Dunkelgrüne und kobaltfarbige WS
Klaus Töller, DSV 997
Die dunkelgrünen und
kobaltfarbigen WS sind im Moment auf den Ausstellungen immer zahlreicher
zu sehen. Deshalb, und weil ich diese Farben selber züchte, möchte
ich etwas darüber schreiben, auch um Anfängern zu diesem
Farbschlag eine Anregung zu geben.
Wenn aus zwei verschiedenfarbigen Elterntieren eine neue Farbe
entsteht, so nennt man das intermediäre Vererbung. Beispiel:
hellgrün x olivgrün = 100 % dunkelgrün. Das dunkelgrün der
jungen WS ist eine Mischfarbe der Eltern.
In der Blaureihe ist es entsprechend: himmelblau x mauve =
100 kobaltblau.
Wenn wir dunkelgrüne und
kobaltfarbige Vögel züchten möchten, können wir von dunkelgrün
spalterbig in blau ausgehen.
Bei den Dunkelgrünen/Blau gibt es Typ I und
Typ II. Äußerlich sind diese beiden
Typen gleich. Sie unterscheiden sich nur durch die Farbe ihrer
Nachzucht.
Typ I erhält man, wenn
der grüne Elternteil dunkler als der blaue ist,
z. B. olivgrün/blau x himmelblau oder dunkelgrün/blau x
himmelblau.
Man erhält überwiegend dunkelgrün und himmelblau.
Typ II erhält man, wenn
der blaue Elternteil dunkler ist als der grüne,
z. B. mauve x hellgrün/blau oder kobalt x hellgrün/blau.
Will man Kobalt-WS züchten, muß der blaue dunkler als der grüne sein. Man erhält überwiegend Kobalt und Hellgrüne. Um schöne kräftige Farben zu züchten, bin ich der Meinung, daß diese Verpaarungen angewendet werden müssen. Es kann bei einer Verpaarung von kobalt x kobalt passieren, daß das Gefieder der Jungen dünn und weißfleckig wirkt, da die Daunenfarbe durchschimmert. Deshalb verpaart man grün und blau miteinander.
Die Typen I- und II- Unterscheidung gilt auch in der Kombination mit anderen Zeichnungsarten für alle anderen Farbschläge: Opaline, Grauflügel, Zimter, Schecken und HelIflügel, nur muß der grüne WS spalterbig in blau sein. Die Farben grün und blau ergänzen sich wechselseitig zur Farbhebung und bringen schöne intensive kräftige Farben.