quadrat_klein Polarlicht über Deutschland



Obwohl das Polarlicht am häufigsten im „Polarlichtoval“, einem schmalen, etwa 400 km breiten Streifen, jenseits des 46. Breitengrades, um die beiden magnetischen Pole der Erde, auftritt (In bis zu 240 Nächten im Jahr), da die äußeren magnetischen Feldlinien am den magnetischen Polen ein- bzw. austreten, kann es selten auch in Mitteleuropa beobachtet werden. Diese ungewöhnliche Südausdehnung des normalerweise auf Gebiete jenseits der Polarkreise beschränkten Leuchtphänomens hängt mit einer stark erhöhten Aktivität unseres Zentralsterns zusammen. Währrend und insbesondere kurz nach Erreichen des Maximums ihres elfjährigen Sonnenflecken-Zyklus, spielen sich dramatische Szenen an ihrer Oberfläche ab: Gewaltige Gas- und Materiefontänen schießen mehrere million kilometerweit ins All. Turbulenzen auf der Sonne lassen zu den bisherigen Teilchen zusätzliche und noch schnellere hoch energetische Ströme geladener Teilchen entweichen.

Die Teilchen bewegen sich wie schon beschrieben auf Schraubenbahnen um die Feldlinien.
Dabei gilt wie oben hergeleitet für den Radius der Kreisbahn:

Da die Geschwindigkeit der Elektronenströme bei diesen explosionsartigen Ausbrüchen aber nun sehr viel größer als gewöhnlich ist, ist auch der Radius dieser Kreisbahn und damit bei schrägem Einschuss der Radius der schraubenlinienförmigen Bahn sehr viel größer, sodass die Elektronen auch die Feldlinien erreichen, die in gemäßigten Breiten enden, also auch die über Europa.

Zudem werden schnellere geladene Teilchen erst später reflektiert d.h. sie erreichen erst später ihren Umkehrpunkt, der oben beschrieben wurde. Bei sehr langsamen Sonnenstürmen werden die Teilchen teilweise schon oberhalb der Atmosphäre reflektiert, sodass sie keine Polarlichter hervorrufen können. Bei starken Stürmen dringen die schnelleren Teilchen aber weiter in die Atmosphäre ein, und können dadurch auch in tieferen Atmosphärengebiete mit Luftpartikeln kollidieren und so das Polarlicht hervorrufen, die dann, bei entsprechender Witterung, auch hier bei uns, in gemäßigten Breiten, gesehen werden können.

Die dabei entstehende spezielle Aurora-Variante leuchtet meist rötlich und ist weniger deutlich konturiert wie das Polarlicht der höheren Breiten.




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