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My South Africa Tour

Eins vorweg: Eine pauschale Rundreise in der Gruppe ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Ewig im Bus unterwegs, Gruppenzwang, ständiger Zeitdruck, immer vor dem Aufstehen aufstehen müssen, von Hotel zu Hotel und kaum einmal den Koffer richtig auspacken können ist schon ganz schön stressig. Aber für Leute wie uns mit kleinem Geldbeutel ist es die einzige Möglichkeit, für einen überschaubaren Reisepreis ein Maximum an Orten kennen zu lernen, zumal, wenn man das erste Mal in einem Land wie Südafrika ist und zwar eine Anzahl Reiseführer gelesen hat, sich aber trotzdem nur theoretisch auskennt.
Es war absolut ok, 9 Tage Rundreise zu einigen der bekanntesten und schönsten Orte des Landes - und wir hatten ja noch 5 Tage Verlängerung in Kapstadt gebucht, die wir frei und ohne Gruppe einfach genießen konnten, wie wir wollten.

 

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Der Tafelberg vom nördlich von Cape Town gelegenen Blouwbergstrand aus gesehen

 

Die Stationen meiner Reise:

 

1. und 2. Tag: Johannesburg - Pretoria:

Nach 3 Stunden Bahnfahrt von München nach Frankfurt, 4 Stunden Herumhängen auf dem Airport und reichlich 10 stündigem Flug von Frankfurt, kamen wir (ich habe die Reise natürlich nicht allein, sondern mit meiner Schwester zusammen gemacht) am frühen Morgen in Johannesburg an. Total übernächtigt und todmüde war die Sehnsucht nach einer Dusche und frischer Kleidung natürlich riesengroß. Aber das blieb ein Wunschtraum. Es ging sofort los in Richtung Pretoria zur Stadtrundfahrt:

 

a) Vortrekker Monument:

Der massive 40 m hohe Granitbau wurde 1949 eingeweiht und erinnert an den Großen Treck von 1836 -1854, als 16.000 Buren mit Ochsenwagen nach Norden zogen, um der Bevormundung durch die Briten zu entgegen.
In diesem Zusammenhang erinnert es natürlich genauso an die Schlacht am Blood River am 16. Dezember 1838, in der 468 schwer bewaffnete Buren 12 500 Zulus besiegten. 
Die Zulus unter ihrem König Dingaan waren lediglich mit Assegais (kurze Wurfspeere) und Knobkerries (ca. 80 cm lange Stöcke mit einem Kugelkopf, geschnitzt aus einem Stück schwerem Holz - wird geworfen, dreht sich um die eigene Achse und wirkt tödlich, wenn die Kugel trifft) bewaffnet. Sie hatten keinerlei Chance gegen die Gewehre der Buren. Am Ende des Tages färbte sich der Fluß Nkome rot vom Blut der getöteten Zulus. Seitdem heißt der Fluß Blood River.


In der 30 m hohen überkuppelten Heldenhalle befindet sich ein symbolischer Grabstein mit der Inschrift "Ons vir jou, Suid-Afrika" ("Wir für Dich, Südafrika"). Sie ist so angebracht, dass alljährlich am Jahrestag der Schlacht am Blood River um 12:00 Mittags ein Lichtstrahl darauf fällt.
Das Denkmal ist umgeben von einer Mauer aus 64 steinernen Ochsenkarren, die eine Wagenburg symbolisieren.

Wenn man die zahlreichen Treppen nicht scheut (wie wir, weil wir einfach zu müde waren), hat man einen wunderbaren Ausblick auf Pretoria.

        Vortrekker Monument

 

Meine ganz persönliche Meinung: nach meinen Geschmack ist das Monument nicht, da es wieder (ähnlich dem Language Monument in Paarl) eine Art Verherrlichung burischer Großmannssucht ist. Man muss sicher sehr vorsichtig sein mit solchen Einschätzungen, vor allem als Nicht-Südafrikaner, da man natürlich den Buren ihr historisches Verdienst beim Aufbau des Landes keineswegs absprechen kann. Aber die Mittel sind eben immer fragwürdig gewesen (die Tötung von 12.500 Menschen, die zweifellos zuerst dort waren, mit haushoch überlegenen Waffen, und dies dann noch als großen Feiertag zelebrieren ... und die Apartheid ... und vieles mehr).

 

b) Paul Krüger House:

Zweite Station der Stadttour in Pretoria war das Paul Krüger House. Das Wohnhaus des ehemaligen Präsidenten der Burenrepublik (Präsidentschaft von 1883-1900) ist heute Nationaldenkmal und Museum. Es ist ganz amüsant, zu sehen, wie man damals lebte. Trotz allem waren wir recht schnell durch und haben uns lieber bei den Außenanlagen etwas länger aufgehalten. Im Garten steht eine Steinbüste Paul Krügers und auch sein privater Eisenbahnwagen, mit dem er als Präsident der Burenrepublik immer unterwegs war.

         Paul Krüger House

 

c) Union Buildings:

Dritte Station in Pretoria - die Union Buildings, die die Stadt im Nordosten überragen.

Hier befindet sich in den Wintermonaten der Sitz der Regierung. Die wunderschönen Terrassengärten und großen Rasenflächen ziehen sich den gesamten Hügel (er heißt Meintjieskop) hinunter. Den halbstündigen Spaziergang in den schönen Gartenanlagen an der frischen Luft haben wir genossen.

 

        Union Buildings

d) Pancake House:

Vierte und letzte Station, bevor es dann endlich in Hotel ging, war ein Pancake House. Das ist keine Sehenswürdigkeit, nur ein Platz, wo man etwas Ordentliches zu Essen bekommt. Wir waren allerdings so übernächtigt, dass wir nur einen Salat heruntergebracht haben.

 

Dann gings endlich ins Hotel.
Das Hotel "Manhattan" hatte riesige Zimmer. Wir hatten so eine Art Suite mit 2 Zimmern. Das hintere haben wir sofort bezogen, weil es etwas ruhiger war und dort der Straßenlärm nicht so stark zu hören war. Nach der heiß ersehnten Dusche sind wir gegen 17:30 erst einmal ins Bett gegangen. Gegen Mitternacht noch mal kurz aufgewacht, das Gepäck für den nächsten Tag zusammengepackt (Koffer auspacken war nichts, weil wir ja wieder weiter mussten) und weiter geschlafen, bis um 06:00 in der Früh.

 

Ach übrigens, in Südafrika braucht man für Fön, Rasierapparat, Ladegeräte und alles, was man sonst mal an die Strippe hängen muss, einen Adapter. Unser Reiseleiter verteilte im Hotel einen solchen, allerdings mit dem Hinweis, dass er von jedem 20 Rand dafür bekommt. Nun, ich nahm ihn, aber die Überraschung kommt später ...

 

Unser Reisleiter, Theo, war im Übrigen etwas gewöhnungsbedürftig. Ich habe ja selbst mal als Reiseleiterin gearbeitet und meinte eigentlich, so etwas dürfte es gar nicht geben. Aber Reiseleiter gibts ... die gibts gar nicht! Theo sprach einen sehr stark ausgeprägten schwäbischen Dialekt, was mich als selbst "Dialektiker" ja nicht stört, aber manchmal war er doch nicht wirklich gut zu verstehen durch das Busmikrophon. Die zweite etwas eigentümliche Marotte von ihm war, dass er vom 30-jährigen Krieg zu den Ameisen alles erzählte, aber in einer nicht recht erkennbaren Reihenfolge. Man konnte seinen Gedankensprüngen manchmal unmöglich folgen. Ok, er wusste sehr viel und erzählte auch sehr viel. Wirklich für uns wichtige Sachen aber unterschlug er auch - und das war nicht so toll. Außerdem antwortete er niemals oder nur dusslig auf eine direkte Frage, so dass wir meist genervt aufgaben und uns entweder anderweitig erkundigt haben, oder aber die Frage leider unbeantwortet blieb.

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3. Tag: Blyde River Canyon - God's Window - Lisbon Falls - Pilgrims Rest - Hotel "The Winkler":

06:15 wurden wir geweckt. Ist schon irre früh, aber wir waren nach dem langen Schlaf endlich wieder munter, selbst zu so nachtschlafender, urlaubs-unfreundlicher Zeit. Nach einen super Frühstück gings wieder on the road Richtung Osten, über die Nationalstrasse n° 4 über Belfast, Middleburg und Leydenburg zum Blyde River Canyon.

 

a) Blyde River Canyon:

Der Blyde River Canyon gehört zu den großartigsten und eindrucksvollsten Naturerscheinungen Südafrikas. Er wird überragt von den Three Rondavels, drei Felsen, die wie die afrikanischen Rundhütten geformt sind. Am Zusammenfluß mit dem Origstad River hat ein Staudamm einen eindrucksvollen See entstehen lassen. Der Blick von der Höhe über die mit Flechten bewachsenen Felsen, den Stausee in der Tiefe und das weite Lowveld im Hintergrund ist einfach großartig und überwältigend. Wir hatten auch noch Glück mit dem Wetter. Die Sonne schien und die Licht- und Schattenspiele an den Berghängen und der Kluft des Canyons waren fantastisch.


                                              
Blyde River Canyon                                                The Three Rondavels

 

b) Lisbon Falls:

Nicht sehr hoch, aber eingebettet in eine fantastische Natur, stürzt der Blyde River in 4 Wasserfällen in die Tiefe. Auch dort schien die Sonne und bei Sonnenschein ist eben eine solch großartige Natur noch viel schöner.


        Lisbon Falls

 

c) God's Window:

"Gottes Fenster" ist ein 1829 m ü.M. liegender Aussichtspunkt. Man hat von dort einen unglaublich weiten Ausblick, nach Norden über den Blyde River Canyon, nach Osten über das weite Lowveld und den Krüger-Nationalpark und nach Westen über waldreiche Berge.

