Der Süden dagegen hat außer einigen kleineren Strandabschnitten zumeist
Felsküsten, die jedoch atemberaubende Landschaftsbilder zeigen.


Die
Temperaturen auf Mauritius schwanken während des Jahres nur geringfügig. Es
ist das ganze Jahr über hochsommerlich warm (24 - 29°C), die Durchschnittstemperaturen im kältesten
Monat August liegen nur um ca. 5 Grad unter den Temperaturen des wärmsten
Monats Januar. In den "Wintermonaten" Juni bis August kann es am Abend
etwas kühl werden. In den Küstenregionen liegen die täglichen Höchsttemperaturen
zwischen 26 und 31 Grad. Im Hochland liegen die Temperaturen generell um 3 bis 5
Grad niedriger.
Das
Wetter auf Mauritius ist ganzjährlich sehr warm und angenehm für Badefreudige.
Allerdings hängt es auch davon ab, wo man sich auf der Insel befindet. So gilt
der Norden
als relativ regenarm, der Süden
hingegen eher als feucht. Weiteren Einfluss haben die Berge
auf Mauritius, die auf der einen Seite den Regen aufstauen, die andere Seite
hingegen schützen.
Wie
zumeist in tropischen Gebieten, gibt es auch auf Mauritius Regenzeiten.
Allerdings gestalten sich solche zumeist kurzen Regenschauer häufig als
angenehme Abwechslung zu dem sonst so heißen Klima.
In den Monaten zwischen November und März/April können z.T. heftige Zyklone auftreten. Sie
erreichen Windgeschwindigkeiten
von 350 km/h und mehr, wobei häufig das Zentrum des Wirbelsturms die
Insel selbst nicht trifft. Zyklone solcher Stärken sind jedoch selten; man
sollte aber in jedem Fall wachsam sein und mit Einheimischen in Kontakt sein,
damit man sich vorbereiten kann. Pro Jahr gibt es etwa 3-5 Wirbelstürme, von
denen zumindest die Ausläufer Mauritius treffen. Zumeist wüten sie nur für
einige Stunden, was allerdings von der Größe des Zyklons abhängt. Anschließend
findet man Aufräumarbeiten allerorts, Stromausfälle (Hotels haben meist
Generatoren), Wasser- und Telefonausfälle. Die meisten Funktionalitäten sind
binnen weniger Tage wieder hergerichtet.


Der Tourismus begann eigentlich erst Anfang der 60er Jahre. Im Jahre 1968
wurden gerade einmal 15.500 Urlauber auf der Insel gezählt. Auch heute noch
ist Mauritius weit entfernt von einem Massentourismus à la Mallorca oder
Canaren. Charterflüge sind bis heute noch nicht zugelassen. Die Insel ist und
bleibt vorerst ein exklusives und nicht gerade billiges Urlaubsziel. Da der
Tourismus allerdings eine wichtige Einnahmequelle für den Staat ist, wird
dieser vorsichtig und planmäßig entwickelt und neue Hotelbauten werden
genehmigt.
Alle Hotels gliedern sich harmonisch in die paradiesische
Landschaft ein und liegen versteckt in Buchten und hinter Palmen (es sind
keine Kokospalmen, wie die meisten annehmen mögen, sondern aus Australien
stammende Filaos). Es gibt keine klotzigen, in den Himmel ragenden
Betonburgen, sondern weitläufige Anlagen inmitten wunderschöner Gärten oder
Parks. Viele Hotels sind im landestypischen Baustil, reetgedeckt, mit offenen
Bars und Restaurants, und aus natürlichen Baumaterialien, wie Lavagestein
oder Korallen gebaut.


Port Louis (ca. 170.000 Einwohner) ist die Hauptstadt und das Zentrum der
Insel. Hier ist der Regierungssitz, der Hafen und es gibt kilometerlange
Ladenstrassen und einen großen Markt. Hier kann man Tempel, Kirchen, Pagoden
und Moscheen bestaunen. Trotz allem ist die Stadt keine überwältigende oder
gar beeindruckende Metropole. Man kann sie eher mit einer wuseligen Kleinstadt
vergleichen. Die Stadt ist im Halbrund von einer Bergkette umgeben und kann
sich deshalb nur in diesen Grenzen ausbreiten.
