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     Zanzibar (Tanzania) 

Tanzania           

Zanzibar - schon der Name klingt sagenumwoben, magisch und nach 1001 Nacht. Man denkt sofort an den Duft von exotischen Gewürzen wie Gewürznelken, Zimt und Pfeffer, von tropischen Früchten wie Guaven, Mangos und Ananas, an eine fremdartige Bevölkerung - Männer in langen weißen arabischen Gewändern und Kofia (bestickte Kopfbedeckung der moslemischen Männer) und verschleierte Frauen -, an arabische Sultane und prächtige Paläste, an Eunuchen, Naturmedizin, Hexenzauber und Woodoo.
In der Stone Town, der Altstadt von Zanzibar Town, wird Geschichte lebendig und das Leben der Suahilis spielt sich dort noch heute wie vor tausend Jahren ab.
Viele denken sicherlich auch sofort an Freddy Mercury, dem an AIDS gestorbenen Leadsänger der Popgruppe Queen, der auf Zanzibar geboren ist und dessen Geburtshaus in der Stonetown man dort auch besichtigen kann.
Und die Geschichtsinteressierten denken gewiss auch an den Sklavenhandel, der die Historie der Insel lange Zeit prägte.

Zanzibar ist eigentlich nicht nur eine Insel, sondern Teil eines Archipels, der aus vielen kleinen Inseln besteht. Die beiden Hauptinseln sind Unguja, welche umgangssprachlich immer nur Zanzibar genannt wird, und Pemba. Beide Inselgruppen zusammen bilden die Verwaltungseinheit Zanzibar, einen weitestgehend autonomen Teilstaat Tanzanias mit eigener Regierung und sogar einer eigenen Flagge.

Ein altes tansanisches Märchen erzählt, dass die Königin von Saba vor ihrem Aufbruch nach Abessinien, um dort den König von Abessinien zu heiraten, am Strand von Azania stand, um in Ruhe noch einmal die Göttin des Meeres - Mama Wati - sprechen zu können. Diese soll ihr gesagt haben, dass sie ein Pfand hinterlassen sollte, damit sie an diesen Ort zurückkehren könne. Die Königin von Saba lies daraufhin 4 ihrer Schmuckschatullen ins Meer werfen. Die ersten 3 flogen weit hinaus aufs Meer und verloren dabei nur ein paar Splitter - daraus entstanden die Mafia-, Pemba- und Zanzibar-Archipele. Die 4. zerschlug direkt vor der Küste und ihre Splitter sind zu den kleinen Inseln direkt vor der Küste geworden. Die schönste Perle jedoch wurde zur Insel Zanzibar.

Zanzibar gehört heute zu Tanzania, dem ehemaligen Tanganyika. Die Namen Tanganyika + Zanzibar + Azania (antike Bezeichnung der Küste Ostafrikas) verschmolzen nach der Vereinigung zu Tanzania.
Über Tanzania ließe sich eine neue Website machen, so unglaublich viel bietet das Land - aber ich werde mich weitestgehend auf Zanzibar beschränken, denn auf dem Festland war ich noch nicht.
Nur so viel, dass Tanzania - genau wie ihre nördliche Schwester Kenia - allemal mehr als nur eine Reise wert ist, um Afrika pur und the african dream live zu erleben: 
Namen wie Serengeti, Kilimanjaro, Dar es Salaam, Ngorongoro Krater, Great Rift Valley (großer afrikanischer Grabenbruch), Lake Victoria, Maasai-Steppe u.v.a.  garantieren dafür.

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Offizieller Name:

United Republic of Tanzania  (Tanganyika + Zanzibar + Azania = Tanzania)
Zanzibar (autonome Verwaltungseinheit)

Fläche:

Tanzania: 945.087,00 km2; 800 km Küste am Indischen Ozean
davon Zanzibar: 2.643 km2

Bevölkerung:

36,232,074 (geschätzt-Stand Juli 2001) Schätzung f. 2005: 88.280.060 (Schätzung sehr schwierig durch die hohe Sterblichkeitsrate durch AIDS
davon Zanzibar: 815.000 = ein Drittel der Gesamtbevölkerung

ethnische Gruppen:

Tanzania: 120 verschiedene Stämme
Zanzibar: Bantubevölkerung mit starken arabischen Einflüssen (Shirazi - vor Jahrhunderten zugezogene Perser), Suahilis (moslemische Nachfahren arabischer Kaufleute und Seefahrer und moslemische Schwarzafrikaner) (swahil - arabisch "Küste")

Grenzen:

Norden: Kenya, Uganda
Westen: Rwanda, Burundi und Democratic Republic of Congo (ehem. Zaire)
Süden: Zambia, Malawi und Mozambique
Osten:  Indian Ocean

Klima:

tropisch - in den Küstenebenen und auf den Inseln mit hoher Luftfeuchtigkeit 

Hauptstadt:

Verwaltungshauptstadt: Dar es Salaam (deutsch: Hafen des Friedens)
(es ist geplant, daß Dodoma zukünftig die neue Landeshauptstadt werden soll)
einige legislative Büros wurden bereits nach Dodoma verlegt, wo auch die Nationalversammlung regelmäßig tagt
Zanzibar: Zanzibar Town

Administration:

23 Provinzen (Arusha, Dar es Salaam, Dodoma, Iringa, Kagera, Kigoma, Kilimanjaro, Lindi, Manyara, Mara, Mbeya, Morogoro, Mtwara, Mwanza, Pemba, Pwani, Rukwa, Ruvuma, Shinyanga, Singida, Tabora, Tanga, Zanzibar)

Staatsform:

Republik

Staatspräsident:

Tanzania: Benjamin William Mkapa
Zanzibar: Amani Abeid Karume

Sprachen:

Kiswahili oder Swahili (1.offizielle Sprache), Kiunguju (Swahili in Zanzibar), Englisch (2.offizielle Sprache, Verkehrssprache in Handel, Verwaltung und höherem Bildungssektor), Arabisch (sehr verbreitet in Zanzibar), viele lokale Dialekte

Religion:

Tanzania Festland: 45% Christen , 35% Muslims ,  20% Naturreligionen (Animisten);
Zanzibar: über 99% Muslims

Analphabetenrate:

32,2% gesamt, davon 20,6% Männer, 43,2% Frauen (Schätzung: Stand 1995)

Lebenserwartung:

Männer: 51.04; Frauen 52.95 (Stand: 2001)

Industrie:

vorwiegend landwirtschaftliche Verarbeitungsindustrie (Zucker, Bier, Zigaretten, Sisalgarne und -schnüre, Diamanten, Goldminen, Ölraffinerien, Schuhherstellung, Zement, Textilien, Holzprodukte, Düngemittel, Salz, Tourismus

Landwirtschaft:

nur 3% des Landes ist Ackerland; Kaffee, Tee, Sisal, Baumwolle, Pyrethrum, Cashew-Nüsse, Tabak, Nelken (Zanzibar), Mais, Weizen, Bananen, Obst und Gemüse,Viehwirtschaft: Schafe und Ziegen

Naturresourcen/Bodenschätze:

Wasserkraft, Zinn, Phosphate, Eisenerz, Steinkohle, Diamanten, Edelsteine, Gold, Erdgas, Nickel

Währung:

Tanzanian Shilling, 1 Shilling = 100 cent

Wechselkurs:

1 Euro = 1,498.60 Tanzanian Shilling (Anfang 2005)
http://www.oanda.com/convert/classic

Zeitzone:

MEZ + 3h, MESZ  +2h
http://www.weltzeituhr.com/start.shtml

Wetter:

www.weatherhub.com
http://www.wetteronline.de/Afrika.htm

Landesvorwahl:

+574

Tanzanische Botschaft in Berlin:

The Embassy of Tanzania
Eschenallee 11
14050 Berlin (Charlottenburg, Westend)
Tel. +49 (0)30-3030800 / Fax: 30308020

Flugverbindungen:

