Sprache und Gewalt
                           
                                               
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Warum verletzen Worte? Inwiefern können Worte wie Schläge sein? – Während in der Philosophie Sprache meist nur als das Andere der Gewalt, als Medium der konsensstiftenden Verständigung gedacht wird, beschränken sich auf der anderen Seite Theorien der Gewalt oft auf die Thematisierung von direkter, physischer Gewalt. So wurde bislang kaum danach gefragt, inwiefern der Sprache selbst eine gewaltsame und verletzungsmächtige Dimension eigen ist. Ansätze für einen Perspektivwechsel bieten sich erst seit John L. Austins Theorie des Performativen und der US-amerikanischen Debatte um hate speech: nun wird zunehmend deutlich, inwiefern Worte unter bestimmten Umständen Handlungscharakter haben können und welche verletzenden Effekte hasserfülltes Sprechen zeitigen kann. Die Graduiertenkonferenz versucht vor diesem Hintergrund systematisch danach zu fragen, wie Sprache Medium der Erzeugung von Ungleichheit und Unterlegenheit werden kann, inwiefern Sprechen Instrument der Aberkennung, der Verachtung und der Ausgrenzung sein kann.

Der Zusammenhang von Sprache und Gewalt soll in zwei Dimensionen thematisiert werden:
(1) Welches Bild des Menschen und der Sprache verdeutlicht die Verletzungsmächtigkeit der Rede? Wie hängen Subjektwerdung, Benennung und Verletzbarkeit zusammen? Inwiefern sind Menschen symbolische Wesen und nicht bloß "nacktes Leben"?
(2) Welche "Rhetoriken der Verletzung" kommen im gewaltförmigen Sprechen zum Einsatz? Mit welchen kommunikativen Techniken werden Menschen beleidigt, durch welche Rituale gedemütigt? Welche gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse aktualisieren sich in Beleidigungen und Herabsetzungen? Welche sozialen und psychischen Effekte ruft gewaltsames Sprechen hervor?

Hauptvorträge werden von Pascal Delhom (Philosophie, Flensburg), Sybille Krämer (Philosophie, Berlin), Sighard Neckel (Soziologie, Gießen) und Petra Gehring (Philosophie, Darmstadt) gehalten.

Graduierte, Post-Docs und Studierende aus unterschiedlichen Disziplinen (Philosophie, Kulturwissenschaft, Soziologie, Linguistik, Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft, Kulturanthropologie u.a.) sind mit diesem Call for Papers herzlich eingeladen, ein Abstract für einen Vortrag einzureichen. Papers (bis 2000 Zeichen) mit kurzen Angaben zur Person (bis 500 Zeichen) bis spätestens 14. Juli 2005 an: info@sprache-gewalt.tk; kittycat.79@gmx.net, wanja.k@gmx.de


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