Man kann die Stadt bequem zu Fuß in ca. 2 Stunden durchqueren.
Port Louis wurde 1736 von dem französischen Gouverneur
Mahé de Labourdonnais gegründet. In der Nähe des Hafens kann man ihn als
Denkmal in Bronze bewundern. Leider sind aus dieser Zeit kaum mehr Bauwerke
vorhanden. Diese wurden fast alle durch Brände oder Zyklone zerstört. Nur in
der Nähe des Regierungsgebäudes wurden ein paar Gebäude restauriert und
damit ein kleiner historischer Bezirk eingerichtet. Der Rest ist meist
verwahrlost und bröckelig. Im Stadtzentrum dominieren heute leider
architektonisch einfallslose, postmoderne Bürogebäude (wie z.B. das Hochhaus
von Gamtel, der mauritischen Telekom).
Allerdings ist der morbide Charme der zerfallenden Gebäude nicht ohne Reiz,
auch wenn viele davon aussehen, als würden sie jeden Augenblick einstürzen.
Es ist das quirlige Leben in der Stadt, was sie anziehend macht.
Port Louis ist laut. Eine Unmenge von Autos quälen sich durch die engen
Strassen, Mopeds knattern, Menschen aller Hautfarben und Mischungen drängeln
sich auf den engen Bürgersteigen, auf denen dazu noch zahllose Händler ihre
Waren ausbreiten und in Garküchen die kreolischen Suppen brodeln. Hühner in
Käfigen gackern und gehen aufeinander los, irgendwo hämmert ein Presslufthammer und das wilde Hupen nervöser Autofahrer läßt die Luft
erzittern.
Von morgens um 6 bis abends um 6 ist Port Louis mit lauter, hektischer
Betriebsamkeit erfüllt. Dann schließen die Läden, die Menschen verschwinden
in ihre Häuser - und auf einmal glaubt man sich in einer Geisterstadt.
Hauptattraktionen der Stadt sind:
Das Chinesenviertel:, welches als der
attraktivste Stadtteil gilt. Die Gebäude stammen zum Großteil noch aus der
Jahrhundertwende, auch wenn sie zumeist stark renovierungsbedürftig sind.
Fort Adelaide: Die Zitadelle
auf dem 100 m hohen Petite Montagne (kleiner Berg) bietet eigentlich nichts
Besonderes. Architektonisch ist sie eher uninteressant, den Innenhof
kann man nicht besichtigen, aber von dort bietet sich ein grandioser Blick auf
die Stadt und den Hafen. Man kann den Berg zu Fuß besteigen, aber auch mit
dem Auto hochfahren. Der Innenhof wird übrigens manchmal als Freilichtbühne
für Konzerte benutzt.
Le Champs de Mars (das Marsfeld):
im Norden der Stadt gelegen ist das Marsfeld DIE Attraktion für Liebhaber von
Pferderennen. Samstags ist hier der Teufel los und die Mauritier sind in ihrem
Wettfieber kaum mehr zu bremsen.
Der Zentralmarkt (Marché Central):
die exotisch bunte Vielfalt der Insel scheint auf diesem Markt noch eine
Steigerung zu erfahren. Inder, Chinesen, Kreolen und Europäer bieten ein
verwirrendes Gemisch an exotischen, uns zum Teil völlig unbekannten, Waren
an. In drei der vier Hallen werden Lebensmittel angeboten, in der vierten gibt
es Textilien, Lederwaren, Kunsthandwerk und Souvenirs.