Air Tanzania, British Airways, Air France, KLM, Ethiopian Airlines, Emirates, Gulf Air
internationale Flughäfen in Dar Es Salaam und Kilimanjaro (in der Nähe von Arusha)

Reiseveranstalter:

L’TUR, Africontours, AST-African Special Tours, Cobra Verde, Globetrotter Select, Jacana Tours, Rotel Tours, Trails Natur- und Erlebnisreisen, M + M Inselreisen, Ikarus Tours ( http://212.204.193.90/lander/afrika/tansania/tansania.html )

Besonderheiten:

Tanzania ist das größte Land Ostafrikas, 12 Nationalparks und 15 Tierreservate, der Kilimanjaro (deutsch: weißer Hügel) ist der höchste Berg Afrikas
Linksverkehr

 
 

Für die Einreise nach Tanzania ist ein noch 6 Monate gültiger Reisepass nötig. Für das Einreisevisum habe ich im Jahr 2004 20 USD gezahlt. Außerdem musste ich dem Impfpass mit einer gültigen Gelbfieberimpfung vorweisen. Diese Angaben können sich jedoch ständig ändern und man sollte sich vor der Reise beim Reiseveranstalter bzw. direkt bei der tanzanischen Botschaft erkundigen.
Natürlich fliegt man wohl in erster Linie nach Tanzania (Airlines oben im Steckbrief). Das werden alle Besucher tun, die auf das Festland reisen, um hauptsächlich die Nationalparks und Tierreservate des Landes zu besuchen.

Wer nach Zanzibar möchte, kann einen Inlandsflug der Air Tanzania von Dar Es Salaam aus nehmen, oder aber, wie ich, die Insel mit einem Kreuzfahrtschiff besuchen.

Der African Safari Club - größter Kenia-Veranstalter - bietet regelmäßig Kreuzfahrten im Indischen Ozean in Verbindung mit einem 1 oder 2-wöchigen Aufenthalt in Kenia an.

 
 


Zanzibar hat Jahrhunderte lang Händler, Abenteuerer, Plünderer und Entdecker angelockt:
Syrer, Ägypter, Phönizier, Inder, Perser, Portugiesen, Araber aus Oman, Holländer und Engländer - sie alle waren irgendwann einmal auf Zanzibar. Einige, wie die Shirazi-Perser und die Omani-Araber ließen sich nieder und übernahmen die Herrschaft auf der Insel. Durch ihren Einfluß wurde Zanzibar vorwiegend islamisch geprägt (97%). Nur 3 % der Bevölkerung sind Christen, Hindus und Sikhs.
Die ersten Besucher waren arabische Händler, die im 8. Jahrhundert nach Zanzibar kamen. Das älteste erhaltene Gebäude auf Zanzibar ist die Moschee in Kizimkazi aus dem Jahr 1107, heute eine der vielen Touristenattraktionen.

 

Jahrhunderte lang segelten die Araber mit ihren Dhaus mit dem Kazkazi (Monsunwind) von Oman die ostafrikanische Küste entlang und trieben Handel mit Elfenbein, Sklaven und Gewürzen. Die beiden Hauptinseln Unguja (normalerweise bekannt als Zanzibar) und Pemba bildeten dabei eine ideale Basis für ihre Handelsgeschäfte, da sie relativ klein und daher gut zu verteidigen waren. Von Zanzibar aus kontrollierten sie 1.000 Meilen des Küstenstreifens vom heutigen Mozambique bis Somalia.

Im 13.-15. Jahrhundert entstanden zahlreiche Stadtstaaten an der ostafrikanischen Küste, deren Oberhäupter Sultane aus der persischen Provinz Shiraz waren, die den Handel kontrollierten und Bildung, Kultur und Kunst förderten, so daß die Swahilikultur eine nie wieder erreichte Blütezeit erlebte. Auch Zanzibar war Sultanat, regiert von Sultan Ali Hassan. Dieser expandierte seine Macht bis nach Lamu und Mombasa im heutigen Kenia und trieb sogar Handel mit China.

1498 entdeckt der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama die ostafrikanische Küste. Nachziehende Portugiesen ließen  sich nieder und versuchten mit Kriegen, die swahilischen Küstenstädte zu unterwerfen und den Handel zu beherrschen.

1832 verlegte Sultan Seyyid Said sein Sultanat von Muscat nach Zanzibar, wo er und seine Nachkommen über 130 Jahre lang herrschten. Fast der gesamte Reichtum der Insel lag in den Händen der Araber, sie besaßen das Land und blieben zumeist unter sich und vermischten sich nicht mit der afrikanischen Bevölkerung.

Sultan Sayyid Said greift 1837 Mombasa an und treibt die Portugiesen in die Flucht. Er übernimmt die Macht entlang der gesamten Swahiliküste. Der Sklavenhandel mit seinem Zentrum in Bagamoyo beginnt zu blühen.

 

In den Folgejahren machten sich europäische Missionare und Forscher nach Ostafrika auf und drangen in die bis dahin unentdeckten Gebiete des Landesinneren vor.

1844 erreichte der deutsche Missonar John Krapf die Insel. John Rebmann, ein weiterer deutscher Missionar, berichtet als erster Europäer vom Kilimanjaro, sein Kollege James Ehrhardt zeichnet die erste Landkarte Tanganyikas. Die Engländer Richard Burton und John Speke verließen England 1857, um das Mysterium um die Nilquellen zu lösen und ließen sich zeitweise ebenfalls auf Zanzibar nieder. Andere Forschungsreisende folgten, so Dr. David Livingston, der auch auf der Suche nach den Nilquellen war, welche der Journalist Henry Morton Stanley 1875 im Kongo entdeckt. Auch er hatte ein Haus auf Zanzibar, welches heute in der Stone Town zu besichtigen ist.

 

1884/85 fand die von Otto von Bismarck einberufene Berliner Konferenz (auch Kongokonferenz oder scramble for Africa = Balgerei um Afrika genannt) statt, wo die europäischen Kolonialmächte ihre politischen Ansprüche in Afrika darlegten und den Kontinent unter sich aufteilten. Dabei erhielt das Deutsche Reich u.a. den Zuschlag für Tanganyika und Zanzibar erhielt (Deutsch-Ostafrika). Allerdings konnten sich die eutschen nicht lange an Zanzibar erfreuen, denn 1890 kommt das berühmte Helgoland-Zanzibar-Abkommen zustande: Helgoland wird deutsch und Zanzibar wird britisches Protektorat.

 

Zanzibar blüht weiter durch die Ausweitung des Gewürzhandels. Die wunderschönen Gebäude, die Zanzibar so einzigartig machen, wurden von reichen Arabern, Briten und indischen Geschäftsleuten erbaut.

1883 baute Sultan Barghash "Beit el-Ajaib", das "House of Wonders" (Haus der Wunder). Ein Wunder insofern, daß es das höchste Gebäude auf Zanzibar war und heute noch ist. Es hatte als erstes Gebäude auf der Insel elektrisches Licht und einen elektrischen Lift.

 

Nach langen Jahren englischer Kolonialherrschaft erlangt Tanganyika 1961 seine Unabhängigkeit. Julius Kambarage Nyerere (der Vater der Nation wird auch Mwalimu Nyerere genannt - der weise Lehrer) wird der erste Präsident.

Im Dezember 1963 wird Zanzibar unabhängig. Abeid Karume wird erster Präsident.

 

Im April 1964 schließen sich Tanganyika und Zanzibar zur Republic of Tanzania zusammen.

 

Unter der Regierung Nyerere wendet sich Tanzania den sozialistischen Staaten in Europa zu. Es herrscht ein Ein-Parteien-System und in der Landwirtschaft wird eine Art Kollektivwirtschaft eingeführt.

 

Im Oktober 1964 entmachtet eine blutige Revolution die Sultane von Zanzibar und alle arabischstämmigen Zanzibari fliehen von Unguja und Pemba, wohin sie erst 10 Jahre später wieder zurückkehren.

