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Buchenwald

Arbeitslager Buchenwald bei Weimar

Besuch der Klasse 10Ra der O-H-S am 14.03.03

Im Juni 1937 wurde auf dem Ettersberg bei Weimar das Arbeitslager Buchenwald errichtet. Zuerst war es für politische Gegner des Naziregimes, vorbestrafte Kriminelle und sogenannte Asoziale, Juden, Zeugen Jehovas und Homosexuelle bestimmt, mit Beginn des 2. Weltkrieges wurden
zunehmend Menschen aus anderen Ländern eingeliefert. Durch Aussonderung von Häftlingen in die Vernichtungslager war Buchenwald in den Vernichtungsapparat des Nationalsozialismus  integriert. Das Konzentrationslager war ein Arbeitslager (Arbeit bis zum Tod) und kein Vernichtungslager wie Auschwitz. Bei der Befreiung waren 95% der Häftlinge keine Deutschen. Es waren insgesamt 35 Nationen inhaftiert.

Heute sind die Häuser der SS-Leute abgerissen, auch die Baracken, wo die Gefangenen untergebracht waren, gibt’s nicht mehr. Das meiste, was noch geblieben ist, sind Fotos der SS und der US-Army.

Buchenwald war ein Arbeitslager, kein Vernichtungslager wie Auschwitz. Dennoch: Es hieß „Vernichtung durch Arbeit“. Der Steinbruch z.B. war das härteste und schnellste Todesurteil für die Menschen.

Es ist keinem Menschen gelungen zu fliehen. Und die es versucht haben, wurden zur Abschreckung hart und grausam bestraft. Wenn jemand geflohen war, mussten alle anderen auf den Apellplatz so lange warten, bis der Flüchtling wieder eingefangen wurde.

Dennoch wurden etliche „auf der Flucht erschossen“, wie es hieß. SS-Leute rissen einem Häftling im Steinbruch die obligatorische Mütze vom Kopf und warfen sie über die imaginäre Grenzlinie, die kein Lagerinsasse übertreten durfte. Wenn der Häftling nun seine Mütze holen wollte, wurde dies als Fluchtversuch gewertet und der Häftling wurde erschossen. Für den Todesschützen bedeutete dies eine Prämie.

Erschreckend war auch der Gang entlang der „Blutstraße“. Das war die Straße, welche die ersten Häftlinge bauen mussten. Die Gefangenen bekamen im Steinbruch schwere Steine auf den Rücken gebunden und mussten sie im Dauerlauf zu anderen Ende des Arbeitslagers bringen, wo die Straße gebaut wurde. Da die Menschen, die schon ein Viertel ihres Körpergewichts verloren hatten, 50 bis 100 kg schwere Steine schleppen mussten, sind viele bei dieser schweren Arbeit gestorben.

 

Die Ankunft, Unterbringung und Arbeit der Häftlinge

Die Häftlinge kamen entweder mit dem Zug in Weimar an, oder später auch direkt am KZ Buchenwald. Nach stundenlanger oft tagelanger Reise wurden die völlig erschöpften Menschen über den "Karachoweg" zum Lagertor getrieben, um dort oft mehrere Stunden Appell zu stehen. Um sie herum standen SS-Leute mit „Bluthunden“ und Knüppeln, welche sie je nach belieben einsetzten.

Nach der Ankunft und dem Appellstehen wurden die Daten der Häftlinge erfasst, wie etwa Geburtsurkunden oder Heiratsurkunden. Danach wurden sie von der Gestapo verhört, wofür es ein eigenes Gebäute in Buchenwald gab. Die Gefangenen bekamen Nummern, man hatte keinen Namen mehr, nur noch eine Nummer, und es wurde entschieden, welcher Arbeit sie nachzugehen hatten.

Der nächste unmittelbare Schritt war die Prozedur der Desinfektion, dabei wurden sie in große Behälter mit Desinfektionsmittel getaucht. Zuvor mussten die Häftlinge ihre Kleidung abgeben und ihr Haar wurde abgeschoren. Dazu errichtete die SS eigens das Desinfektionsgebäude.

Zur besseren Verwaltung bekamen sie nun die einheitliche Häftlingsbekleidung auf der die Nummer und die Kennzeichnung der Gruppenzugehörigkeit waren, wie z.B.: Juden; politische Gefangenen; Homosexuelle usw.

Es gab teilweise verschiedene Baracken für verschiedene Häftlingsgruppen. Die Baracken waren zwar im großen und ganzen gemischt, doch es kam trotzdem zu gewissen Häftlingsballungen in verschiedenen Bereichen.

Später kam noch das sogenannte Kleine Lager, welches aus Kapazitätsmangel erbaut wurde, dazu. Hier wurden bis zu 2000 Menschen in einer Baracke oder in einem Zelt untergebracht, im Vergleich zu etwa 150 – 300 in andren Baracken außerhalb des Kleinen Lagers. Im Kleinen Lager waren vorwiegend Juden, Russen und Polen untergebracht.

Das Tor zum Appellplatz trägt die Inschrift "JEDEM DAS SEINE." Das bedeutet, dass es eine Strafe ist, nach Buchenwald zu kommen. Also verdienen es die Häftlinge, in den Augen der Nationalsozialisten, dort zu sein.