Hierhin verirren sich natürlich die meisten Touristen und, ich gebe ehrlich
zu, es gehört nicht wenig Geduld und Ruhe dazu, sich diese Halle
"anzutun". Jeder vorbeischlendernde Fremde wird nämlich
augenblicklich zum "Freund", sobald er nur eine Sekunde verharrt und
ein bißchen Interesse zeigt. Will man nicht ganz und gar unhöflich sein,
läßt man sich vom Verkäufer unweigerlich in die engen Nischen zerren, wo er
dann sprachgewandt versucht, einem etwas anzudrehen, was man eigentlich gar
nicht möchte. Meine Höflichkeit nahm im übrigen mit fortschreitendem
Markthallenbummel ab und ich habe zuletzt nur noch die Flucht ergriffen.
Bißchen schade eigentlich, falls man wirklich etwas kaufen will, daß man
kaum die Muse hat, sich in Ruhe umzuschauen.
Handeln und Feilschen ist übrigens ein unbedingtes MUSS.
Der Markt wird täglich von ca. 40.000 Menschen besucht.
Dem ersten Kunden jedes Standes wird angeblich immer ein besonders gutes
Angebot gemacht.
Die Caudan-Waterfront: Nach
dem Vorbild der Alfred & Victoria Waterfront im südafrikanischen Kapstadt
erst 1998 eröffnet, zieht sich dieser Einkaufs- und Erlebniskomplex am Hafen
entlang. Tagsüber ist sie Bummelmeile und Einkaufsparadies. Hier befinden
sich eine Ladengalerie mit 70 Geschäften, ein Casino, ein Hotel und 14
Restaurants. Allerdings sind die Preise nicht gerade niedrig.
Am Abend bevölkern Touristen und Einheimische die Bars und Restaurants, vor
allem die Stühle und Bänke im Freien. Einheimische Liebespärchen schlendern
am Wasser entlang und manchmal gibt es gut besuchte open air Konzerte
einheimischer Séga-Künstler.
Für mich war die Waterfront DIE abendliche Attraktion, da sonst eigentlich
kaum etwas los ist in der Stadt.
Im übrigens kann man sich auch als Frau allein (das war ich nämlich) dort
durchaus sicher fühlen. Außer gelegentlichem Ansprechen durch Einheimische
"passiert" einem nicht das geringste dort.
Natürlich gibt es in solch einer multikulturellen Stadt
auch einige interessante Kirchen, Pagoden, Tempel und Moscheen zu besichtigen.
Für Museumsliebhaber möchte ich hier das Postmuseum erwähnen (die Blaue
Mauritius hängt hier allerdings nur als Kopie ;-).
Ein Muß, auch für Museumsmuffel wie mich, ist allerdings das
Naturhistorische Museum:
Offiziel heißt es übrigens "Mauritius Institute". Schon vor dem
Eingang kann man einen mächtigen Banyan-Baum bewundern. Drinnen werden in
mehreren kleinen Sälen Flora, Fauna und Geologie der Insel vorgestellt. Alles
ist ein bißchen verstaubt und etwas antiquiert in der Präsentation, aber es
lohnt sich trotzdem. Beeindruckend ist die Abteilung für Meerestiere, wo
unter anderem ein riesiger ausgestopfter Hammerhai an der Decke hängt.
Die spektakulärsten Exponate sind sicherlich das Skelett
eines Solitairs, eines Vogels, der auf der Insel Rodrigues gelebt hat und
natürlich - er darf auch hier nicht fehlen - die gefiederte Rekonstruktion
des Dodos.
Alle Ausstellungsstücke sind auf englisch beschriftet.
Die Bibliothek im ersten Stock gilt als das beste Archiv über die Inselwelt
des Indischen Ozeans.

Meine Trips:
Ich habe als Indiviualreisende privat gewohnt. In den
Touristenhotels werden natürlich von den Reisevaranstaltern Trips angeboten.
Da ich diese Möglichkeit nicht hatte, und die Trips zudem so und so in den
Hotels zu teuer angeboten werden, bin ich kurzerhand in eines der einheimischen Reisbüros
(in meinem Falle "Mauritours") gegangen und habe meine Touren dort gebucht. Dies
kann ich auch jedem Pauschaltouristen nur empfehlen.