 

1972 wird Präsident Karume ermordet. Sein Nachfolger ist Aboud Jumbe. Ihm folgt Salmin Armour.

 

2000 kommt es auf Zanzibar zu Unruhen als Amour aufgrund der Verfassung nach zwei Wahlperioden nicht wiedergewählt werden kann und sein Antrag auf Verfassungsänderung scheitert. Als der sehr beliebte Amani Abeid Karume die Wahlen gewinnt, entfacht Armour eine "Palast-Revolution", die den gesamten Archipel erfasst und in blutigen Auseinandersetzungen und letztlich in der Verhängung des Ausnahmezustandes gipfelt. Im März 2001 werden alle Reisen nach Zanzibar untersagt, bis Präsident Mkapa von Tanzania durchgreift und Armour ins Exil verbannt. Der Ausnahmezustand wird am 5. April 2001 aufgehoben.

 

Heute hat Tanzania ein demokratisches Mehr-Parteien-System und privatwirtschaftliche Strukturen.

Zanzibar hat einen halbautonomen Status mit einem eigenen Präsident, einer eigenen Nationalversammlung und einer eigenen Flagge.

 
 


Der Osten Afrikas war zunächst lange vom Sklavenhandel verschont geblieben, denn die arabischen Händler betrieben ihre Geschäfte mit dem "schwarzen Elfenbein" fast ausschließlich in Westafrika.

Trotz allem war die Nachfrage nach Sklaven immer noch groß, vor allem die Plantagenbesitzer auf Madagaskar, Mauritius und Réunion boten hohe Preise für Schiffsladungen von Sklaven. Auch die Pflanzer auf Zanzibar, die das Modegewürz Nelken expansiv anbauten, benötigten immer mehr Arbeitskräfte, um ihre Ernten zu sichern.

Damit der Handel schneller vonstatten gehen konnte, war nun auch Ostafrika an der Reihe.

Im Jahr 1822 unterzeichneten die Oman-Araber den Moresby-Vertrag, der u.a. den Verkauf von Sklaven an Christen als illegal erklärte. Um den Vertrag auch in die Tat umzusetzen, nahmen die USA und Großbritannien diplomatische Beziehungen zu Zanzibar auf und entsandten Konsuln auf die Inseln.

Trotz des Vertrages wurden die Einschränkungen des Sklavenhandels weitgehend ignoriert und er florierte weiterhin. Sklaven mußten her und immer mehr Sklaven, egal woher und unter welchen Bedingungen.

Auf Zanzibar erlangte der Sklavenhändler Tippu Tip traurige Berühmtheit. Er hatte beste Verbindungen zu lokalen Stämmen im Binnenland bis hinaus zum Lake Nyassa, Lake Tanganyika und sogar bis zum Königreich  Buganda. Aus deren Reihen konnte er starke Unterhändler rekrutieren, die auszogen, um geeignete Sklaven ausfindig zu machen. Die Stammes-chiefs hatten keine andere Wahl, als die "Ware" in geforderter Zahl abzuliefern, wollten sie nicht getötet werden.

Die Sklaven wurden aneinandergekettet und mußten Gold und Elfenbein bis an die Küste nach Kilwa Kivinji tragen. Viele starben unterwegs auf diesen Treks. 50.000 Sklaven pro Jahr - fast die gesamte Bevölkerung des Südens, Westens und aus dem Inneren Tanganyikas erreichten diesen Platz ohne Wiederkehr. Die Sklaven nannten ihn Bagamoyo, das heißt "Leg dein Herz nieder", weil es der Ort war, wo die Sklaven ihre letzte Hoffnung auf Freiheit verloren hatten.

In Bagamoyo wurden sie in den engen Laderäumen der Dhaus (arabische Segelschiffe) übereinander gestapelt und auf die Inseln des Indischen Ozeans verschifft.

Wer den Trek vom Landesinnern bis an die Küste überlebt hatte, konnte sich bereits "glücklich" schätzen. Ein weiteres "Glück" war, wenn die Reise nur noch bis Zanzibar ging. Es sind keine Zahlen bekannt, wie viele Menschen noch auf dem Seeweg nach Mauritius, Madagaskar, Réunion, nach Arabien oder auf die niederländischen Antillen starben.

Daß der Sklavenhandel in Ostafrika solange florieren konnte, lag sicherlich an der Abgeschiedenheit der Region und daran, daß auch britische, französische und deutsche Missionare dem schnellen Geld durch den Sklavenhandel nicht gänzlich wiederstehen konnten.

1873 erreichte der britische Konsul John Kirk das Ende des Sklavenhandels von, auf und nach Zanzibar durch eine List. Er versprach Sultan Bargash von Zanzibar im Gegenzug volle Protektion gegen ausländische Angriffe - der Grund dafür daß Zanzibar niemals Teil von Deutsch-Ostafrika wurde. Dennoch ging der Sklavenhandel weiter, bis 1918, vier Jahre nachdem die Briten die Kontrolle über Tanganyika übernommen hatten, die letzten Höhlen mit versteckten Sklaven entdeckt wurden und die letzten Sklavenhändlerändler verurteilt wurden. Insgesamt wurden 1,5 Millionen Menschen aus Tanganyika und Zanzibar als Sklaven verkauft worden.


 


Zanzibar liegt südlich des Äquators im westlichen Indischen Ozean auf ca. 40° östlicher Länge und 12° südlicher Breite.

Die Insel heißt eigentlich Unguja, wird aber umgangssprachlich immer als Zanzibar bezeichnet. Dabei besteht Zanzibar aus zwei Inseln: Unguja und Pemba, einem Archipel ca. 40 km nordöstlich von Unguja. Beide Inselgruppen zusammen bilden die autonome Verwaltungseinheit Zanzibar. Unguja ist ca. 86 km lang und ca. 39 km breit. Fast ein Viertel der gesamten Bevölkerung der Inseln, d.h. ca. 150.000 Menschen leben in der Hauptstadt Zanzibar Town, die damit die fünftgrößte Stadt Tanzanias ist.

Die autonome Verwaltungseinheit Zanzibar hat eine Regionalverfassung für Zanzibar und Pemba und wird von Präsident Amani Abeid Karume regiert. Alle 5 Jahre finden Präsidentschaftswahlen statt, wobei der Präsident direkt gewählt wird und nur einmal wiedergewählt werden kann.



 


Der starke autonome Status der Inseln drückt sich auch darin aus, dass Zanzibar seine eigene Nationalflagge besitzt.

Am 9. Januar 2005, fast vier Jahrzehnte nach der Vereinigung mit Tanganyika zur Vereinigten Republik Tanzania, weihte Präsident Karume von Zanzibar die neue Flagge der Insel ein.

Anlaß war der 41. Jahrestages der Revolution auf Zanzibar, durch die das arabische Sultanat abgeschafft wurde, welches die Inseln mehrere Jahrhunderte lang beherrscht hatte.

Zanzibar hatte schon früher einmal seine eigene Flagge - bis zum 26. April 1964, dem Tag der Vereinigung mit Tanganyika.

Die neue Flagge, ein Symbol für die nationale Einheit der Inseln, hat die Farben grün, gold, blau und schwarz. Die kleinere Flagge in der linken oberen Ecke zeigt die der Vereinigten Republik Tanzania.


Bedeutung der Farben:
 

grün

das fruchtbare Land

gold

die reichen Bodenschätze auf dem Festland

schwarz

die Bevölkerung mit ihrer reichen Kultur

blau

der Indische Ozean mit seinem Reichtum, der Zanzibar und Tanganyika verbindet


 

Das Klima ist im ganzen Land tropisch. Durch die verschiedenen Topografien variieren jedoch die Temperaturen, Luftfeuchtigkeiten und Regenfälle.

Entlang der Küste und auf den Inseln und an den Seen ist es das ganze Jahr über heiß (zwischen 28°C und 32°C am Tag und 23°C bis 18°C in der Nacht). Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, jedoch sorgt ein ständiger erfrischender Wind vom Meer dafür, daß man es als angenehm empfindet.

