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Die Stationen meiner Reise:
1. und 2. Tag: Johannesburg - Pretoria: Nach 3 Stunden Bahnfahrt von München nach Frankfurt, 4 Stunden Herumhängen auf dem Airport und reichlich 10 stündigem Flug von Frankfurt, kamen wir (ich habe die Reise natürlich nicht allein, sondern mit meiner Schwester zusammen gemacht) am frühen Morgen in Johannesburg an. Total übernächtigt und todmüde war die Sehnsucht nach einer Dusche und frischer Kleidung natürlich riesengroß. Aber das blieb ein Wunschtraum. Es ging sofort los in Richtung Pretoria zur Stadtrundfahrt:
a) Vortrekker Monument:
Der massive 40 m hohe Granitbau wurde 1949 eingeweiht und erinnert an den Großen
Treck von 1836 -1854, als 16.000 Buren mit Ochsenwagen nach Norden zogen, um der
Bevormundung durch die Briten zu entgegen.
Wenn
man die zahlreichen Treppen nicht scheut (wie wir, weil wir einfach zu müde waren), hat man einen wunderbaren Ausblick auf Pretoria.
Meine ganz persönliche Meinung: nach meinen Geschmack ist das Monument nicht, da es wieder (ähnlich dem Language Monument in Paarl) eine Art Verherrlichung burischer Großmannssucht ist. Man muss sicher sehr vorsichtig sein mit solchen Einschätzungen, vor allem als Nicht-Südafrikaner, da man natürlich den Buren ihr historisches Verdienst beim Aufbau des Landes keineswegs absprechen kann. Aber die Mittel sind eben immer fragwürdig gewesen (die Tötung von 12.500 Menschen, die zweifellos zuerst dort waren, mit haushoch überlegenen Waffen, und dies dann noch als großen Feiertag zelebrieren ... und die Apartheid ... und vieles mehr).
b) Paul Krüger House: Zweite Station der Stadttour in Pretoria war das Paul Krüger House. Das Wohnhaus des ehemaligen Präsidenten der Burenrepublik (Präsidentschaft von 1883-1900) ist heute Nationaldenkmal und Museum. Es ist ganz amüsant, zu sehen, wie man damals lebte. Trotz allem waren wir recht schnell durch und haben uns lieber bei den Außenanlagen etwas länger aufgehalten. Im Garten steht eine Steinbüste Paul Krügers und auch sein privater Eisenbahnwagen, mit dem er als Präsident der Burenrepublik immer unterwegs war.
c) Union Buildings: Dritte Station in Pretoria - die Union Buildings, die die Stadt im Nordosten überragen. Hier befindet sich in den Wintermonaten der Sitz der Regierung. Die wunderschönen Terrassengärten und großen Rasenflächen ziehen sich den gesamten Hügel (er heißt Meintjieskop) hinunter. Den halbstündigen Spaziergang in den schönen Gartenanlagen an der frischen Luft haben wir genossen.
d) Pancake House: Vierte und letzte Station, bevor es dann endlich in Hotel ging, war ein Pancake House. Das ist keine Sehenswürdigkeit, nur ein Platz, wo man etwas Ordentliches zu Essen bekommt. Wir waren allerdings so übernächtigt, dass wir nur einen Salat heruntergebracht haben.
Dann
gings endlich ins Hotel.
Ach übrigens, in Südafrika braucht man für Fön, Rasierapparat, Ladegeräte und alles, was man sonst mal an die Strippe hängen muss, einen Adapter. Unser Reiseleiter verteilte im Hotel einen solchen, allerdings mit dem Hinweis, dass er von jedem 20 Rand dafür bekommt. Nun, ich nahm ihn, aber die Überraschung kommt später ...
Unser Reisleiter, Theo, war im Übrigen etwas gewöhnungsbedürftig. Ich habe ja selbst mal als Reiseleiterin gearbeitet und meinte eigentlich, so etwas dürfte es gar nicht geben. Aber Reiseleiter gibts ... die gibts gar nicht! Theo sprach einen sehr stark ausgeprägten schwäbischen Dialekt, was mich als selbst "Dialektiker" ja nicht stört, aber manchmal war er doch nicht wirklich gut zu verstehen durch das Busmikrophon. Die zweite etwas eigentümliche Marotte von ihm war, dass er vom 30-jährigen Krieg zu den Ameisen alles erzählte, aber in einer nicht recht erkennbaren Reihenfolge. Man konnte seinen Gedankensprüngen manchmal unmöglich folgen. Ok, er wusste sehr viel und erzählte auch sehr viel. Wirklich für uns wichtige Sachen aber unterschlug er auch - und das war nicht so toll. Außerdem antwortete er niemals oder nur dusslig auf eine direkte Frage, so dass wir meist genervt aufgaben und uns entweder anderweitig erkundigt haben, oder aber die Frage leider unbeantwortet blieb.