Bei allen Touren fand ich mich in einem Bus (Vorsicht Erkältungsgefahr:
furchtbar kalt weil die Aircondition auf vollen Touren läuft) voller
Pauschaltouristen wieder, wobei ich viel weniger bezahlt hatte als diese, für
die selbe Leistung! Die Reiseleitung war bei allen Trips deutschsprachig,
obwohl es mir bei der Buchung egal war, in welche Gruppe man mich stecken
würde.
Viele Trips habe ich aber auch ganz privat und zum Teil
sogar allein gemacht. Das Busnetz auf der Insel ist hervorragend und man kann
sich eigentlich gar nicht verfahren. Und einige Ausflüge habe ich natürlich
auch mit meinen Gastgebern gemacht.


Ein Trip in den Norden.
Der Norden ist der Teil
der Insel, der am besten auf die Touristen eingestellt ist. Hier gibt es sogar
so etwas wie ein Nachtleben. "The North" beginnt kurz hinter den
nördlichen Vororten von Port Louis und ist flach und kaum besiedelt. Ein paar
kleine Städte wie Triolet oder Pamplemousses sind kaum mehr als ein paar
Ladenzeilen entlang einer Hauptstrasse. Der Rest der Landschaft ist mit
Zuckerrohr bepflanzt, was im Frühjahr und Frühsommer wie ein endloses
grünes Meer aussieht.
Allerdings sind die Strände und Buchten des Nordens wohl die schönsten der
Insel, der Grund dafür, dass sich hier die Touristenhochburgen befinden. Auch
ist der Norden die niederschlagsärmste Region.
Zentrum des Tourismus ist Grand Baie, von einigen
Reiseveranstaltern auch als die Côte d'Azur von Mauritius angepriesen.
Yachten und Fischerboote dümpeln in dem großen natürlichen Hafenbecken. An
der Hauptstrasse, der Royal Road, gibt es unzählige Lokale und Bars und eine
Menge Souvenirshops, aber auch viele kleine Boutiquen, in denen man zum Teil
sehr schöne Bekleidung kaufen kann.
Fangfrischer Fisch wird direkt an der Hauptstrasse verkauft. Am beeindruckendsten
fand ich einen Stand, an dem man riesige Oktopusse verkaufte.
Auch in Grand Baye gibt es viele baufällige Gebäude, abends jedoch im
Lichterglanz ist es hier richtig romantisch. Einheimische und Touristen sitzen
dann in den zahlreichen Bars unter freiem Himmel und genießen den Blick auf
die Lichter der Stadt und auf das ruhige Wasser des Meeres.
Grand Baie ist auch das Zentrum des Segel- und Wasserskisports, da das Meer
hier besonders ruhig ist.
Einer der schönsten Strände ist der Strand
Troux au Biches, gelegen am gleichnamigen Hotel. Kilometerlanger feiner
weißer Puderzuckersand und dazu das in allen Türkis- und Grüntönen
schimmernde Wasser des ruhigen Indischen Ozeans, auf dem die Sonne glitzernde
Lichter zaubert. Es gibt kaum etwas Schöneres und man glaubt sich wirklich im
Paradies. Die Strände waren zumindest im mauritischen Winter, als ich dort
war, nicht dicht bevölkert.
Troux au Biches wurde zu meinem Lieblingsstrand, zumal ich auch von Port Louis
aus sehr bequem mit dem öffentlichen Bus in ca. 45 min. hin kam.


Eine halbe Autostunde nördlich von Port Louis liegt der Jardin de
Pamplemousse.
Um 1770 herum war der heutige Botanische Garten noch der Gemüsegarten von
Gouverneur Mahé de Labourdonnais. Dieser hätte gewiß im Traum nicht daran
gedacht, dass sein Garten einmal der Touristenmagnet schlechthin sein würde.
Sein Berater, Pierre Poivre, dagegen hatte von Anfang an Großes im Sinn: er
wollte Mauritius zu einer Gewürzinsel machen und damit den Holländern ihr
Gewürzmonopol streitig machen. Die ganze Welt wollte er mit den Produkten aus
seinem Garten beliefern. Deshalb züchtete er auch Orchideen und Zierpflanzen,
mit dem Ziel, diese zu exportieren.