Auf dem Zentralplateau im Landesinnern Tanzanias herrscht trockene Hitze (28°C-35°C am Tag und 23°C-15°C in der Nacht). Im Gebiet des Kilimanjaro, des Ngorongoro-Kraters und in den Highlands sind die Temperaturen tagsüber genauso, nachts jedoch kann es bis unter 10°C abkühlen.

Typisch für die Tropen ist, daß es keinen Sommer und Winter wie bei uns gibt. Das Gleichmaß des Wetters wird nur durch die zwei Regenzeiten im Jahr unterbrochen.

Die short rains fallen im November und die long rains zwischen März und Mai. Während der short rains gibt es nur einige kurze Regenfälle pro Tag. Während der long rains regnet es jedoch regelmäßig bei Tag und Nacht, oft sehr stark, aber nicht ununterbrochen, wie leider oftmals in unseren Breiten. Dazwischen scheint immer wieder die Sonne. Die Regenfälle werden oftmals auch von Gewittern und Stürmen begleitet.

 

Ich war im Mai auf Zanzibar, also während der Zeit der short rains. Ich erinnere mich, dass es nur einmal am Nachmittag ein paar Regentropfen gab. Allerdings war der Himmel am Morgen und am Nachmittag oftmals bewölkt. Ganz anders als bei uns, ist es jedoch trotz Wolken und Regen warm und angenehm. Die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch (über 90%) und bei wolkenlosem Himmel war es sehr heiß - so wie ich es liebe.



 


Tanzanias ethnische Vielfalt ist einmalig in Afrika: Mitglieder aller viel auf dem afrikanischen Kontinent vertretenen Gruppen leben im Land:

Die Größte Gruppe ist die Niger-Kongo-Ethnie, auch Bantu (mensch) genannt. 95% aller Tanzanier sind Bantu, die sich wiederum unterteilen in die großen Stämme, wie u.a. die Sukuma, Makonde, Haya, Chagga, Nyamwezi ... und 52 weitere Stämme. Charakteristisch ist die sehr dunkle, fast schwarze Hautfarbe und stark negrides Aussehen. Ihre gemeinsame Sprache ist Kisuahili, neben Englisch die offizielle Sprache Tanzanias.

 

Niloten und Nilo-Hamiten kamen zur Zeitenwende in das Gebiet des heutigen Tanzania. Zu ihnen gehören die Maasai, die Arusha, Rendille und Samburu. Im Aussehen unterscheiden sie sich recht deutlich von den Bantus, obwohl auch ihre Hautfarbe dunkel ist. Ihre Gesichtszüge sind jedoch feiner, oft sogar feminin mit schmalen Nasen und Lippen. Charakteristisch ist auch der große, schlanke Wuchs.

Ihre Sprache ist Maa und hat keinerlei phonetische Ähnlichkeiten mit den anderen Sprachen in Tansania.

 

Semitische Hamiten, vertreten durch den Stamm der Kuschiten, sind Afro-Asiaten. Ihre Sprache war ursprünglich Arabisch bzw. auch Iraqw (in der Region Karatu im NW des Lake Manyara). Beide sprachen gingen jedoch fast vollständig ins Kisuahili auf.

 

Die kleinste ethnische Gruppe des Landes ist die der Khoisan (auch San), die im südlichen Afrika bushmen (Buschmänner oder Buschleute) genannt werden. Sie leben noch heute fast wie in der Steinzeit, als Nomaden ziehen sie in kleinen Gruppen (clans) durch die trockenen Regionen des Zentralplateaus und der Steppengebiete und ernähren sich von der Jagd und von Wurzeln. Sie sind kleinwüchsig, ihre Hautfarbe ist honigbraun und die Haut neigt bereits in jungen Jahren zu starker Runzelbildung. Ihre Sprache ist durch die vielen Klick- und Schnalzlaute äußerst merkwürdig.

 

In den Städten des Landes und an der Küste leben die großen Clans der asiatischen Einwanderer (wie überall in Ostafrika), Inder und Goanesen, die fast den gesamten Handel Tanzanias in ihren Händen haben.

 

Die Urbevölkerung Zanzibars zählt zu den Bantustämmen der Hamidu, der Tumbatu und der Pemba. Die letzteren beiden leben nahezu alle auf den gleichnamigen Inseln. Die Hamidu dagegen siedelten sich verstreut und auch auf dem Festland an.

Zanzibar ist ein kultureller Schmelztiegel.
Dort, vor allem aber auf der Hauptinsel Unguja, findet man, begründet durch die Historie, starke ethnische Einflüsse der Shirazi (Perser). Mischehen zwischen Shirazis und Afrikanern brachten eine typische Inselbevölkerung hervor (als Suahilis oder Swahilis bezeichnet), die in ihren Gesichtszügen und in ihrer Sprache deutliche Einflüsse des Arabischen zeigen. Ihre Sprache wurde als Swahili bekannt (Sawahil - arabisch "Küste").

Weitere zwei kleinere Bevölkerungsgruppen auf Zanzibar sind die Inder, die im Zuge des Gewürz- und Elfenbeinhandels auf die Insel kamen. Heute sind sie Ladenbesitzer, Händler, begnadete Kunsthandwerker oder Fachleute.

Und auch noch die Briten sind auf Zanzibar vertreten, die ehemals als Missionare oder Händler auf die Insel kamen.


 

Die beiden offiziellen Sprachen in Zanzania sind Englisch und Kisuahili. Englisch wird in Wirtschaft und Verwaltung und an Universitäten und höheren Schulen gesprochen. Kisuahili dagegen spricht man jeden Tag, auf der Strasse, in Geschäften und in den Familien. Kisuahili ist die weit verbreitetste Sprache im gesamten ostafrikanischen Raum und eint, zumindest sprachlich, Millionen von Menschen aus unzähligen verschiedenen Stämmen.

Es war Julius Nyerere, der Vater der Nation, der Kisuahili zur lingua franca - zur offiziellen Sprache - Tanzanias erklärte.

Lange davor jedoch sprach man es bereits landläufig entlang der großen Seen im Westen. Die Karawanen hatten die Sprache auf ihren Routen von der Küste ins Landesinnere gebracht.

Kisuahili ist jedoch nicht gleich Kisuahili. Die Tanzanianer meinen, dass "die in Kenia und Nordmalawi kein ordentliches Kisuahili sprechen". Zu viele Begriffe seien von Stammessprachen oder neuerdings auch vom Englischen hereingetragen worden.

In seiner Reinform soll die Sprache nur noch auf Zanzibar gesprochen werden.

Und tatsächlich wird in einem Vergleich zu Dar Es Saalam deutlich, dass auf dem Festland schon recht heftig geschlampt wird.

Nur ein kleines Beispiel (viel mehr - und dabei recht lustige und vor allem sehr nützliche Dinge - findet Ihr auf meiner Kisuahili-Seite - also unbedingt reinschauen):

 

Die Schlamperei geht schon bei dem Wort "Jambo" los, das mit hundertprozentiger Sicherheit jeder Tourist als erstes hört und auch lernt. Es heißt einfach Hallo. Leider wurde es den Touristen zuliebe vereinfacht, denn eigentlich müsste man sich mit "Hujambo" begrüßen. Der Begrüßte sollte dann korrekterweise mit "Sijambo" antworten und nicht etwa mit "Nzuri sana", wie man es neuerdings tut und die Touristen es natürlich auch sagen. Beides heißt "sehr gut", aber Zweiteres gehört eben nicht an diese Stelle des Dialogs.

Grüßt man mehrere Personen, sagt man "Hamjambo", die ihrerseits mit "Hatujambo" antworten sollten.

Einen alten Mzee (ehrerbietig für einen alten Mann) begrüßt man korrekt und respektvoll mit "Shikamoo" und er wird antworten mit "Marahaba".