Auf mehreren kleinen Aussichts-"Balkonen" drängen sich die Besucher und schießen unzählige Fotos. Die Vegetation ist unglaublich üppig und grün und schon allein diese ist einen Besuch wert. Auch hier war uns das Wetter hold und die Sonne zauberte fantastische Licht- und Schattenspiele an den hohen Berghängen.


        God's Window

 

d) Pilgrim's Rest:

In der Nähe des Ortes Graskop (sprich Chraskop - über den Namen haben wir uns tagelang amüsiert und uns gegenseitig mit "du Graskopp" tituliert) liegt das unter Denkmalschutz (National Monument) stehende ehemalige Goldgräberstädtchen Pilgrim's Rest. Man kann dort eine sorgfältig restaurierte Kleinstadt der Jahrhundertwende mit Wohnhäusern, Geschäften, einem Hotel und einem kleinen Museum bewundern.

Wie immer hatten wir nur eine vorgeschriebene Zeit dort zum Verweilen. Also, einmal die Straße hoch und einmal runter, das Museum haben wir uns natürlich geklemmt und sind stattdessen in die urige Bar des Hotels "Royal" auf ein last-minute-Bier, bevor die Gruppe auch schon wieder zusammengetrieben wurde.

 

        Pilgrim's Rest

 

An diesem Nachmittag bewölkte es sich mehr und mehr, aber es war recht warm und regnete nicht.
So hatten wir also für die "Panorama Route" großes Glück mit dem Wetter.

 

Das war das offizielle Programm an diesem Tag und ca. 40 km von Graskop bezogen wir unser Hotel für die nächsten 2 Nächte.
Das Hotel "The Winkler" liegt zwischen Whiteriver und Hazyview, ziemlich in the middle of nowhere. Machte aber nichts, da die wunderschöne Anlage des Hotels uns für die abgelegene Lage entschädigte.

 

        Rezeption des "The Winkler"

 

Wir haben ein schönes großes Zimmer mit Balkon und Blick auf den Pool bekommen.

Raus konnten wir nicht zum Abendessen, es sei denn, wir hätten ein Taxi in die nächste Stadt genommen. Aber da wir uns nicht auskannten, zogen wir es vor, im Hotel zu bleiben.

Die meisten aus unserer Gruppe gingen eh früh schlafen, da am nächsten Morgen wieder "vor dem Aufstehen" Wecken angesagt war zur Safari im Krüger Nationalpark.
Wir haben uns spontan entschlossen, uns den ersten der beiden Safari-Tage im Krügerpark zu klemmen und stattdessen einen ruhigen Tag in der wunderschönen Anlage des Hotels zu verbringen und vor allem einmal urlaubsmäßig auszuschlafen.


Ein Grund dafür war auch eine recht unangenehme Überraschung, nämlich dass wir für die Safari in offenen Jeeps noch einmal ca. 30,00 € extra pro Safai-Tag bezahlen sollten. Und ich habe immer gedacht, es wäre selbstverständlich, dass eine Safari im offenen Wagen gemacht wird, wie auch sonst. Nein, im Bus! ... und einen Jeep gabs nur für den Extra-Obulus. Da wir in Kenia schon sehr viele Safaris gemacht haben, konnten wir ruhigen Gewissens auf einen Tag verzichten.

 

Kampf mit dem Adapter! der Stecker des Handyladegeräts ging zwar rein, aber nicht wieder raus. Mit viel Kraft und etwas roher Gewalt habe ich ihn doch noch heraus gekriegt, aber das konnte eigentlich nicht der richtige Weg sein. Meine Schwester traute sich natürlich nicht, nun auch noch ihr Handy zu laden.
Und zu unserer Überraschung zeigte uns der von mir zu Hilfe gerufene Rezeptionist eine "deutsche" 2-polige Steckdose im Zimmer. Whow! Problem gelöst.
Aber die Storry ist noch nicht zu Ende ...
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4. Tag: Hotel "The Winkler" - Whiteriver:

Eigentlich wollten wir ausschlafen, aber das wollte wohl der room service nicht. 8:00 hämmerte er an die Tür, wohl eher pro forma, denn er musste wohl annehmen, dass wir auf Safari sind. Waren wir aber nicht. Also aufgestanden und in Ruhe zum Frühstück gegangen. Wir waren fast die einzigen in dem großen Hotel. Das Wetter war in der Früh noch ganz vielversprechend, Sonne-Wolke und mild. Also ab an den Pool. Kaum hatten wir uns dort niedergelassen, zog sich der Himmel immer mehr zu. In der Hoffnung, dass es wieder aufreißt, haben wir bis zum frühen Nachmittag dort ausgehalten.

Da es doch kein richtiges Pool-Wetter mehr war, haben wir beschlossen, mal nach Whiteriver zu fahren. Problem: an der Rezeption sagte man uns, dass man nur mit dem Taxi dorthin käme. Nun gut, also Taxi rufen lassen, nachdem wir erst mal ewig den Preis verhandelt haben. Billig wurde es aber trotzdem nicht, aber was sollten wir machen. Wir warteten und warteten, aber das Taxi kam nicht. Nach ca. 45 min. sagte man uns, dass das Taxi nicht ran käme, weil wegen eines Unfalls die gesamte Strasse gesperrt wäre.
Gute Miene zum bösen Spiel gemacht und uns entschlossen, eine große Runde durch das gesamte Anwesen zu laufen.
Die "property" war wunderschön, sehr ländlich, weitläufig, mit Tennisplatz, Avocadoplantagen, Pferden und den kleinen hübschen Häuschen der Besitzer und Angestellten des Hotels.
Als wir fast wieder zurück am Hotel waren, kommt eine der schwarzen Angestellten auf uns zu gerannt ! (sonst rennen sie eigentlich nie) und sagte, dass das Taxi nun doch da wäre.

Also, auf nach Whiteriver. Die Stadt ist nicht spektakulär, aber klein und recht hübsch und vor allem gab es ein großes Einkaufszentrum "Pick 'n Pay".

Thema Adapter ... in einem Laden sahen wir die Adapter für gerade mal 7 Rand ... !!! (ist schon sehr viel weniger als 20 Rand, oder!)
Dort haben wir uns eineinhalb Stunden herumgetrieben - nichts gekauft außer 2 Dosen Bier und 2 Sprite - und sind dann mit dem Taxi wieder zurück ins Hotel.
Mittlerweile war auch die Gruppe von der Safari wieder zurück.

Der Abend verlief sehr amüsant mit zwei der einheimischen Busfahrer, die ihre helle Freude daran hatten, uns ein paar deftige Kraftausdrücke auf Afrikaans beizubringen.

Obwohl das Wetter nicht so berauschend war, hatten wir uns am Pool erstaunlicherweise einen leichten Sonnenbrand zugezogen.

 

   
Busfahrer und Afrikaans-"Lehrer" Rowan und wir Beide

 

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5. Tag: Safari im Krüger Nationalpark:

Wecken um 06:00. Für eine Safari eigentlich viel zu spät, da um diese Zeit alle Tiere bereits gefrühstückt und sich zum Verdauungsschlaf wieder zurückgezogen haben. Wir sind erst 08:00 losgefahren, waren allerdings nach kurzer Fahrt bereits am Numbi-Gate, eines der südlichsten Eingangstore zum Park.

 

        Numbi Gate


Der Krüger Park ist eins der ältesten Tierreservate Afrikas und der ausgedehnteste Nationalpark Südafrikas. Man kann dort die Fauna und Flora Afrikas in ihrer ursprünglichen Form hautnah erleben. Kein anderes afrikanisches Tierreservat soll so tierreich sein.

Gesehen haben wir trotzdem nicht sehr viele Tiere. Ich weiß nicht, wie es im nördlichen Park ist, aber im südlichen Teil des Krüger Parks ist Baumsavanne. Die Vegetation ist relativ hoch und ziemlich dicht und die Tiere können sich fantastisch dahinter verstecken. Dazu kommt, dass der Park mit asphaltierten Strassen durchzogen ist, die man nicht verlassen darf, so dass man nicht (wie etwa in der Maasai Mara in Kenia) an die Tiere heranfahren kann. Es war trotzdem ein schöner Tag. Zu Anfang haben wir immer nur "Olifant kak" (Elefantenlosung - den deftigen Afrikaans-Ausdruck haben uns unsere Busfahrer beigebracht) gesehen, aber nicht den Verursacher der Haufen. Später aber haben wir doch noch einige Elefanten gesehen. Wie Sand am Meer gibts die hübschen, grazilen Impalas. Von denen haben wir so viele gesehen, dass es am Ende schon gar nicht mehr interessant war. In Laufe des Tages sahen wir Giraffen, Zebras, Impalas, Kudus, Hippos, Geier und Paviane. Die Big Five (Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn) haben wir - außer dem Elefant - nicht gesehen.

Schön war es trotzdem und vor allem recht erholsam. Die Landschaft ist fantastisch. Im Sonnenschein wäre es natürlich noch schöner gewesen. Es hat sogar einmal ziemlich geregnet. Aber gegen das Wetter kann man nichts machen.

Gegen 16:30 waren wir wieder zurück im Hotel.

 

Auf dem Rückweg wieder eine Überraschung: Der Ort Hazyview ist viel größer und möglicherweise auch interessanter als Whiteriver. Dabei ist er in etwa genauso weit von Hotel entfernt wie Whiteriver. Hatte uns aber keiner gesagt.
Und der absolute Hammer: Etwa 10 Meter neben dem Haupttor zum Hotel befand sich eine ganz normale Bushaltestelle. Von dort hätten wir am Vortag einfach und günstig mit dem Bus in die Stadt kommen können.
Warum sagt ein Reiseleiter das nicht? Und warum sagen die Rezeptionisten das nicht? Denken die, dass Touristen grundsätzlich reich sind und immer nur mit dem Taxi fahren?
Bisschen geärgert haben wir uns schon.