3. Tag: Blyde River Canyon - God's Window - Lisbon Falls - Pilgrims Rest - Hotel "The Winkler": 06:15 wurden wir geweckt. Ist schon irre früh, aber wir waren nach dem langen Schlaf endlich wieder munter, selbst zu so nachtschlafender, urlaubs-unfreundlicher Zeit. Nach einen super Frühstück gings wieder on the road Richtung Osten, über die Nationalstrasse n° 4 über Belfast, Middleburg und Leydenburg zum Blyde River Canyon.
a) Blyde River Canyon: Der Blyde River Canyon gehört zu den großartigsten und eindrucksvollsten Naturerscheinungen Südafrikas. Er wird überragt von den Three Rondavels, drei Felsen, die wie die afrikanischen Rundhütten geformt sind. Am Zusammenfluß mit dem Origstad River hat ein Staudamm einen eindrucksvollen See entstehen lassen. Der Blick von der Höhe über die mit Flechten bewachsenen Felsen, den Stausee in der Tiefe und das weite Lowveld im Hintergrund ist einfach großartig und überwältigend. Wir hatten auch noch Glück mit dem Wetter. Die Sonne schien und die Licht- und Schattenspiele an den Berghängen und der Kluft des Canyons waren fantastisch.
b) Lisbon Falls: Nicht sehr hoch, aber eingebettet in eine fantastische Natur, stürzt der Blyde River in 4 Wasserfällen in die Tiefe. Auch dort schien die Sonne und bei Sonnenschein ist eben eine solch großartige Natur noch viel schöner.
c) God's Window: "Gottes Fenster" ist ein 1829 m ü.M. liegender Aussichtspunkt. Man hat von dort einen unglaublich weiten Ausblick, nach Norden über den Blyde River Canyon, nach Osten über das weite Lowveld und den Krüger-Nationalpark und nach Westen über waldreiche Berge. Auf mehreren kleinen Aussichts-"Balkonen" drängen sich die Besucher und schießen unzählige Fotos. Die Vegetation ist unglaublich üppig und grün und schon allein diese ist einen Besuch wert. Auch hier war uns das Wetter hold und die Sonne zauberte fantastische Licht- und Schattenspiele an den hohen Berghängen.
d) Pilgrim's Rest: In der Nähe des Ortes Graskop (sprich Chraskop - über den Namen haben wir uns tagelang amüsiert und uns gegenseitig mit "du Graskopp" tituliert) liegt das unter Denkmalschutz (National Monument) stehende ehemalige Goldgräberstädtchen Pilgrim's Rest. Man kann dort eine sorgfältig restaurierte Kleinstadt der Jahrhundertwende mit Wohnhäusern, Geschäften, einem Hotel und einem kleinen Museum bewundern. Wie immer hatten wir nur eine vorgeschriebene Zeit dort zum Verweilen. Also, einmal die Straße hoch und einmal runter, das Museum haben wir uns natürlich geklemmt und sind stattdessen in die urige Bar des Hotels "Royal" auf ein last-minute-Bier, bevor die Gruppe auch schon wieder zusammengetrieben wurde.
An
diesem Nachmittag bewölkte es sich mehr und mehr, aber es war recht warm und
regnete nicht.
Das
war das offizielle Programm an diesem Tag und ca. 40 km von Graskop bezogen wir
unser Hotel für die nächsten 2 Nächte.
Wir haben ein schönes großes Zimmer mit Balkon und Blick auf den Pool bekommen. Raus konnten wir nicht zum Abendessen, es sei denn, wir hätten ein Taxi in die nächste Stadt genommen. Aber da wir uns nicht auskannten, zogen wir es vor, im Hotel zu bleiben. Die
meisten aus unserer Gruppe gingen eh früh schlafen, da am nächsten Morgen
wieder "vor dem Aufstehen" Wecken angesagt war zur Safari im Krüger
Nationalpark.
Kampf
mit dem Adapter! der Stecker des Handyladegeräts ging zwar rein, aber nicht
wieder raus. Mit viel Kraft und etwas roher Gewalt habe ich ihn doch noch heraus
gekriegt, aber das konnte eigentlich nicht der richtige Weg sein. Meine
Schwester traute sich natürlich nicht, nun auch noch ihr Handy zu laden.
4. Tag: Hotel "The Winkler" - Whiteriver: Eigentlich
wollten wir ausschlafen, aber das wollte wohl der room service nicht. 8:00
hämmerte er an die Tür, wohl eher pro forma, denn er musste wohl annehmen, dass wir auf Safari sind. Waren wir aber nicht. Also aufgestanden und in Ruhe
zum Frühstück gegangen. Wir waren fast die einzigen in dem großen Hotel. Das
Wetter war in der Früh noch ganz vielversprechend, Sonne-Wolke und mild. Also
ab an den Pool. Kaum hatten wir uns dort niedergelassen, zog sich der Himmel
immer mehr zu. In der Hoffnung, dass es wieder aufreißt, haben wir bis zum
frühen Nachmittag dort ausgehalten. Also, auf nach Whiteriver. Die Stadt ist nicht spektakulär, aber klein und recht hübsch und vor allem gab es ein großes Einkaufszentrum "Pick 'n Pay". Thema Adapter ... in einem Laden sahen wir die Adapter für gerade mal 7 Rand
... !!! (ist schon sehr viel weniger als 20 Rand, oder!) Obwohl das Wetter nicht so berauschend war, hatten wir uns am Pool erstaunlicherweise einen leichten Sonnenbrand zugezogen.
Wecken um 06:00. Für eine Safari eigentlich viel zu spät, da um diese Zeit alle Tiere bereits gefrühstückt und sich zum Verdauungsschlaf wieder zurückgezogen haben. Wir sind erst 08:00 losgefahren, waren allerdings nach kurzer Fahrt bereits am Numbi-Gate, eines der südlichsten Eingangstore zum Park.
Gesehen haben wir trotzdem nicht sehr viele Tiere. Ich weiß nicht, wie es im nördlichen Park ist, aber im südlichen Teil des Krüger Parks ist Baumsavanne. Die Vegetation ist relativ hoch und ziemlich dicht und die Tiere können sich fantastisch dahinter verstecken. Dazu kommt, dass der Park mit asphaltierten Strassen durchzogen ist, die man nicht verlassen darf, so dass man nicht (wie etwa in der Maasai Mara in Kenia) an die Tiere heranfahren kann. Es war trotzdem ein schöner Tag. Zu Anfang haben wir immer nur "Olifant kak" (Elefantenlosung - den deftigen Afrikaans-Ausdruck haben uns unsere Busfahrer beigebracht) gesehen, aber nicht den Verursacher der Haufen. Später aber haben wir doch noch einige Elefanten gesehen. Wie Sand am Meer gibts die hübschen, grazilen Impalas. Von denen haben wir so viele gesehen, dass es am Ende schon gar nicht mehr interessant war. In Laufe des Tages sahen wir Giraffen, Zebras, Impalas, Kudus, Hippos, Geier und Paviane. Die Big Five (Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn) haben wir - außer dem Elefant - nicht gesehen. Schön war es trotzdem und vor allem recht erholsam. Die Landschaft ist fantastisch. Im Sonnenschein wäre es natürlich noch schöner gewesen. Es hat sogar einmal ziemlich geregnet. Aber gegen das Wetter kann man nichts machen. Gegen 16:30 waren wir wieder zurück im Hotel.
Auf
dem Rückweg wieder eine Überraschung: Der Ort Hazyview ist viel größer und
möglicherweise auch interessanter als Whiteriver. Dabei ist er in etwa genauso
weit von Hotel entfernt wie Whiteriver. Hatte uns aber keiner gesagt.
Den Abend haben wir wieder im Hotel verbracht. Wieder mal den Koffer zusammenpacken, Hotelrechnung bezahlen, noch einmal ein bisschen Afrikaans mit den Busfahrern "geübt" und kurz vor Mitternacht ins Bett. Am nächsten Tag gings nach Kapstadt.
Wecken
mal wieder um 05:30. In aller Herrgottsfrüh hatte ich meinen ersten Kampf mit
dem Koffer, der sich nach dem ewigen Klamotten von unten vorziehen und irgendwie
wieder reinstopfen nur wiederwillig schließen ließ. Aber mit 50 kg
Körpergewicht draufknien und draufsetzen ging er dann doch zu. Gegen 08:00 fuhren wir los, über die hübsche Stadt Nelspruit, weiter über Machadodorp, in Richtung Johannesburg Airport, wo wir gegen 13:00 ankamen. Dort
haben wir uns von Theo und unserem super guten Fahrer John verabschiedeten. John
sagte uns noch, dass wir in den 5 Tagen insgesamt 2.770,00 km gefahren sind.
Wieder rumhängen auf dem Airport bis es dann 14:45 endlich nach Kapstadt ging. Der 2-stündige Flug war angenehm und als wir in Kapstadt landeten, schien die Sonne von einem strahlend blauen afrikanischen Himmel und es war warm, allerdings auch ziemlich windig. Die
Kapstädter Reiseleiterin tauchte auf, Marion, die gleich zu Beginn einen
deutlich besseren
und kompetenteren Eindruck machte als Theo. Wir waren wieder "African Eagle - Gruppe
C" (das ist der Name der südafrikanischen Incoming Agentur und wir hatten
uns natürlich schon gemerkt, wer wir sind). Im Bus dann der Schock am
Nachmittag: Marion sagte uns, dass diejenigen, die die 5-tägige Verlängerung
in Kapstadt gebucht haben, nochmals umziehen müssten, wenn der
"offizielle" Teil der Rundreise vorbei ist. Natürlich ging ein Raunen
der Entrüstung durch den Bus, aber was sollten wir schon machen. Das
Zimmer war sehr klein mit wenig Verstaumöglichkeiten, alles bisschen schwierig
bei zwei Frauen mit einer Menge Klamotten, aber man arrangierte sich schon. Den Abend haben wir im Hotel verbracht, glücklich, dass wir endlich mal wo angekommen sind, wo wir auch eine Weile bleiben und endlich mal den Koffer auspacken konnten. Zur Feier des Tages haben wir uns mit anderen aus unserer Gruppe in der Bar getroffen und Kapstadt mit mehreren Gläsern Kapwein begrüßt.
a) Tafelberg Wecken
war wieder zu nachtschlafender Zeit um 07:00. Machte aber nichts. Raus aus dem
Bett, ein Blick aus dem Fenster und da war er wieder - der Tafelberg im
herrlichsten Sonnenschein und ohne Tafeltuch. Was will man mehr - auch wenns so
früh am Morgen ist.
Atemberaubende Aussichten auf ... Camps Bay den Signal Hill und den Lion's Head
b)Boo Kaap - Malaienviertel Weiter gings ans Boo Kaap ins Malaienviertel, am Fuße des Signal Hill, wo seit dem 19. Jahrhundert Malaien ansässig sind. Steile kopfsteingepflasterte Strassen ziehen sich hügelab- oder -an, wie mans halt betrachtet, und links und rechts reihen sich kleine farbenfroh gestrichene Häuschen, z. T. terrassenförmig gebaut, dazwischen immer wieder eine Moschee in zartem mintgrün. Darüber ein unglaublich blauer, wolkenloser Himmel, der die Farben leuchten läßt. Es ist fantastisch!
c) Company's Garden Nächste Station war der Company's Garden, ein kleiner Stadtpark direkt gegenüber von unserem Hotel. Gleich am Eingang gerieten alle in helle Verzückung, als ein Eichhörnchen mitten auf dem Weg saß und sich durch eine tanzende und singende Gruppe schwarzer Kids nicht im geringsten stören ließ. Ein bisschen nervös wurde es aber dann doch angesichts aller sich hinhockenden Touristen auf der Jagd nach dem ultimativen Portraitfoto des putzigen Tierchens. Bei dem kurzen Rundgang durch den kleinen, aber wunderschönen botanischen Garten sahen wir noch ganz viele der niedlichen Eichkätzchen. Der Park ist eine Oase zum spazieren gehen und ausruhen, nicht nur für die Kapstädter und die Besucher der Stadt, sondern auch für zahlreiche Penner, die aber niemandem etwas tun (zumindest nicht tagsüber), sondern nur auf den Rasenflächen herumhängen und liegen. Abends allerdings sollte man nicht mehr in den Park gehen, dann ists dort nicht mehr ganz so sicher. Ein Teil des Parks ist sogar nach Einbruch der Dunkelheit gesperrt, um zwielichtige Gestalten fern zu halten. Beeindruckend ist das Denkmal des Diamantenkönigs Cecil John Rhodes, der mit ausgestrecktem Arm seinen Landsleuten zeigt, wo sie hingehen sollten, um das Land zu erobern und zu erschließen - mit den in Stein gemeißelten Worten "Your Hinterland is there".
d) Castle of Good Hope Wieder
im Bus gings weiter zum Castle of Good Hope. Drin waren wir nicht, wir sind nur
dort ausgestiegen für einen kurzen Fotostop - und das war auch ok so. Wir als
Museumsmuffel müssen das auch nicht unbedingt haben.
e) Victoria & Alfred Waterfront Und
weiter gings zur letzten Etappe an diesem Tag, zur Waterfront. Zufall oder
nicht, wir hatten Glück und kamen genau 12:00 mittags dort an, denn jeden Tag
um 12:00 wird vom Signal Hill die "Noon Gun", die Mittagskanone,
abgeschossen. Und den Signal Hill kann man vor der "Alfred Mall", dem
ersten und ältesten Shopping Center an der Waterfront, ganz fantastisch sehen.
Ein dumpfer Knall und ein paar Rauchwölkchen, die über dem Berg verwehen - und
alle wissen, es ist "high noon". Noch
einmal hatten wir Glück, nämlich als wir die Fußgängerbrücke über einen der
Hafenkanäle zur Seite gefahren sehen konnten, denn es wollte gerade ein Schiff
durch. Wir waren noch oft an der Waterfront, aber es war das einzige Mal, dass
wir die Brücke "abgeklappt" gesehen haben.
Es
war schon dämmerig als wir uns ein Taxi schnappten und ins Hotel zurückfuhren.
Nach einer total stürmischen Nacht - der Wind hat die ganze Nacht wie verrückt an den Fenstern gerüttelt - war wieder mal um 06:30 wecken. Wie immer mein Sprung aus dem Bett und Blick zum Tafelberg ... es war ziemlich bewölkt, aber irgendwie versprach es aufzuklaren. Also Sandaletten angezogen und los. Pünktlich 08:00 sind wir losgefahren zur ersten Station.
a) Botanischer Garten Kirstenbosch Ein
Jammer wars, es war total bewölkt und sogar recht kühl und ich hatte Eisfüße
in meinen Sandalen. Der Botanische Garten ist wunderschön - er gilt als einer
der schönsten der Welt - , aber in einem Garten braucht man einfach
Sonnenschein, damit das Grün und alle Blüten so richtig zur Geltung kommen. Leider hatten
wir den nicht, mal abgesehen davon, dass wir im Herbst in Kapstadt waren und so
und so im Frühjahr das meiste blüht. Alles war grau in grau und so
faszinierten uns am meisten die steinernen Skulpturen, die überall im Garten
stehen und die Schwärme von Perlhühnern, die wir nur aus dem Zoo kennen und
die dort einfach so herumlaufen.
b) Hout Bay und Robbenkolonie Weiter ging die Fahrt nach Hout Bay an der Westküste der Kaphalbinsel. Hout Bay heißt auf Deutsch Holzbucht, weil früher von dort Holz verschifft wurde. Hout Bay ist eine traumhaft schöne Bucht, eingerahmt von einer Bergkette mit der höchsten Erhebung, dem Sentinel. In der Bucht liegen eine Unmenge von Yachten. Als wir dort ankamen, riß der Himmel auf und es passte zum gesamten spektakulären Bild der Bucht mit dem Sentinel, dass sich weiße Wolken an einem strahlend dunkelblauen Himmel türmten. Begrüßt
von einer einheimischen Band, bestiegen wir ein Motorboot, welches uns zur
Robbenkolonie auf einer kleinen vorgelagerten Insel brachte.
c) Cape of Good Hope Wieder
im Bus wurde erst einmal abgestimmt, ob wir über die wunderschöne, aber teure
Mautstrasse "Chapman's Peak Drive" in Richtung Cape fahren, oder eine
weniger spektakuläre Strasse nehmen. Sollten wir uns für Chapman's Peak
entscheiden, würde das für jeden ca. 6 Rand kosten, denn die Maut beträgt 200
Rand. Alle waren sich einig, dass wir die schöne Panoramastrasse nehmen sollten
- und zahlten bereitwillig die 6 Rand.
Weiter
ging die Fahrt durch den Nationalpark "Cape Peninsula" durch zum Teil
recht schroffe und öde Vegetation bis zum Cape of Good Hope, dem Kap der Guten
Hoffnung. Als wir am Cape of Good Hope aus dem Bus ausstiegen, erwischte uns erst mal eine Windbö, die uns fast umgeworfen hätte. So einen starken Wind habe ich noch nie erlebt. Mit Mühe haben wir uns dem Sturm entgegen gestemmt und haben uns vom Parkplatz bis zu den Schildern, die den südwestlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents markieren, vorgekämpft. Fotografieren war fast unmöglich. Ich wusste gar nicht, wie ich mich noch einstemmen sollte, damit mich der Sturm nicht umweht und damit die Fotos nicht verwackelt werden.
d) Cape Point Vom
Cape of Good Hope gings rüber zum Cape Point, wo wir eineinhalb Stunden Zeit
zur freien Verfügung hatten. Am Cape Point landen letztendlich alle Busse und
spucken die Touristen massenweise aus, denn es gibt ein Restaurant, einen Laden,
wo man Snacks kaufen kann und mehrere Souvenirläden. Man kann auch vom Cape Point bis zum Cape of Good Hope auf recht bequemen Wanderwegen rüber laufen. Das
alles konnten wir leider nicht wirklich genießen, weil der stürmische
Südostwind mehr als lästig war. Ich stehe mit meiner Schwester total "vom Winde verweht" und zitternd an einer halbwegs windgeschützten Ecke, als ein Mann an mir vorbei lief. Ich sagte zu ihr "Hey, den kenn ich doch". Glauben konnte ichs eigentlich nicht und sie auch nicht, trotzdem sagte ich ganz vorsichtig "Arrie (so heißt er) is it you?" Er dreht sich um und kommt auf mich zu. Jawohl, er wars - ein Kollege von meiner Firma T-Systems South Africa. Wir hatten uns nur einmal gesehen, im Dezember 2004 bei einem Meeting in Nürnberg. Ein unglaublicher Zufall, dass wir uns bei den vielen Touristen am Cape Point und eben überhaupt dort getroffen haben. Kapstadt ist so groß. Aber es gibt eben solche erstaunlichen Zufälle.
Kurz
vor der Abfahrt noch eine lustige Geschichte: Am Cape Point gibts eine Menge
Paviane. Die großen Tiere sind zum Teil recht frech und aggressiv und es gibt
sogar eine Affen-Wacht dort, Männer, die die Tiere mit Schleudern und Stöcken
verjagen, wenn sie zu frech werden. Wir wurden auch gewarnt, nichts Essbares
offen und sorglos herumzutragen, da die Paviane die Menschen aggressiv
anspringen und sich das Futter auf diese Weise beschaffen. Nach eineinhalb Stunden stürmischem Aufenthalt am Cape Point fuhren wir weiter, die Ostküste der Kaphalbinsel hoch, an der False Bay entlang, über Miller's Point bis nach Boulders.
e) Simonstown - Boulders In Boulders brütet einen Kolonie Brillenpinguine. Im immer noch stürmischen Boulders stiegen wir aus und liefen durch das kleine Städtchen bis hinunter zum Strand, wo diese drolligen Tierchen den gesamten Strand in ein schwarz-weißes watschelndes Gewimmel verwandeln.
Auch
dort haben wir uns nicht lange aufgehalten, da der starke Wind alles andere als
angenehm war. Nördlich
von Simonstown fuhren wir irgendwann wieder rüber auf die westliche Seite der
Kaphalbinsel. Bei
der Fahrt durch Camps Bay kam noch einmal allgemeine Verzückung auf angesichts
der atemberaubenden Kulisse der Twelve Apostels und des Lion's Head, davor der
hübsche weiße Ort, der menschenleere Strand und das blaugraue, vom Sturm
aufgewühlte Wasser des Atlantik. Gerade wegen des schlechten Wetters haben wir
ein paar dramatische Fotos gemacht (schaut Euch mein Fotoalbum an mit Camps Bay
bei Mistwetter und dann bei strahlendem Sonnenschein).
Gegen 18:00 waren wir wieder im Hotel, total durchgefroren und derangiert durch den Sturm, die Frisur war schon seit Hout Bay keine mehr. Da half nur noch eine ausgiebige Dusche. Natürlich haben wir an diesem Abend keinen Schritt mehr vor die Tür gemacht.
Ca.
20:30 gabs einen Knall und es war dunkel im ganzen Hotel. Später erfuhren wir,
dass ein Blitz genau in die Hauptstromleitung eingeschlagen hatte. Aus unserem
gemütlichen Fernsehabend wurde nun zwar nichts, aber irgendwie hatte das Ganze
natürlich etwas Romantisches. Also blieben wir in der Bar sitzen. Das
Hotelpersonal stellte sofort überall Kerzen auf und auf die Toilette und die
Treppe hoch in die Zimmer wurde man von einem mit einer Kerze ausgerüsteten
Angestellten geleitet. Im Zimmer fand ich zum Glück ein Teelicht, so mussten
wir nicht ganz im Dunkeln tappen.
9.
Tag: Winelands: Paarl - Franschhoek - Stellenbosch
Nach dem Frühstück sind wir noch mal kurz hoch aufs Zimmer und als wir pünktlich halb 9 runter kamen - war der Bus weg! Na toll. Was kann man denn noch mehr machen, als pünktlich sein. Zum Glück war Jana noch im Hotel. Sie rief im Bus an und nötigte ihn zum Umkehren. Es stellte sich heraus, dass sich 2 Personen in den Bus geschlichen hatten, die den Ausflug gar nicht gebucht hatten. Sie wollten einfach später bezahlen - na super. Marion hat natürlich nur die Leute gezählt und als die Anzahl mit ihren Ausflugsvouchern übereinstimmte, fuhr man eben los. Aber es ist ja nochmal gut gegangen. Und es ging auch weiter gut was das Wetter anbelangte. Lustig war, dass alle Männer wegen der Stromsperre mit ihren unrasierten Gesichtern etwas komisch aussahen und sich dementsprechend unwohl fühlten.
a) Gut Nederburg Erste Station war das Weingut Nederburg, eines der größten und auch bei uns bekannten Weingüter am Kap (geht mal in den Supermarkt, da stehen die Flaschen aus Nederburg). Erika,
eine typische Burin, die ausgezeichnet Deutsch sprach, empfing uns und brachte
uns zur Weinprobe. Ausführlich und unglaublich interessant erzählte sie uns
über den Anbau, Lese und die Abfüllung der verschiedenen Weine. Sie erklärte
die verschiedenen Geschmacksrichtungen und qualifizierte wortreich jeden
einzelnen der Weine, die wir verkosteten, mit Adjektiven wie vollmundig,
spritzig, würzig, lieblich etc. Das hat sie super gemacht.
Nach
der Probe zeigte uns Erika noch die riesigen alten kunstvoll geschnitzten
Fässer und den Weinkeller mit den vielen vielen Holzfässern. Diese kommen
übrigens nicht nur aus einheimischer Produktion, sondern zum Teil aus Chile,
Ungarn etc. b) Franschhoek Von
Nederburg bei Paarl ging es weiter durch die wunderschöne Natur des
Hottentots-Holland-Nature Reserves, vorbei an dem beindruckenden Bergmassiv des
"Sleeping Simon" (der Berg sieht aus wie ein riesiger schlafender Mann
mit dickem Bauch - die Legende sagt, dass es der nach reichlichem Genuß von
Kapwein eingeschlummerte Simon van der Steel ist), nach Franschhoek.
c) Stellenbosch Um die Mittagszeit kamen wir in Stellenbosch an, wo wir 2 Stunden Zeit zum Bummeln hatten. Auch Stellenbosch ist ein sehr hübsches kleines Städtchen mit vielen überwiegend weißen Häusern im wunderschönen kapholländischen Stil. Bekannt und berühmt ist die Stadt durch den Weinbau, aber wohl noch mehr durch ihre Universität, die lange Zeit als das "Oxford der Buren" bezeichnet wurde. Heute haben alle Südafrikaner Zugang zur Uni, aber nur wenige können sich die astronomisch hohen Studiengebühren leisten. Die ganze Stadt ist überhaupt sehr "burisch", aber wunderschön. Wir
schlenderten gemütlich durch das kleine schachbrettartig angelegte
Stadtzentrum. In einem Souvenirläden erstanden wir dann auch endlich unsere
Kühlschrankmagneten in Form der Big Five und anderer afrikanischer Tiere. In
den Souvenirläden des Nordostens waren sie uns immer zu teuer und wir meinten,
die kriegen wir in Kapstadt überall. Das war aber nicht so - also haben wir in
Stellenbosch endlich zugeschlagen.
d) Die Uitkyk Letzte Station an diesem Tag war ein weiteres Weingut - Die Uitkyk (sprich: di Oitkoik - heißt auf Deutsch Ausguck). Dort
hatten wir noch einmal eine Weinprobe, was meine Erkenntnisse aus Nederburg noch
einmal bestätigte, nämlich dass ich den Weißwein viel lieber mag als den
Roten. Die
Sonne kam gerade mal wieder raus und wir haben uns einen Spaß daraus gemacht
und uns in Besitzerpose vor dem Herrenhaus fotografiert.
Herrenhaus von Die Uitkyk wir Beide an unserem "Uitkyk"
Gegen
17:30 waren wir wieder zurück im Hotel. In Kapstadt regnete es wieder leicht,
aber wenigstens hatte das Hotel wieder Strom.
Am
Abend verabschiedeten wir uns in der Hotelbar von allen, die nicht die 5 Tage
Verlängerung in Kapstadt gebucht hatten und nun schon wieder nach Hause
mussten.
So schön eine Rundreise auch ist und dass man in relativ kurzer Zeit viele schöne Orte und atemberaubende Natur zu sehen bekommt - wir waren doch glücklich, endlich "frei" zu sein und dass wir endlich machen konnten, was wir wollten, ohne Zeit- und Gruppenzwang. Also,
erst mal ausgeschlafen, gemütlich gefrühstückt und los gings, die Stadt zu
erkunden. Am Morgen war es noch ziemlich kühl und wolkig. Aber im Laufe des
Tages wurde es immer sonniger und wärmer. Wir entdeckten den Weg zum Bahnhof und wo welche Busse abfahren. Am Nachmittag führen wir mit dem Bus noch einmal zur Waterfront und weiter ging dort die Shopping-Tour. An der Waterfront begegneten wir natürlich auf Schritt und Tritt Anderen aus unserer Reisegruppe, die alle dasselbe taten wie wir. Kurz
vor 18:00 sind wir mit dem Minibus-Taxi zurück zum Bahnhof gefahren, um von
dort ins Hotel zurück zu laufen. Zurück im Hotel, haben wir uns endlich auch dieses einmal ein bisschen genauer angeschaut: den kleinen Pool auf dem Dach und eine winzige Sauna daneben, den conference room mit kostenlosem Internet, welches wir natürlich auch gleich mal genutzt haben, um Freunde und Bekannte zu Hause mit einem e-mail-Gruß aus Kapstadt zu beglücken.
In der Nacht kam der Wind wieder auf, aber es regnete zum Glück nicht mehr.
Wieder
bis 08:00 ausgeschlafen. Und dann ... ein Blick aus dem Fenster - herrliches
Wetter, strahlend azurblauer Himmel und der Tafelberg in seiner ganzen Pracht,
ohne Tafeltuch. Ein Tag wie geschaffen, um nach Camps Bay zu fahren.
Aber am Strand war es herrlich. Pausenlos kommen Strandverkäufer vorbei und schreien ihre Angebote aus: Ice cold Cola, mineral water, Icecream, Sunglasses ... und was die noch alles versuchen, an den Mann und die Frau zu bringen. Am Abend haben wir uns ins Restaurant "Summerville", direkt an der Hauptstrasse gegenüber des Strandes, begeben, um zur Feier des Tages mal richtig gut zu essen und den Sonnenuntergang zu genießen. Die "baked duck" (gebackene Ente) war köstlich und von unserem super Platz hatten wir eine tolle Aussicht auf einen fantastisch orange und rot glühenden südafrikanischen Sonnenuntergang.
Das war aber immer noch nicht alles an diesem traumhaften Tag: Nach
Einbruch der Dunkelheit mussten wir natürlich ein Taxi zurück zum Hotel
nehmen, und wie immer wieder die zähen Verhandlungen um den Preis. Na gut,
billig wars nicht, aber zu dem Zeitpunkt hatten wir noch nicht herausgefunden,
dass dort auch die Minibus-Taxis fahren. Man
kann das nicht beschreiben, das muss man einfach sehen. Erst sieht man zur
linken den beeindruckenden Lion's Head. Plötzlich eröffnet sich der Blick auf
das Lichtermeer der Vorstädte von Kapstadt. Kaum ist das Taxi um die nächste
Ecke herum, hat man den nächsten überwältigenden Blick auf ein anderes Stück
hell erleuchtete Stadt. Und so ging das weiter, bis wir am Hotel ankamen. Der
Taxifahrer wird sich köstlich über uns amüsiert haben bei unseren ständigen
"Whow, schau mal hier und whow, schau mal dort".
Es war ein absolut fantastischer Tag, sowohl hinsichtlich der Erlebnisse und spektakulären Naturschauspiele, als auch bezüglich des Wetters. Der erste wirklich wolkenlose, warme und windstille Tag seit unserer Ankunft in SA.
Und weils am Vortag so schön war - und mir mein morgendlicher Kontrollblick zum Tafelberg wieder einen herrlichen Sonnentag offenbarte, beschlossen wir, gleich nochmal nach Camps Bay zu fahren. Also wieder zum Bahnhof gelaufen, diesmal ohne Abstecher in diverse Shops, und mit dem Bus nach Camps Bay. Dort kamen wir natürlich mal wieder nicht am Shopping Center vorbei und einem Roxy T-Shirt konnte ich dann auch absolut nicht widerstehen. Aber dann gings an den Strand.
Die Sonne brannte unbarmherzig und am Nachmittag hatten wir dann trotz Sonnencreme leider ein rotes Hinterteil, wie ein Pavian. Also
war es angebracht zu flüchten und wir fuhren einfach nochmal in die Waterfront.
Dort gibts immer etwas zu sehen und es wird nie langweilig. Es war wieder ein fantastisch schöner Tag.
... und weil das Wetter wieder so herrlich war, sind wir einfach nochmal nach Camps Bay gefahren. Wenn man das so liest, erscheint das sicher langweilig. Ist es aber ganz und gar nicht! Camps Bay ist einfach traumhaft und bei dem herrlichen Wetter - und vor allem angesichts der Tatsache, dass wir bald wieder das schmuddelige deutsche Aprilwetter ertragen mussten - mussten wir einfach noch einmal hin. Wieder haben wir den Tag - mit einer kurzen Unterbrechung während der heißesten Mittagsstunden in einem Café - am Strand verbracht. Einfach relaxt, gelesen, die Leute beobachtet und immer wieder die fantastische Natur bewundert.
Zurück in Kapstadt waren wir genau 17:00 und erlebten mit, wie die Geschäfte schließen und alle Marktstände zusammengepackt werden. Kurz nach 17:00 war die Fußgängerzone schon bald wie ausgestorben. Diesmal sind wir aber recht gemütlich zum Hotel gelaufen und haben uns vom Trauma der zwielichtigen Gestalten nicht verrückt machen lassen. Unsere Goldketten hatten wir übrigens auch nur am ersten Tag abgenommen. Also, ganz so arg ist es vielleicht doch nicht, obwohl ich trotzdem dazu rate, immer etwas vorsichtig zu sein.
Nach dem Dinner im Hotel haben wir den spontanen Entschluß gefaßt, mit dem Taxi hoch zum Signal Hill zu fahren, um Cape Town by night zu bewundern. Gesagt - getan. Der
Taxifahrer hat auf uns gewartet, während wir uns 30 Minuten lang auf
stockfinsteren Wegen voran pirschten. Unter uns das Lichtermeer der Stadt -
atemberaubend!!! Am Abend wurde es nach dem heißen Tag wieder recht kühl und wieder tat das Sweatshirt gute Dienste. Und wieder hatten wir einen traumhaften Tag.
Der
letzte Tag in Kapstadt begrüßte uns mit ein paar kleinen Wölkchen über dem
Tafelberg, aber sonst war wieder herrlicher Sonnenschein.
Erstaunlicherweise waren wir mit allem schon kurz nach Mittag fertig und weil das Wetter so herrlich war, sind wir kurz entschlossen mit dem Minibus-Taxi noch einmal nach Camps Bay gefahren. Noch
einmal Sonne, Strand und die fantastische Kulisse der Zwölf Apostel und des
Lion's Head. Schöner konnte der Abschied von Kapstadt nicht sein. An der Hotelbar haben wir den letzten Abend mit ein paar anderen aus unserer Reisegruppe ausklingen lassen.
Noch einmal begrüßte uns der Morgen mit herrlichem Sonnenschein. Da wir erst am frühen Nachmittag abflogen, hatten wir noch den ganzen Vormittag für uns. Was tut man aber, wenn der Koffer bereits gepackt ist, der Papierkram für die Rückerstattung der Mehrwertsteuer schon fertig ist und man auch nicht mehr zum shopping gehen will und auch nicht mehr wirklich viel Zeit übrig ist? Man geht im Nahbereich des Hotels ein bisschen spazieren und da bot es sich an, noch einmal in den Company's Garden direkt gegenüber dem Hotel zu gehen. Aus dem Fenster unseres Zimmers im 5. Stock hatte ich bereits gesehen, wie im Company's Garden eine Menge Militär in Tarnanzügen aufmarschierte. Also trieb uns schon die Neugierde in den Park. Es war eine Feier zum Gedenken an irgendwelche Kriegsopfer - aus welchem Krieg, oder allgemein aus allen Kriegen, haben wir nicht rausgekriegt. Ist auch egal. Einige Teile des Parks waren wegen der Zeremonie abgesperrt, aber der größte Teil war zugänglich. Und so sind wir gemütlich zwischen all den exotischen Pflanzen des Botanischen Gartens spaziert und haben eine Menge Eichhörnchen und Tauben beobachtet. Gerade als wir wir draußen waren und die paar Schritte zurück zum Hotel liefen, knallte es ohrenbetäubend direkt hinter der Mauer. Unwillkürlich schrieen alle Passanten wie am Spieß vor lauter Schreck. Im ersten Moment dachte sicherlich jeder an einen Explosion. War es aber nicht. Es war nur der Abschluß der Feier im Park mit einem Schuß aus einer der drei Kanonen. Einer der Militärposten sagte uns, dass es noch zwei Kanonenschüsse geben würde. War eigentlich auch klar, denn wir haben ja 3 Kanonen gesehen. Obwohl wir dann auf die nächsten zwei Schüsse vorbereitet waren, fuhr uns der Schreck noch zweimal in alle Glieder. Es war abartig, da kann man echt einen Herzinfarkt kriegen. Wir fanden das überhaupt nicht lustig.
Zurück im Hotel haben wir uns in großer Gruppe auf der Terrasse versammelt und uns mit zwei Gläsern weißem Kapwein von Kapstadt verabschiedet.
Dann
folgte das Übliche wie an allen Abreisetagen:
Den zweistündigen Inlandsflug von Kapstadt nach Johannesburg haben wir angenehm und schnell hinter uns gebracht.
Auf dem Flughafen Johannesburg standen erst mal alle irgendwie orientierungslos herum. Ich weiß nicht wie, aber auf einmal tauchte meine Schwester auf, in ihrem Kielwasser ein schwarzer "Airport-Guide", der uns - im Schnellschritt mäandernd - durch das Labyrinth des Flughafens führte. Ich bin sicher, dass wir ohne ihn einfach den Weg nicht gefunden und vielleicht noch unser Flugzeug verpaßt hätten. Es ist unglaublich, dass in so einem Dschungel von Flughafen kaum mal ein Piktogramm wenigstens annähernd der Weg weist. Aber wieder mal hat sich ja alles zum Guten gewendet. Irgendwie arrangiert man sich immer - und im Nachhinein finde ich so etwas sogar lustig. Wieder zum VAT-Schalter, wo man uns eine Ecke weiter zur Bank schickte, wo wir dann endlich unseren Scheck einlösen konnten. Unangenehme Überraschung: Ich bekam viel weniger, als ich mir ausgerechnet hatte, erstens, da ich aus irgendwelchen Gründen so und so einen Posten gar nicht bekam - man sagte mir, ich würde nach einiger Zeit einen Scheck nach Hause geschickt bekommen - schau mer mal! und zweitens, weil die natürlich dort noch einmal eine commission abziehen. An jedem Schalter wurde eine Gebühr abgezogen, so dass am Ende kaum etwas übrig blieb, wenn man nicht für Tausend Euro oder mehr Power-Shopping betrieben hatte. Die Zeit bis zum Abflug haben wir uns mit einem Rundgang durch die Läden vertrieben und um 19:30 starteten wir endlich - vor uns 10 Stunden und 45 Minuten Flug.
Irgendwie haben wir auch diese Zeit überstanden - und nach nochmals 3 1/2 stündiger Bahnfahrt war ich mittags um 12:00 - todmüde und erbärmlich frierend - endlich zu Hause in München.
FAZIT: Ich will unbedingt noch einmal nach Südafrika, nach Kapstadt sowieso, aber vor allem möchte ich nun auch noch die Ecken sehen, wo wir nicht waren: Kwa Zulu/Natal, Durban und die Küste des Indischen Ozeans. Und wenn ich einmal dort bin, würde ich am liebsten auf einen Sprung rüber nach Maputo/Mozambique. Und dann die Garden Route und die Südküste, mit Mossel Bay, Port Elizabeth und dem Cape Agulhas. Und vielleicht noch einmal das Kap der Guten Hoffnung, aber nur bei schönem Wetter.
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