Heute dient der Park der Erholung und der Bildung. Es fehlt kaum eine Pflanze,
die unter tropischem Himmel gedeiht.
Der Park ist nicht besonders groß, aber außerordentlich reizvoll und, wie
ich finde, ein unbedingtes Muss für jeden Mauritius-Besucher.
Wir hatten einen englischsprachigen Führer, der sich allerbestens auskannte
und mir viele Einzelheiten zeigte und erklärte.
Die Attraktion ist sicherlich der Seerosenteich. Die
Blätter der Pflanzen haben zum Teil einen Durchmesser von über einem Meter.
Beeindruckend sind auch die vielen Palmenalleen und der Bambushain mit über
30 m hohen Halmen.
Man kann hier gut und gerne einen ganzen Tag verbringen, denn viele
verschlungene Wege führen kreuz und quer durch das Areal - und man hat am
Ende doch noch nicht alles gesehen.
Außer den unzähligen tropischen Pflanzen gibt es auch
ein Gehege mit Riesenschildkröten, das Schloß "Mon Plaisir" - eine
alte Kolonialvilla aus dem Jahr 1777 und das wunderschöne schmiedeeiserne
Eingangstor, das auf der Weltausstellung im Kristallpalast von London 1862 den
ersten Preis erhielt (damals weiß, heute rostrot gestrichen).
An den Wochenenden kommen viele Einheimische zum Picknick in den Park. Ich
habe vor allem indische Großfamilien mit ihren zahlreichen bezaubernden
Kindern gesehen.


Tombeau Baie ist nichts weiter als eine kleine malerische Bucht mit
einem fantastischen weißen Sandstrand gar nicht weit von Port Louis entfernt.
Um dorthin zu kommen, muss man entweder mit dem Boot anlegen, oder aber von
Land kommend, über vulkanisches Geröll klettern und einen kleinen Fluss
durchwaten, der in der Bucht in den Ozean einmündet. Schade, dass dort gerade
ein Touristenboot anlegte, als wir ankamen. Denn sonst hätten wir wieder nur
ein paar einheimische indische Familien dort gesehen und sonst weit und breit
niemanden.
Übrigens - oben ohne ist nicht drin in Mauritius. Die indischen Frauen gehen
sogar voll bekleidet mit dem Sari ins Wasser.
Die Touristen hatten allerdings ihre Séga-Band mitgebracht, was mich mit den
lärmenden und leider nicht mehr ganz nüchternen Menschen wieder ein bisschen
versöhnte.
Tombeau Baie ist sicherlich noch ein Geheimtipp, wenn die Bucht nicht
zwischenzeitlich schon von den Reiseveranstaltern entdeckt und gänzlich in
die Ausflugsprogramme aufgenommen wurde.


Der Vogelpark befindet sich auf dem Gelände einer alten Zuckerfabrik.
Eine wunderschöne weitläufige Anlage mit blühender Tropenpracht, in der es
neben zahlreichen Vögeln (140 Arten, darunter auch die endemischen Arten von
Mauritius) auch Tiger, Affen, Java-Hirsche und Fische zu sehen gibt.
Außerdem hat man von dort einen herrlichen Ausblick auf den gebirgigen
Südwesten der Insel.


Ein Trip in den Westen der Insel.
Eigentlich sind wir dorthin gefahren, um den Sonnenuntergang zu sehen. Aber
Flic en Flac ist nicht nur um die Abendstunden schön. Der Ort an sich hat
kaum etwas besonderes zu bieten. Im zweitwichtigsten Touristengebiet nach
Grand Baie gibt es hier eine Menge Hotels und Ferienwohnungen. Flair hat nur
noch der Ortskern mit seinen alten Fischerhäusern und kleinen Läden.