 

Den Abend haben wir wieder im Hotel verbracht. Wieder mal den Koffer zusammenpacken, Hotelrechnung bezahlen, noch einmal ein bisschen Afrikaans mit den Busfahrern "geübt" und kurz vor Mitternacht ins Bett.

Am nächsten Tag gings nach Kapstadt.

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6. Tag: Johannesburg - Flug nach Kapstadt - Kapstadt:

Wecken mal wieder um 05:30. In aller Herrgottsfrüh hatte ich meinen ersten Kampf mit dem Koffer, der sich nach dem ewigen Klamotten von unten vorziehen und irgendwie wieder reinstopfen nur wiederwillig schließen ließ. Aber mit 50 kg Körpergewicht draufknien und draufsetzen ging er dann doch zu.
Am Bus wieder das übliche Spielchen: Koffer identifizieren, damit auch sicher war, dass der Koffer drin und vor allem im richtigen Bus war.
Und  nun kam es zum letzten Kapitel mit dem Adapter: Theo meinte, von Dir kriege ich noch 20 Rand. Oh, hatte ich total vergessen. Den wollte ich ihm ja so und so zurückgeben, weil er ja fast meinen Stecker nicht mehr freigegeben und ruiniert hätte und zweitens wollte ich sein Wuchergeschäft nicht unterstützen. Und nun lag das Teil natürlich irgendwo im Koffer. Also, Koffer wieder aufmachen, Adapter gesucht und auch gefunden! Schwester noch kurz zum Koffer beschweren und zuquetschen missbraucht und Adapter zurückgegeben. Dumm gelaufen für Theo, der natürlich etwas verschnupft war und mir nicht glauben wollte, dass wir die Teile für nur 7 Rand gesehen haben. Nicht mein Problem!

Gegen 08:00 fuhren wir los, über die hübsche Stadt Nelspruit, weiter über Machadodorp, in Richtung Johannesburg Airport, wo wir gegen 13:00 ankamen.

Dort haben wir uns von Theo und unserem super guten Fahrer John verabschiedeten. John sagte uns noch, dass wir in den 5 Tagen insgesamt 2.770,00 km gefahren sind.

      Johannesburg

 

Wieder rumhängen auf dem Airport bis es dann 14:45 endlich nach Kapstadt ging. Der 2-stündige Flug war angenehm und als wir in Kapstadt landeten, schien die Sonne von einem strahlend blauen afrikanischen Himmel und es war warm, allerdings auch ziemlich windig.

Die Kapstädter Reiseleiterin tauchte auf, Marion, die gleich zu Beginn einen deutlich besseren und kompetenteren Eindruck machte als Theo. Wir waren wieder "African Eagle - Gruppe C" (das ist der Name der südafrikanischen Incoming Agentur und wir hatten uns natürlich schon gemerkt, wer wir sind). Im Bus dann der Schock am Nachmittag: Marion sagte uns, dass diejenigen, die die 5-tägige Verlängerung in Kapstadt gebucht haben, nochmals umziehen müssten, wenn der "offizielle" Teil der Rundreise vorbei ist. Natürlich ging ein Raunen der Entrüstung durch den Bus, aber was sollten wir schon machen.
Am durch die erste Herzverpflanzung berühmt gewordenen Krankenhaus Groote Schuur (heißt übrigens Große Scheune auf Deutsch) vorbei, durch das Zentrum Kapstadts fuhren wir zu unserem Hotel, dem "Cape Town Hollow". Beglückt stellten wir fest, dass das Hotel fast im Zentrum liegt.
Dort lernten wir unsere zweite Reiseleiterin kennen, Jana, eine junge Tschechin, die seit 7 Jahren in Kapstadt lebt und mit ihrem Mann nach Südafrika gekommen ist, der sie während ihres Praktikums in Ghana kennen gelernt hatte - romantisch, nicht wahr. Sie sprach sehr gut Deutsch, war laut, quirlig und sehr rührig. Sie brachte uns auch die herrliche Nachricht, dass wir NICHT noch einmal umziehen müssen.

Das Zimmer war sehr klein mit wenig Verstaumöglichkeiten, alles bisschen schwierig bei zwei Frauen mit einer Menge Klamotten, aber man arrangierte sich schon. 
Aber atemberaubend der Blick aus dem Fenster: Eine Drehung des Kopfes nach rechts und da war er - der Tafelberg. Einfach herrlich. Kapstadt hat mir sofort bereits bei der Fahrt ins Hotel gefallen, obwohl wir da noch gar nicht viel gesehen hatten.

Den Abend haben wir im Hotel verbracht, glücklich, dass wir endlich mal wo angekommen sind, wo wir auch eine Weile bleiben und endlich mal den Koffer auspacken konnten. Zur Feier des Tages haben wir uns mit anderen aus unserer Gruppe in der Bar getroffen und Kapstadt mit mehreren Gläsern Kapwein begrüßt.

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7. Tag: Kapstadt - Tafelberg - Stadtrundfahrt - Waterfront:

a) Tafelberg

Wecken war wieder zu nachtschlafender Zeit um 07:00. Machte aber nichts. Raus aus dem Bett, ein Blick aus dem Fenster und da war er wieder - der Tafelberg im herrlichsten Sonnenschein und ohne Tafeltuch. Was will man mehr - auch wenns so früh am Morgen ist.
Da man in Kapstadt nie genau weiß, ob das Wetter hält, sind wir sofort auf den Tafelberg rauf. Schon die Fahrt über die steil ansteigende Strasse (Kloofnek) bis zur Seilbahnstation ist fantastisch. Die Seilbahngondel dreht sich während der Auffahrt um sich selbst und ich konnte mich gar nicht satt sehen und habe fotografiert wie verrückt. Irgendwie meinte ich wohl, etwas zu verpassen, obwohl ich mir ja denken konnte, dass oben auf dem Berg erst der richtige Hammer kommt. Und es war auch so. Beim Rundgang über das Plateau eröffnet sich ein spektakulärer Blick nach dem anderen. Man kann es nicht beschreiben, das muss man einfach sehen. Die Stadt ist fantastisch, so wie sie dem Tafelberg zu Füßen liegt. Der Blick auf die vorwiegend weißen Häuser, das dunkelblaue Meer und ein Stückchen vor der Küste Robben Island und die anderen Berge der Bergkette - Signal Hill und Lion's Head - irgendwie hält man den Atem an, wirklich! Es ist einfach traumhaft schön.

 

Atemberaubende Aussichten auf ...

                  

       Camps Bay                                        den Signal Hill                                    und den Lion's Head

 


Spät dran und wohl wissend, dass ich zu spät zum Bus zurückkomme, habe ich mir aber auch noch das Vergnügen gegönnt, ein paar Dassies oder Klippschliefer, kleine Pelztierchen, die dort auf den Felsen leben, zu beobachten.

 

b)Boo Kaap - Malaienviertel

Weiter gings ans Boo Kaap ins Malaienviertel, am Fuße des Signal Hill, wo seit dem 19. Jahrhundert Malaien ansässig sind. Steile kopfsteingepflasterte Strassen ziehen sich hügelab- oder -an, wie mans halt betrachtet, und links und rechts reihen sich kleine farbenfroh gestrichene Häuschen, z. T. terrassenförmig gebaut, dazwischen immer wieder eine Moschee in zartem mintgrün. Darüber ein unglaublich blauer, wolkenloser Himmel, der die Farben leuchten läßt. Es ist fantastisch!

 

        Malaienviertel


Marion sagte uns, dass die Häuschen zwar klein sind, aber alle haben einen schönen Innenhof, so dass sie keineswegs eng sind.
Fasziniert blieben wir vor dem Fenster eines Maklers stehen, wo ein solches Häuschen zum Kauf angeboten wurde. Naja, billig ists nicht. Aber bisschen träumen darf man doch, nicht wahr.

 

c) Company's Garden

Nächste Station war der Company's Garden, ein kleiner Stadtpark direkt gegenüber von unserem Hotel. Gleich am Eingang gerieten alle in helle Verzückung, als ein Eichhörnchen mitten auf dem Weg saß und sich durch eine tanzende und singende Gruppe schwarzer Kids nicht im geringsten stören ließ. Ein bisschen nervös wurde es aber dann doch angesichts aller sich hinhockenden Touristen auf der Jagd nach dem ultimativen Portraitfoto des putzigen Tierchens. Bei dem kurzen Rundgang durch den kleinen, aber wunderschönen botanischen Garten sahen wir noch ganz viele der niedlichen Eichkätzchen. Der Park ist eine Oase zum spazieren gehen und ausruhen, nicht nur für die Kapstädter und die Besucher der Stadt, sondern auch für zahlreiche Penner, die aber niemandem etwas tun (zumindest nicht tagsüber), sondern nur auf den Rasenflächen herumhängen und liegen. Abends allerdings sollte man nicht mehr in den Park gehen, dann ists dort nicht mehr ganz so sicher. Ein Teil des Parks ist sogar nach Einbruch der Dunkelheit gesperrt, um zwielichtige Gestalten fern zu halten. Beeindruckend ist das Denkmal des Diamantenkönigs Cecil John Rhodes, der mit ausgestrecktem Arm seinen Landsleuten zeigt, wo sie hingehen sollten, um das Land zu erobern und zu erschließen - mit den in Stein gemeißelten Worten "Your Hinterland is there".