Die Herkunft des Namens Zanzibar ist übrigens heute noch ein Rätsel.
Auf persisch heißt das "Küste der Schwarzen" und auf arabisch "wie schön ist diese Insel". Beides ist zutreffend.



 

Stonetown ist die Altstadt von Zanzibar Town und die größte Sehenswürdigkeit der Insel. Die hohe Luftfeuchtigkeit, Salz und Wind vom Meer und die Tropensonne hat den wunderschönen historischen Gebäuden ziemlich stark zugesetzt, so dass Stone Town heute einer alten Diva gleicht, die zuviel Puder benutzt, aber ihre Falten damit doch nicht kaschieren kann. Über allem liegt der Charme des Morbiden und ein Hauch von 1001 Nacht, und gerade das macht es vielleicht so reizvoll und märchenhaft.

Anfang der 80er Jahre erklärte die UNESCO die Stone Town zum Weltkulturerbe und damit begann die Wiederinstandsetzung der arabisch-indischen Siedlung.

Das historische Viertel ist ein Gewirr von engen, verwinkelten Gassen an denen sich zu beiden Seiten die traumhaften alten Gebäude mit ihren typischen geschnitzten Haustüren und Holzbalkonen hinziehen. Überall wimmelt es von Menschen, Händler breiten zu allem Überfluss noch ihre Waren (geschnitzte Holzfiguren, Silberschmuck, Stickereien Töpferwaren u.v.m.), in den ohnehin schon engen Gassen aus. Man hat zunächst das Gefühl, dass man aus diesem Labyrinth nie mehr herausfinden wird. Das ist aber nicht so. Früher oder später gelangt man zwangsläufig wieder auf die Hauptstrasse, die sich fast ringförmig um die Altstadt zieht. Dass man wieder auf der Hauptstrasse ist, erkennt man leicht am brausenden Verkehr und den zahlreichen Daladalas.

Am Hafen von Zanzibar wird jeder Besucher sofort von den zahlreichen Taxifahrern "überfallen". Laßt Euch nichts einreden! Ein Taxi ist furchtbar teuer und sowieso mehr als überflüssig. Die Stonetown ist vom Hafen aus in ein paar Minuten zu Fuß zu erreichen und durch die Gassen geht man eh viel besser zu Fuß, um alles richtig zu sehen. Allerdings ist es ratsam, sich mit einer Stadtkarte zu bewaffnen, schon um den zahlreichen selbsternannten und sehr hartnäckigen "Guides" zu zeigen, dass man sich durchaus ohne ihre Hilfe zurechtfinden kann.

 

Die Stadt ist lebensfroh und exotisch, so wie die Menschen die in ihr leben. Sie ist ein Nebeneinander von Alt und Neu, ein Mosaik aus Tradition und Moderne. Das Leben der Bewohner spielt sich, wie fast überall in den Tropen, hauptsächlich auf der Strasse ab.

Da gibt es "Joe's Corner", ein Platz inmitten der Altstadt, wo sich die männlichen Zanzibaris einfinden, um miteinander zu palavern, Tee zu trinken, oder einfach nur herum zu sitzen. Joe's Corner ist für viele zum zweiten Wohnzimmer geworden und es ist Jobbörse, wo die zumeist arbeitslosen Männer die Kunde von ein paar Stunden Arbeitsmöglichkeit erfahren.

 

Die Afrikaner verdanken die Bauweise den Arabern, die Stonetown vor mehr als 300 Jahren gebaut haben, als die Afrikaner noch in Lehmhütten hausten.

Eine Stadttour ist für jeden Besucher ein unbedingtes Muss.

Die meisten der heute zu besichtigenden historischen Gebäude wurden aus Korallengestein gebaut, ein solides Baumaterial, aber auch mit starker Neigung zu schneller Erosion.

 

Im folgenden ein Vorschlag, wie eine Stadttour aussehen könnte:

Schon vom Hafen aus (unser Kreuzfahrtschiff lag auf Reede und wir konnten vom Ankerplatz aus die gesamte faszinierende Silhouette der Stonetown sehen) sieht man das House of Wonders (Beit al Arab), wo die Tour beginnt (schaut Euch unbedingt auch meine Zanzibar-Fotos an).
Das House of Wonders war und ist das höchste Gebäude Zanzibars. Ein Wunder deshalb, weil es als erstes Gebäude auf der Insel elektrisches Licht und einen elektrischen Lift hatte.

Gleich daneben liegt das Beit al Sahel, worin sich das Palast Museum befindet.

Danach gehts zum Alten Arabischen Fort, unverkennbar mit seinen massiven Backsteinmauern, worin sich heute Das Zanzibar Cultural Center befindet.

Gegenüber des alten britischen Konsulats (von 1841-1874) liegt das Tembo House Hotel , wo man mal kurz Pause machen kann, um etwas zu trinken (Alkohol gibts keinen dort). Das Tembo hat eine wunderschöne Terrasse direkt am kleinen, weiß sandigen Strand. Und der Namensgeber, nämlich der Elefant, ist auch in Bronze gegossen zu bewundern.

Das Zanzibar Serena Inn grenzt an das alte Zanzibar Shipping Corp. Building und nur 100 weiter liegt das Haus des Sklavenhändlers Tippu Tip.

Am Ende der Bububu Road liegt das Livingstone House. Livingstone war nur einmal in diesem Haus, bevor er zu seiner letzten Expedition auf der Suche nach den Nilquellen aufbrach.

Nur ein paar Meter weiter befindet sich das Africa House Hotel, ehemals das beste Haus am Platze und Treffpunkt für alle Reisenden zum sehen und gesehen werden.

Das Beit al Amani (Haus des Friedens) ist die ehemalige Residenz der Sultane, worin sich heute das Memorial Museum befindet (u.a. sind dort wunderschöne geschnitzte Swahili-Türen zu sehen).

Gleich daneben liegt die anglikanische Kathedrale. Auf Bitte des Sultans durfte diese nicht höher als das House of Wonders gebaut werden. Als seine Bitte erfüllt wurde, stiftete er das Glockenspiel.

Weiter die Hauptstrasse entlang in Richtung Hafen trifft man auf einige Moscheen, eine Koranschule für Mädchen und auf den Markt. Diesen sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Es gibt den Hühnermarkt, den Fleisch- und den Fischmarkt und überall gehts laut und wuselig zu. Furchterregende Utensilien wie riesige Axtblöcke sieht man dort allenthalben und Fleischerhaken baumeln aus dem Deckengebälk. Aus der Gewürz- und Kräutersektion wehen die exotischen Düfte dieser Welt herüber, Moschus, Vanille, Ingwer, Pfeffer, Curry und Cardamon.

Entlang des Marktes verläuft die Mkunazini Road und von ihr biegt die Kajifecheni Road ab, die direkt zu den Hammami-Bädern führt. Hier ging das Volk von Zanzibar zum Baden. Offiziell sind die Bäder der Öffentlichkeit nicht zugängig, doch 1 US-Dollar wird den Türsteher dazu bewegen, diese zu öffnen und sich natürlich gleich selbst als Guide anzubieten.

Entlang der Kajifecheni Road haben zahlreiche Gebäude die herrlichen geschnitzten Swahili-Türen.

An der St. Joseph's Catholic Cathedral geht die Cathedral Street ab, in der sich zahlreiche Tingatinga-Künstler mit ihren Ständen voller bunter Gemälde ausbreiten.

Von dort sieht man dann bereits wieder die Mauern des Alten Arabischen Forts und ist fast wieder am Ausgangspunkt der Tour angelangt.

Die Forodhani Gardens sind ein Park, der sich vor allem am Abend mit quirliger Betriebsamkeit füllt und wo Strassenköche ihre mobilen Küchen aufbauen und in ihren Töpfen allerhand exotische Leckerbissen auf Holzkohle und in Öl brutzeln.