Aber der lange, schmale Strand gilt für viele als der schönste Strand der
Insel. Das finden nicht nur die Touristen, sondern auch viele Einheimische,
die abends und an den Wochenenden hier herkommen, picknicken und vor allem
auch live Musik machen.
Im Licht der untergehenden Sonne und einem traumhaft schönen Sonnenuntergang
hatte ich hier mein ultimatives Séga-Erlebnis.
Eine Gruppe junger Leute, ausgerüstet mit Körben voller kreolischer
Leckerbissen und ihren Instrumenten machte dort im Schatten der Palmen eine
Séga-Party. Jeder, der hinzutrat, war willkommen und bekam vom Menü etwas
angeboten (kreolisch, scharf und einfach köstlich - was genau ich da gegessen
habe, weiß ich nicht). So wie die Séga dort gespielt wurde, ist sie noch
ursprünglich und nicht vom Tourismus verdorben und kommerzialisiert.
Den Sängern fallen immer neue Strophen ein (ähnlich wie unsere "alten
Rittersleut"), so daß der Song fast endlos anmutete. Die Sänger und
Zuhörer (auch ich) gerieten immer mehr in Ekstase, der Rhythmus wird immer
schneller. Es war für mich Ausdruck purer Lebenslust. Obwohl ich die Worte
des Songs nicht verstehen konnte, musste es ein lustiges Lied gewesen sein,
denn alle lächelten sich zu, manche brachen in Gelächter aus. Keiner von uns
konnte mehr still stehen. Die Musik geht ins Ohr, ins Blut und in den Körper,
man kann sich der Faszination unmöglich entziehen. Noch eine ganze Zeit lang
später hatte ich den Rhythmus und die Melodie tief in mir drin. Ich habe nie
geglaubt, dass man von Musik dermaßen gepackt werden kann und sich selbst
darin verliert.
Ich kann nur jedem raten, bei Strandspaziergängen, vor allem abends und an
den Wochenenden einmal Ausschau zu halten, wo sich die einheimische Jungend
versammelt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird dort auch Musik gemacht. Das
sollte man wirklich nicht verpassen.


"The East of Eden" nannte der
Veranstalter "Mauritours" den Trip
Ein Ausflug in den Osten des Landes, der ansonsten nichts Außergewöhnliches zu bieten
hat. Der Osten ist der am wenigsten erschlossene und damit auch ärmlichste
Teil des Landes. Die Bewohner gehen, im Gegensatz zu denen in den Städten des
Nordens und Westens, zumeist noch traditionell gekleidet. Bunte Saris aus
wertvollen Stoffen prägen das Bild in den Dörfern und kleinen Städten.
Touristen sieht man kaum an den Stränden, obwohl es ein paar Strandhotels
gibt, darunter das "Le Touessrok", welches zu den "Leading
Hotels of the World" gehört. Dafür sieht man zumeist einheimische Kreolen,
die vor allem an den Wochenenden an den Stränden ihre Séga- und
Reggae-Parties veranstalten.
In Mahébourg befindet sich der internationale Flughafen
"Sir Seewoosagur Ramgoolam".
Die Hauptattraktion des Ostens ist jedoch die Insel
"Ile au Cerf" (Insel des Hirsches"). Zum Greifen nahe und nur
durch eine schmale Bucht getrennt liegt gleich daneben die Insel "Ile de
l'Est", die mit Personenfähren angefahren wird.
Die "Ile au Cerf" ist die beliebteste Badeinsel
von Mauritius mit kilometerlangen schneeweißen Sandstränden. Ein Ausflug
dorthin lohnt sich absolut.
Ein kleiner Teil der Insel, direkt am Anlegesteg, wird vom Hotel "Le
Touessrok" bewirtschaftet und es gibt dort eine Bar und zwei Restaurants
mit Snacks und mauritischer Küche.
Der Rest der Insel ist ein Robinson-Paradies. Wer versuchen sollte, die Insel
zu umlaufen, wird irgendwann im Gewirr der Mangrovenhaine stecken bleiben.