 

        Cecil Rhodes Monument

 

d) Castle of Good Hope

Wieder im Bus gings weiter zum Castle of Good Hope. Drin waren wir nicht, wir sind nur dort ausgestiegen für einen kurzen Fotostop - und das war auch ok so. Wir als Museumsmuffel müssen das auch nicht unbedingt haben.
Das Fort ist das älteste Gebäude der Stadt und da Kapstadt die älteste Stadt Südafrikas ist, ist es auch das älteste Gebäude des Landes - beeindruckend, nicht wahr. Das sternförmige Castell mit fünf kanonenbestückten Bastionen wurde 1666 von rund 3000 Matrosen in nur einem Jahr erbaut. Die Festung war Residenz der Gouverneure am Kap, aber einen Angriff musste sie nie abwehren. Drinnen befindet sich eine Möbel-, Porzellan- und Gemäldesammlung des 1968 verstorbenen Kunstmäzens William Fehr und ein kleines Militärmuseum. Aber das haben wir uns auch an unseren "freien" letzten 5 Tagen nicht angesehen.

 

        Castle of Good Hope

 

 

e) Victoria & Alfred Waterfront

Und weiter gings zur letzten Etappe an diesem Tag, zur Waterfront. Zufall oder nicht, wir hatten Glück und kamen genau 12:00 mittags dort an, denn jeden Tag um 12:00 wird vom Signal Hill die "Noon Gun", die Mittagskanone, abgeschossen. Und den Signal Hill kann man vor der "Alfred Mall", dem ersten und ältesten Shopping Center an der Waterfront, ganz fantastisch sehen. Ein dumpfer Knall und ein paar Rauchwölkchen, die über dem Berg verwehen - und alle wissen, es ist "high noon".
Marion machte mit uns einen kurzen Orientierungsrundgang durch die Waterfront, die zuerst etwas verwirrend erscheint, es aber absolut nicht ist. Nach dem ersten gemütlichen Erforschungsrundgang weiß man, wo es langgeht, ganz sicher. Sie zeigte uns, wo sich ein Geldautomat befindet und wo man relativ sicher, ohne allzu viel Angst vor Banditen, sein Geld ziehen kann. By the way, die Waterfront gilt als sehr sicher, auch noch in den Abendstunden.

Noch einmal hatten wir Glück, nämlich als wir die Fußgängerbrücke über einen der Hafenkanäle zur Seite gefahren sehen konnten, denn es wollte gerade ein Schiff durch. Wir waren noch oft an der Waterfront, aber es war das einzige Mal, dass wir die Brücke "abgeklappt" gesehen haben.
Und dann ließ man uns allein, der Nachmittag war "zur freien Verfügung". 
Fantastisch, für Shopping Fans wie uns ist die Waterfront das Paradies. In der "Victoria Wharf" befinden sich auf zwei Etagen unzählige Geschäfte. Zu Beginn haben wir uns immer noch mal ein bisschen verlaufen. Der Aha-Effekt kam immer mit "Nanu, den Laden haben wir doch schon mal gesehen". In den Shopping Malls und draußen gibt es unzählige Cafés, Kneipen, Bars und Restaurants, vom Burger King bis zum Portugiesischen Nationalitätenrestaurant. Man kann sich dort stundenlang aufhalten und vergnügen und war sicherlich immer noch nicht in jedem Laden.
Dort habe ich auch gleich am ersten Tag nach relativ zähen Handeln (eigentlich geht Handeln dort nicht) eine schöne Ledertasche erstanden, die mich jetzt jeden Tag ins Büro begleitet. Bisschen teuer, aber letztlich ein sehr guter Kauf, weil ich zu Hause trotz ewigem Suchen nicht mal entfernt Ähnliches gefunden habe.


        das Paulaner-Bräuhaus an der Waterfront


Es war schon dämmerig als wir uns ein Taxi schnappten und ins Hotel zurückfuhren.
Der Tag war fantastisch und das Wetter hat auch durchgehalten. Es war fast den ganzen Tag sonnig, am Nachmittag gab es ein paar Wolken über dem Tafelberg. Am Abend wurde es allerdings schnell kühl und wieder kam ein ziemlich starker Wind auf der nachts zum richtigen Sturm wurde.

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8. Tag: Kaphalbinsel: 
Kirstenbosch - Hout Bay - Cape of Good Hope - Cape Point - Boulders

Nach einer total stürmischen Nacht - der Wind hat die ganze Nacht wie verrückt an den Fenstern gerüttelt - war wieder mal um 06:30 wecken. Wie immer mein Sprung aus dem Bett und Blick zum Tafelberg ... es war ziemlich bewölkt, aber irgendwie versprach es aufzuklaren. Also Sandaletten angezogen und los. Pünktlich 08:00 sind wir losgefahren zur ersten Station.

 

a) Botanischer Garten Kirstenbosch

Ein Jammer wars, es war total bewölkt und sogar recht kühl und ich hatte Eisfüße in meinen Sandalen. Der Botanische Garten ist wunderschön - er gilt als einer der schönsten der Welt - , aber in einem Garten braucht man einfach Sonnenschein, damit das Grün und alle Blüten so richtig zur Geltung kommen. Leider hatten wir den nicht, mal abgesehen davon, dass wir im Herbst in Kapstadt waren und so und so im Frühjahr das meiste blüht. Alles war grau in grau und so faszinierten uns am meisten die steinernen Skulpturen, die überall im Garten stehen und die Schwärme von Perlhühnern, die wir nur aus dem Zoo kennen und die dort einfach so herumlaufen.
Das Gelände war ursprünglich Farmland, wurde 1895 von Cecil John Rhodes erworben und 1902 der Nation zum Geschenk gemacht. Eine große Zahl von heimischen Pflanzen wird dort gezüchtet, kultiviert und studiert.

 

        Kirstenbosch

 

b) Hout Bay und Robbenkolonie

Weiter ging die Fahrt nach Hout Bay an der Westküste der Kaphalbinsel. Hout Bay heißt auf Deutsch Holzbucht, weil früher von dort Holz verschifft wurde. Hout Bay ist eine traumhaft schöne Bucht, eingerahmt von einer Bergkette mit der höchsten Erhebung, dem Sentinel. In der Bucht liegen eine Unmenge von Yachten. Als wir dort ankamen, riß der Himmel auf und es passte zum gesamten spektakulären Bild der Bucht mit dem Sentinel, dass sich weiße Wolken an einem strahlend dunkelblauen Himmel türmten.

Begrüßt von einer einheimischen Band, bestiegen wir ein Motorboot, welches uns zur Robbenkolonie auf einer kleinen vorgelagerten Insel brachte.
Wild aufs Fotografieren der Wahnsinns-Aussicht auf die Bucht und den Berg, habe ich mich natürlich in der Nähe der Rehling niedergelassen. Das war absolut keine gute Idee, denn durch den starken Wind gingen die Wellen dermaßen hoch, dass ich bald eine ordentliche Dusche abbekommen habe. Nicht sehr angenehm, bei der Kälte und dem Wind auch noch naß zu werden.
Die niedlichen Pelzrobben habe ich zwar gesehen, aber naß wie ich war, konnte ich das gar nicht so richtig genießen und habe mich bald wieder unter das Dach des Bootes verzogen.

 

        Hout Bay mit dem Sentinel


Zurück in Hout Bay kam die Sonne wieder etwas stärker raus und ich wurde auch mehr oder weniger wieder trocken. Die Frisur war natürlich ruiniert.

 

c) Cape of Good Hope

Wieder im Bus wurde erst einmal abgestimmt, ob wir über die wunderschöne, aber teure Mautstrasse "Chapman's Peak Drive" in Richtung Cape fahren, oder eine weniger spektakuläre Strasse nehmen. Sollten wir uns für Chapman's Peak entscheiden, würde das für jeden ca. 6 Rand kosten, denn die Maut beträgt 200 Rand. Alle waren sich einig, dass wir die schöne Panoramastrasse nehmen sollten - und zahlten bereitwillig die 6 Rand.
Und es hat sich gelohnt. Trotz der sich wieder verdichtenden Wolken war die Aussicht zurück auf Hout Bay und den Sentinel atemberaubend. Wie muss das erst bei Sonnenschein sein.
Der Chapman's Peak Drive war übrigens bis vor ca. 2 Jahren noch gesperrt, weil es dort unverhältnismäßig viele schlimme Unfälle gab. Nach der Ausbesserung einiger Straßenabschnitte und der Anlage einiger gesicherter Aussichtspunkte ist die Strasse nun wieder geöffnet. Um dichten Verkehr und Raser aber unter Kontrolle zu halten, hat man die teure Maut eingeführt, von der sich dann doch einige abschrecken lassen.

 

Weiter ging die Fahrt durch den Nationalpark "Cape Peninsula" durch zum Teil recht schroffe und öde Vegetation bis zum Cape of Good Hope, dem Kap der Guten Hoffnung.
Je weiter man nach Süden kommt, desto eintöniger wird die Vegetation und man sieht eigentlich nur noch eine Art Erika-Gewächse und den Fynbos, die typische Kap-Vegetation, eine Art kurzes hartes Gras. Ein paar Strauße und hin und wieder eine Antilope begegneten uns unterwegs.
Über all dem ein grauer wolkenbeschwerter Himmel, feuchte Kälte und stürmischer Wind.

Als wir am Cape of Good Hope aus dem Bus ausstiegen, erwischte uns erst mal eine Windbö, die uns fast umgeworfen hätte. So einen starken Wind habe ich noch nie erlebt. Mit Mühe haben wir uns dem Sturm entgegen gestemmt und haben uns vom Parkplatz bis zu den Schildern, die den südwestlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents markieren, vorgekämpft. Fotografieren war fast unmöglich. Ich wusste gar nicht, wie ich mich noch einstemmen sollte, damit mich der Sturm nicht umweht und damit die Fotos nicht verwackelt werden.