Wem dann die Füße noch nicht weh tun, kann noch einen Abstecher ins Spice Inn, zum Big Tree, von dort aus zum Old Customs House und zum Grand Hotel und zum Old Dispensary (die elegante und reichhaltig verzierte Alte Apotheke) machen und gelangt dann zum alten Dhowhafen, in den man allerdings nicht hineingelangt, auch wenn es der Guide hoch und heilig versprochen hat.

 

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Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß Zanzibar Town neben der Stone Town noch ein weiteres Viertel hat, Michenzani, welches zwar vom touristischen Standpunkt aus völlig uninteressant ist, aber doch einmal ein kleines Wunder und die afrikanische Vorzeigesiedlung gewesen ist.

Die DDR baute nämlich hier Anfang der 60er Jahre, als Julius Nyerere wie viele seiner afrikanischen Kollegen mit den Ostblockländern sympathisierte, nach dem eigenen Vorbild eine "sozialistische" Plattenbausiedlung. Dies war für die Zanzibaris wie ein Traum und sie konnten lange gar nicht glauben, daß sie einmal so komfortabel wohnen würden. Große Zimmer in Mehr-Zimmer-Wohnungen, dazu die herrlichen Steckdosen und Wasserhähne, Badewannen und Waschbecken. Die Bauarbeiter aus der DDR wurden "Mailaika" (Engel) genannt.

Michenzani galt lange Zeit als das bevorzugte Wohnviertel. Übrigens gibts dort sogar einen Alexanderplatz, genau wie in Berlin.

Heute ist die Siedlung eine Mischung aus sozialistischer Ordnung und afrikanisch-arabischen Flair. Neben dem Ruf des Muezzins dröhnt arabische Popmusik aus offenen Fenstern und Türen und von den Balkonen.

Wer hier einzog, zog nie wieder aus.

Heute nach über 40 Jahren fällt überall der Putz von den Decken, alles ist in einem Zerfallsstadium, aber dem Staat fehlt das Geld für eine Sanierung.

Der Wasserdruck reicht schon längst nicht mehr aus und so werden die Armaturen eben abgeschraubt, das Wasser holt man wieder im Hof, wo auch wieder gekocht wird.

Und schon ist das Leben wieder so ähnlich wie in den alten Lehmhütten - aber das macht nichts. So ist eben der typisch afrikanische Gleichmut und Pragmatismus.


 


Zanzibar ist die Insel der Gewürze und ein unbedingtes MUSS für den Zanzibar-Besucher ist eine Gewürztour, "Spice Tour" genannt. Viele exotische Gewürze, die wir aus dem Supermarkt kennen (und auch solche, die wir nicht einmal kennen), werden dort unter ausgezeichneten Bedingungen angebaut. Eine Spice Tour auf eine der zahlreichen Gewürzplantagen entführt den Besucher in eine fremde Welt, in eine exotische Welt der Gerüche.
Wenn man Plantage hört, stellt man sich wahrscheinlich ein Anbaugebiet mit ordentlichen Reihen, abgezirkelten Feldern oder ähnliches vor. Weit gefehlt, denn so ist es ganz und gar nicht. Stattdessen findet man sich in einem Stückchen naturbelassenem Urwald wieder, wo alles kreuz und quer und in unvorstellbarer Üppigkeit wächst. Die schwüle Tropenhitze und der Duft der Gewürze ist einfach überwältigend, atemberaubend und ätherisch, und genau DAS macht die romantische Aura Zanzibars aus. Wären da nicht die Guides, die dem Besucher alles zeigen, was auf, an und unter den Bäumen und im Gewirr des Dickichts wächst, wir würden einfach daran vorbeilaufen, oder gar meinem, es wäre alles nur Unkraut. Die einheimischen Guides kennen jede Pflanze. Für die Besucher erklettern sie die Bäume, kriechen ins Gebüsch, pflücken, brechen die Samen auf, lassen den Besucher erst riechen und schmecken und dann raten, um was für ein Gewürz es sich handelt. Ganz nebenbei flechten sie aus Palmblättern alles, was man gebrauchen oder auch nicht gebrauchen kann, Tragebeutel in die eine Flasche Whiskey rein passt, Krawatten, Hüte, Halsketten und Fingerringe, Fächer gegen die Hitze, Haarschleifen und Lesezeichen. Am Ende der Spice Tour gelangt man zwangsläufig an den plantageneigenen Shop, wo man alle gesehenen Gewürze gleich für die heimische Küche kaufen kann.

 

Der Gewürzhandel auf Zanzibar hat eine lange Geschichte. Händler aus dem Norden segelten mit dem Westwind nach Zanzibar und brachten Myrrhe, Datteln (aus Persien, Arabien und Indien) und die Muskatnuss auf die Inseln. Mit der Zeit wurden viele Gewürze auf Zanzibar heimisch. Zimt, Kümmel, Ingwer, schwarzer und grüner Pfeffer, Kardamom, Vanille und Pinienkerne mit ihrem intensiven Duft brachten Zanzibar den Namen "Gewürzinsel" ein.
Jedoch war es erst die Gewürznelke, die den Namen Zanzibar seit 1823 weltweit bekannt machte.
Sie wurde 1818 eingeführt und gedieh prächtig im tropischen Klima und auf dem fruchtbaren Boden Zanzibars.  Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Nelke DAS Modegewürz, es kam es zum regelrechten Nelken-boom und die Gewürznelkenplantagen dehnten sich auch über Pemba aus. Bald waren die Inseln fast vollständig mit millionen und abermillionen von Nelkenbäumen bedeckt, der Archipel wurde zum weltgrößten Produzent von Gewürznelken und gleichzeitig das bedeutendste Zentrum des Sklavenhandels an der ostafrikanischen Küste. Sklaven pflanzten und ernteten die Gewürznelken auf den zahlreichen Plantagen, die dem Sultan und seiner weitverzweigten Familie gehörten.
Gewürze, Sklaven, Gold und Elfenbein bildeten die Grundlage für den Reichtum der Insel, die im 19. Jahrhundert zum reichsten Handelsplatz im westlichen Indischen Ozean wurde, von dem alle anderen ostafrikanischen Handelszentren abhängig waren. Fast der gesamte Handel ging über Zanzibar.

 

VANILLEVanillepflanze

PfefferzweigGrüner Pfeffer

Paprika  Paprika

Muskatnuss Muskat

NelkenGewürznelken

 Chili-PflänzchenChili

Ingwerwurzel Ingwer 



Heute hat die Regierung ein staatliches Monopol auf den Nelkenhandel. Ein Verstoß dagegen gilt als Schmuggel und wird mit harten trafen bis hin zu Gefängnis geahndet. Die Tatsache, daß heute der größte Teil der Gewürze von der Nachbarinsel Pemba kommt, tut dem Mythos Zanzibars als Gewürzinsel keinen Abbruch.


 


Zanzibars Schwesterinsel Pemba hat ca. 300.000 Einwohner und liegt ca. 40 km von Unguja entfernt, direkt östlich gegenüber von Tanga auf dem tanzanianischen Festland. Pemba ist kleiner als Unguja und die Landschaft ist hügeliger, obwohl die höchste Erhebung weniger als 100 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Die arabischen Segler nannten die Insel "El Huthera" (Grün). Der Name bezog sich auf die üppige und dichte grünen Vegetation. Es gibt auf Pemba mehr Urwald und mehr Plantagen als auf der größeren Schwester.

Pemba wurde im 17. Jahrhundert vom Sultan von Muscat (heute Oman) erobert. Er lebte auf Zanzibar und regierte Pemba von dort aus.
Bis heute spielen die alten arabischen Handelsschiffe, die Dhaus (oder Dhows) eine wichtige Rolle auf der Insel und noch heute nutzen die Segler die Monsunwinde auf dem Weg nach Shimoni (Kenia) und wenn diese besonders günstig wehen, bis zum nördlichen Mozambique.

Im Schatten des bekannteren und berühmteren Zanzibar bietet Pemba bietet dem Besucher jedoch einige Attraktionen wie wunderschöne Strände, herrliche Tauchgründe und historische Stätten. Das Naturreservat Ngezi Forest Reserve lohnt einen Besuch.
Trotz allem verirren sich hierher nur wenige Besucher und die Atmosphäre ist ganz anders, als auf Zanzibar.
Wer auf Pemba reist, wird sich wie ein Entdecker unbekannter Territorien fühlen. An Touristen noch lang nicht so gewöhnt wie die Landsleute auf Zanzibar, rufen die Dorfbewohner noch jeden Fremden eifrig zu sich heran, um mit ihnen ein Schwätzchen zu halten und die Budenbesitzer auf dem Markt überschlagen sich, um einen Besucher anzulocken, ihm die exotischsten Früchte zu zeigen und sich dann königlich über seine Reaktion zu amüsieren.

Im Vergleich zu Zanzibar fällt das Fehlen von Infrastruktur geradezu auf. Besucher sollten darauf vorbereitet sein, dass es nur einige wenige bescheidene Unterkünfte gibt (in Mkoani, Chake Chake and Wete), was allerdings auch nicht ohne Reiz und geradezu abenteuerlich sein kann (ein Luxusressort wurde allerdings kürzlich in Wambaa eröffnet). Die Transportmöglichkeiten beschränken sich auf einige Taxis, Privatwagen und den öffentlichen Bus, so daß zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren eigentlich die einzige Alternative ist.

Pemba und Zanzibar gehören zwar zusammen und bilden die verwaltungseinheit Zanzibar, aber Pemba sah in der großen Schwester schon immer eine Konkurrentin, sowohl auf ökonomischen Gebiet als auch auf touristischem Sektor. Ökonomisch hat Pemba zumindest hinsichtlich der Gewürznelkenproduktion Zanzibar den Rang abgelaufen. Das sie das auch in Sachen Tourismus tun wird, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

Die Abgeschiedenheit Pembas hat dazu beigetragen, daß sich animistische Traditionen bis heute in ihrer Urform erhalten haben. Naturheiler aus ganz Afrika sind sich des großen Wissensschatzes pembaischer witchdoctors bewusst und pilgern auf die Insel. Voodoo und Fetischanbetung gehören genauso zum täglichen Leben wie der Gang zur Moschee.

Für den, der Abenteuer und Urtümlichkeit sucht, ist Pemba faszinierend und genau richtig.


 

90% aller internationalen Gäste an der Küste Tanzanias besuchen Zanzibar. Obwohl die Insel seit Jahren mit und vom Tourismus lebt und eine sehr gute Infrastruktur entwickelt hat, hat sie nichts von ihrer Exotik, ihrem unvergleichlichen Flair und dem einmaligen Lokalkolorit eingebüßt.
Natürlich kommen die Besucher in erster Linie, um die historische Stonetown und die Gewürzplantagen zu besuchen. Kaum jemand wird kommen, um auf Zanzibar am Strand zu liegen und im Indischen Ozean zu baden.
Und doch gibt es herrliche Strände auf der Insel. Der Stadtstrand von Stonetown liegt direkt am Hotel Tembo, wo man von der Terasse aus unmittelbar zum Strand gelangt. Allerdings habe ich hier niemanden baden gesehen, sicherlich weil die Einheimischen ja tagsüber ihrer Arbeit nachgehen und die Touristen anderes zu tun haben, als zu baden.
Der von Stonetown aus nächstgelegene (10 km) Strand ist Fuji Beach in Bububu an der Westküste der Insel. Weitere fantastische Strände an der Westküste sind: Mawembini, Matemwe, Nungwi, Kendwa Beach, Kiwengwa und Pingwe.
Die Strände an der Ostküste lassen das ultimative Bacardi feeling aufkommen und wer einmal hier war, wird spontan nach Zanzibar emigrieren wollen, an die Ostküste, und für immer hier bleiben. Die Strände heißen: Jambiani, Chwake, Paje, Dongwe, Bwejuu und Makunduchi. Zum Teil sind die Strände noch unberührt und fast menschenleer und für eine ganz persönliche Robinsonade wie geschaffen.


 

Auf Zanzibar herrscht eine ausgesprochen tolerante Form des Islam. Die Frauen sind nicht tief verschleiert oder komplett verhüllt, so daß man nur noch die Augen sehen könnte bzw. nicht einmal diese, sondern tragen nur ein Kopftuch. Zunehmend sieht man auch Frauen, die nicht einmal mehr dieses tragen.

Moscheen und Minarette gibt es viele und der Ruf des Muezzins, der die Gläubigen zum Gebeten ruft, erschallt 5 Mal am Tag über der Stonetown.

 

Der islamische Glaube mischt sich jedoch noch heute mit zahlreichen Elementen aus den Naturreligionen (Animismus). Der Glaube an woodoo, böse und gute Geister, Ahnenverehrung, magische Zeichen und Mythen ist allgegenwärtig.

Um z.B. eine Wohnstatt immun gegen böse Geister, nämlich die Djinnies (die oft in alten Bäumen wohnen), zu machen, ist man gut beraten, bei Voodoo oder Mama Wati (der Göttin des Meeres) um Jujus (gute Geister) zu bitten. Die Stellvertreter der Götter auf Erden sind die mugangas, also die Zauberer oder Schamanen, denen man für geleistete Zauberdienste je nach Aufwand und Größe der Hexerei einen schwarzen und einen roten Hahn, zwei Ziegen oder gar mehr besorgen muss.
Der muganga befragt mit Hilfe eines Fetischs (z.B. eine Holzfigur) und magischen Dingen wie Cashewnüsse und ähnlichen zunächst die Götter, ob sie den betreffenden Erdenbewohnern überhaupt wohl gesonnen sind, so daß sich ein Zauber lohnt. Falls die Frage zur Zufriedenheit beantwortet wird, zieht der muganga mit seinen Gehilfen los - in Affenfelle gehüllt, mit Ketten aus Cashewnüssen behangen, im Beutel einen Affenschädel und das getrocknete Gehirn desselben, die Lippe einer Kuh, Rückgrat und Haut einer Schlange und ein Chamälion, der Gehilfe mit mehreren Hühnern und ein paar Ziegen am Strick.

Nachdem er einen Sud aus den mitgebrachten Ingredienzien gekocht hat, wird dieser einer Ziege verabreicht, die gleich darauf mit einem Messerstich in die Halsschlagader getötet wird. Die blutende Ziege wird dann in einem Kreis um die Wohnstatt geschleift. Die Prozedur wird sicherheitshalber wiederholt und damit ereilt die zweite Ziege sowie die Hühner dasselbe Schicksal. Zu guter letzt werden die Kadaver ins Meer geworfen, wobei der muganga Mama Wati mit flehentlichen Worten beschwört, die Jujus alle an der richtigen Stelle zu platzieren, um den Frieden des Hauses auf Dauer zu erhalten.

Das ist eben AFRIKA!


 

Was in Kenia das Matatu und in der Türkei der Dolmus, ist in Tanzania und auf Zanzibar das Daladala - und das ist etwas ganz besonders Abenteuerliches.