Ich hatte mich von meiner Reisegruppe abgesetzt und konnte kilometerweit
allein und ungestört im seichten, wunderbar türkisen Wasser am Strand
entlang laufen. Selbst zum Sonnenbaden habe ich eine kleine Bucht gefunden und
habe höchstens mal von weitem ein paar vorbeiwandernde Touristen
gesehen.
Wenn man allerdings nicht allein sein will, hält man
sich einfach an die Gruppe, oder man macht es wie ich, und läßt sich von
Einheimischen einladen.
Ich traf 4 nette Polizisten aus Curepipe, die im Schatten eines Baumes
picknickten und mich zu einem hervorragenden kreolischen Essen einluden,
welches sie in Asietten mitgebracht hatten. Sogar Whisky Cola gabs
anschließend zur Verdauung des ungewohnt scharfen currygewürzten Gerichtes.
Wir hatten eine ganze Menge Spaß zusammen und ich habe fast das Ablegen
meines Bootes verpaßt.


"The mystical South" nannte der
Veranstalter "Mauritours" den Trip
Ein Ausflug in den Südwesten
der Insel, der durch steile Klippen, undurchdringlichen Dschungel, tiefe
Schluchten und tosende Wasserfälle geprägt ist. Die Einheimischen nennen
diesen Teil ihrer Insel "das Hochland", weil er mindestens 300 m
über dem Meeresspiegel liegt. Er ist eine wilde, urwüchsige Gegend und
läßt als einziger Teil der Insel heute noch in Ansätzen vermuten, wie die
Insel einmal vor der Besiedelung ausgesehen haben mochte.
Es ist die niederschlagsreichste Region der Insel und hier befindet sich der
höchste Berg der Insel, der "Piton de la Rivière Noire" oder Black
River Peak (Gipfel des schwarzen Flusses).
Die Bevölkerung hier ist zumeist kreolisch, die zum Teil in aus Treibholz zu
bestehenden windschiefen Hütten wohnt.
Die Küste des Südwestens ist relativ dicht bebaut. Fischerdörfer reihen
sich dicht an dicht an dem schmalen Streifen zwischen den Bergen und dem Meer.
Das schützende Korallenriff ist hier unterbrochen und so rollen gewaltige Wellen an den Strand und es gibt starke Strömungen, was das Schwimmen zu
einer gefährlichen Angelegenheit macht. Deshalb gibt es auch kaum
Strandhotels.
In den Südwesten fährt man, um die urwüchsige
Landschaft zu bewundern, aber auch um DAS Phänomen zu sehen, welches wohl
einzigartig auf der Welt ist:
The Coloured Earth of Chamarel oder
auch Terres des Couleurs (die bunte Erde von Chamarel):
Über eine
Fläche von ca. einem Hektar erstrecken sich lange Bodenwellen in sieben
verschiedenen Farben. Der Grundton ist ein rostiges Rot. Je nach
Sonneneinstrahlung leuchten die Erdschichten von Gelborange über Grün und
Blau bis hin zu Violett. Wissenschaftler können dieses geologische Wunder
nicht eindeutig erklären. Die Hügellandschaft soll vulkanischen Ursprungs
und durch Mineraloxidation entstanden sein.
Man darf verständlicherweise nicht auf den Hügeln herumlaufen, eine Piste
führt für die Besucher oberhalb der Hügel entlang.
Die Stationen meines Trips in den Südwesten waren
außerdem:
1. Curepipe: Im "industriellen" Westen
gelegen ist Curepipe heute mit 75.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der
Insel. Vielen gilt sie als die heimliche Hauptstadt, weil hier wichtige
Behörden und die Radio- und TV-Stationen ihren Sitz haben. Hier gibt es die
beste Schule, das Royal College und sogar ein mondänes Spielkasino.
Ansonsten ist die Stadt nicht gerade schön, weil auch hier die ehemals
schönen Art-Déco-Fassaden zumeist total heruntergekommen sind.
Am beeindruckendsten war für mich der Teppich-Showroom der Cashmiri
und ein Schmuckladen, wo ich für mich und meine Schwester
ein bisschen eingekauft habe.
