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Da der Motor ja ansonsten sehr gut, sparsam und fehlerfrei läuft habe ich das “Phänomen” gründlich über eine Saison beobachtet und untersucht und muß nun leider im Ergebnis den Kollegen Ingenieuren von Yamaha leichtfertigen Entwicklungspfusch bescheinigen. Der eingesetzte Anlasser ist nicht wie bei Autos üblich mit einem Zugmagneten versehen welcher das Ritzel in die Verzahnung der Schwungscheibe schiebt, sondern ein sogenannter Schraubtriebanlasser wie er früher in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts üblich war. Das Ritzel läuft lediglich durch seine Trägheit beim Anlauf hoch. Aber ein bischen “higtech” ist doch drin, der Anlasser hat anstelle der früher üblichen Feldwicklung (Reihenschlußmotor) einen kräftigen Dauermagneten und somit hinsichtlich Kennlinie die Eigenschaft eines Parallelschlußmotors. Und hier haben die Kumpels von Yamaha wohl im Physikunterricht 10. Klasse geschlafen, denn sonst hätten sie gewußt, daß solch Motor drehzahlstabil ist, das heißt, er läuft mit sehr hohem Drehmoment bis zu der Drehzahl hoch, bei welcher seine EMK (die im Anker induzierte Gegenspannung) genau so hoch wie die angelegte Batteriespannung ist. Er kann dann nicht mehr schneller drehen, auch nicht wenn man die Last völlig wegnimmt. Im Gegensatz dazu drehen die klassischen Reihenschlußmotore bei Entlastung schnell hoch (manche sogar bis zur Selbstzerstörung). Eine unvermeidliche Eigenschaft eines Vergasermotors ist doch gelegentliche Startunwilligkeit, sei es daß in der Sonne der Sprit eingedampft ist oder man hat beim warmen Motor ein wenig zu viel gepumpt und er ist “abgesoffen”. Normalerweise kein großes Problem, ein bischen mehr Gas geben und den Anlasser ein paar Sekunden länger nuddeln lassen - - - ja wenn es denn der Anlasser könnte. Nun hat jeder Verbrennungsmotor beim Durchdrehen auch eine Kompressionsphase und wenn der Kolben wieder runtergeht beschleunigt die Kurbelwelle wieder durch die expandierte Luft. Sie läuft also ein wenig ruckelig und zwar umso mehr, - je leichter die Schwungscheibe ist, - je größer die Verdichtung ist, - je mehr die Drosselklappe geöffnet ist, - je leichter die Lager drehen. Der FT- Motor besitzt eine etwas höhere Verdichtung als die Standardausführung, Als er nach ca. 40 Stunden eingefahren war drehte er sehr leicht, meine Batterien waren neu, die Anschlußkabel ideal kurz und so ergibt sich folgender Effekt: - Der Anlasser dreht innerhalb 0,15 Sek. bis zur vollen Enddrehzahl hoch. Der “kleine” 50 PS Bolide kann ihn da kaum bremsen, die Power würde auch glatt noch für zwölf Zylinder reichen. Kommt der Motor nun über einen Totpunkt, dreht die Schwungscheibe schneller als der Anlasser folgen kann. Das Ritzel fliegt raus, der Anlasser läuft leer weiter und der Motor steht wieder. Der Witz ist, mit halb leerer Batterie oder bei kaltem Wetter passiert das nicht, weil der Anlasser dann bei Belastung nicht so schnell dreht und bei Entlastung gerade noch der Schwungscheibe folgen kann. Das Ritzel bleibt dann gerade noch drin. Und der Kommentar vom Yamaha Kundendienst : - Konstruktionsfehler unmöglich aber nicht doch bei Yamaha, -wir haben doch schon tausende Motoren verkauft, - gehn se mal zu ihrer Werkstatt und lassen se den Motor mal ein bischen nachjustieren. Kurz, sie haben mich nicht für voll genommen. Da kann man wohl wenig ändern, der Ruf von Yamaha ist ja letzendlich ihre eigene Angelegenheit. Für Konstruktionsfehler gibts eine weitreichende Produkthaftung !! - Ein Anlasser am Boot ist kein Komfortpippifax, vor einigen Jahren gab es in der Schweiz einen Unfall mit mehreren Toten, weil der Skipper den Motor zu früh abstellte und dann nicht mehr gestartet bekam. Das Boot stürzte über ein Wehr. (war wohl doch hoffentlich kein Yamaha ?)
Da der Anlasser am Ritzel einen (zur Zeit funktionslosen) Freilauf hat, nutze ich das Winterhalbjahr für die Konstruktion eines Halte - bzw. Sperrmagneten der das Ritzel so lange im Eingriff festhält bis man den Schlüssel losläßt.
Sonstige Verbesserungen: Für die Saison 2003 sind einige Umbauten geplant: - Der mittlere Luftkasten ist auf Binnengewässern nicht notwendig, er wird aufgeschnitten und nimmt dann Werkzeug und Haupttank auf, auch die beiden 55 Ah Batterien kommen ganz nach vorn in den linken Backskasten. So wird die Masse des Motors besser kompensiert. - Es gibt ein neues abnehmbares Hardtop Verdeck und eine bis hinten durchgehende neue Fahrpersenning. (Das originale PVC-Verdeck ist eine schlampige Fehlkonstruktion, der Schöpfer dieses “Kunstwerkes” hat wohl nur Sonnenschein erlebt.) - Zusätzliche Benzinpumpe mit elektronischem Verbrauchszähler, der Gummiball kommt dann weg. - Einbau eines zweiflammigen Propankochers (natürlich mit Zulassung und Abnahme), die Gasflaschen kommen in die Ankerkammer.
Alle Umbauten wurden bis auf den immer noch nicht funktionierenden Benzinzähler wurden noch vor dem Urlaub realisiert, “Dusti” fährt seitdem auch als Verdränger geradeaus. Nachdem durch die Batterieverlagerung die Kabel 5m länger wurden funktioniert auch der Anlasser etwas besser.
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