Daladalas sind Kleinbusse, allerdings in diesen Breiten abenteuerliche Vehikel, die sich jedoch zur Beförderung von Fahrgästen im Nahverkehr hervorragend eignen. Vom europäischen oder fernöstlichen Hersteller sind die Gefährte für den Transport von maximal 19 Personen, einschließlich Fahrer konzipiert, doch wer hätte gedacht, daß im Daladala locker die dreifache Menge befördert wird. Einer auf dem Schoß des anderen und im Mittelgang ein weiteres Dutzend aneinandergequetscht, dazu noch tonnenweise Gepäck auf dem Dach, Hühner mit den Köpfen nach unten am Außengestänge festgebunden und die letzten noch haraka haraka (eilig) hinzugerannten Personen in Trauben auf dem Trittbrett balancierend, macht sich der Fahrer auf den Weg. In atemberaubendem Tempo von Null auf Hundert, gehts raus auf die Strasse. Höchstgeschwindigkeit ist das, was die Maschine hergibt, Rückspiegel und Außenspiegel werden tunlichst vollständig ignoriert und Verkehrsregeln gibts auch keine.
Wann und wo gehalten wird, liegt beim driver und seinem tout, Fahrer und sein Assistent, etwa ein Schaffner, denn er kassiert auch. Letzterer ist meist ein gerade erwachsener Junge, cool gekleidet mit Sonnenbrille und base cap, der an den Haltestellen ununterbrochen und in unverständlichem Kauderwelsch die Destinationen ausschreit. Der neuerliche Start nach dem Halt und Verstauen der neuen Fahrgäste wird durch einen Faustschlag aufs Blech signalisiert. Dabei kommt sich der Knabe ungeheuer cool und wichtig vor.

Der Fahrer ist aber mindestens genauso cool, wenn er das Gaspedal fast durch das Bodenblech durchtritt und sich dabei zur ohrenbetäubenden Musik in wilden Zuckungen hinter dem Lenkrad windet.

Daladala-Fahrer sind die coolsten Typen der Stadt sagt man, dabei halten sie den stressigen und ermüdenden Job (von morgens um 5:00 bis Mittag arbeiten sie für ihren Arbeitgeber, den Besitzer des Gefährts und den restlichen Tag bis in die Nacht hinein für den eigenen Profit) offensichtlich nur durch, wenn sie schon am frühsten Morgen mit Drogen vollgestopft zu sein scheinen, und speed, ecstasy oder Kokain wirken nun einmal am nachhaltigsten.

Tatsächlich meinen sie selbst, daß high sein einfach cool wäre.
Daladalas sind Kult, die Touristen finden sie lustig und so herrlich afrikanisch. Seit neuestem gibts in den Souvenirläden kleine Daladala-Miniaturen mit richtigen kleinen Figürchen als Fahrgäste.
Aber sie sind auch fahrende Särge. Täglich kommt es täglich zu zahlreichen schweren Verkehrsunfällen mit Todesopfern.

Fragt man sich, warum die Tanzanianer immer wieder in diese Vehikel einsteigen. Die Antwort ist sehr einfach: weil sie sich keine eigenen Autos leisten können und die Fahrt mit dem Daladala billig ist.


 

Die offizielle Währung in Tanzania und auf Zanzibar ist der Tanzanian Shilling. Ein Shilling hat 100 cent und entspricht etwa 0,67 € (Stand Februar 2005)

http://www.oanda.com/

Als Tourist sollte man in Tanzania, vor allem aber auf Zanzibar US-Dollars dabei haben. Überall auf Zanzibar kann man mit Dollars bezahlen, sowohl auf dem Markt, in den Supermarkets und in den Souvenirgeschäften, sogar bei den Souvenirhändlern auf der Strasse.

Auf dem Kreuzfahrtschiff konnte man so und so ausschließlich nur in Dollar bezahlen, also lohnte es sich für mich nicht zu tauschen.

Wer sich nicht auf individuellen Pfaden im Landesinneren bewegt, sondern nur auf Zanzibar und in den Nationalparks Tanzanias, wird mit Dollars überall zurechtkommen.

In Hotels, Lodges, bei Tourveranstaltern, Autovermietungen, im Flughafen, am Zoll und für Flugtickets und Parkgebühren wird grundsätzlich in US Dollar bezahlt.

Kreditkarten sind noch nicht selbstverständlich und wo sie dennoch zum Einsatz kommen könnten, gibt es hohe Kommissionen bis zu 15% auf die Kaufsumme. Meist wird auf Barzahlung bestanden.

Travellerschecks wechselt man am besten in Wechselstuben, dort sind die Kurse besser und zeitsparender als in den Banken.


 

Tanzania gehört zu den Verbreitungsgebieten der Anophelesmücke, die die Malaria überträgt. Deshalb ist eine Malariaprophylaxe unentbehrlich. Am bekanntesten ist sicherlich das Medikament Lariam, welches man auf Rezept (beim Hausarzt, Tropeninstitut oder aber auch wie bei mir einfach vom Gynäkologen ausgestellt) in der Apotheke für ca. 50 € bekommt. Es ist im allgemeinen recht gut verträglich. Eine Packung besteht aus 10 Tabletten, wobei man eine Woche vor der Abreise die erste nehmen muß, am Abreisetag die zweite und dann jede Woche am gleichen Tag eine, solange, bis sie alle sind. Wichtig ist, daß man die Prophylaxe auch nach der Rückreise fortsetzt. Sollten danach doch Symptome wie Fieber, Gelenkschmerzen und Grippe-Gefühl auftreten, sollte man unverzüglich zum Arzt gehen und diesem sagen, daß man in einem Malariagebiet war. Man sagt, daß die Prophylaxe zwar die Malaria nicht verhindern kann, diese aber mit diesem Schutz sehr gut zu behandeln wäre. Trotzdem, keine Angst!!! Ich war bereits 7 Mal in Kenia und einmal auf Zanzibar - ich hatte noch nie etwas. Ich habe zwar die Prophylaxe genommen, war aber sonst eher gar nicht vorsichtig.
In Tanzania (und auf einigen internationalen Flughäfen) gibts übrigens das noch nicht auf dem deutschen Markt erhältliche amerikanische Produkt Maloron.

Weitere recht "populäre" gesundheitliche Probleme sind Magenverstimmung und Durchfall (in Kenia witzelt man "Safari Express"). Das passiert wahrscheinlich zwei Drittel aller Tropenbesucher, ob man nun die Ursache herausfindet oder auch nicht. Da hilft am besten mal ein zwei Tage leichte Diät und Immodium Akut, und dann ist zumeist alles wieder ok. 

Die "Mallorca-Akne" genannte Sonnenallergie ist am besten mit den handelsüblichen Salben und Gels zu behandeln und stellt auch kein großes Problem dar, wenn man sich vor der sengenden Sonne ein bißchen schützt.

Zur Einreise nach Tanzania/Zanzibar mußte ich eine gültige Gelbfieberimpfung vorweisen. Obwohl dies eindeutig in den Reiseunterlagen stand, hatten etliche der Gäste auf unserem Kreuzfahrtschiff keinen Impfausweis dabei. das Problem wurde durch die Schiffscrew irgendwie auch für diese gelöst, allerdings sicherlich mit einigem bürokratischen Aufwand. Also, besser ist, impfen lassen und Impfausweis mitnehmen. Die Impfung lohnt sich vom ökonomischen Standpunkt her, denn sie hält 10 Jahre.

Auch sollte man sich gegen Hepatitis impfen lassen. Auch diese Impfung hält mehrere Jahre vor und "amortisiert" sich in mehreren Tropenurlauben durchaus.

Der Vollständigkeit halber sei hier das größte Problem erwähnt, nämlich Geschlechtskrankheiten und AIDS. Wie man sich dagegen am besten schützt, muß ich wohl nicht extra sagen.


 

http://www.ramiworld.de/index.asp?target=http://www.ramiworld.de/sansibar/

 

http://www.zanzibar.net/

http://www.tanzania-gov.de/      -    Website der tanzanianischen Regierung bzw. der tanzanianischen Botschaft in Berlin

http://www.citypopulation.de/Tanzania_d.html   

http://www.tanzania-adventure.com/zanzibar_6Tage_d.htm

http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID994870,00.html

http://www.umdiewelt.de/Afrika/Ostafrika/Tansania/Reisebericht-301/Kapitel-2.html                ein Reisebericht

http://www.afrika-tours.com/safaris/sansibar.html

http://www0.rhein-zeitung.de/on/00/11/14/magazin/news/sansibar.html

http://www.zanzibar-holiday.com/D/island_history.asp

http://www.spiceup.de/spices/spices.html                                      eine große Anzahl von Gewürzen im Überblick

 

 


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