 

        Tafel am Cape of Good Hope


Bis heute kann ich nicht verstehen, wie es eine Gruppe von Besuchern fertig brachten, auf den Felsen dort herum zu steigen. Die Gefahr, von dem Wind umgeweht zu werden und abzustürzen ist riesig.
Wir haben es alle nicht lang dort ausgehalten. Amüsiert haben wir uns aber dann wieder über die "schicken Fönfrisuren", die Männlein wie Weiblein hatten, als sie wieder in den Bus stiegen. Jeder zog erst mal Kamm und Spiegel aus der Tasche, aber viel genützt hat es nicht.
Marion tröstete uns und sagte, es wäre doch langweilig, das Kap immer nur im Sonnenschein zu sehen. Wir hätten jetzt das Kap genau so erlebt, wie die alten Seefahrer damals vor Hunderten von Jahren, nämlich stürmisch! Weshalb Bartolomeu Diaz, der 1488 als erster Europäer das Kap umsegelte, ihm auch zunächst den Namen "Cape of Storms" - Kap der Stürme hatte. Den freundlichen hoffnungsvollen Namen gab ihm der portugiesische König Heinrich der Seefahrer erst später.
Das Kap der Guten Hoffnung ist nicht wie oft angenommen, der südlichste Punkt Afrikas, das ist das ein ganzes Stück weiter östlich gelegene Cape Agulhas (Nadelkap). Aber hier treffen die beiden großen Meeresströmungen zusammen: der kalte Benguela-Strom und der warme Agulhas-Strom.

 

d) Cape Point

Vom Cape of Good Hope gings rüber zum Cape Point, wo wir eineinhalb Stunden Zeit zur freien Verfügung hatten. Am Cape Point landen letztendlich alle Busse und spucken die Touristen massenweise aus, denn es gibt ein Restaurant, einen Laden, wo man Snacks kaufen kann und mehrere Souvenirläden.
Der Cape Point liegt 212 m ü.M. Auf einer Klippe in 87 m ü.M. steht der neue, elektrisch betriebene Leuchtturm, dessen Leuchtfeuer zu den stärksten der Welt gehört.
Die steilen Felsklippen werden von unzähligen Seevögeln bewohnt.
Der Blick von der Höhe soll atemberaubend sein, verstärkt durch die seltsame Vorstellung, dass es bis zum Südpol nur noch Wasser und Eis und sonst nichts gibt.

Man kann auch vom Cape Point bis zum Cape of Good Hope auf recht bequemen Wanderwegen rüber laufen.

Das alles konnten wir leider nicht wirklich genießen, weil der stürmische Südostwind mehr als lästig war.
Stattdessen haben wir versucht, uns so gut es geht vor dem ekligen Wind zu schützen, indem wir uns ewig in den Souvenirläden herumtrieben.

Dort am Cape Point hatte ich noch ein erstaunliches Erlebnis, was wieder einmal der Beweis dafür ist, dass die Welt ein Dorf ist:

Ich stehe mit meiner Schwester total "vom Winde verweht" und zitternd an einer halbwegs windgeschützten Ecke, als ein Mann an mir vorbei lief. Ich sagte zu ihr "Hey, den kenn ich doch". Glauben konnte ichs eigentlich nicht und sie auch nicht, trotzdem sagte ich ganz vorsichtig "Arrie (so heißt er) is it you?" Er dreht sich um und kommt auf mich zu. Jawohl, er wars - ein Kollege von meiner Firma T-Systems South Africa. Wir hatten uns nur einmal gesehen, im Dezember 2004 bei einem Meeting in Nürnberg. Ein unglaublicher Zufall, dass wir uns bei den vielen Touristen am Cape Point und eben überhaupt dort getroffen haben. Kapstadt ist so groß. Aber es gibt eben solche erstaunlichen Zufälle.

 

Kurz vor der Abfahrt noch eine lustige Geschichte: Am Cape Point gibts eine Menge Paviane. Die großen Tiere sind zum Teil recht frech und aggressiv und es gibt sogar eine Affen-Wacht dort, Männer, die die Tiere mit Schleudern und Stöcken verjagen, wenn sie zu frech werden. Wir wurden auch gewarnt, nichts Essbares offen und sorglos herumzutragen, da die Paviane die Menschen aggressiv anspringen und sich das Futter auf diese Weise beschaffen.
Und genau das passierte. Ein riesiges Pavian-Männchen jagte einen der Touristen vor sich her, der sorglos einen Beutel mit Sandwiches in der Hand trug. Dahinter stürmte ein schwarzer Affen-Wächter, der mit seinem Stock versuchte, den Räuber in die Flucht zu schlagen.

Nach eineinhalb Stunden stürmischem Aufenthalt am Cape Point fuhren wir weiter, die Ostküste der Kaphalbinsel hoch, an der False Bay entlang, über Miller's Point bis nach Boulders.

 

        Cape Point

 

e) Simonstown - Boulders

In Boulders brütet einen Kolonie Brillenpinguine. Im immer noch stürmischen Boulders stiegen wir aus und liefen durch das kleine Städtchen bis hinunter zum Strand, wo diese drolligen Tierchen den gesamten Strand in ein schwarz-weißes watschelndes Gewimmel verwandeln.

 

        Penguins in Boulders

 

Auch dort haben wir uns nicht lange aufgehalten, da der starke Wind alles andere als angenehm war.
Amüsiert haben wir uns darüber, dass Pinguin auf Englisch "Penguin" heißt. Natürlich sprachen alle nur noch von den "Peng!!!guins".
Zurück im Bus fing es dann sogar noch an zu regnen und kurz drauf fielen sogar Hagelkörner. Wirklich ein Mistwetter vom "Feinsten".
Als wir durch Simonstown nördlich von Boulders fuhren, sahen wir, wie der Regen einen ganzen Hang runter auf die Strasse gespült hatte. Ein unglücklicher Autofahrer blieb im Schlamm stecken.

Nördlich von Simonstown fuhren wir irgendwann wieder rüber auf die westliche Seite der Kaphalbinsel.
Die Himmel riß genau zur rechten Zeit wieder ein bisschen auf, als wir über die wunderschönen Vororte Bakoven, Camps Bay, Clifton und Bantry Bay nach Kapstadt zurück fuhren.

Bei der Fahrt durch Camps Bay kam noch einmal allgemeine Verzückung auf angesichts der atemberaubenden Kulisse der Twelve Apostels und des Lion's Head, davor der hübsche weiße Ort, der menschenleere Strand und das blaugraue, vom Sturm aufgewühlte Wasser des Atlantik. Gerade wegen des schlechten Wetters haben wir ein paar dramatische Fotos gemacht (schaut Euch mein Fotoalbum an mit Camps Bay bei Mistwetter und dann bei strahlendem Sonnenschein).
Für mich und meine Schwester stand ab diesem Moment fest, dass wir ganz sicher noch einmal nach Camps Bay fahren - wenn nur das Wetter wieder besser wird.

 

Gegen 18:00 waren wir wieder im Hotel, total durchgefroren und derangiert durch den Sturm, die Frisur war schon seit Hout Bay keine mehr. Da half nur noch eine ausgiebige Dusche. Natürlich haben wir an diesem Abend keinen Schritt mehr vor die Tür gemacht.

 

Ca. 20:30 gabs einen Knall und es war dunkel im ganzen Hotel. Später erfuhren wir, dass ein Blitz genau in die Hauptstromleitung eingeschlagen hatte. Aus unserem gemütlichen Fernsehabend wurde nun zwar nichts, aber irgendwie hatte das Ganze natürlich etwas Romantisches. Also blieben wir in der Bar sitzen. Das Hotelpersonal stellte sofort überall Kerzen auf und auf die Toilette und die Treppe hoch in die Zimmer wurde man von einem mit einer Kerze ausgerüsteten Angestellten geleitet. Im Zimmer fand ich zum Glück ein Teelicht, so mussten wir nicht ganz im Dunkeln tappen.
Es stürmte, blitzte und regnete die ganze Nacht wie verrückt. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal so ein grausliges Unwetter erlebt zu haben.

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9. Tag: Winelands: Paarl - Franschhoek - Stellenbosch 
07:00 Wecken - immer noch Stromsperre. 
Mein täglicher Sprung aus dem Bett und Blick aus dem Fenster ... und was sehe ich? Nichts! Alles grau im Wolken- und Regenschleier und der Tafelberg weg, einfach verschwunden in der dunklen grauen Suppe. Erste Zweifel meldeten sich, ob wir den Ausflug in die Winelands überhaupt machen. Aber nach unten mussten wir erst mal, denn man kann ja nie wissen. Zu allem Übel hatte es auch noch durchs Dach geregnet, so dass überall auf den Treppenabsätzen Pfützen waren, die man mit viel Zeitungspapier versuchte aufzusaugen. Im Zimmer war es glücklicherweise trocken geblieben.
Marion meinte, natürlich machen wir die Fahrt, vielleicht wirds ja auch noch besser.

 

Nach dem Frühstück sind wir noch mal kurz hoch aufs Zimmer und als wir pünktlich halb 9 runter kamen - war der Bus weg! Na toll. Was kann man denn noch mehr machen, als pünktlich sein. Zum Glück war Jana noch im Hotel. Sie rief im Bus an und nötigte ihn zum Umkehren. Es stellte sich heraus, dass sich 2 Personen in den Bus geschlichen hatten, die den Ausflug gar nicht gebucht hatten. Sie wollten einfach später bezahlen - na super. Marion hat natürlich nur die Leute gezählt und als die Anzahl mit ihren Ausflugsvouchern übereinstimmte, fuhr man eben los.

Aber es ist ja nochmal gut gegangen. Und es ging auch weiter gut was das Wetter anbelangte.

Lustig war, dass alle Männer wegen der Stromsperre mit ihren unrasierten Gesichtern etwas komisch aussahen und sich dementsprechend unwohl fühlten.


Über die Nationalstrasse n°1 fuhren wir, vorbei am "Canal Walk", dem größten Shopping Center der Stadt mit über 400 Geschäften, in Richtung Paarl. Je weiter wir fuhren, desto mehr klarte der Himmel auf und der Wind ließ auch etwas nach.

 

        Winelands

 

a) Gut Nederburg

Erste Station war das Weingut Nederburg, eines der größten und auch bei uns bekannten Weingüter am Kap (geht mal in den Supermarkt, da stehen die Flaschen aus Nederburg).

Erika, eine typische Burin, die ausgezeichnet Deutsch sprach, empfing uns und brachte uns zur Weinprobe. Ausführlich und unglaublich interessant erzählte sie uns über den Anbau, Lese und die Abfüllung der verschiedenen Weine. Sie erklärte die verschiedenen Geschmacksrichtungen und qualifizierte wortreich jeden einzelnen der Weine, die wir verkosteten, mit Adjektiven wie vollmundig, spritzig, würzig, lieblich etc. Das hat sie super gemacht.
Obwohl ich schon vorher südafrikanische Weine getrunken hatte (und ich sie nie besonders gut vertragen habe, weil sie irre schwer sind), wurde mir dort in Nederburg ganz bewusst, dass ich die Rotweine nicht besonders mag (obwohl ich normalerweise Rotwein lieber mag als Weißwein). Was für die Kenner offensichtlich ein Zeichen besonders guter Qualität ist, nämlich das Tannin, ist nichts für mich. Allerdings soll sich der Geschmack nach Tannin angeblich bei längerer Lagerung merklich verringern. Egal, für mich schmeckt der Wein etwas muffig und hinterlässt so einen komischen pelzigen Belag auf der Zunge.
Der Schaumwein war absolut ok und ein nicht allzu trockener Weißwein auch.

 

Nach der Probe zeigte uns Erika noch die riesigen alten kunstvoll geschnitzten Fässer und den Weinkeller mit den vielen vielen Holzfässern. Diese kommen übrigens nicht nur aus einheimischer Produktion, sondern zum Teil aus Chile, Ungarn etc.

Das ehemalige Herrenhaus des Gutes ist ein wunderschönes Haus im typisch kappholländischen Stil. Obwohl ich als "Wahlbayerin" ein Radler jederzeit dem Wein vorziehe, hat mich das Gut Nederburg doch ganz schön beeindruckt.

b) Franschhoek

Von Nederburg bei Paarl ging es weiter durch die wunderschöne Natur des Hottentots-Holland-Nature Reserves, vorbei an dem beindruckenden Bergmassiv des "Sleeping Simon" (der Berg sieht aus wie ein riesiger schlafender Mann mit dickem Bauch - die Legende sagt, dass es der nach reichlichem Genuß von Kapwein eingeschlummerte Simon van der Steel ist), nach Franschhoek.
Leider fing es dort wieder an zu regnen, so dass wir in Franschhoek nur einen kurzen Fotostop am Hugenott-Memorial gemacht haben. Irgendwie kam ich mir ein bißchen wie die Japaner vor, die an 3 Tagen Europa durchqueren und überall nur für eine Minute halten, um ihre Fotos zu schießen.
Franschhoek ist ein hübsches kleines Städtchen. Auf Deutsch heißt das "Französische Ecke" und auch heute noch gehts dort sehr französisch zu, was allein schon viele Namen zeigen. Leider haben wir wegen des Regens nicht viel davon gesehen.

 

        Franschhoek

 

c) Stellenbosch

Um die Mittagszeit kamen wir in Stellenbosch an, wo wir 2 Stunden Zeit zum Bummeln hatten. Auch Stellenbosch ist ein sehr hübsches kleines Städtchen mit vielen überwiegend weißen Häusern im wunderschönen kapholländischen Stil. Bekannt und berühmt ist die Stadt durch den Weinbau, aber wohl noch mehr durch ihre Universität, die lange Zeit als das "Oxford der Buren" bezeichnet wurde. Heute haben alle Südafrikaner Zugang zur Uni, aber nur wenige können sich die astronomisch hohen Studiengebühren leisten. Die ganze Stadt ist überhaupt sehr "burisch", aber wunderschön.

Wir schlenderten gemütlich durch das kleine schachbrettartig angelegte Stadtzentrum. In einem Souvenirläden erstanden wir dann auch endlich unsere Kühlschrankmagneten in Form der Big Five und anderer afrikanischer Tiere. In den Souvenirläden des Nordostens waren sie uns immer zu teuer und wir meinten, die kriegen wir in Kapstadt überall. Das war aber nicht so - also haben wir in Stellenbosch endlich zugeschlagen.
Zum Glück spielte das Wetter weitestgehend mit. Als es mal kurz anfing zu regnen, verzogen wir uns in eine Pizzeria, wo wir für wenig Geld eine super Pizza Hawai verdrückt haben. Für den Preis nahm ich an, dass wir lediglich ein Stück so ca. 20 x 10 cm bekommen würden, so wie im Olympia-Einkaufszentrum in München etwa. Das Erstaunen war groß, als man uns jeder eine ganze große Pizza servierte. Wir hatten dann sogar wieder den altbekannten Zeitdruck, um rechtzeitig zum Bus zurück zu kommen.

 

        Kapholländisches Haus in Stellenbosch

 

d) Die Uitkyk

Letzte Station an diesem Tag war ein weiteres Weingut - Die Uitkyk (sprich: di Oitkoik - heißt auf Deutsch Ausguck).

Dort hatten wir noch einmal eine Weinprobe, was meine Erkenntnisse aus Nederburg noch einmal bestätigte, nämlich dass ich den Weißwein viel lieber mag als den Roten.
Das Weingut ist kleiner als Nederburg und auch sonst ist die Anlage ganz anders. In Die Uitkyk haben wir keinen Weinkeller besichtigt, dafür hatten wir schön Zeit, uns die Anlage des Gutes und das wunderschöne Herrenhaus anzuschauen.

Die Sonne kam gerade mal wieder raus und wir haben uns einen Spaß daraus gemacht und uns in Besitzerpose vor dem Herrenhaus fotografiert.
Hinter einem Hügel hockend, haben wir "die Uitkyk", also Ausguck, gespielt.
Das Wort und die Aussprache hat uns alle wieder köstlich amüsiert.

 

                                   

Herrenhaus von Die Uitkyk                                            wir Beide an unserem "Uitkyk"

 

Gegen 17:30 waren wir wieder zurück im Hotel. In Kapstadt regnete es wieder leicht, aber wenigstens hatte das Hotel wieder Strom.
Als "sorry" für eventuell erlittene Unbill durch den Stromausfall hat uns das Hotel mit Glühwein versorgt. Das fanden wir ganz toll, aber außer ein paar Gästen, die zusätzlich zur Dunkelheit auch noch kaltes Wasser zum Duschen hatten, ist ja wirklich nichts passiert.

 

Am Abend verabschiedeten wir uns in der Hotelbar von allen, die nicht die 5 Tage Verlängerung in Kapstadt gebucht hatten und nun schon wieder nach Hause mussten.
Am späten Abend hörte auch der Regen endlich auf und die Nacht war ruhig, endlich kein Sturm mehr.

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10. Tag: Stadtbummel in Kapstadt:

So schön eine Rundreise auch ist und dass man in relativ kurzer Zeit viele schöne Orte und atemberaubende Natur zu sehen bekommt - wir waren doch glücklich, endlich "frei" zu sein und dass wir endlich machen konnten, was wir wollten, ohne Zeit- und Gruppenzwang.

Also, erst mal ausgeschlafen, gemütlich gefrühstückt und los gings, die Stadt zu erkunden. Am Morgen war es noch ziemlich kühl und wolkig. Aber im Laufe des Tages wurde es immer sonniger und wärmer.
Wir durchstreiften die gesamte Innenstadt zu Fuß: St. Georges Mall, Green Market Square, Adderley und Long Street, machten in unzähligen Läden Halt und die Shopping-Manie begann. Es gibt in Südafrika ein paar super Marken - Billabong und Roxy - und natürlich mussten im Laufe der Tage einige T-Shirts mit.

Wir entdeckten den Weg zum Bahnhof und wo welche Busse abfahren.

Am Nachmittag führen wir mit dem Bus noch einmal zur Waterfront und weiter ging dort die Shopping-Tour. An der Waterfront begegneten wir natürlich auf Schritt und Tritt Anderen aus unserer Reisegruppe, die alle dasselbe taten wie wir.

Kurz vor 18:00 sind wir mit dem Minibus-Taxi zurück zum Bahnhof gefahren, um von dort ins Hotel zurück zu laufen.
Und da mussten wir eine befremdliche Erfahrung machen: Der Weg ist eigentlich nicht weit, aber wenn die Stadt nach Geschäftsschluss um 17:00 (ist auch gewöhnungsbedürftig, dass die schon 17:00 schließen) wie ausgestorben ist und nur noch etwas eigenartiges zwielichtiges Gesindel dort herumlungert, hat man es eilig, nach Hause zu kommen - und wenn dann auch noch die Dämmerung hereinbricht, zieht sich der Weg doch ganz schön.
Wir klemmten uns unsere Rucksäcke unter den Arm und schritten im Sturmschritt voran, immer die verdächtigen Grüppchen umgehend, mit dem Ziel, nur schnell das Hotel zu erreichen.
Vielleicht waren wir etwas zu traumatisiert. Aber unsere Reiseleiterin Jana erzählte uns, dass sie in den 7 Jahren, die sie in Kapstadt lebt, bereits die fünfte Halskette trägt und wir wären gut beraten, unsere Ketten abzunehmen, auch tagsüber. Denn die Diebe würden einfach von hinten kommen, ein Griff an den Hals und man hatte mal eine Goldkette gehabt. Keine Ahnung, ob das wirklich so schlimm ist. Auf jeden Fall hatten wir durch diese Geschichten unser Trauma weg und sahen an diesem Abend in jedem Passanten einen potentiellen Gauner.

Zurück im Hotel, haben wir uns endlich auch dieses einmal ein bisschen genauer angeschaut: den kleinen Pool auf dem Dach und eine winzige Sauna daneben, den conference room mit kostenlosem Internet, welches wir natürlich auch gleich mal genutzt haben, um Freunde und Bekannte zu Hause mit einem e-mail-Gruß aus Kapstadt zu beglücken.

 

In der Nacht kam der Wind wieder auf, aber es regnete zum Glück nicht mehr.

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11. Tag: Camps Bay:

Wieder bis 08:00 ausgeschlafen. Und dann ... ein Blick aus dem Fenster - herrliches Wetter, strahlend azurblauer Himmel und der Tafelberg in seiner ganzen Pracht, ohne Tafeltuch. Ein Tag wie geschaffen, um nach Camps Bay zu fahren.
Von Jana haben wir erfahren, dass der Bus einmal pro Stunde vom Bahnhof abfährt. Also gemütlich durch die St. Georges Mall bis zum Bahnhof gelaufen, natürlich noch mal mit ein paar Abstechern in die verschiedenen Shops. Um 11:30 nahmen wir dann den Bus N° 1 Richtung Hout Bay bis Camps Bay. Die Route, die der Bus nimmt, war eine weitere kleine Stadtrundfahrt und wir sahen die Viertel Green Point, Sea Point und die Vororte Bantry Bay und Clifton - bis Camps Bay.
Was für ein Anblick, als wir dort ausstiegen - kein Vergleich mit dem grauen wolkenschweren Himmel und dem menschenleeren Strand an dem Tag, als wir auf der Rückfahrt vom Kap durch den Ort fuhren. Ein dunkelblauer Himmel (einen solchen Himmel gibts nur in Afrika, nirgendwo sonst!) ohne eine einzige Wolke über den strahlend weißen Häusern und dem goldenen Sandstrand - das ganze umrahmt von der fantastischen Kulisse der Twelve Apostels und dem Lion's Head. Einfach atemberaubend !!!

 


Camps Bay vor der Kulisse der Twelve Apostels


Nach einem langen Spaziergang entlang der Hauptstrasse bis fast ans Ende des Ortes und einen Rundgang durch das kleine Shopping Center, haben wir uns am frühen Nachmittag dann endlich am Strand niedergelassen. Ein Traum!
Nur im Meer baden kann man nicht. Selbst im Sommer ist der Atlantik nie wärmer als 17 - 18 Grad. Und wir waren im Herbst in Südafrika und auch bei einer Lufttemperatur von ca. 28 Grad ist das Wasser unglaublich kalt. Sogar die kleinen Pfützen zwischen den Steinen, die den Strand begrenzen, sind nicht etwas warm, oder gar heiß wie in Kenia. Erschreckt mussten wir feststellen, dass auch die gräßlich kalt sind.

Aber am Strand war es herrlich. Pausenlos kommen Strandverkäufer vorbei und schreien ihre Angebote aus: Ice cold Cola, mineral water, Icecream, Sunglasses ... und was die noch alles versuchen, an den Mann und die Frau zu bringen.

Am Abend haben wir uns ins Restaurant "Summerville", direkt an der Hauptstrasse gegenüber des Strandes, begeben, um zur Feier des Tages mal richtig gut zu essen und den Sonnenuntergang zu genießen.

Die "baked duck" (gebackene Ente) war köstlich und von unserem super Platz hatten wir eine tolle Aussicht auf einen fantastisch orange und rot glühenden südafrikanischen Sonnenuntergang.

 

Das war aber immer noch nicht alles an diesem traumhaften Tag:

Nach Einbruch der Dunkelheit mussten wir natürlich ein Taxi zurück zum Hotel nehmen, und wie immer wieder die zähen Verhandlungen um den Preis. Na gut, billig wars nicht, aber zu dem Zeitpunkt hatten wir noch nicht herausgefunden, dass dort auch die Minibus-Taxis fahren.
Erstaunt stellten wir fest, dass der Fahrer eine ganz andere Route als der Bus nahm. Nach Rückfrage, ob er auch genau verstanden hätte, dass wir nach Kapstadt zum Hotel Cape Town Hollow wollten, meinte er "Yes yes, that's ok" - und fuhr eine atemberaubende Strecke über die Kloof Road und Kloof Nek, über die Buitengracht zum Hotel.

Man kann das nicht beschreiben, das muss man einfach sehen. Erst sieht man zur linken den beeindruckenden Lion's Head. Plötzlich eröffnet sich der Blick auf das Lichtermeer der Vorstädte von Kapstadt. Kaum ist das Taxi um die nächste Ecke herum, hat man den nächsten überwältigenden Blick auf ein anderes Stück hell erleuchtete Stadt. Und so ging das weiter, bis wir am Hotel ankamen. Der Taxifahrer wird sich köstlich über uns amüsiert haben bei unseren ständigen "Whow, schau mal hier und whow, schau mal dort".
Kapstadt und seine Vororte - es ist einfach ein Traum, bei Tag und bei Nacht.

 

Es war ein absolut fantastischer Tag, sowohl hinsichtlich der Erlebnisse und spektakulären Naturschauspiele, als auch bezüglich des Wetters. Der erste wirklich wolkenlose, warme und windstille Tag seit unserer Ankunft in SA.

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12. Tag: Camps Bay - Waterfront:

Und weils am Vortag so schön war - und mir mein morgendlicher Kontrollblick zum Tafelberg wieder einen herrlichen Sonnentag offenbarte, beschlossen wir, gleich nochmal nach Camps Bay zu fahren. Also wieder zum Bahnhof gelaufen, diesmal ohne Abstecher in diverse Shops, und mit dem Bus nach Camps Bay.

Dort kamen wir natürlich mal wieder nicht am Shopping Center vorbei und einem Roxy T-Shirt konnte ich dann auch absolut nicht widerstehen. Aber dann gings an den Strand.


Als wir dort so herum lagen und einem Eisverkäufer ein kleines business beschert hatten, hatten wir wieder mal ein nettes Erlebnis: neben uns installierte sich eine Truppe mit Kameras und Mikrophonen. Wir nahmen natürlich an, dass es das südafrikanische Fernsehen ist.
In der Zwischenzeit kam auch wieder unser Freund vom Vortag, Jonathan, ein schwarzer Strandverkäufer, der uns ein zweites Mal in der Hoffnung auf ein Geschäft sein "Old Testament" in einer "very short presentation" vorführte - eine Art Buch, in welchem er an Gummibändchen eine Reihe von aus Draht und Perlen gefertigter Tierfigürchen aufgehängt hatte. Der Typ war äußert amüsant mit seiner "presentation" und wir schickten ihn kurzerhand zu den Fernsehleuten, damit er vielleicht mal ins Fernsehen kommt und wortgewandt wie er war, evtl. mal in einer Show landet - man weiß ja nie.
Und da stellte sich doch heraus, dass es ein Team von "Voxtours" war, die von Kapstadt über den Krüger Park bis nach Mozambique reisten, um eine neue Folge zu drehen. Im Schlepptau Christian Tramitz, der uns natürlich gar nichts sagte, aber "Bulli-Parade"- und "Schuh des Manitu"-Fans wohl bekannt sein sollte. Die haben unseren Freund - und uns beide als faszinierte Zuhörer - auch aufgenommen. Die Sendung wurde am 05.06.2005 ausgestrahlt. Jonathan war sehr gut zu sehen, und ich ... nur ein paar Sekunden!!! Hat nicht gereicht, um zum Filmstar zu avancieren. Naja.

 


Christian Tramitz, Jonathan und das Kamerateam von Voxtours

 

Die Sonne brannte unbarmherzig und am Nachmittag hatten wir dann trotz Sonnencreme leider ein rotes Hinterteil, wie ein Pavian.

Also war es angebracht zu flüchten und wir fuhren einfach nochmal in die Waterfront. Dort gibts immer etwas zu sehen und es wird nie langweilig.
Dort habe ich mir dann auch meine obligatorische Musik-CD gekauft (aus jedem Urlaub bringe ich mir eine CD mit landestypischer Musik mit), nachdem wir uns die Truppe eine ganze Weile live angehört hatten. "Khayelitscha Black Mambazo" - schaut mal auf meiner Musikseite nach.
Nach einer super Pizza in einem der unzähligen Restaurants an der Waterfront - das eben erstandene Sweatshirt leistete mir unschätzbare Dienste, denn nach Einbruch der Dunkelheit wurde es wieder sehr schnell kühl - fuhren wir mit dem Taxi zurück zum Hotel.

Es war wieder ein fantastisch schöner Tag.

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13. Tag: Camps Bay - Signal Hill:

... und weil das Wetter wieder so herrlich war, sind wir einfach nochmal nach Camps Bay gefahren. Wenn man das so liest, erscheint das sicher langweilig. Ist es aber ganz und gar nicht! Camps Bay ist einfach traumhaft und bei dem herrlichen Wetter - und vor allem angesichts der Tatsache, dass wir bald wieder das schmuddelige deutsche Aprilwetter ertragen mussten - mussten wir einfach noch einmal hin.

Wieder haben wir den Tag - mit einer kurzen Unterbrechung während der heißesten Mittagsstunden in einem Café - am Strand verbracht. Einfach relaxt, gelesen, die Leute beobachtet und immer wieder die fantastische Natur bewundert.

 

Zurück in Kapstadt waren wir genau 17:00 und erlebten mit, wie die Geschäfte schließen und alle Marktstände zusammengepackt werden. Kurz nach 17:00 war die Fußgängerzone schon bald wie ausgestorben. Diesmal sind wir aber recht gemütlich zum Hotel gelaufen und haben uns vom Trauma der zwielichtigen Gestalten nicht verrückt machen lassen. Unsere Goldketten hatten wir übrigens auch nur am ersten Tag abgenommen. Also, ganz so arg ist es vielleicht doch nicht, obwohl ich trotzdem dazu rate, immer etwas vorsichtig zu sein.

 

Nach dem Dinner im Hotel haben wir den spontanen Entschluß gefaßt, mit dem Taxi hoch zum Signal Hill zu fahren, um Cape Town by night zu bewundern. Gesagt - getan.

Der Taxifahrer hat auf uns gewartet, während wir uns 30 Minuten lang auf stockfinsteren Wegen voran pirschten. Unter uns das Lichtermeer der Stadt - atemberaubend!!!
Das nächste Mal bin ich allerdings schlauer und nehme eine Taschenlampe mit, damit wir sehen, wo wir hintreten. Wir haben uns bei der Dunkelheit gar nicht weit weg vom Taxi getraut aus Angst, den Rückweg nicht mehr zu finden.
Und die Fotos sind auch nichts geworden. Man braucht einfach eine spezielle Ausrüstung für gute Nachtfotos, also einen ordentlichen Blitz und ein Stativ, denn bei den langen Belichtungszeiten wird jedes Foto ohne Stativ zwangsläufig verwackelt.

Am Abend wurde es nach dem heißen Tag wieder recht kühl und wieder tat das Sweatshirt gute Dienste.

Und wieder hatten wir einen traumhaften Tag.

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14. Tag: Kapstadt - Waterfront - Camps Bay - Koffer packen:

Der letzte Tag in Kapstadt begrüßte uns mit ein paar kleinen Wölkchen über dem Tafelberg, aber sonst war wieder herrlicher Sonnenschein.
Von Camps Bay hatten wir uns eigentlich schon verabschiedet, denn am letzten Tag mussten wir noch ein paar notwendige "Geschäfte" erledigen.
Also wieder los in die Stadt und erst mal auf die Suche nach dem Tokoloshe (schaut mal auf meiner Reiseseite, wer das ist), den wir trotz Abklappern aller Marktstände mit aller Art von Holzfiguren immer noch nicht gefunden hatten. Und im Craft Shop zwischen Aquarium und Waterfront wurden wir endlich fündig. Fünf Stück hatten sie gerade mal und die haben wir auch komplett aufgekauft, 3 für mich und 2 für meine Schwester. Wir brauchten ja noch etwas zum Verschenken.

 

    der Tokoloshe


Dann sind wir noch einmal durch sämtliche Läden in der Waterfront - hätte ja sein können, dass wir noch etwas einkaufen - bevor wir dann als Abschluß der gesamten Shopping-Arie den finalen Gang zum "Clock Tower" ins VAT Refund office antraten, wo wir unsere sämtlichen Quittungen und Kassenzettel präsentierten und schon mal den Papierkram für die Mehrwertsteuer-Rückerstattung gemacht haben.

 

Erstaunlicherweise waren wir mit allem schon kurz nach Mittag fertig und weil das Wetter so herrlich war, sind wir kurz entschlossen mit dem Minibus-Taxi noch einmal nach Camps Bay gefahren.

Noch einmal Sonne, Strand und die fantastische Kulisse der Zwölf Apostel und des Lion's Head. Schöner konnte der Abschied von Kapstadt nicht sein.

Am Abend hieß es Koffer packen. Alle erstandenen Sachen mussten ins Handgepäck, weil wir die ja für den VAT Refund am Flughafen präsentieren mussten.

An der Hotelbar haben wir den letzten Abend mit ein paar anderen aus unserer Reisegruppe ausklingen lassen.

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15. und 16. Tag: Heimreise: Airport Kapstadt - Airport Johannesburg - Frankfurt - München

Noch einmal begrüßte uns der Morgen mit herrlichem Sonnenschein. Da wir erst am frühen Nachmittag abflogen, hatten wir noch den ganzen Vormittag für uns. Was tut man aber, wenn der Koffer bereits gepackt ist, der Papierkram für die Rückerstattung der Mehrwertsteuer schon fertig ist und man auch nicht mehr zum shopping gehen will und auch nicht mehr wirklich viel Zeit übrig ist? Man geht im Nahbereich des Hotels ein bisschen spazieren und da bot es sich an, noch einmal in den Company's Garden direkt gegenüber dem Hotel zu gehen.

Aus dem Fenster unseres Zimmers im 5. Stock hatte ich bereits gesehen, wie im Company's Garden eine Menge Militär in Tarnanzügen aufmarschierte. Also trieb uns schon die Neugierde in den Park.

Es war eine Feier zum Gedenken an irgendwelche Kriegsopfer - aus welchem Krieg, oder allgemein aus allen Kriegen, haben wir nicht rausgekriegt. Ist auch egal.

Einige Teile des Parks waren wegen der Zeremonie abgesperrt, aber der größte Teil war zugänglich. Und so sind wir gemütlich zwischen all den exotischen Pflanzen des Botanischen Gartens spaziert und haben eine Menge Eichhörnchen und Tauben beobachtet.

Gerade als wir wir draußen waren und die paar Schritte zurück zum Hotel liefen, knallte es ohrenbetäubend direkt hinter der Mauer. Unwillkürlich schrieen alle Passanten wie am Spieß vor lauter Schreck. Im ersten Moment dachte sicherlich jeder an einen Explosion. War es aber nicht. Es war nur der Abschluß der Feier im Park mit einem Schuß aus einer der drei Kanonen. Einer der Militärposten sagte uns, dass es noch zwei Kanonenschüsse geben würde. War eigentlich auch klar, denn wir haben ja 3 Kanonen gesehen. Obwohl wir dann auf die nächsten zwei Schüsse vorbereitet waren, fuhr uns der Schreck noch zweimal in alle Glieder. Es war abartig, da kann man echt einen Herzinfarkt kriegen. Wir fanden das überhaupt nicht lustig.

 

Zurück im Hotel haben wir uns in großer Gruppe auf der Terrasse versammelt und uns mit zwei Gläsern weißem Kapwein von Kapstadt verabschiedet.

 

        Abschied im Cape Town Hollow

 

Dann folgte das Übliche wie an allen Abreisetagen:
Mit dem Bus zum Flughafen, lange Schlangen am Check in. Am VAT-Schalter in Kapstadt bekamen wir unseren Scheck in Rand, der dann im Flughafen in Johannesburg in Euro eingelöst werden musste. Dann folgte das unvermeidliche Herumhängen bis zum Abflug. 

 

        Bye bye Cape Town

 

Den zweistündigen Inlandsflug von Kapstadt nach Johannesburg haben wir angenehm und schnell hinter uns gebracht.

 

Auf dem Flughafen Johannesburg standen erst mal alle irgendwie orientierungslos herum. Ich weiß nicht wie, aber auf einmal tauchte meine Schwester auf, in ihrem Kielwasser ein schwarzer "Airport-Guide", der uns - im Schnellschritt mäandernd - durch das Labyrinth des Flughafens führte. Ich bin sicher, dass wir ohne ihn einfach den Weg nicht gefunden und vielleicht noch unser Flugzeug verpaßt hätten. Es ist unglaublich, dass in so einem Dschungel von Flughafen kaum mal ein Piktogramm wenigstens annähernd der Weg weist. Aber wieder mal hat sich ja alles zum Guten gewendet. Irgendwie arrangiert man sich immer - und im Nachhinein finde ich so etwas sogar lustig.

Wieder zum VAT-Schalter, wo man uns eine Ecke weiter zur Bank schickte, wo wir dann endlich unseren Scheck einlösen konnten. Unangenehme Überraschung: Ich bekam viel weniger, als ich mir ausgerechnet hatte, erstens, da ich aus irgendwelchen Gründen so und so einen Posten gar nicht bekam - man sagte mir, ich würde nach einiger Zeit einen Scheck nach Hause geschickt bekommen - schau mer mal! und zweitens, weil die natürlich dort noch einmal eine commission abziehen. An jedem Schalter wurde eine Gebühr abgezogen, so dass am Ende kaum etwas übrig blieb, wenn man nicht für Tausend Euro oder mehr Power-Shopping betrieben hatte.

Die Zeit bis zum Abflug haben wir uns mit einem Rundgang durch die Läden vertrieben und um 19:30 starteten wir endlich - vor uns 10 Stunden und 45 Minuten Flug.

 

Irgendwie haben wir auch diese Zeit überstanden - und nach nochmals 3 1/2 stündiger Bahnfahrt war ich mittags um 12:00 - todmüde und erbärmlich frierend - endlich zu Hause in München.

 

FAZIT: Ich will unbedingt noch einmal nach Südafrika, nach Kapstadt sowieso, aber vor allem möchte ich nun auch noch die Ecken sehen, wo wir nicht waren: Kwa Zulu/Natal, Durban und die Küste des Indischen Ozeans. Und wenn ich einmal dort bin, würde ich am liebsten auf einen Sprung rüber nach Maputo/Mozambique.

Und dann die Garden Route und die Südküste, mit Mossel Bay, Port Elizabeth und dem Cape Agulhas. Und vielleicht noch einmal das Kap der Guten Hoffnung, aber nur bei schönem Wetter.

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*** ENDE ***

 


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