Die Häftlinge wurden morgens geweckt. Dann mussten sie in ihrer Häftlingsuniform, zum Appellplatz. Dort wurden dann die schikanierenden Appelle abgehalten. Sie erfolgten bei jedem Wetter und jeder Jahreszeit. Nach den Appellen wurde dann gearbeitet. Am Nachmittag bekamen sie dann irgendwas kaltes zum Essen. Es wurde eigentlich den ganzen Tag gearbeitet bis spät in die Nacht. Und wenn sie
dann in ihre Blöcke zum Schlafen gingen, mussten sie sich die Pritsche noch mit mehreren Leuten teilen. Die hygienischen Bedingungen im Lager waren katastrophal!

Die Art des Arbeitseinsatzes hing von den SS Leute ab, wurde aber auch durch die Häftlingsverwaltung bestimmt. In den vielen Außenlagern, in Buchenwald selber und sogar in Weimar mussten die Häftlinge die verschiedensten Tätigkeiten ausüben, wie etwa Arbeit im Steinbruch. Sonntags war in der Regel ein freier Tag, aber unter besonderen Umständen galt dies nicht. Die Art der Arbeit war für die Häftlinge mitentscheidend über ein frühes Sterben, oder die Hoffnung auf ein Überleben. Wenn ein Häftling durch die Obrigkeit in die Strafkompanie verlegt wurde, so musste er unter anderem auch Sonntags arbeiten.

Mit der Zeit wurden die Häftlinge immer schwächer, einerseits bedingt durch die schlechte und mangelhafte Ernährung, andererseits durch die harte Arbeit. Wenn nicht schon am Bahnhof entschieden wurde, welcher Häftling stark genug erschien um zu arbeiten bzw. schwach genug um in ein Vernichtungslager deportiert zu werden, dann wurde von dieser Möglichkeit spätestens wenn ein Häftling der Wirtschaft des Lagers durch seine Anwesenheit mehr schadete als nutzte, Gebrauch gemacht. Diese Deportation konnte man sehr oft mit einem Todesurteil gleichsetzen. Das Verschwinden des Häftlings wurde in der Verwaltung nur als Verschwinden der Nummer registriert. Es gab auch mehrere andere Möglichkeiten wie etwa Menschenversuche mit Fleckfieber, frühzeitiger Mord nach Ankunft im Lager oder andere Arten des Mordens. Auch der Tod eines Häftlings bedeutete ein gewisses Maß an Verwaltungsarbeit: Nach Mordfällen, wie sie in Buchenwald in großer Zahl an der Tagesordnung standen, wurde ein Teil der Leichen offiziell zur Feststellung der Todesursache in die Obduktionsabteilung überstellt. Dies hatte zwei Gründe: Einerseits wurden etwa Goldzähne oder andere noch wirtschaftlich nutzbare „Materialien“ (z.B. Schädel,...) „abgebaut“, andererseits sollte die Todesursache durch Mord geheimgehalten werden und durch andere und natürliche wie z.B. Herzversagen vertuscht werden. Viele Leichname kamen aber direkt in das Krematorium, um dort eingeäschert zu werden.

Es gab ein Häftlingskrankenrevier, in dem an den Häftlingen medizinische Experimente gemacht wurden. An ihnen wurden Impfstoffe erprobt. Außerdem wurde Luft mit einer Spritze in die Venen der
Häftlinge gespritzt. Noch bevor die Kanüle aus der Vene entfernt wurde, waren sie gestorben.

Die Genickschussanlage

In Buchenwald gab es auch eine Genickschussanlage, diese befand sich im Pferdestall des Lagers.
Sie ist heute noch zu besichtigen. Dort wurden insgesamt 8000 sowjetische Kriegsgefangene umgebracht. Ihnen wurde erzählt, dass sie zum Arzt mussten. Dort wurde ihnen meist in den Mund geschaut, sie könnten ja Goldkronen oder ähnliches Besitzen, was dann rausgeholt wurde. Dann wurden sie in ein Zimmer gebracht, indem sie sich an die Messlatte stellen sollten. Hinter der Messlatte war ein Raum. Von diesem Raum aus wurde ihnen durch die Wand ins Genick geschossen. Der Massenmord geschah bei weithin hörbarer Marschmusik innerhalb des Gebäudes.
 

Das Krematorium

...von Buchenwald wurde von 1940- 1942 erbaut. Es diente zur Leichenverbrennung. Insgesamt wurden 3000 Menschen verbrannt. Die Verbrennungsöfen sind heute noch zu sehen. Im Keller des Krematoriums wurden Menschen zu Tode stranguliert. Ihnen wurde eine Schlinge um den Hals gebunden und dann wurden sie von der Leiter gestoßen, auf der sie standen. 1100 Menschen starben auf diese Weise. Der Keller war von Leichen so überfüllt, dass diese davor im Hof gestapelt wurden. Die Menschen in Weimar mussten oft den Rauch der Verbrennungsanlage gesehen und gerochen haben. Ihnen wurde gesagt, dass es in Buchenwald eine Backstube gäbe, die all die Häftlinge versorgt hätte.

Amerikanische Soldaten befreiten am 12.4.1945 um 15.15 Uhr die Häftlinge.
Die Uhr am Tor wurde um diese Zeit angehalten.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges im August 1945 wurde das
Lager ein Internierungslager der Sowjeten. Dort sollten ehem.
Nazis eingesperrt werden