Außerdem ist die Stadt ziemlich hoch gelegen (540 m hoch) und da ich im
mauritischen Winter dort war, war es für mich fürchterlich kalt und es hat
sogar ein bisschen geregnet. Ich war natürlich völlig falsch angezogen mit
meinem Sonnentop. Also, Pullover mitnehmen, wenn Ihr im Juli oder August dort
sein solltet.
2. Troux au Cerf: Das
"Hirschloch" ist ein 650 m hoher Vulkankrater und ermöglicht einen
Einblick in die geologische Geschichte der Insel und einen Ausblick über ihre
Gebirge, Städte und Küste. Bei klarem Wetter kann man die 170 km entfernte
Nachbarinsel Réunion sehen.
Im 85 m tiefen Kraterloch hat sich ein sumpfiges Biotop, umgeben von einem
kleinen Wäldchen, gebildet, welches in fantastischen Grüntönen aller
Schattierungen leuchtet.
3. Grand Bassin: Ein kleiner See, der sich in einem erloschenen
Vulkanschlot gebildet hat und als Heiligtum der indischen Volksgruppe auf
Mauritius gilt. Jedes Jahr kommen im Februar/März mehr als 300.000 Hindus zum
Maha-Shivaratree-Fest, um hier ihre rituellen Waschungen vorzunehmen. Am Ufer
des Sees stehen viele kleine Tempel und Altäre. Alles ist schön bunt und
gold, was uns fast kitschig bunt anmutet. Aber irgendwie ist es auch schon
wieder schön. Beeindruckend ist es allemal, denn dort sind auch Touristen
immer willkommen. Man kann jeden Tempel betreten, nur die Schuhe muß man
unbedingt vor der Tür lassen.
Grand Bassin war nicht immer das Heiligtum der Hindus.
Erst als ein tief religiöser Inder träumte, daß es eine Verbindung zwischen
dem heiligen Fluß Ganges und dem kleinen See gibt, begannen die Hindus von
Mauritius, alljährlich hierher zu pilgern.
Kleiner Gag am Rande: obwohl ich vorher schon in Afrika war, habe ich hier das
erste Mal Bekanntschaft mit einer etwas anderen Toilette gemacht, nämlich dem
auch in südeuropäischen Ländern (z.B. Türkei) bekannten einfachen Loch im
Boden. Sie war aber tip top sauber und - es ging alles! Heute ist das für
mich gar nicht mehr komisch. Alles eine Frage des guten Willens und der
Gewohnheit.
4. Black River Gorge: Ein Aussichtspunkt auf dem Black River Peak, dem
Höchsten Berg der Insel. Von hier kann man bis zur Insel Réunion sehen.
Links und rechts sieht man tiefe, üppig grün bewachsene Schluchten und bei
einem Blick nach Süden wohin man auch schaut Zuckerrohrfelder.
5. Cascade
Chamarel: Ein 90 Meter hoher Wasserfall an der
Piste zur Coloured Earth. Das Wasser stürzt in ein tropisch bewachsenes
Becken, in welchem man auch baden kann.
Ich hatte allerdings Pech. Durch die anhaltende Trockenheit stürzte kein
Wasser, sondern es rieselte lediglich ein schwaches Rinnsal die 90 m hinab.


Währung:
1 Mauritius-Rupie = 100 Cents. Währungskürzel: MUR (ISO-Code). Banknoten gibt
es in den Werten von 2000, 1000, 500, 200, 100, 50, 25 und 10 MUR. Münzen im
Wert von 10, 5 und 1 MUR sowie 50, 25, 20, 10, 5 und 1 Cent.
Kreditkarten:
Eurocard, MasterCard, Visa, Diners Club und American Express werden in den
meisten Hotels akzeptiert.
Reiseschecks:
Können in Banken, Hotels und dazu berechtigten Geschäften umgetauscht werden.
1 Euro = 26.70462 Mauritius-Rupie (Stand 11.02.2002)


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und Wahrzeichen: