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... haus der gesundheit am kap laura... 

Aufgabe

Es ist ein Haus der Gesundheit am Zwenkauer See zu planen.

Das Grundstück befindet sich an einem ehemaligen Tagebau, der im Jahr 2010 geflutet werden soll. Eindrucksvoll ist zu sehen, wie radikal der Mensch im Zuge der Braunkohleförderung mit der Natur umgeht, sie zerstört und ihr anschließend zu neuem Leben verhilft. Das Gebiet ist geprägt durch eine karge, künstliche Landschaft.

Das Haus der Gesundheit soll für eine gesunde und bewusste Lebensweise sensibilisieren. Das Raumprogramm sieht große Ausstellungsbereiche mit Dauer- und Wechselausstellung sowie einer Projektwerkstatt vor. Außerdem sind mehrere Büros für externe Organisationen und Seminarräume integriert. Im Bereich der Physiotherapie werden Massage- und Physiotherapieräume vorgesehen, ebenso findet sich eine kleine Sauna. Fester Bestandteil des Hauses ist außerdem ein Hotel mit etwa 60 Betten sowie eine Jugendherberge ebenfalls für ca. 60 Gäste.

Aufgabenstellung

Einleitung
Nutzerprofil
Funktions- Raumprogramm
Grundstück
Leistungsanforderungen


Das unbestimmte Etwas

Eine in das nächste Jahrtausend weisende Gesundheitspolitik muss neu verortet werden. Sie muss von neuem die Frage stellen ”Wo und wie wird Gesundheit in der Gesellschaft hergestellt?” und ihre

Investitionsentscheidungen danach ausrichten. Die Antwort müsste zur Leitlinie nicht nur der eigenen Gesundheitspolitik werden, sondern auch die Prioritäten der Entwicklungspolitik bestimmen. Für

Individuen stellt sich die Frage ”Was macht und hält uns gesund?” Denn Gesundheit ist ein gemeinsam produziertes Gut, im Schnittpunkt der gesellschaftlichen und individuellen Verantwortung. Die Gesundheitsforschung zeigt sehr deutlich, dass Gesundheit durch das Zusammenwirken einer Vielzahl von Faktoren entsteht. Für den einzelnen Menschen wird sie durch Biologie, Lebensweise, soziale und physische Umwelt, ökonomische Möglichkeiten und soziale Stellung sowie psychologische Faktoren wie Lebensorientierung und Selbstwertgefühl bestimmt. Die Neuroimmunologie zeigt zunehmend, wie sehr das persönliche Befinden, zum Beispiel das Eingebettetsein in verläßliche soziale Beziehungen, Resistenz gegen Krankheit schafft. Wer arm ist oder einsam, sich machtlos und ausgeliefert fühlt, keine Sinnhaftigkeit empfindet, wird eher krank und stirbt früher.

”Gesundheit wird dort hergestellt, wo Menschen leben und arbeiten, wo sie spielen und lieben und lernen”: diese fast poetische Definition faßt die Gesundheitsforschung von vielen Jahrzehnten zusammen. Gesundheit entwickelt sich im Wechselspiel zwischen dem Individuum und den Lebensbedingungen, in die es gestellt ist. Bestimmend sind vielfach die Ressourcen und Lebensumstände im Rahmen derer Menschen ihre Gesundheitsentscheidungen treffen. Das unbestimmte Etwas ist bestimmend für die Gesundheit, sowohl des Individuums wie der Gesellschaft. Makroökonomische Untersuchungen zeigen, dass Gesellschaften mit hohem sozialen Gefälle und niedrigem sozialen Zusammenhalt im Schnitt eine niedrigere Gesundheitserwartung haben als solche mit hohem sozialem Kapital und niedrigen Einkommensunterschieden. Die wirkliche Utopie scheint also darin zu liegen, Gesundheit nicht im großen Durchbruch der Gentechnologie zu suchen, sondern in der alltäglichen Lebensumwelt. Die Konsequenz muss sein, die Institutionen des gesellschaftlichen Lebens (Stichwort Schule, Arbeitsplatz) gesünder zu gestalten, die Prozesse der gesellschaftlichen Interaktion gesundheitsförderlicher zu machen (Stichwort, Geschlechterbeziehungen, Konfliktlösungen) und eine menschenwürdige Lebenswelt anzustreben. Gesundheit ist ein signifikanter Teil einer Lebens- und Überlebenspolitik im und für das 21. Jahrhundert.“

Quelle: Auszug aus einem Beitrag von Ilona Kickbusch in „der Themenpark der EXPO 2000“, Springer-Verlag / Wien, 2000

Am Südufer des zukünftigen Zwenkauer Sees soll ein „Haus der Gesundheit“ entworfen werden. Mit seinen Angeboten im Bereich Gesundheit wendet sich das Haus an alle Altersgruppen. Schüler werden hier für das Thema „Gesundheit“ sensibilisiert und sollen Gesundheit als etwas Positives an diesem Ort bewusst erleben können. Hier werden Seminare für Pädagogen z.B. zum Thema „Suchtprävention“ stattfinden. Firmen organisieren für ihre Mitarbeiter in diesem Haus Schulungen zum Thema „Gesundheit am Arbeitsplatz“, oder es werden Fachtagungen im Bereich Gesundheitswesen stattfinden. Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion über Reformen im Gesundheitswesen wird deutlich, dass die private Vorsorge einen immer höheren Stellenwert einnehmen wird. Viele der im allgemeinen als notwendig und sinnvoll empfundenen Leistungen im Bereich Gesundheitswesen werden wohl zukünftig nicht mehr durch die sozialen Sicherungssysteme finanziert werden. Vor diesem Hintergrund soll dieser Ort seine Gäste und Besucher für „Das unbestimmte Etwas“ – Gesundheit auch mit räumlichen Mitteln sensibilisieren.

Die zukünftige Seenlandschaft im Südraum von Leipzig, mit über 50 km² Wasserfläche wird sich zu einer Region mit Erholungs- und Freizeitaktivitäten entwickeln. Im „Haus der Gesundheit“ sollen deshalb auch touristische Nutzungen möglich sein. Gerade auch in der Überschneidung von Tourismus und Gesundheit in einer renaturierten Bergbaufolgelandschaft sind Synergieen denkbar und liegen weitere inhaltlichen Potentiale für die Nutzung eines solchen Hauses.

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Grundlagen zum Nutzerprofil

Die Themenfelder im „Haus der Gesundheit“ wenden sich an eine breite Nutzergruppe.

Nutzergruppen sind u.a.: 
- Arbeitnehmer (z.B. Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz)

-
Schulkinder und Jugendliche

-
Pädagogen (z.B. Suchtprävention)
-
Mitglieder der Heilberufe (Weiterbildungen)
-
Touristen 
-
etc.

Die DIN 18024 und DIN 18025  (zukünftig DIN 18030 „Barrierefreies Bauen-Planungsgrundlagen“, Gelbdruck liegt vor) müssen beim Entwurf berücksichtigt werden.

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Funktions- Raumprogramm

 1. Foyer                                                                                                           Summe ca. 120m² 

-  Eingang
-  zentrale Rezeption, Information
-  Warte- und Aufenthaltsbereich, Telefon, Garderobe
-  WC Besucher, WC Behinderte

 2. Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich                                                            Summe ca.  350m²

-  Wechselausstellung zum Thema Gesundheit z.B. für Kinder und Jugendliche (ca. 80 m²)
-  Projekt- Werkstattbereich mit Materiallager (ca. 100 m²)
-  allgemeiner Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich (ca.150 m²)
dem Foyerbereich zugeordnet
   Dieser Bereich soll auch als Veranstaltungsbereich genutzt werden können und eine Bestuhlung für ca. 120 Gäste möglich sein.
-  Stuhllager

 3. Verwaltungsbereich                                                                                          Summe ca.  40 m²

-  2 Büroräume (je ca. 12 m²)
-  1 Büro Leitung (ca. 16 m²)

 4. Seminarbereich                                                                                                Summe ca. 240 m²

-  3 Seminarräume für je 15-20 Personen (je ca. 70m²)
-  Lager für Medien (ca. 12m²)
-  Teeküche
-  WC-Anlage

 5. Bürobereich                                                                                                             Summe ca. 140 m²

-  6 voneinander unabhängig nutzbare Büroräume (je 16m²)
-  Besprechungsraum (ca. 26 m²)
-  Teeküche
-  Servicebereich für Kopierer etc
-  WC-Anlage
Dieser Bereich ist vorgesehen als Referentenbüros oder für Organisationen oder Firmen die im „Zentrum für Gesundheitsförderung“ ständig oder zeitweise ein Büro vorhalten möchten.

6. Physiotherapie- und Sportbereich                                                                       Summe ca. 280 m²

-  Empfang / Anmeldung
-  2 Räume Physiotherapie (je ca. 20 m²)
-  1 Raum Physiotherapie (ca. 40 m²)
-  weitere Räume für Heilberufe wie z.B. Massagen, Yoga, etc. (ca. 100 m²)
-  Saunakabine (für 6 bis 10 Personen), Ruhebereich, Abkühldusche
-  Umkleidebereich, Duschen
-  Lager für Geräte
-  Lager für Geräte Außenbereich: Fahrräder, Wassersport, etc.
-  Teeküche
-  WC-Anlage, auch vom Außenbereich zugänglich
 

7. Gästebereich                                                                                                             Summe ca. 970 m²

-  40 Einzelzimmer mit Bad (je ca. 16 m²)
-  10 Doppelzimmer mit Bad (je ca. 24 m²)
-  4 Nebenräume (je ca. 10 m²)
-  Aufenthaltsbereich Kaminzimmer, Bibliothek (ca. 50 m²)

 8. Kinder- und Jugendbereich                                                                                    Summe ca. 620 m²

-  14  4 Bett-Zimmer mit WC und Dusche (je ca. 28 m²)
-  4 Leiterzimmer mit Bad (je ca. 16 m²)
-  4 Nebenräume (je ca. 10 m²)
-  Speiseraum (ca. 60 m²)
-  Küche mit Nebenräumen , auch als Lehrküche nutzbar, (ca. 60 m²)
Dieser Bereich soll als eigenständige Einheit in das Gesamtgebäude integriert werden. Die Seminar- und Ausstellungsbereiche sollen von den Kindern und Jugendlichen mitgenutzt werden.

 9. Restaurant / Cafe                                                                                                  Summe ca. 400 m²

-  Restaurant mit ca. 100 Plätzen im Innenbereich (ca. 150 m²)
-  Restaurant / Cafe mit ca. 50 Plätzen im Außenbereich (ca. 70 m²)
-  Küche mit Nebenräumen, Personalumkleiden (ca. 150 m²)
-  WC-Anlage
 Der Restaurantbereich soll auch für Tagestouristen zugänglich sein.

 10. Sonstige Bereiche                                                                                              Summe ca. 300 m²

-  Wohnung für Hausmeister oder Verwalter (ca. 80 m²)
-  Sanitätsraum (ca. 10 m²)
-  Technikräume: Heizung, Lüftung, Wasseraufbereitung, etc.
-  Hausmeisterwerkstatt und Hausmeisterlager (ca. 40 m²)
-  Lagerräume (ca. 80 m²)
-  Putzmittelräume (ca. 20 m²)
-  Müllraum
-  Gerätelager für Freianlagen (ca. 20 m²) 
Das Haustechnikkonzept ist beim Entwurf frühzeitig zu berücksichtigen.

  11. Stellplätze

-  ca. 60 PKW-Stellplätze
-  2 Busparkplätze
-  ca. 70 Fahrrad-Stellplätze
Die PKW-Stellplätze müssen nicht in unmittelbarer Nähe zum Gebäude nachgewiesen werden, sondern sind auch z.B. entlang des Pulvermühlenweges denkbar. Notwendige Erschließungen (Feuerwehr, Ver- und Entsorgung, Behindertentransport, etc.) zum Gebäude sind zu berücksichtigen.

 12. Freiflächen 

-  Freisportflächen (ca. 400 m²)
Unter dem Stichwort „Outdoor“ sollen die Nutzungen der Freisportflächen entwickelt und diese in einen sinnvollen räumlichen Zusammenhang zum Gebäude gesetzt werden.

-  Liegeflächen im Strandbereich mit eigenem Zugang zum Gebäude. Die Uferflächen sollen grundsätzlich öffentlich nutzbar bleiben.                                                                                      
-  evt. Gartenflächen für Nutzpflanzen, Lehrgarten, evt. Einbeziehung Öko-Bauernhof am Pulvermühlenweg

Die konzeptionelle Einbeziehung des Freibereiches, mit Aussagen zu Charakter, Nutzungen und Freiraumqualitäten ist zwingend erforderlich. Im Hinblick auf die allgemeine touristische Nutzung der Umgebung (Hafenanlage, Strand)  wie aber auch die besonderen Lagequalitäten (Grenze zum Landschaftsschutzgebiet, Wasserfläche des Sees, Uferbereiche, Topographie, Hochwasserschutzfunktion des Sees, etc. sind die Freibereiche frühzeitig und zusammen mit dem Entwurfskonzept für das Gebäude zu entwickeln.

Das Raumprogramm kann entsprechend den in der Analyse ermittelten eigenen Anforderungen erweitert oder ergänzt werden. Eine Erweiterung oder auch eine andere Schwerpunktbildung des Raumprogramms ist denkbar. Die grundsätzliche, programmatische Ausrichtung des Gebäudes als ein Zentrum für Gesundheitsförderung muss aber erhalten werden. Nicht erwünscht ist z.B. ein Wellness- oder Sporthotel. Grundsätzlich soll das Gebäude alle Altersgruppen auch auf der didaktischen Ebene im Bereich Gesundheit ansprechen.

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Grundstück

Das Grundstück befindet sich am Südufer des zukünftigen Zwenkauer Sees. Der Abschluss der Flutung ist für 2010 geplant. Der vorgesehene Normalwasserstand liegt auf einer Höhe von 113,50 m ü. NN. Da der Zwenkauer See zukünftig eine Hochwasserschutzfunktion ( Weisse Elster) übernehmen wird, sind die Uferbereiche bis zu einer Höhe von 115,50 m ü. NN potentielle Überflutungsfläche. Die zukünftige Böschung ist noch nicht hergestellt, so dass das Grundstück zur Zeit nur in Form einer topographischen Planung existiert. Nur am Nordufer des Sees sind die Böschungen zum Teil fertiggestellt.
Der an das Stadtgebiet von Zwenkau angrenzende Uferbereich trägt den Namen „Kap Laura“. Hierfür liegt eine städtebauliche Studie zur Entwicklung des Gesamtgebietes vor. Die Aussagen dieser Planungen sind für den Entwurf nicht bindend. Als vorgegebener Rahmen ist aber die Lage und Form des Hafenbeckens, die existierende Leipziger Straße einschließlich des Kreisverkehrs zu berücksichtigen. Die für den Entwurf des „Hauses der Gesundheit“ zur Verfügung stehende Fläche grenzt an die westliche Kante des Hafenbeckens, im Osten an den Pulvermühlenweg und im Süden an das fertiggestellte Einfamilienhausgebiet. Somit steht eine Grundstückslänge in Nord-Süd-Richtung von ca. 300 m und in West-Ost-Richtung von ca. 420 m zur Verfügung. Für diese Fläche wird keine vertiefende städtebauliche Planung gefordert. Zu planen sind aber die Erschließung (z.B. über den Pulvermühlenweg möglich) und sämtliche dem „Haus der Gesundheit“ zugeordneten Freibereiche. Westlich des Pulvermühlenweges beginnt eine als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Fläche in die nicht gebaut werden darf. 

Weitere Informationen zum Zwenkauer See und zum Südraum Leipzig sind entweder über die im Lehrstuhl ausliegenden Broschüren oder unter www.suedraum-leipzig-gmbh.de erhältlich.

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Leistungen

Entwurfsabgabe:

Strukturplan                                                                    M.: 1:2500 oder M.: 1:5000
Lageplan                                                                         M.: 1:500
Grundrisse                                                                       M.: 1:200
Ansichten                                                                        M.: 1:200
Schnitte                                                                          M.: 1:200
Darstellung eines wesentlichen Teilbereichs                            M.: 1:50 oder M.: 1:20
Fassadenschnitt                                                                M.: 1:20 
Räumliche Darstellung
Konzepterläuterung: Zeichnung, Collagen, etc.            Maßstab frei wählbar 
Modell                                                                             M.: 1:200
Städtebauliches Modell                                                       M.: 1:1000
EG-Grundriss mit Darstellung der Freibereiche!!

Im Entwurf sind auch Aussagen hinsichtlich bauökologischer Kriterien zu treffen.

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